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Review: MEADOWLAND - Strangerlands zweiter Versuch

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Fakten:
Meadowland
USA. 2015. Regie: Reed Morano. Buch: Chris Rossi. Mit: Olivia Wilde, Luke Wilson, Juno Temple, Elisabeth Moss, Giovanni Ribisi, John Leguizamo, Ty Simpkins, Scott Mescudi u.a. Länge: 105 Minuten. FSK: noch unbekannt.
Noch ohne Starttermin.


Story:
Sarah und Phil verlieren ihren Sohn unerwartet und spurlos während einer Reise nahe einer Tankstelle. Ein Jahr später gibt es noch immer keine Spur des Kindes. Phil möchte Normalität haben, aber Sarah ist überzeugt, dass ihr Sohn
Jess gesund und munter irgendwo lebt.




Meinung:
Beim diesjährigen Fantasy Filmfest gab es einige kleine und feine Filme zu bewundern. Wir haben schon zu mehreren Empfehlungen Kritiken geliefert („Turbo Kid“, „Deathgasm“ oder auch „Der Unbestechliche“), aber leider ist das Programm eines Film-Festivals nicht ausnahmslos mit guten Filmen gesegnet. Ein Film, der ziemlich enttäuscht hat (trotz seiner technisch einwandfreien Inszenierung und der namhaften Schauspieler) ist das Drama „Strangerland“. Dieser Film stand wohl „Meadowland“ Pate, behandelt er doch die gleiche Thematik auf eine sehr ähnliche Art und Weise. Das, was den Fantasy Filmfest-Beitrag so enttäuschend werden ließ, war seine Leere, seine seichte, teils gar verbrämt einfache Verarbeitung der Thematik von Verlust, Kummer und Enttäuschung. „Meadowland“ hatte also eine recht gute Ausgangsposition, weil er lediglich bekannte Fehler bloß umschiffen musste und diesen Autoren schon mit wenig zufrieden stellen hätte können.


Sarah ist auf der Suche
Aus der Einleitung geht schon ein wenig hervor, dass „Meadowland“ leider nicht das bessere „Strangerland“ geworden ist.
Wartete letzterer mit Nicole Kidman, Joseph Fiennes und Hugo Weaving auf, geben sich hier Olivia Wilde, Luke Wilson, Juno Temple, Elisabeth Moss und Giovanni Ribisi die Klinke in die Hand. Und tatsächlich sind die Darsteller auch das geringste Problem des Films, spielen sie doch gewohnt stark auf und teils gar überraschend intensiv. Wer hätte gedacht, dass Olivia Wilde hier der emotionale Wendepunkt des Werkes werden würde? Das hat Lob und auch Dankbarkeit verdient, weil sie hin und wieder den Zuschauer aus dem gelangweilten Trott herausholt, in den der Film ihn ansonsten manövriert. Der Film ist nämlich abgesehen von den ersten und den letzten zehn Minuten überaus hüftsteif geworden. Da werden die Fehler des australischen Pendants, die der Film hätte umschiffen sollen, einfach nur wiederholt. Langsamkeit, mehrere überaus flache Szenen, die weder zur Handlung noch zur Seh-Erfahrung des Films auch nur das kleinste Bisschen beitragen können. Mit der Zeit verkommt das Gezeigte leider auch noch zu teils peinlichen Plattitüden. Emotionale Kraft, die bei einem Film dieser Machart und Thematik wohl das wichtigste ist, vermag der Film zu Beginn für kurze Zeit zu erzeugen, aber nicht aufrecht zu erhalten.


