Review: THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE - Nix Gore und 3D, nur purer Terror

                                                                                 
 
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Fakten:

The Texas Chainsaw Massacre aka Blutgericht in Texas
USA, 1974. Regie: Tobe Hooper. Buch: Tobe Hooper, Kim Henkel. Mit: Marilyn Burns, Allen Danziger, Paul A. Partain, William Vail, Teri McMinn. Edwin Neal, Gunnar Hansen, Jim Siedow, John Dugan u.a. Länge: 84 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 
Story:
Eine Gruppe unbedarfter Teenies strandet mitten im texanischen Niemandsland und findet den Tod. Wer überlebt, bekommt ein schickes, letztes Abendmal im gut-bürgerlichen Schlachthof, geführt nach Familientradition.


 

                                               


Meinung:

"The Texas Chainsaw Massacre" (TCM) ist ein Paradebeispiel für einen angeblich-abscheulichen Film, der die Jugend der 80er wohl so dermaßen verstört hätte, das hier fleißig indiziert wurde. Warum eigentlich?


Bis jetzt ist alles easy...
Großes Lob an das Label TURBINE, die mit aller Macht (das Bonusmaterial liefert absurd-amüsante Aufschlüsse) die Freigabe dieser Perle gefordert und sie letztendlich auch bekommen haben. Der jahrelang verbotene und verteufelte Film von der "Poltergeist" Marionette (aka Spielberg ferngesteuert) Tobe Hooper ist ein rohes, pures und extrem zeitgeistliches Stück Low-Budget-Terror-Kino, das überhaupt keine expliziten Szenen brauchte, um als Skandalfilm zerrissen zu werden. Tatsächlich spart sich TCM die drastische Gewalt konsequent aus, Blut fließt hier kaum. Der De-Palma-Scarface ,oder Hitchcock-Psycho-Effekt: Das Publikum glaubt etwas gesehen zu haben, defacto wurde es nie gezeigt. Das spricht für die Wirkung dieses Klassikers, der sich eben nicht in Blut und Gedärmen baden muss, um gnadenlos zu verstören.

 
...nur der Typ mit seiner Säge beginnt zu nerven
Alles wird durch die vernichtende Atmosphäre, den unglaublichen Terror erzeugt, den Clash der Generation Blumenkind und dem texanischen, quasi, Backwood, die typischen Pazifisten finden das unbegreifliche Grauen und sind zu Schlachtung freigegeben. TCM lässt sich viel Zeit, aber die Stimmung ist so fiebrig, schwül, schmutzig und asozial, das ist wildes Exploitation-Kino der 70er, mit allem Schnick und Schnack. Die Luft ist zum Schneiden dick, die Sets so verrotzt, die Bilder grobkörnig, alles wirkt so schonungslos-ekelhaft, und wenn Leatherface erst die Säge knattern lässt, ist alles ohnehin Geschichte. Der Witz bei TCM: Wie schon gesagt, das ist kein Gore-Fest für Blutwurst-Fanatiker, Gewalt und Terror spielen sich nur im Kopf des Zuschauers ab. Aber das dafür mit so einer brachialen Wucht, dass man ständig am selbstreflektieren ist, was denn genau zu sehen war. Hooper macht extremes Kopfkino mit einer schauerlichen Atmosphäre. TCM zersägt, im wahrsten Sinne des Wortes, die heile, unbekümmerte Hippie-Welt und konfrontiert sie mit dem versteckten Abschaum der USA, dem Hinterland der Zivilisation, ohne Kompromisse. Die dunkle Seite des Mondes...


Warum sich TCM über die Jahre gehalten und erst recht sich einen unglaublichen Kultstatus aufgebaut hat, ist glasklar. Eine (wenn auch nicht die Einzige) Geburtstunde des modernenen Horrorfilms, schmutzig, unbarmherzig und verstörend, aber, und das ist das Ding, niemals voyeuristisch-blutig. Und trotzdem ist das latente Gefühl vorhanden, gerade einen unfassbar schlimmen Film gesehen zu haben. Nur, Achtung FSK, dem ist, rein plastisch, NICHT so. In dem Fall haben sie es (nach langem Kampf) ja eingesehen, nur ist das nicht das Ende der Fahnenstange. Aber ein Anfang, immerhin...


8 von 10 Sägeblättern

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