Review: DIE HÖHLE - Survival-Trip nach Schema F



Fakten:
Die Höhle (La cueva)
ES, 2014. Regie: Alfredo Montero. Buch: Javier Gullón, Alfredo Montero. Mit: Marta Castellote, Xoel Fernández, Eva García-Vacas, Marcos Ortiz, Jorge Páez. Länge: 80 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Fünf Freunde begeben sich auf einen Campingausflug und begehen aus Leichtsinn einen fatalen Fehler. Sie finden den Eingang zu einer Höhle, wollen diese abenteuerlustig erkunden und verirren sich in den engen und unübersichtlichen Gängen. Bald schon macht sich Panik breit, Hitze und Flüssigkeitsverlust machen sich bemerkbar und der Kampf ums Überleben lässt jegliche Moral verschwinden.



                                                                               



Meinung:
Höhlen als Setting für einen Survival-Schocker, das gab es in den letzten Jahren häufiger. Mal mit der Zugabe blutlechzender Kreaturen wie in dem wohl besten Beitrag „The Descent – Abgrund des Grauens“, mal ganz schlicht als Überlebenskampf der dort Gefangenen, wie z.B. in dem (weniger gelungenem) „Sanctum 3D“. Diesen Filmen hat der spanische Beitrag „Die Höhle“ nichts hinzuzufügen…außer dem inzwischen nun wirklich ausgelutschten Stilmittel Found-Footage.


Unter Tage ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt.
Dabei ist die wackelige Kameratechnik hier durchaus eine interessante Variante, fühlen sich die unglaublich beklemmenden Gänge des steinigen Labyrinths durch das beschränkte Sichtfeld und die Augen der Protagonisten tatsächlich zu Beginn noch um einiges klaustrophobischer an. Somit verfolgt das oft nervige und grundsätzlich überstrapazierte Prinzip hier durchaus einen Sinn, mal ganz abgesehen von der Kostenminimierung, die sicher auch nicht ganz nebensächlich für diese Wahl war. Leider fällt Regisseur Alfredo Montero und seinem Co-Autor Javier Gullón darüber hinaus nicht allzu viel ein und ganz besonders gelingt es ihnen im weiteren Verlauf nicht glaubhaft zu erklären, warum die Kamera immer alles im Blick hat. Muss sie natürlich, sonst stände der Zuschauer buchstäblich im Dunkeln, aber wie logisch ist es, dass man in dieser Situation nichts Besseres zu tun hat, als fleißig weiter zu filmen, selbst wenn man gerade gegen das Ertrinken ankämpft? Die lapidare Erklärung, man müsse alles für die Nachwelt festhalten, ist gelinde gesagt kompletter Unsinn. Kein neues Problem von Found-Footage und auch nicht der Hauptkritikpunkt. Mangelnde Kreativität und extreme Vorhersehbarkeit stören schon deutlicher. Zu offensichtlich ist, was in den 80 Minuten passieren wird, da wirklich alles schon mehrfach aufgeboten wurde. Menschen, die sich in Extremsituationen in wahre Bestien verwandeln, wurde schon viel zu oft und praktisch identisch gezeigt.


Durch die begrenzte Laufzeit erscheint das radikale Verhalten der Figuren zu hastig, eine Entwicklung in Form von Abstufungen wird dem Zuschauer vorenthalten. Dadurch spart der Film zwar Zeit, geht trotz einiger bösartiger Szenen jedoch nicht so nah. Zudem ist die Figurenzeichnung ähnlich lieblos und beliebig geraten. Wer sich als Gruppen-Psycho in spe entpuppen wird und wer höchstwahrscheinlich als letzte Instanz der Vernunft und Menschlichkeit herhalten muss, dürfte bereits vor dem Betreten der Todesfalle relativ eindeutig sein. Dadurch wird das Geschehen schnell eher uninteressant, trotz der Bemühung um Angst, Terror und blanken Horror in Form des natürlichen Selbsterhaltungstriebes. Gänzlich misslungen ist „Die Höhle“ keinesfalls, kann bei der ersten Berührung mit dieser Art von Film bestimmt sogar einigen Zuspruch gewinnen, mehr als die x-te Version eines interessanten, aber schon deutlich intensiver erzählten Geschichte ist er schlussendlich nicht. Wenn man mit ihm ganz hart ins Gericht gehen wollen würde, könnte noch das unglaublich dumme Verhalten der Protagonisten angebracht werden, aber ohne das würde man ja gar keinen Film zu sehen bekommen. Wer so blauäugig ins Verderben läuft, hat es ehrlich gesagt auch nicht besser verdient.

4,5 von 10 schwachen Batterien

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