Review: RED LIGHTS - Wissenschaft gegen Hokus Pokus


Fakten:
Red Lights
USA, Spanien. 2012. Regie und Buch: Rodrigo Cortés.
Mit: Cillian Murphy, Robert DeNiro, Sigourney Weaver, Elizabeth Olsen, Toby Jones, Craig Roberts, Joely Richardson, Burn Gorman, Leonardo Sbaraglia, Karen David u.a. Länge: 116 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Professorin Maragret Matheson untersucht paranormale Phänomene und hat bisher immer eine rationale Antwort gefunden. Zusammen mit Physiker Buckley hat sie schon einige Scharlatane überführt, doch als der große Mentalist und Magier Simon Silver nach über 30 Jahren wieder die Showbühne betreten will, drängt Buckley darauf diesen genauer zu untersuchen. Matheson rät ab, doch Buckley möchte Silver überführen und bringt damit nicht nur sich in Gefahr.




Meinung:
Im neuen Film von „Buried“-Regisseur Rodrigo Cortés untersuchen Cillian Murphy und Sigourney Weaver unerklärliche Phänomene und ihre Macher. Dabei reicht es Cortés nicht aus einen Mystery-Thriller zu erzählen. Irgendwo zwischen Glaube und Irrglaube versteckt sich etwas fesselndes, etwas interessantes, vor allem weil Cortés durchaus versucht nicht nur die Frage nach der Wahrheit zu stellen, sondern ebenso immer mit der Ungewissheit spielt, ob wir das Fremde nicht doch brauchen, weil es uns vor einer gewissen Art der Verantwortung schützt. „Red Lights“ hat hochgesteckte und auch ehrenwerte Ziele, versagt aber an seiner Basis.



Physiker Buckley muss nachdenken
Es beginnt klassisch. Professorin Matheson (Weaver) und ihr Assistent, der Physiker Buckley (Murphy) untersuchen ein angebliches Spukhaus und finden statt Geistern doch nur klare Beweise dafür, dass es Spukgeschichten nichts weiter sind als Fiktion. Bereits der Beginn von „Red Lights“ macht klar, dass Cortés zwar durchaus altbekannte aber reizvolle Ausgangsituationen erzeugen kann, diese aber ohne wirklichen Aha-Effekt oder wirklich packende Momente verpuffen lässt. Der Regisseur und Autor ist so sehr auf der Seite seiner modernen Ghostbusters, dass ein stimmungsvoller Grusel oder gar eine Spannungsschraube nur selten zu spüren ist. Auch wenn Robert DeNiro als blinder Mega-Star der Seher und Mentalisten, Simon Silver, auftaucht, fühlt sich „Red Lights“ zu bieder an. Nach und nach häufen sich zwar die Unerklärlichkeiten und die Charakterisierung von Matheson und Buckley nehmen klarerer, wenn auch etwas arg dick aufgetragene Formen an, aber dennoch springt der Funke nie weit genug über, um ein Feuer zu entfachen. Nur wenn das Privatleben der Helden mit einer angeblich großen, unbekannten Macht kollidiert, fesselt der Film. Vor allem weil der Zynismus von Matheson dann eine defensive Stellung hat, die dem Film aus emotionaler Sicht gut tut und dazu die Frage aufwirft, ob wir, die Unwissenden, das große Unbekannte vielleicht nicht doch brauchen, um das zu finden, was Skeptikerin Matheson versagt wird: Trost.


„Red Lights“ hat Potenzial, doch Cortés gelingt es einfach nicht seine Handlung durchgehend so zu erzählen und inszenieren, dass sie einen packt und mitreißt. Ein lasches sowie äußerst unbefriedigendes Finale mit einer fast schon ärgerlichen Pointe verwässert dazu die paar guten Eindrücke, die der Thriller hinterlässt. „Red Lights“ ist dann doch auch nicht mehr als Hokus Pokus. Ein Zauberkasten für Anfänger, den Rodrigo Cortés versucht auf Las-Vegas-Niveau aufzublasen.

4 von 10

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