Sarah und Phil bei der Entfremdung
Das ist überaus bitter, denn der Anfang ist wirklich stark.
Der Zuschauer weiß bereits, was bald für die Eltern des kleinen Jess Gewissheit werden wird. Ihr Sohn verschwindet - ungesehen, klanglos, von einer Sekunde auf die andere. In diesen Momenten der Panik, Furcht und bösen Vorahnung bleibt die Kamera dicht an den Charakteren. Sie folgt Sarah und Phil über den Platz der Tankstelle, hin zur Straße, durch die Flure des Gebäudes. Sie rufen, schreien, brechen in Panik aus und dann ist es vorbei. Die Leere zieht ein, ein dunkler Schatten überdeckt die Existenz der beiden gestandenen Ehepartner (sie ist Lehrerin, er Polizist). Drogen und Albernheiten schützen die Psyche vor der Realität, vor dem Schmerz und den Sorgen. Jess ist zwar schon seit knapp einem Jahr unauffindbar verschwunden, die Akzeptanz sollte langsam in das Leben der beiden zurückfinden, stattdessen sehen wir Sarah, wie sie anonym durch Manhattan läuft. Ihr Kapuzenpullover verdeckt ihren Hinterkopf, der Zuschauer folgt bloß dem Umriss einer Menschengestalt. Sie ist unbekannt, fremd, einsam - wie ihr Sohn, von dem sie glaubt, dass er noch lebt und irgendwo glücklich ist. Diese kurze Szene erinnert an ähnliche Momente in Steve McQueens großem Werk „Shame“, in dem Michael Fassbender durch Manhattan joggt. Sie beide rennen vor sich selbst weg und sie beide werden eingeholt.


Ansonsten hat „Meadowland“ von Reed Morano überaus wenig zu bieten.
Die Darsteller sind toll, der Cast liest sich traumhaft, über die Hälfte der Schauspieler werden jedoch verschwendet. Juno Temple und Elisabeth Moss tauchen zwar auf, ändern aber herzlich wenig. Sie erfreuen den Zuschauer während sie da sind, lassen aber im gleichen Zuge schon ein Gefühl der Redundanz aufkommen, dessen sich der Film auch zu keiner Zeit erwehren kann. Hinzu kommt die riesige Unannehmlichkeit, wie prätentiös der Film teils versucht, den Zuschauer emotional zu manipulieren, was jedoch lediglich das Gegenteil bewirkt. Der Zuschauer lässt sich nicht manipulieren und bewegen. Dadurch verkommt „Meadowland“ zu einem überaus langen und langatmigen weil platten und leeren Film, der immerhin einige Elemente gekonnt leichtfüßig einführt, aber im großen Ganzen mit dem Vorschlaghammer versucht, dass der Zuschauer den Kummer der Protagonisten teilt. Funktionieren tut das nicht.


4,5 von 10 Ficks


von Smooli

Review: TED 2 – Eine unwillkommene Rückkehr der Donner-Buddys

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Fakten:
Ted 2
USA. 2015. Regie: Seth MacFarlane. Buch: Alec Sulkin, Wellesley Wild, Seth MacFarlane. Mit: Mark Wahlberg, Seth MacFarlane, Amanda Seyfried, Giovanni Ribisi, John Carol Lynch, Morgan Freeman, Jessica Barth, Bill Smitrovich, Sam L. Jones, Richard Schiff, Patrick Wartburton, Michael Dorn, Dennis Haysbert, Tom Brady, David Hasselhoff, Liam Neeson u.a. Länge: 116 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.


Story:
Ted und Tami-Lynn sind frisch verheiratet und wollen ein Baby, doch dafür muss Ted beweisen, dass er eine richtige Person ist. Da er aber kein Mensch, sondern ein Teddybär ist, zieht er mit seinem Kumpel John vor Gericht, um so seine Rechte durchzusetzen.





Meinung:
Ob filmisch wohl irgendwann nochmal etwas Brauchbares von Seth MacFarlane kommt? „Ted“ als auch „A Million Ways to Die in the West“ ließen die komödiantischen Qualitäten des Mannes, der mit „Family Guy“ wohl einen Evergreen unter den Zeichentrickserien entworfen hat, schmerzhaft vermissen. Dass es mit „Ted 2“ nun auch nicht besser wird (ganz im Gegenteil, Seth MacFarlane erreicht einen neuen Tiefpunkt - Respekt), hat der künstlerische Abwärtstrend ohnehin schon vorweggenommen. Das Problem an „Ted 2“ ist, dass MacFarlane versucht, einen Witz aufzuwärmen, der schon beim ersten Mal nur leidlich funktioniert hat. „Ted“ war einer der Filme, die auf dem Papier noch eine herrliche Sause versprachen, sich in der Umsetzung dann aber doch in Windeseile abnutzten. Da hat „Ted 2“ natürlich schon einen schwerwiegenden Nachteil, sind das Konzept und der Schauwert inzwischen bekannt und Seth MacFarlane kaum erkennbar daran interessiert, sein Sujet in irgendeiner Weise ersprießlich weiterzuentwickeln. Stattdessen wird „Ted 2“ nun mit einer philosophischen Dimension verknüpft und die Frage mäandert durch den Raum, ob wir es bei Ted denn nun mit einer Sache oder doch mit einer Person zu tun bekommen. Wer aber glaubt, dass dies das Hauptmotiv von „Ted 2“ sei und sich darauf dementsprechend konzentriert wird, der hat MacFarlanes Schludrigkeit in Sachen Storytelling vergessen: Wieder und wieder werden Handlungsstränge übereinander geschichtet, um dann in ihren erzwungen-dramatischen Zuspitzungen doch keinerlei dramaturgischen Ertrag vorzuweisen – Ganz zu schweigen vom forcierten Pennälerhumor, der nicht anarchisch, sondern einzig penetrant auf den Zuschauer einwirkt.


