Review: SUPER 8 - J.J. Abrams Flux Kompensator


Fakten:
Super 8
USA. 2011. Regie und Buch: J.J. Abrams. Mit: Kyle Chandler, Elle Fanning, Zach Mills, Noah Emmerich, Ron Eldard, Bruce Greenwood, Brett Rice, Richard T. Jones, Dan Castellaneta, Dale Dickey,Thomas F. Duffy, Greg Grunberg, Joel McKinnon Miller, Michael Hitchcock, Tim Griffin, David Gallagher, Bingo O'Malley, Zach Mills, Glynn Turman, Andrew Miller, Patrick St. Esprit, Marco Sanchez, Jessica Tuck, Amanda Foreman, Katie Lowes, Gabriel Basso, James Hébert, Jack Axelrod, Amanda Michalka, Tom Quinn u.a. Länge: 112 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Eine US-Kleinstadt im Jahre 1979: Vier Schulfreunde drehen gemeinsam mit einer Super8-Kamera einen Zombiefilm. Als sie eines Abends eine Abschiedsszene am örtlichen Bahnhof drehen, entgleist ein anfahrender Zug. Sofort sperrt das Militär den Bereich großräumig ab und bereits nach kurzer Zeit geschehen merkwürdige Dinge. Die Freunde glauben, dass sie auf ihrem Film die Lösung für die Frage haben, was gerade in der Stadt passiert.




Meinung:
Das Schöne am Kino ist, dass es so vieles sein kann: Seelentröster, Witze-Erzähler, Achterbahnfahrt oder Schreckgespenst. In einigen Fällen wirft das Kino aber auch seinen Flux Kompensator an und verfrachtet den geneigten Zuschauer direkt in die Zukunft oder wie im Falle von „Super 8“ in die Vergangenheit. Genauergesagt ins Jahr 1979. Ich war zu dieser Zeit nicht einmal ein feuchter Traum meines Erzeugers, aber dennoch kam mir alles im Film irgendwie vertraut vor. Kein Wunder, schließlich versteht sich „Super 8“ als Hommage an die große Zeit des amerikanischen Blockbuster-Kinos. Also jene Zeit als „Star Wars“ das Merchandising einführte und „Der weiße Hai“ vielen Kinogängern über Jahre hinweg den Strandbesuch verdarb. Nostalgisch gesagt: die goldenen Jahre von Steven Spielberg, auch wenn Spielberg 1979 mit „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ einen seiner größten kommerziellen Flops hinlegte. Dies ist aber eine andere Geschichte.



Junge Filmemacher: entschlossen, ideenreich, ahnungslos
Regisseur und Autor J.J. Abrams, der bereits mit „Mission: Impossible 3“ und „Star Trek“ unterhaltsame Filme ablieferte, inszenierte mit „Super 8“ ein wunderschöne Liebeserklärung an die oben erwähnte Zeit. Dabei erfindet Abrams das Rad nicht neu, aber er dreht es effektiv. Alleine die Szenen mit dem Monster, welches der Film erst gegen Ende wirklich zeigt (wie aus „Jaws“ gelernt), bieten alteingesessene aber gut funktionierende Ach-und-Krach-Szenen. Aber auch abseits vom Monsterkrawall kann „Super 8“ überzeugen, auch wenn er gewiss mehr als nur einen Fehler hat: So sind die Charaktere des Films klare Abziehbilder, der Plot ist auch nicht mehr als Standardkost und kitschig ist das Werk ebenfalls, aber es passt alles wunderbar zusammen: Die kleinen Helden wirken, mal von ein paar gut gemeinten aber nicht sonderlich echt wirkenden dramatischen Dialogen, authentisch und sind einfach nur liebenswert bis knuddelig. Die Musik von Michael Giacchino erinnert in ihren besten Momenten an Altmeister John Williams und Actionszenen sind kraftvoll und durchschlagend, stehen aber nicht zu sehr im „Super 8“-Fokus.


„Super 8“ ein einfach ein schöner Blockbuster, der für knapp zwei Stunden vergessen lässt, das Hollywood selbst aus Zauberschülern und Superhelden reine Produkte macht. Ja okay, eigentlich ist „Super 8“ auch nur ein Produkt - wie eigentlich jeder große, viel beworbene Film -, aber der Eindruck, dass hinter dem Film wirklich das Herzensprojekt eines Filmfans steckt bleibt bestehen und mal ehrlich, in den Zeiten von King Franchise tut dies verdammt gut. Selbst wenn mich J.J. Abrams an der Nase herumgeführt hat, so könnte ich ihm nicht wirklich böse sein. Im Kino kann man halt auch Träumen und das sollte man niemals vergessen.

7,5 von 10

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