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Review: AMERICAN HEIST – DER COUP DES LEBENS – Die Geschichte zweier Brüder

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Fakten:
American Heist
CA/LU. 2014. Regie: Sarik Andreasyan. Buch: Raul Inglis. Mit: Adrien Brody, Hayden Christensen, Jordana Brewster, Aliaune "Akon" Thiam, Tory Kittles, Laura Cayouette, Joe Chrest u.a. Länge: ca. 96 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 8. September auf DVD und Blu-ray erhätlich.




Story:
Wenn Ray und Sugar ihn im Knast nicht beschützt hätten, hätte Frankie die zehn Jahre kaum überlebt. Jetzt ist er wieder draußen und seine beiden Kumpel haben schon einen Plan, wie sie zu einer Menge Geld kommen können. Dafür brauchen sie aber auch Jimmy, Frankies kleinen Bruder. Der ist nicht nur ein genialer Autoschrauber und der beste Fluchtwagenfahrer, den man kriegen kann, sondern kann auch verdammt gut mit Sprengstoff umgehen. Aber Jimmy hat inzwischen einen anständigen Job und Zukunftspläne, in denen Frankies "kleine Geschäfte" keinen Platz haben. Doch wenn man Ray und Sugar etwas schuldig ist, gibt es kein "sorry, klappt nicht". Schon gar nicht, wenn es um den spektakulärsten Bankraub geht, den New Orleans je gesehen hat ...






                                                                                       







Meinung:
Mit seinem ersten englischsprachigen Film wollte es der armenische Regisseur Sarik Andreasyan offensichtlich niemandem so wirklich beweisen. „American Heist – Der Coup des Lebens“ ist reinrassige Dutzendware aller erste Güte, wie sie allmonatlich ohne Unterlass in die hiesigen Direct-to-DVD-Regale gepumpt wird. Allerdings weckt auch ein „American Heist – Der Coup des Lebens“ immer noch einen Funken (Rest-)Interesse im Cineasten, wirbt er doch mit einem (ehemals?) großen Namen: Adrien Brody, einst arrivierter Charakter-Darsteller und Kritikerliebling, der durch seine eindringliche Performance in Roman Polanskis Holocaust-Drama „Der Pianist“ mit einem Academy Award honoriert wurde. Inzwischen ist Brody jedoch größtenteils in den B-Movie-Sumpf abgestiegen, ab und an darf er sein Talent zwar noch in etwas hochwertigeren Produktionen beweisen, dass er mit „American Heist – Der Coup des Lebens“ nun aber in einem Boot mit Hayden Christensen gelandet ist, darf sich als durchaus emblematisch für die Karriere des Adrien Brody titulieren lassen.



Ex-Stars im Karrierehinterhof

Und die Causa Hayden Christensen ist indes auch eine, die irgendwie traurig stimmt: Als aufstrebender Schauspieler wurde ihm mit der prestigeträchtigen Rolle des Anakin Skywalker in den „Star Wars“-Prequels eine regelrechte Bürde auferlegt, die er schlicht nicht bewältigen konnte. Von dort an streunte er durch die Filmwelt, die Fans von „Star Wars“ hätten ihn am liebsten mit Schimpf und Schande aus dem Franchise gejagt – und zuletzt war Christensen, nach vierjähriger Abstinenz, an der Seite von Nicolas Cage in „Outcast – Die letzten Tempelritter“ zu sehen. Vor einigen Jahren hätte der Satz, der nun folgen wird, gar blasphemische Züge in sich getragen, doch: Hayden Christensen macht seine Sache in „American Heist – Der Coup des Lebens“ fast schon besser, als etwa Adrien Brody. Dass beide Darsteller einen Abwärtstrend in ihrer beruflichen Laufbahn vorweisen (wenngleich der von Adrien Brody dann doch etwas rigoroser ausgefallen ist), soll sie für die Rollen des ungleichen Brüder prädestiniert haben.