3 von 10 kiffenden Junganwältinnen


von souli




Meinung:
Seth MacFarlane ist ein sehr talentierter Mann, der mit „Family Guy“ eben nicht nur einen Abklatsch von den „Simpsons“ auf die Beine gestellt hat, sondern eine Serie ins Leben rief, die mit ihrem Charme und ihrem Humor (von grenzdebil bis erleuchtend geistreich) zu überzeugen weiß. Bei MacFarlanes Langfilmen jedoch gibt es einen deutlichen Abwärtstrend. War „Ted“ schon kein Brüller, aber noch solide, wurde mit der Western-Komödie „A Million Ways To Die In The West“ schon eine peinliche Bumsen-Kaka-Gestalt auf den Markt gelassen, die jedoch von „Ted 2“ in ihrer Irrelevanz unterboten wird. Denn während die (politischen) Metaphern und Motive hier so überdeutlich ins Bild rezitiert werden, dass sie schon nicht mehr gut gemeint, sondern penetrant herüberkommen, sind die Witze zum Großteil derart krampfhaft auf geschmacklos und kontrovers getrimmt, dass Fremdscham vorprogrammiert ist. Es scheint, als hätte MacFarlane vergessen, wie man einen Witz strukturiert und in die Situation ordentlich eingliedert. Witze per Vorschlaghammer. Witze ohne Sinn und Witze ohne Geschmack. Die minutenlangen Gaga- und Nonsens-Dialoge, die in der früheren Arbeit des Regisseurs ihren Charme hatten, haben ihren Glanz verloren und existieren nur noch weil wegen. Und wenn man der Meinung ist, dass MacFarlane seine Filmkarriere nicht noch deutlicher zu Grabe tragen kann, fällt auf, dass nach gefühlten 40 Minuten die einzigen Lacher von den Figuren selbst kommen. Nein, „Ted 2“ ist ein herzloses Stück Fließbandarbeit, voller Szenen ohne Grund, dafür mit Nichtig- und Peinlichkeiten, das versucht die Laufzeit von 110 Minuten irgendwie zu rechtfertigen - und dabei kläglich scheitert. Da helfen auch die Cameo-Auftritte nicht weiter.


3 von 10 Bukkake-Bädern


von Smooli

Review: A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST - ...and two meanings about it

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Fakten:
A Million Ways to dDie in the West
USA. 2014.
Regie: Seth MacFarlane. Buch: Alec Sulkin, Wellesley Wild, Seth MacFarlane. Mit: Seth MacFarlane, Charlize Theron, Amanda Seyfried, Neil Patrick Harris, Giovanni Ribisi, Sarah Silverman, Liam Neeson, Rex Linn, Alex Borstein, Wes Studi, Jay Patterson, Evan Jones, Dennis Haskins, Preston Bailey u.a. Länge: 116 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 9. Oktober 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Arizona, 1886. Schäfer Albert hasst den wilden Westen, auch deshalb, weil es dort so verdammt gefährlich ist. Doch als die süße Anna in seinen Heimatort auftaucht, scheint er doch noch etwas gefunden zu haben, was ihm im Westen hält. Leider weiß Albert nicht, dass Anna die Frau eines gefürchteten Gesetzlosen ist und der ist nicht erfreut davon zu hören, dass seine Gattin einen Geliebten hat.





