Review: ANANAS EXPRESS - Killer, Gras und Fruchtgummi

                                                                          
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Fakten:
Ananas Express (Pineapple Express)
USA, 2008. Regie: David Gordon Green. Buch: Seth Rogen, Evan Goldberg. Mit: Seth Rogen, James Franco, Gary Cole, Danny McBride, Rosie Perez, Kevin Corrigan, Craig Robinson, Amber Heard, Ed Begley Jr., Nora Dunn, Joe Lo Truglio, Cleo King, Arthur Napiontek u.a. Länge: 112 (Kinoversion)/117 (Superbreit Edition) Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Dale hat einen der meistgehasstesten Jobs der USA (Gerichtszusteller), eine scharfe Highschool-Freundin und eine extrem starke Neigung zu Marihuana. Sein Dealer Saul hat gerade absoluten Zauberstoff am Start: Ananas Express. So gut, dass er ihn nur an Dale vertickt. Das wird zum Problem: Schluffi Dale wird Zeuge eines Mordes und verliert bei der Flucht einen Joint. Der Täter ist ausgerechnet Sauls Quelle Ted, der das einzigartige Aroma sofort identifiziert. Dale und Saul müssen rasch das Weite suchen, denn die Killer sind schon auf dem Weg.



                                                                     

Meinung:

"Ist bald eine Schande sowas zu rauchen. Ist als ob man ein Einhorn tötet...mit einer Bombe!"

Es sind solche Oneliner und Dialoge, die "Ananas Express" durchaus sympathisch und sogar witzig machen, doch leider sind das nur Einzelerscheinungen in einer viel zu ausgiebigen Flut von stonigem Dauergeschwätz und einer, für eine Komödie, fast schon unendlich wirkenden Laufzeit von knapp zwei Stunden. Da macht sich, im negativen Sinn, die Beteiligung von Judd Apatow bemerkbar. Hier tritt er zwar nur als Produzent und Ideengeber in Erscheinung, aber "Ananas Express" hat ein ganz großes Problem: Er ist viiiiiiel zu lang. Das ist nicht der einzige Haken, dabei aber ein deutlicher: Warum zieht sich die Story auf so eine semi-epische Genrelänge? Da ist der Leerlauf ja fast unvermeidlich, außer es wird richtig aufgefahren und es gibt viel zu erzählen. Das ist hier eher nicht der Fall. Das Script hat reichlich Kaugummi/Käse-Elemente, die unglaublich lange Fäden ziehen und dadurch leider die durchaus witzigen Momente fast neutralisieren. Das Plus des Films ist ganz klar die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Seth Rogen und Wohlfühl-Schlabber-Hosen Kiffer James Franco, die harmonieren prächtig. Letztendlich ist "Ananas Express" wie ein klassischer Abend in berauschter Runde: Da wird ganz viel geschnattert, einiges ist richtig lustig, aber das Meiste ist pures Gesabbel. Das funktioniert im Kontext der Situation und Umstände, aber wenn das auf Tonband aufgenommen und am nächsten Tag abgespielt würde, wäre der Großteil eher langweilig und banal. 


Genug gechillt, jetzt wird's handfest
Die Lunte wird zwar gelegentlich neu befeuert ("Ich nehme eine Bong, das filtert das süchtigmachende Zeug raus, ist Tatsache!"), aber viel zu oft glimmt sie so vor sich hin und schmeckt nach kaltem Rauch. Charme hat das Flickwerk irgendwie schon, nur ermüdet es so schnell wie der Stoff, aus dem die Tüten sind. Das gelegentlich angezogene Tempo (was dann in der Regel daraus besteht, dass die Figuren sich wehtun) ist bitter nötig, um nicht langsam vor sich hin zu chillen. Sagen wir es mal so: Wenn die Ananas auf bequeme 90 Minuten runtergeschält wäre und nur der frische Saft gepresst würde, ein launiger Film. Aber so mit Schale, Haube und allem Drum und Dran serviert, will das doch keiner fressen...oder rauchen.


5,5 von 10 Tütenfrüchten

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