Wenn schon maskieren, dann bitte cool
James (Christensen) hadert mit seinem Leben, versucht sich mit seinem Dasein zu arrangieren, doch offenkundig erinnert ihn alles an die Vergangenheit, was es ihm einfach unmöglich macht, endlich mit dem Vergangenen abzuschließen und einen Neuanfang zu wagen. Teil dieser weniger erfreulichen Vergangenheit ist sein großer Bruder Frankie (Brody), der nach zehn Jahren Gefängnisaufenthalt wieder einen Fuß in die Freiheit setzen darf. „American Heist – Der Coup des Lebens“ versucht sodann, ein dynamischen Beziehungsgeflecht zwischen James und Frankie aufzubauen: Frankies Seele wurde im Knast zugrunde gerichtet, James ist enttäuscht von seinem großen Bruder, geht ihn immer wieder hart an, macht ihm Vorwürfe, während Frankie darauf besteht, dass James einsieht, dass er seit jeher immer versucht hat, seinen kleinen Bruder vor den Widrigkeiten des Lebens zu schützen – Wenngleich der Rahmen der Möglichkeiten dafür äußerst beschränkt ausgefallen ist. Und auch wenn Hayden Christensen immer noch nicht sonderlich viel von nuancierter Performancekunst versteht, sein sonst so unbeholfenes Spiel hat sich zum Besseren entwickelt.



Die brüderliche Solidarität wird schnell wieder in das Gedächtnis und ins Herz gerufen - und gemeinschaftlich der letzte Coup geplant (Musiker Akon ist übrigens auch mit von der Partie). Das wahrlich packende Element in den guten Heist-Movies ist immer der fatalistische Gestus dieser Filme gewesen: Es ist das Schicksal, welches wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Beteiligten schwebt. Von den großen Klassikern des Genres, gerade auch das französische Kino der 1960/70er Jahre soll hier Erwähnung finden, hat sich „American Heist – Der Coup des Lebens“ indes nur einige Plot Points übernommen. Das minutiöse Herausarbeiten eines wasserdichten Plans, die logistische Winkelzüge, die Störfeuer, die von winzigen Unachtsamkeiten ausgehen, der Nervenkitzel im Moment der Entscheidung, all das lässt Sarik Andreasyan im uninspirierten Eiltempo abarbeiten, was den Film nicht nur zur von zuweilen lächerlichen Machoallüren gestärkten Klischeeparade erklärt, sondern darüber hinaus auch zu einer ungemein uninteressanten Angelegenheit.


4 von 10 Hintern voller Zahnpasta

von souli


Review: PREDATORS – Hunde, wollt ihr ewig leben?

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Fakten:
Predators

USA. 2010. Regie: Nimród Antal. Buch: Michael Finch, Alex Litvak. Mit: Adrien Brody, Alice Braa, Topher Grace, Laurence Fishburne, Oleg Taktarov, Walton Goggins, Mahershalalhashbaz Ali, Louis Ozawa, Carey Jones u.a. Länge: 106 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Es gibt schönere Arten aufzuwachen, als mitten im freien Fall. Ein Glück dass der Fallschirm sich öffnet. Doch ob es so ein Glück ist, zu leben, dass muss sich noch zeigen für den Söldner Royce, der sich nun mit sieben anderen Fremden durch einen Dschungel schlagen muss. Wie sie genau hier herkamen? Wer dafür antwortlich ist? Das weiß keiner. Doch eines wird schnell klar: jemand jagt die Gruppe und es ist kein Mensch.





Meinung:
Ein Klassiker, dessen immense Bedeutsamkeit gerade in den etwas ruppigeren Genre-Zirkeln wie in Stein gemeißelt steht: „Predator“ von 1987. John McTiernan war es einst, der uns nach einer Drehbuchvorlage von Jim und John Thomas zusammen mit Arnold Schwarzenegger in die Untiefen des zentralamerikanischen Dschungels führte und mit einem beinahe unbesiegbaren Feind konfrontierte: Unsichtbar, blitzschnell, mit Wärmewahrnehmung (Thermografie) und allerhand Waffen ausgestattet, die die Technologie des Menschen bei Weitem überschreitet. Der Predator wurde – wie auch der Film – über Nacht zur gefeierten Kultfigur und Arnold Schwarzenegger bezog selbstredend den Thron der maskulinen Action-Heroen. Natürlich musste auch aus „Predator“ anschließend ein Franchise gestrickt werden, doch wie schon bei „Stirb langsam“, der ebenfalls unter der Ägide von John McTiernan stand, ist die Faszination für das Sujet lange erloschen. Nach „Predator 2“ und dem doppelt gescheiterten Monster-Clash „Alien vs. Predator“ wie „Alien vs. Predator 2“ sollte das Thema eigentlich durch gewesen sein. Eigentlich.