Meinung:
Das Scheitern ist Seth MacFarlane gewöhnt. Die meisten seiner Serien sind gefloppt. Sogar sein Flaggschiff „Family Guy“ wurde frühzeitig abgesetzt, um dann via Fan-Petitionen und guten DVD-Verkäufen ins Programm des Senders Fox zurück gehievt zu werden. Aber zumindest MacFarlanes erster Kinofilm „Ted“ war ein durch und durch massiver Erfolg. Die Komödie mit Mark Wahlberg lebte von ihrem Sprechenden-Teddybär-Konzept und entwarf einige Pointen, die aus MacFarlanes Filmregie-Debüt einen durch und durch befriedigenden Film machten. Nach diesem Erfolg waren die Erwartungen an sein neustes Kinoprojekt zwar nicht sonderlich groß, aber was er nun mit „A Million Ways to Die in the West“ abgeliefert hat, ist schon überraschend, denn so inspirationslos und müde waren selbst die schlechtesten Episode von „Family Guy“ niemals.



„A Million Ways to Die in the West“ funktioniert leider in keiner Weise. Am schlimmsten ist aber, dass MacFarlane sich bei der Gag-Generierung absolut keinerlei Mühe gibt. Er versteht es zwar Aktionen auf Film zu bannen, die ein eher konservatives Publikum zu schocken vermag, zu einem wirklichen, humoristischen Epizentrum gelangt er aber zu keiner Zeit. Hinter vollgeschissenen Hüten, prolligem Gerede rund um Sex und Genitalien sowie einigen (manchmal recht expliziten) Todesfällen verbirgt sich nicht mehr als der gescheiterte Versuch die Ideenarmut der eigentlichen Geschichte zu kaschieren. Das misslingt jedoch völlig. Es scheint ein wenig so, als ob MacFarlane sowie seine Stammautoren Alec Sulkin und Wellesly Wild die ausgesonderten, weil nicht funktionierenden gesammelten Cutaway-Gags aus „Family Guy“ gesammelt haben, um sie hier unterzubringen. Anders scheint die enorm hohe Quote von schlaffen bis toten Witzchen nicht erklärbar zu sein. Dass sich dafür ein wirklich großartiger Cast hergab, der größtenteils – dass kann man der Komödie zu Gute halten – mit sichtbarer Freude am Spiel agiert, ist bedauerlich, da es somit noch etwas mehr auffällt, wie vernichtend einseitig und vor allem Höhepunktlos „A Million Ways to Die in the West“ ist.


MacFarlanes Westernkomödie ist nicht so miserabel weil sie sich der Blödelei hingibt, sie ist so miserabel, weil sie sich absolut keinerlei Anstrengung hingibt, etwas humoristisch Effektives aus ihrer Ausgangsbasis sowie den Figuren zu machen. „A Million Ways to Die in the West“ ist schlicht und ergreifend abgestandenes, faules, unlustiges Kino. Und das von de Mann, der einst eine der besten Oscar-Moderationen seit gefühlten Ewigkeiten ablieferte.


2,5 von 10 Cameos im wilden Westen


von stu


Seth MacFarlane versteckt sich nicht, er schämt sich nur


Meinung:
Es gehört schon viel filmaffines Geschick dazu, heutzutage einen Western auf die Beine zu stellen, der nicht nur durch seine Kulissen überzeugt, sondern sich auch den Geist dieses uramerikanischen Genres einverleibt hat: Man soll den Western eben nicht nur sehen, man soll ihn auch fühlen. Quentin Tarantinos Ausflug in die Südstaaten mit „Django Unchained“ war bereits wenig erquickend, während Gore Verbinski mit „Lone Ranger“ und einem üppigen Budget von über 200 Million Dollar eine echte Sause zündete, die durch ihren düsteren Grundton – trotz angenehmen Augenzwinkern an den richtigen Stellen – eher dem Italo-Western zugeneigt war. Nun ist der kreative „Family Guy“ und "American Dad“-Schöpfer Seth MacFarlane an der Reihe, um sich im Wilden Westen so richtig auszutoben. Und obwohl sein Markenzeichen, jedenfalls bei seinen massig frequentierten Trickserien, der gnadenlos subversive Humor ist, geriet sein erster Kinofilm mit „Ted“ zu einem müden Turnus aus grölenden Zoten und konservativen Wunschvorstellungen.



