Review: SUSPIRIA - Argentos Meisterstück

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Fakten:

Suspiria
IT, BRD, 1977. Regie: Dario Argento. Buch: Dario Argento, Daria Nicolodi. Mit: Jessica Harper, Stefania Casini, Flavio Bucci, Alida Valli, Miguel Bosé, Barbara Magnolfi, Susanna Javicoli, Eva Axén, Udo Kier u.a. Länge: 95 Minuten. FSK: keine Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Suzy reißt aus New York nach München, um an einer berühmten Tanz-Akademie zur Ballerina ausgebildet zu werden. Dort gehen merkwürdige Dinge vor sich. Zwei Schülerinnen werden grausam ermordet und unheimliche Geräusche sind nachts zu hören. Jessicas Freundin Sara scheint eine Ahnung zu haben...

                                                                  


 
Meinung:
Dario Argentos "Suspiria" ist ein Lehrstück für handwerkliche Finesse, Atmosphäre, Stimmung und der Beweiß dafür, dass es im Horrorgenre nicht in erste Linie auf ein geschliffenes Drehbuch ankommen muss, wenn die grundliegenden Dinge in derartiger Perfektion beherrscht und ausgeführt werden.

An tanzen ist nicht mehr zu denken
Argento kreirt einen Albtraum in leuchtendem Rot, tiefsten Blau, schillernden Grün und stechendem Gelb, spielt mit den Farbtönen und der Beleuchtung in einem Maß und einer Qualität, dass es atemberaubend ist. In diesem wunderschön-bedrohlichem Bilderrausch gehen die grandiosen Einstellungen und Kamerafahrten fast unter, so dominierend und faszinierend ist Argentos Farbenspiel. Aber eben nur fast. Schon allein optisch ist "Suspiria" ein Hochgenuss der besonderen Art, speziell im Finale wird aus allen Rohren gefeuert, einfach unglaublich. Doch es gibt auch ordentlich was auf die Ohren. Der Score von Goblin & Argento ist so verstörend, bizarr, unheimlich und beängstigend-schön. Diesem audio-visuellen Strudel lässt sich nicht entziehen, er saugt einen förmlich ein.

Keine Angst, der Vogel will nur spielen
Atmosphärisch ist "Suspiria" wie kein zweiter, das sollte mit eigenen Augen und Ohren erlebt werden, beschreiben lässt sich das kaum. Die Stimmung presst einen in den Sessel, die Spannung steigt minütlich, ohne das Argento Tempo und Bodycount rasend voran treiben lassen, womit sich weniger talentierte Regisseure oft retten müssen. Die wenigen Mordszenen sind dafür so deftig und großartig inszeniert, dass die FSK da immer noch ein Problem mit hat, nachvollziehbar (nicht weil es angemessen wäre, nur am Standard der Spaßbremsen gemessen).


Mir fehlen leicht die passenden Worte für diesen Killer von einem Film, mit absoluter Sicherheit einer der besten Genrefilme überhaupt und wahrscheinlich Argentos Meisterstück. Zumindest kaum vorstellbar, wie das noch zu übertreffen ist. Heute schafft er das bestimmt nicht mehr, aber das ist ein anderes, trauriges Kapitel.


10 von 10 blutgetränkten Ballerinas

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