Royce und Anhang kämpfen gegen einen unsichtbaren Feind
Filmgeek Robert Rodriguez („The Faculty“, „From Dusk Till Dawn“) aber wollte das Monster aus den unbekannten Weiten des Weltraums noch nicht fallen lassen und griff auf einen alten Drehbuchentwurf zurück, den Alex Litvak und Michael Finch bearbeiten und für die Leinwand gerecht aufbereiten sollten. Dass Rodriquez „Predators“ bei „Predators“ letzten Endes zwar nur als Produzent tätig sein wird, war von Anfang klar und stimmte etwas traurig, doch mit dem Ungar Nimrod Antal („Motel“) konnte man ebenfalls einen durchaus fähigen Filmemacher für das Projekt engagieren. Aber was nützen all die Ambitionen und all das Talent, wenn das Drehbuch schlichtweg für die Tonne ist und selbst simpelsten Fan-Service negiert? „Predators“ war zweifelsohne gut gemeint und konnte bei Verkündigung gleichwohl hohe Erwartungen schnüren, das Ergebnis muss sich aber als herbe Enttäuschung brandmarken lassen. Und das nicht nur aufgrund einzelner Ungereimtheiten, es ist die Masse an Defiziten, die das phantastische Abenteuer in die Knie zwingt.


Ein Predator der Klasse Fishburne. Bitte nicht füttern
„Predators“ führt ein reziprokes Verhältnis zum Original von 1987, wie bereits die Exposition offen festmacht: War es in den 1980er Jahren noch der Predator, der von einem Raumschiff auf die Erde geschmissen wurde, wachen in „Predators“ nun acht Menschen im freien Fall auf: Darunter der Söldner Royce (Adrien Brody, „King Kong“), der mexikanische Auftragskiller im Namen des kolumbianischen Drogenkartell Cuchillo (Danny Trejo, „Machete Kills“), der russische Speznas-Soldat Nikolai (Oleg Taktarov, „Das Vermächtnis der Tempelritter“), die israelische IDF-Scharfschützin Isabelle (Alice Braga, „Elysium“), der zum Tode verurteilte Schwerverbrecher Stans (Walton Goggins, „Django Unchained“), der Yakuza Hanzo (Louis Ozawa) und der Mediziner Edwin (Topher Grace, „Spider-Man 3“). Eine bunte Mischung möchte man meinen, die sich durch ihre ganz differenten (Kämpf-)Fertigkeiten auszeichnen und einiges an Charakter-Dynamik heraufbeschwören sollte. Aber Pustekuchen. Die Figuren sind Stereotypen, langweilig, nichtssagend und die meiste Zeit nur damit beschäftigt, müde One-Liner mit verschreckter Fratze auszurotzen.


Es tangiert den Zuschauer herzlich wenig, wer hier im abgedroschenen „10 Negerlein“-Prinzip nun ins Gras beißt, zieht die Topographie doch viel eher die Blicke auf sich und verweist darauf, in eine fremde Welt gestolpert zu sein. Eine grüne Hölle, die ihre fremdartige Flora und Fauna schnell zum Höhepunkt der Szenerie ernennt, weil weder Figuren, noch die eigentlichen Stars, die Predators, in irgendeiner Art und Weise für Spannung sorgen wollen. Da verwässern auch einige kreative Einfälle, schlägt man sich doch einzig durch einen höhepunktbefreites Töten-oder-getötet-werden-Actioner, der zwar auf Old-School macht, sich aber dann doch bereitwillig in billigen Effekten suhlt. Für Fans ist „Predators“ eine Beleidigung und Denkmalschändung bar jeder Moral (dieser Twist!!!), für alle anderen bleibt es ein lahmes und viel zu zahmes B-Movie, nach dem schon am nächsten Tag kein Hahn mehr krähen wird.


4 von 10 intergalaktischen Schoßhündchen


von souli

Review: KING KONG – Wenn Schönheit zum Verhängnis wird

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Fakten:
King Kong
USA, Neuseeland. 2005. Regie: Peter Jackson.
Buch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson. Mit: Naomi Watts, Adrien Brody, Jack Black, Colin Hanks, Jaime Bell, Thomas Kretschmann, Andy Serkis, Kyle Chandler, Evan Parke, Lobo Chan, John Sumner, Craig Hall u.a. Länge: 180 Minuten (Kinofassung), 201 Minuten (erweitere Fassung, auf Blu-ray erhältlich). FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Filmmacher Carl will unbedingt seinen Film drehen, deswegen pfeift er auf seine Produzenten und kapert reglrecht Teile der Crew und fährt mit ihnen auf eine mysteriöse, entlegene Insel. Dort wird der Star des Films, die mittellose Aktrice Ann, von den Eingeborenen entführt und dem Riesenaffen Kong als Opfer dargeboten.





