Review: OLD DOGS - DADDY ODER DEAL - Gnadenschuss statt Tierheim

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Fakten:
Old Dogs - Daddy oder Deal (Old Dogs)
USA, 2009. Regie: Walt Becker. Buch: David Diamond, David Weissman. Mit: Robin Williams, John Travolta, Kelly Preston, Conner Rayburn, Ella Bleu Travolta, Lori Loughlin, Seth Green, Bernie Mac, Matt Dillon, Justin Long, Luis Guzman, Ann-Margret u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Dan und Charlie, Männer in den besten Jahren, sind dicke Kumpels und Partner einer Sport-Marketing-Agentur. Charlie ist der lockere Typ, Dan der zweimal geschiedene Spießer. Unverhofft trifft Dan seine zweite Kurz-Ehefrau wieder, mit der er vor sieben Jahren für wenige Stunden leiert war. Ungeahnte Folge: Zwei Kinder. Mutter muss wegen radikalen Öko-Aktionen für zwei Wochen hinter schwedische Gardinen und Dan ist plötzlich Daddy, Charlie der coole Onkel (!). Als sich die Beiden mit der Situation gerade so arrangiert haben, kommt plötzlich der große Deal. Wie werden sie sich entscheiden? Familie oder Geld?








Meinung:
Wenn Disney draufsteht, ist auch Disney drin. Aber DAS kann doch wohl selbst nicht deren Ernst sein. Wir reden hier nicht von dem einst so sympathischen, kindgerechten Disney-Konzern mit den hübschen Trickfilmen, sondern von dieser gruseligen Schundfabrik mit geldgierigen Schmierlappen hinter den Schreibtischen. Das dürfte klar sein. Doch selbst dann, wer so was wie "Old Dogs" in Planung oder gar Produktion schickt, hat wohl gar kein schlechtes Gewissen. Was noch erstaunlicher ist: Gestandene Schauspieler (zugegeben: Nicht immer bekannt für eine vernünftige Rollenauswahl) sind sich diesmal für noch weniger als nichts zu schade. John Travolta konnte immerhin seine halbe Familie gleich mit in den Dreck ziehen, der Sommerurlaub wäre finanziert.


Ein Blick sagt mehr als tausend Worte.
An Peinlichkeit kaum zu unterbietendes "Familienkino". Wer seinen Kindern so eine homophobe Kacka-Pissi-Sketch-Parade zumutet, sollte dem Jugendamt gemeldet werden. Für wen ist der Film denn bitte gemacht? Für Kinder? Wenn, bedenklich. Für Teenager? Die sollten es besser wissen. Für Erwachsene? Ja, klar. Schauderhaft, was einem hier als Humor versucht wird zu verkaufen. Billiger, platter und nervtötender ist kaum möglich. Dazu blamieren sich große Namen bis auf die Knochen. Die Nebendarsteller (Matt Dillon, Justin Long, Bernie Mac, Ann-Margret, Luis Guzman) können gerade noch mit Blick auf den Scheck den Kopf aus der Schlinge ziehen, von ihnen lenken die alten Gassenköter Robin Williams und John Travolta uneigennützig-selbstzerstörisch ab. Die Hauptwitzfiguren haben schon öfter ins Klo gegriffen, doch gerade bei Williams konnte man annehemen, seine schlimmsten Zeiten wären schon vorbei. Travolta war nie wirklich gut, der brauchte immer die passende Rolle und den richtigen Regisseur. Aber Williams, der ist gut, der kann was, war sich leider immer selbst für den schlimmsten Blödsinn nicht zu schade. Damit toppt er aber alles. Gut, mit "Patch Adams" muss sich der um die Kotz-Gurke schon streiten, aber was bedeutet das schon?


Planet der Affen: Ejaculation.
Erschreckend, was hier aufgetischt wird. Unglaublich albern, primitiv und sogar an der Zielgruppe in einem befremdlichen Maß vorbeizielend, mehr lässt sich Katastrophe wirklich nicht definieren. Selbst im Vollsuff wohl kaum zu ertragen, aber Kinder dürfen eh nichts trinken. Da muss man schon fast abwegen: Lieber den Kleinen einen Schluck aus Vatis Flachmann geben, oder sie nüchtern durch so was zu jagen? Im Idealfall natürlich nichts von alledem. Damit wäre der Stellenwert von "Old Dogs" relativ klar. Natürlich gibt es die klebrig-bieder-schleimige Disney-Moral zum Ende noch draufgeschmiert, wenn verwundert das schon? Das gab es auch schon mal in leicht charmant oder zumindest nicht ganz so schlimm. Egal, passt schon. Einer der schlimmsten Filme der letzten Jahre und überhaupt. Kaum zu glauben, wenn man es nicht selbst erbrochen hat.

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