Mit „A Million Ways to Die in the West“ entwickelt sich Seth MacFarlane als Filmemacher jedoch kein Stück weiter und setzt sich selbst, anstatt eines kiffenden, promisken Teddys in Szene. Mit den Landschaftsaufnahmen des durch John Ford legendär gemachten Monument Valley, hat MacFarlane immerhin die richtigen Bilder zu bieten, die die Leinwand in ihrer Anmut vorbehaltlos elektrisieren und den Zuschauer durchaus in eine gewisse Stimmung bringen. Jenseits dieser Fotografien aber stagniert „A Million Ways to Die in the West“. MacFarlanes Ägide würde sich gerne mit einer Cleverness brüsten, die in ihrer referenziellen Penetranz allerdings nicht existent ist: Zwischen monotonem Pennälerhumor, inszeniert sich MacFarlane als Albert zum ängstlichen Nerd, der dem Zuschauer in jeder sich ihm bietenden Möglichkeit die Gefahr des Wilden Westen (Ob verbal oder visuell) vor Augen führt. Mit der von Charlize Theron gespielten Anna, wird ihm eine Frau an die Seite gestellt, die ihn durch ihre emanzipierte, geduldige und gutmütige Art reflektiert und so langsam aus der Reserve lockt.


Dumm nur, dass „A Million Ways to Die in the West“ auch mit erhobenen Haupt einzig für gelangweilte Gesichter sorgen wird. Über den zuweilen äußerst ruppigen Schnitt und den genretypischen, aber eben auch generischen Soundtrack von Joel Neely sieht man hinweg, wie inkompetent und blasiert MacFarlane allerdings seine Stars durch das Szenario schiebt, grenzt schon an – für seine Verhältnisse – Arbeitsverweigerungen. Neben den guten Gags, die wohl an einer Hand abzuzählen sind, ist es dann ausgerechnet der obligatorische Drogenrausch, der seit „21 Jump Street“ wieder in Mode gekommen ist, der MacFarlanes dösiges Konzept etwas aufbricht: Surreal schweben riesige Fische durch die Luft, Schafe tanzen auf Stelzen und ein Kondor mit ordentlichen Testikeln bedroht Albert im Sturzflug. Allein dieser Moment wirkt wie losgelöst und unbefangen, ist nach zwei Minuten aber auch schon wieder passé. „A Million Ways to Die in the West“ ist abgedroschen sexistisches Kino ohne jedes Feingefühl, Pfiffigkeit oder Reibungspunkte. Ein Film, wie man ihn von Seth MacFarlne nach „Ted“ nun mal erwartet hat. Anarchistisch sieht anders aus.


4 von 10 Schafurinfontänen


von souli

Review: THE GIFT - DIE DUNKLE GABE - Die Hexe hinter vorgehaltener Hand

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Fakten:
The Gift – Die dunkle Gabe
USA. 2000. Regie: Sam Raimi. Buch: Billy Bob Thornton, Tom Epperson. Mit: Cate Blanchett, Giovanni Ribisi, Greg Kinnear, Keanu Reeves, Hilary Swank, Katie Holmes, Kim Dickens, Michael Jeter, Gary Cole, Rosemary Harris, J.K. Simmons, John Beasley, Chelcie Ross u.a. Länge: 111 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Annie, Mutter von drei kleinen Kindern und verwitwet, hat die Gabe der Wahrsagerei und verdient damit ihren Lebensunterhalt. Während eines Schulbesuchs lernt Annie Jessica kennen und hat eine Vision, die das Verschwinden von Jessica beinhaltet. Als diese wirklich verschwindet bittet die Polizei Annie um Hilfe.





Meinung:
Sam Raimis Filmographie ist in ihrer thematischen Strukturierung und den klaren Referenzen respektive Verzahnungen innerhalb dieser immer noch eine der interessantesten überhaupt: Mit „Tanz der Teufel“, „Tanz der Teufel 2“ und „Armee der Finsternis“ wurde der in Royal Oak geborene Raimi von Horror-Geeks schnell zum Messias des Fun-Splatters gekrönt, in dem er wunderbar eine inszenatorische Scharfsinnigkeit pflegte und diese mit einer echten Sturmflut an kreativen Einfällen kombinierte. Der Anblick von Blut, Schmodder und Gekröse hat selten so viel Laune gemacht bei dieser dreiteiligen Achterbahnfahrt. Neben seiner Vorliebe für das Schaurige, das Deftige und Komödiantische, zeichnete sich mit „Darkman“ eine neue Affinität ab: Der Comic, den er später mit „Spider-Man, „Spider-Man 2“ und „Spider-Man 3“ noch einmal durchweg großartig aufgegriffen hat und natürlich weiterhin zum Teil mit morbidem Gedankengut und üppigen Querverweisen zur eigenen Vita gestreckte. Zwischen diesen großen Bezugspunkten lassen sich aber immer wieder Filme entdecken, die als Übergänge fungieren, aber nie wirklich in den Fokus der Öffentlichkeit rutschen durften.