Meinung:
Wie schön muss es doch sein, den Helden seiner Kindheit nicht nur auf dem Spielplatz Tribut zollen zu dürfen, sondern auch die Möglichkeit zu bekommen, ihnen ein rechtmäßiges Plätzchen mit einem Budget von über 200 Millionen Dollar auf der Kinoleinwand zu schenken. Dem neuseeländischen Fantasten Peter Jackson wurde dieses immense Privileg zu Teil und er bekam die Chance „King Kong und die weiße Frau“, seinen Lieblingsfilm aus Kindertagen, neuzuverfilmen. Natürlich hat ihm dazu auch der enorme Erfolg seiner „Der Herr der Ringe“-Trilogie verholfen, für die Peter Jackson seiner Person bereits Legendenstatus verleihen konnte. Doch die Erwartungshaltung, die nach „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ in astronomische Höhenlagen geschnellt ist, konnte sich nur negativ auf alles Kommende seitens Peter Jackson auswirken. „King Kong musste also zu einem dieser Projekte verdammt werden, die, trotz ihrer qualitativen Klasse, die Fans und Kritiker enttäuschen, einfach weil sie gezwungen sind, ihr Dasein im Schatten ihrer omnipräsenten Vorgänger zu fristen.


Süß, ein Gecko
Dabei entzieht sich der direkte Vergleich zwischen „King Kong“ und der „Herr der Ringe“-Saga eigentlich jeder Verhältnismäßigkeit, sind die Voraussetzungen und die Absichten doch ganz andere gewesen. Wie gut also ist „King Kong“, die Herzensangelegenheit, der verwirklichte Traum, nun wirklich? Peter Jackson, und das ist bei der persönlichen Verbindung, die er zur Vorlage pflegt, eigentlich nur logisch, betonte mehrfach, dass er „King Kong“ allein für sich drehen würde – Ein Schutzmechanimus, der ein bevorstehendes Echo aus Buhrufen von vornherein neutralisieren sollte? Wohl kaum. Eher die klare Ansage, dass wir es hier mit einem Film zu tun bekommen werden, der mit einer gewissen Nostalgie verstrickt und aus der kindlichen Perspektive erzählt wird: Ein Abenteuer, das für leuchtende Augen und herunterklappende Kinnladen sorgen soll, ganz im Stil der früheren Magie eines Steven Spielbergs. Aber um die Ausgangsfrage zu beantworten, wie gut „King Kong“ nun wirklich ist: Sehr gut, aber beileibe kein Meisterwerk.


Kaum zu glauben, dass da Gollum hinter steckt
Die Exposition im rekonstruierten New York des Jahres 1933 zeigt, wie geschliffen und detailverliebt heutige Animatorenteams für ein derartiges Period-Picture arbeiten können: Die Gebäude wurden in historischer Akkuratesse nachempfunden und das Gefühl der Großen Depression jener Tage schleicht plastisch durch die exzellenten Aufnahmen. So weit das Auge reicht, so tief die Kamera schwenkt, wird dem Zuschauer ein nuanciertes Meer aus urbanen Impressionen offenbart, in dem sich unsere Protagonisten langsam zusammenfinden. „King Kong“ lässt sich bald mehr als 70 Minuten Zeit, bis er auf der mystischen Insel Skull Island ankommt, positioniert reichhaltige visuelle Metaphern in das Geschehen und kennt dann, wenn die Schiffscrew und das Filmteam auf der Insel angekommen, kein Halten mehr: Im Stakkato nämlich lässt Peter Jackson megalomanische Action-Szenen auf den Zuschauer einprasseln, konfrontiert ihn erst mit dem Ritual der hiesigen Eingeborenen, bei dessen Anblick man sich klammheimlich ersehnt, Jackson würde doch mal eine echte Kannibalen-Replik inszenieren, um dann den unwirtlichen Dschungel unsicher zu machen.


