Review: CONFESSION OF MURDER - TÖDLICHES GESTÄNDNIS - Von allem ein bisschen

                                                                              
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Fakten:
Confession of Murder - Tödliches Geständnis (Nae-ga sal-in-beom-i-da)
COR, 2012. Regie & Buch: Jeong Byeong-gil. Mit: Jeong Jae-yeong, Park Si-hoo, Kim Yeong-ae, Choi Won-yeong, Min Ji-a, Jo Eun-ji u.a. Länge: 121 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
In Südkorea gilt ein Mord nach 15 Jahren als verjährt. Das macht sich Lee Du-seok zu nutze: Er veröffentlicht ein Buch, in dem er die Morde an etlichen Frauen gesteht, nun aber nicht mehr dafür angeklagt werden kann. Ein Schlag ins Gesicht für die Angehörigen der Opfer, wie auch für Detective Choi, dem damals ermittelnden Polizisten. Lee inszeniert sich in der Öffenbtlichkeit, scheffelt Millionen mit dem Buch und wird zum Medienstar. Doch dann kommen Zweifel daran auf, ob er wirklich der Killer ist...


          
                                           
                                                                              

Meinung:
"Confession of Murder" bringt eingentlich alles mit, um als weiteres Highlight des koreanischen Thrillerkinos funktionieren zu können. Die Story klingt äußerst interessant und verspricht neben einem clever-perfiden Katz-und-Maus-Spiel provokante Seitenhiebe auf das Rechts- und Mediensystem. Das aus Korea allgemein gute Handwerkskost kommt, versteht sich da eigentlich von selbst. Fängt auch dementsprechend an, die ersten Minuten können sich wahrlich sehen lassen, um so erstaunlicher ist es, wie sehr sich Regisseur und Autor Jeong Byeong-gil ab dann verzettelt.


Mord und Totschlag verkauft sich prächtig
Der temporeiche, düster verregnete Auftakt hält eine dynamisch inszenierte Hetzjagd bereit, bietet eigentlich die perfekte Grundlage für einen kompromisslosen Rachethriller made in Asia. Nach nicht mal einer halben Stunde ist dieser Flair leider fast schon vergessen. Unerklärlicherweise verliert sich der Streifen immer wieder in peinlich-unpassenden Albernheiten, die eher in ein Buddy-Movie passen würden. Die eigentlich einfach umzusetzende Medienschelte verkommt zur total überspitzten Zirkusnummer, die so schlicht nicht ernstzunehmen ist. Fast die gesamte Grundstimmung geht baden, düster oder bedrohlich erscheint "Confession of Murder" schon lange nicht mehr. Dazwischen gibt es übertrieben-bekloppte Actioneinlagen, die sich eher in der Fast-and-Furious-Reihe erwarten liessen, was das hier soll, ein Rätsel, dazu einige eher mäßige CGI-Effekte, die es so auch nicht gebraucht hätte. Diese unbeholfene Mischung aus Thriller, Satire, Humor und Unsinns-Action wirkt niemals homogen. Es wird einfach wahllos zusammengeschmissen und kräftig umgerührt, wird schon schmecken. Aber ich mach mir ja auch kein Nutella auf's Mettbrötchen, das muss schon zusammenpassen.


Mörder oder Scharlatan?
Das Problem des Films: Er behält einfach keine klare Linie ein, springt von seiner Stimmung hin und her, versucht scheinbar möglichst viele Geschmäcker irgendwie zu bedienen, dabei aber nichts richtig. In der zweiten Hälfte wird dann fleißig getwistet, wodurch der Film Stück für Stück mehr Glaubwürdigkeit verliert, das letztendliche Resultat ist recht hanebüchener Quatsch. Da soll es dann auch plötzlich wieder ernst, hart und mitreissend sein, der Zug ist inzwischen leider völlig abgefahren. Das Ganze ist so haarstreubend konstruiert, dass es schon viel guten Willens bedarf, sich darauf noch einlassen zu können. Den konnte ich kaum noch aufbringen. Schade, denn die Darsteller sind gar nicht schlecht, die Grundprämisse stimmt und hat irre viel Potenzial und es gibt immer wieder vereinzelte Momente, die durchaus gut umgesetzt sind. Nur das Paket stimmt nicht und das in einem solchen Ausmaß, dass das Filmvergnügen darunter massiv leidet. So bleibt am Ende fast schon etwas Ärger, warum diese Steilvorlage nicht entsprechend verwertet wurde.


4,5 von 10 Bestsellern

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