Annie wird von Donnie bedroht
Da wäre der verspielte Western „Schneller als der Tod“, der in Cineasten-Zirkeln weitreichend gefeierte Thriller „Ein einfacher Plan“ und der Okkult-Gruseler „The Gift“ von 2000, lange bevor Raimi mit „Drag Me to Hell“ zu seinen Wurzeln des Horrors zurückkehren wird oder mit „Die fantastische Welt von Oz“ den Klassiker in Form eines Prequels vergewaltigt. Warum die erstgenannte Filme nicht mit der ihnen rechtmäßigen Aufmerksamkeit belohnt wurden, lässt sich, trotz namhafter Besetzung, schnell absehen: Die Massenkompatibilität lässt zu wünschen übrig. Bei „The Gift“ aber, der heute schon wieder weitestgehend in Vergessenheit geraten ist, lässt sich traurigerweise postulieren, dass es um diesen Film wirklich nicht schade ist, hat sich Billy Bob Thornton mit seiner Vorlage doch ordentlich überhoben und Raimi eine – aus informalem Winkel betrachtet – akkurat nahezu unlösbare Aufgabe aufgebrummt. Dass „The Gift“ nun letztendlich scheitern musste, liegt daher sicherlich nicht an Raimis Inkompetenz, die ist schlichtweg nicht existent, der Mann beherrscht seinen Beruf nämlich fraglos, als eben an dem unausgereiften Skript.


Gesucht: Der Friseur der dieses Verbrechen begangen hat
„The Gift“ in eine klare Genre-Orientierung zu kategorisieren offenbart sich im Angesicht seiner inhaltlichen Zerstreuung als Ding der Unmöglichkeit: Okkultismus geht einher mit einem Gerichtsthriller, das Sozial-Drama mit einem atmosphärisch gezeichneten Milieu-Portriät und eine Kriminalgeschichte mit medialem Grusel. Das Drehbuch denkt in viele Richtungen und es wäre eine Lüge, würde man behaupten, Billy Bob Thornton hätte eine Arbeit ohne jedes Potenzial abgeliefert. Allein die Sequenzen im Gerichtssaal wissen den Konflikt, den das Südstaaten Kaff Brixton mit der vermeintlichen „Hexe“ gut auf den Punkt zu bringen und äußerst packend herauszuarbeiten. Während diese „Hexe“ selber eine von Leben gezeichneten Menschen namens Annie Wilson darstellt und mit ihrer hellseherischen Gabe mehr zu kämpfen hat, als dass sie diese vollständig zu ihrem Vorteil ausnutzen könnte. Mit Annie Wilson bekommen wir somit eine Hauptdarstellerin geboten, deren Fähigkeiten wir als Zuschauer niemals hinterfragen müssen, zu subjektiv schildert „The Gift“ ihre Präsenz, und die von Cate Blanchett mit einer natürlichen Introvertiertheit verkörpert wird, mit der man schnell sympathisiert und mitfühlt.


Je weiter der Film voranschreitet, desto extremer zerfasert er jedoch: Die Tätersuche, die jede forensische Analytik übersteigt, gipfelt in einem Moment des ungezwungenem mystischen Kitsches, der aufgesetzten kitschigen Mystik und lässt all den subtilen Grusel, der in „The Gift“ oftmals nur auf Samtpfoten geschlichen ist, der noch, auch wenn wir als Zuschauer nichts infrage stellen durften, immer einen Hauch von Zweifel inne trug, gerade aus der Perspektive Außenstehender, wird vollends in Luft aufgelöst und Annie bekommt ihre Katharsis, während der Zuschauer nicht nur der Auflösung vielleicht noch ein saloppes Achselzucken spendieren kann. Inszenatorisch aber gefällt „The Gift“ durchaus und findet einige stimmig-ästhetische Bilder des alptraumhaften Visionen und der engimatischen Sumpflandschaft, mit den schleichenden Nebelbänken und dem wispernden Vollmond. Doch das ist dann letzten Endes zu wenig, um das Gesamtpaket überzeugend zu schnüren.


4,5 von 10 Leichen im Teich 



von souli