Diese vier waren echt vom Hobbit enttäuscht
Riesige Mammutbäume werden aus dem Boden gestampft, Wasserfälle brechen aus den Geröllwänden, Sümpfe erstrecken sich durch den ganzen Urwald und opulente Gesteinsbrücken wie Felsspalten verknüpfen mehrere tropische Zonen ineinander, die den Zuschauer in ihrer Anmut durchweg entzücken. Irgendwo und immer mittendrin befinden sich nicht nur Ann Darrow (Naomi Watts, „Tage am Strand“), die dem Riesengorilla zeremoniell geopfert wird, oder Carl Denham (Jack Black, „School of Rock“), Jack Driscoll (Adrien Brody, „Der Pianist“), Jamie Bell („Nymphomaniac“) und Bruce Baxter (Kyle Chandler, „The Wolf of Wall Street“), die die blonde Dame aus den Fängen des augenscheinlichen Ungeheuers zu retten versuchen. Auch allerhand prähistorische Monster bekommen ihren großen Auftritt: Dinosaurier tummeln sich hier wie im „Jurassic Park“, mutierte Insekten schlängeln sich durch die Baumstämme, während hier und da noch seltsameres Fischgetier unter Wasser Jagd auf die Menschen macht. Da kommt es dann auch mal zu einer Saurierlawine – Hauptdarsteller: Der Diplodocus – und fertig ist der eskapistische Rausch in Reinform.


Das Drehbuch von „King Kong“ aber macht den Fehler, den Zuschauer in dieser – einzig auf die Dramaturgie, nicht auf die Visualisierung bezogen - leider auch sehr absehbaren Gigantomanie schnell zu übersättigen. Wenn King Kong, der einsame acht Meter große Gorilla, dessen letzter Artgenosse den Eingang seiner Höhle mit seinem überdimensionalen Skelett ziert, inmitten verhangener Lianen in luftiger Höhe gegen gleich drei Dinosaurier kämpft, während er gleichzeitig Ann Darrow durch die Gegend jongliert, dann ist das schon etwas zu viel des Guten, wenngleich derlei Bilder das Kind in einem zum Staunen bringen werden. Wenn wir dann wieder im verschneiten New York angelangt sind, die Mythologie um Skull Island erschöpft ist und die Ruinen einer primitiven Zivilisation unbehandelt im Nirgendwo belassen werden, kommt es zur dramatischen wie ikonischen Klimax: Der Affe besteigt das Empire State Building, die Schönheit der blonden Frau wird sein Verhängnis. „King Kong“ entzieht sich jedweder Rationalität, das ist immer wieder wichtig zu betonen, geht es doch durchweg um Emotionen. In diesem „King Kong“, einer respektvollen Hommage, allerdings sind es besonders Peter Jacksons Emotionen, die nahezu überschwappen.


6,5 von 10 gebrochenen Kiefern


von souli

Review: GRAND BUDAPEST HOTEL – Sex, Crime und viel knallbunter Humor

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Fakten:
Grand Budapest Hotel
UK, Deutschland. 2014. Regie: Wes Anderson. Buch: Wes Anderson, Hugo Guinness. Mit: Tony Revolori, Ralph Fiennes, Tilda Swinton, Edward Norton, Harvey Keitel, F. Murray Abraham, Jude Law, Willem Dafoe, Adrien Brody, Bill Murray, Jason Schwartzman, Saoirse Ronan, Mathieu Almaric, Jeff Goldblum, u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren freigegeben. Ab 5. September 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Im Jahr 1985 hat ein alter Schriftsteller eine Schreibblockade. 1968 traf der Schriftsteller, damals noch Leiter des „Grand Budapest Hotels“, dessen Besitzer Zéro Moustafa, der ihm von seinen Anfängen in diesem Hotel im Jahr 1932 erzählte – in fünf Episoden rund um ihn, den damaligen Concierge Monsieur Gustave (Ralph Fiennes), den Mord an einer alten Dame, ihr Erbe und eine irre Flucht eben jenes Monsieur Gustave, der als Erbe eines teuren Gemäldes beschuldigt wird, der Mörder zu sein.




