Review: SYNECDOCHE, NEW YORK - Ich lieb' ihn, ich lieb' ihn nicht



Fakten:
Synecdoche, New York
USA. 2008. Regie und Buch: Charlie Kaufman. Mit: Philip Seymour Hoffman, Jennifer Jason Leigh, Michelle Williams, Dianne Wiest, Catherine Keener, Emily Watson, Tom Noonan, Hope Davis, Tim Guinee, Samantha Morton, Lynn Cohen, Elizabeth Marvel, Josh Pais, Alice Drummond, Takako Haywood u.a. Länge: 118 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Story:
Der New Yorker Theaterregisseur Caden Cotard befindet sich in einer deftigen Krise. Um aus dieser auszubrechen beginnt er in einem Lagerhaus eine Art zweites New York zu errichten. Dort versucht er mit Schauspielern eine neue Normalität zu erschaffen. Ein Projekt das Cadens Welt zusehend verändert.



Meinung:
Charlie Kaufman gilt ohne Übertreibungen als einer der wirrsten aber auch kreativsten Köpfe der amerikanischen Traumfabrik. Mit den Regisseuren Spike Jonze und Michel Gondry schuf der Drehbuchautor unvergessliche, verquerte Werke wie „Being John Malkovich“, „Adaption“ oder „Vergiss mein nicht“. Mit „Synecdoche, New York“  legte Kaufman seine erste Arbeit als Regisseur vor und versammelte dafür Darsteller wie Philip Seymour Hoffman, Cathrine Keener, Samantha Morton, Michelle Williams, Emily Watson und Hope Davis - das Who-is-Who des amerikanischen Independent-Cast.


So hat Regisseur Kaufman wahrscheinlich auch sein Drehbuch verfasst
Kaufmans Regiedebüt erweist sich als schwerfälliges aber auch interessantes Drama über die existenzielle Frage des eigenen Daseins. Dass ist alles über alle Maßen komplex, verschachtelt sowie hintersinnig und zügellos grotesk inszeniert, dass sich der Film eigentlich nie komplett dem Zuschauer erschließt. „Synecdoche, New York“ ist ein suggestives Kaleidoskop. Alles könnte irgendwie in einem Kontext stehen. Alles könnte alles bedeuten oder halt nichts. Schwere, aber faszinierende Kost. „Synecdoche, New York“ ist ein kunstvoller Film, aber auch ein Film voller Egozentrik, der scheinbar unkontrolliert Gebrauch von Groteskem, Alltäglichen und Philosophischen macht und damit nicht gerade Kurzweiligkeit erzeugt. Das Leben bzw. Schicksal des Helden bleibt einem dabei ebenso fremd wie Kaufmans Absichten. Knallharte Fans des großen, kreativen Querdenkers von Hollywood wird’s freuen, denn mit seinem Regiedebüt übertrifft er sich in Sachen geistreicher Verquerungen selbst. Ich habe den Film jetzt dreimal gesehen. Es hat etwas von einem Frischverliebten der im Park auf einer Bank sitzt und die Blütenblätter eine Blume nacheinander abzupft. SIE LIEBT MICH, SIE LIEBT MICH NICHT. Jede Betrachtung ein Blütenblatt. Jede Betrachtung eine neue, ganz andere Meinung und Einsicht. Aber egal ob ich irgendwann die Lust verlor oder ich gebannt vorm Fernseher saß und gegrübelte habe, irgendwie faszinierend war’s immer.

8 von 10

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