Review: MIRANDA (Staffel 2) - Marathon aus Fettnäpfchen



Fakten:
Miranda – Staffel 2
UK. 2010. Regie: Juliet May. Buch: Tony Roche, Georgia Pritchett, Miranda Hart u.a.. Mit: Miranda Hart, Tom Ellis, Sarah Hadland, Patricia Hodge, John Holmes, Sally Phillips, Tom Conti u.a. Länge: 6 Episoden á ca. 30 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Ab 27. Februar auf DVD erhältlich.


Story:
Die Zeit betrübt zu sein, weil ihr Schwarm Gary jetzt in Asien arbeitet, muss beendet werden, denkt sich Miranda und will ihre Fühler nach neuen Kandidaten für ein gemeinsames Leben auswerfen. Als Gary dann doch wieder in ihr Leben tritt beginnt damit erneut das Chaos zwischen den Beiden von vorne. Dass dabei weder Mirandas beste Freundin Stevie, noch ihre herrische Mutter eine Hilfe ist, macht es auch nicht gerade einfacher





Meinung:
Das ist sie wieder, „Miranda“. Das Alter Ego der britischen Erfolgskomikerin Miranda Hart zählt, bzw. zählte zu den erfolgreichsten Comedyserien in Groß Britannien der jüngeren Vergangenheit. Nachdem die erste Staffel vor einiger Zeit in Deutschland auf DVD und im Fernsehen (auf dem Disney Channel) zu sehen war, findet nun auch Staffel 2 den Weg in unsere heimischen Abspielgeräte. Diesmal, im Unterschied zu Staffel eins, sogar mit deutschen Untertitel und kleinen aber höchst liebenswerten Special Features.


Miranda hat immer noch ihren ganz eigenen Stil
Staffel 2 von „Miranda“ macht da weiter, wo der Vorgänger aufhörte. Als Zuschauer werden wir also erneut Zeuge, wie die 1m85 große Miranda tollpatschig durch ihr nicht gerade alltägliches Leben schreitet und versucht bei Gary, dem attraktiven Koch ihres Stammlokals, zu landen. Ganz dem Schemata einer Comedyserie folgend, löst dieser Prozess Unmengen von radikalen chaotischen Momenten aus, die von den Autoren der Serie (darunter auch Miranda Hart selbst) stetig, von Szene zu Szene, gesteigert wird. Das ist, wie bereits in Staffel eins, wirklich sehr vergnüglich, hat hier aber mit den ersten Ermüdungserscheinungen zu kämpfen. In Episode 5, wenn Miranda und ihre Mutter, die letztlich nur eine Art Running Gag auf zwei Beinen ist, zum Psychologen müssen, kennt die Serie keinerlei Halten mehr und pfeift auf komödiantische Progression. In gut 30 Minuten werden so viele charakterliche Eigenheiten der Figuren zur Schau gestellt und teils bis zur Unmäßigkeit durchexerziert, dass die Serie, die während der erste Staffel noch so charmant und unaufgeregt war, hier fast schon ein Opfer ihrer eigenen Maßlosigkeit wird. Trotzdem sollte nicht verschwiegen werden, dass diese Staffel immer noch hinreißende Momente besitzt.


Endlich ein Mann für Miranda
Natürlich leidet „Miranda“ jetzt daran, dass man sie und die Nebenfiguren mit all ihren Spleens und Facetten bereits zur Gänze kennt (außer man startet direkt mit Staffel 2, ob dieser Schubs ins kalte Wasser aber hilfreich ist, ist stark zu bezweifeln). Vielleicht konzentriert sich die Serie deswegen jetzt noch etwas mehr auf Miranda und ihre Beziehung zu Gary. Dabei wird sich zwar schon ordentlich im Kreis gedreht, es reicht aber aus, um damit  Bühne zu generieren, auf der Miranda Hart erneut beweist, dass sie, bzw. ihr Alter Ego mit Wonne von einem Fettnäpfchen ins nächste springt – oft und gerne auch mit ausreichend Anlauf. Vielleicht wirkt Episode 5 auch deswegen so übersättigend, weil es dort zu einem regelrechten Fettnapf-Marathon kommt. Aber keine Sorge, abgesehen vom Overkill der fünften Episode, bleibt auch Staffel 2 von „Miranda“ ein so sympathisches wie amüsantes Vergnügen voller Kurzweil. Ein wenig Schade ist es schon, dass die Figuren rund um Miranda noch weniger geformt und wirklich innerhalb der Handlung beteiligt werden, aber dieses Manko macht die Serie mit einem so simplen wie effetiven Trick wieder wett. Denn nach nur sechs Episoden ist auch diese Staffel schon wieder vorbei. Gerade wenn man sich z.B. fragt welche Funktion eigentlich Restaurantbesitzer Clive innerhalb dieser Staffel/Serie hat, endete diese auch schon.


Diese Staffel von „Miranda“ kann das Niveau, mit der die Serie startete leider nicht ganz halten. Es fehlen dann doch die wirklich guten Ideen und herausragenden Momente. Doch auch wenn das Gefühl zurück bleibt, dass „Miranda“ nicht mehr die Qualität der Vorgängerstaffel erreicht, bleibt ein positiver Gesamteindruck zurück, inklusiver Vorfreude auf die nächste Staffel, die (leider) wohl auch die letzte sein wird. Wobei es vielleicht ja genau der richtige Zeitpunkt war, um die Serie zu beenden? Wir werden sehen.


7,5 von 10 Nickerchen auf dem Fußboden des Umkleideraums

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