Meinung:
Skurril, bunt und irgendwie seltsam. So könnte man „Grand Budapest Hotel“, den aktuellen Kinofilm von Wes Anderson, wohl am besten beschreiben. Gut, natürlich kann man so ziemlich jeden Film des amerikanischen Filmemachers mit diesen drei Worten beschreiben, aber immer und immer wieder treffen sie einfach zu. So wundert es auch nicht, dass dieser Film den Menschen, die schon nichts mit Andersons bisherigen Filmen anfangen konnten, sicher auch nicht gefallen wird. Der Rest wird auf die Reise nach Zubrowka geschickt, einem fiktiven, südosteuropäischen Zwergstaat, in dem das Grand Budapest Hotel steht, in dem und um das sich eine skurrile, rasante, unglaubliche, lustige und liebevoll ausgestaltete Geschichte um den Lobby Boy Zéro, den Hotelchef Monsieur Gustave und den Tod einer alten Dame und dessen Folgen.


Zero und M. Gustave inmitten von faschistischem Militär
Egal was man von dem Film hält, nacherzählen ist schier unmöglich. Wes Anderson verwendet drei verschiedene Zeitebenen: die äußere Rahmenhandlung im Jahr 1985, der innere Rahmen im Jahr 1968 und eine dritte, die eigentliche Geschichte, ab dem Jahr 1932, kurz vor Ausbruch eine Krieges. Und in diesen drei Zeitebenen erzählt er fünf aufeinander aufbauende Episoden, von der eine merkwürdiger und lustiger ist als die andere. Auffällig ist, dass neben den vielen merkwürdigen Begebenheiten auch immer wieder brutale und blutige Szenen vorhanden sind, die aufgrund der Comichaftigkeit des restlichen Filmes einerseits überraschend, andererseits auch umso härter erscheinen. Aber gut, letztlich handelt es sich ja auch um eine Kriminalgeschichte, da ist ein wenig Gewalt auch nicht verkehrt. Aber trotzdem ist „Grand Budapest Hotel“ extrem in allen Variationen. Besonders in die öffentlich verpönten Themen wie zum Beispiel Sex stößt er immer wieder vor und ist sich auch nicht zu schade, in Anlehnung an den zweien Weltkrieg ein wenig Geschichte und Politik in das fiktive Land Zubrowka zu bringen.


Junge Liebe inmitten rosaner Pralinenschachteln
Gedreht wurde der Film zu großen Teilen in Görlitz, wo sich Anderson unter anderem des Görlitzer Warenhauses und der Stadthalle bediente. Weiterhin wurden zahlreiche Aufnahmen in den Babelsberger Filmstudios gefilmt. Da verwundert es auch nicht, dass mit Florian Lukas oder Karl Markovics ein paar deutschsprachige Darsteller auftreten. Darüber hinaus hat sich um den jungen Tony Revolori ein All-Star-Cast versammelt, der den Zuschauer mit mehr als nur den Ohren schlackern lassen dürfte. In aller Kürze: Ralph Fiennes als M. Gustave, dazu Tilda Swinton, Edward Norton, Harvey Keitel, F. Murray Abraham, Jude Law, Willem Dafoe, Adrien Brody, Mathieu Almaric, Saoirse Ronan – ach verdammt, das ist noch nicht mal die Hälfte der bekannten Namen. Egal, sie alle spielen mit so viel Engagement und meist auch jugendlichem Elan, dass es einfach eine Freude ist, ihre (bis auf Fiennes und Revolori) kurzen Auftritte zu beobachten.


Laut Anderson selbst ist „Grand Budapest Hotel“ inspiriert von Werken des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig. Dessen meist melancholischer, resignativer und doch dramatischer Stil überträgt sich auch merklich auf den Film. Das ist gut so, denn eine reine Komödie, so irrwitzig sie auch sein mag, ist der Film nicht. Vielmehr hat er auch zahlreiche Aspekte, die zum Nachdenken anregen, die einen traurig stimmen oder die eine gewisse Ratlosigkeit zurücklassen. Trotzdem dominieren die skurrilen Figuren und der fantastische Wortwitz. Gemeinsam mit der farbenfrohen Pracht und der luxuriösen und reichlichen Ausstattung des Film, der hervorragenden Kameraarbeit Robert D. Yeomans und besonders auch mit der fantastischen Filmmusik von Alexandre Desplat ist „Grand Budapest Hotel“ ein skurriler Trip für alle Sinne geworden. Ein typischer Wes Anderson-Film, der – wie so oft – so viel mehr kann als nur unterhalten und dazu noch genügend Schauwerte, inhaltliche Vielfalt und Raffinesse bietet, ihn sich immer wieder anzusehen.


8 von 10 Jungen mit Apfel