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Review: SURVIVOR - Solides Handwerk

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Meinung:
Survivor
USA. 2015. Regie: James McTeigue. Buch: Philip Shelby.
Mit: Milla Jovovich, Pierce Brosnan, Dylan McDermott, Angela Bassett, James D’Arcy, Roger Rees, Benno Führmann, Frances de la Tour, Antonia Thomas, Robert, Forster, Sean Teale, Corey Johnson, Royce Pierreson, Sabine Crossen u.a. Länge: 96 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 27. November 2015 auf DVD und Blu-ray ehältlich.


Story:
Kate Abbott, Top-Agentin der Homeland Security, ist in der US-Botschaft in London stationiert. Dort soll sie Terroristen, die versuchen unerkannt in die USA einzureisen, aufspüren. Als ein maltesischer Staatsbürger beim Versuch mit gefälschten Papieren einzureisen ums Leben kommt, schöpft Kate Verdacht. Nachforschungen bringen sie auf die Spur von vier Wissenschaftlern, alle auf explosive Chemikalien spezialisiert, die bereits Visa für die Einreise in die USA beantragt haben. Doch bevor Kate ihre Ermittlungsergebnisse den Behörden mitteilen kann, kommt es zu einem Bombenattentat, dem alle ihre Kollegen zum Opfer fallen. Kates Welt steht Kopf: Als einzige Überlebende wird sie nämlich von den Behörden für den Anschlag verantwortlich gemacht und ist nun selbst zum Abschuss freigeben. Außerdem ist ihr der mysteriöse Auftragskiller "The Watchmaker" auf den Fersen. Auf der Flucht vor ihren neuen Feinden folgt Kate den Spuren der Terroristen nach New York. Ein Wettlauf gegen die Zeit und um ihr Leben beginnt, als Kate das Ziel für den geplanten Anschlag herausfindet: die Neujahrsfeier auf dem Times Square …




Meinung:
Mit „V für Vendetta“ inszenierte Regisseur James McTeigue im Auftrag der Wachowski Geschwister die gefeierte graphic novel von Kultautor Alan Moore und eigentlich sah alles danach aus, dass McTeigue nun große Filme in und für die Traumfabrik dreht. Doch es kam anders. Mit „Ninja Assassin“, einem aufgeblähten B-Movie (dem man einen simplen wie räudigen Unterhaltungswert nur schwerlich absprechen kann) degradierte sich McTeigue wieder und dass sein Thriller „The Raven“, mit John Cusack, und nun „Survivor“, mit Milla Kovich und Pierce Brosnan, hierzulande nicht in den Kinos liefen, unterstreicht die These, dass McTeigue seine „V für Vendetta“-Chance nicht wirklich genutzt hat.


Kate muss sich wehren
Aber eigentlich ist der Australier ein klassischer Auftragsarbeiter, der bislang stets solides bis gutes  Handwerk ablieferte. „Survivor“ macht da keine Ausnahme: Ein sauber inszenierter Thriller mit kurzen Actionpassagen, der nicht sonderlich innovativ oder intensiv mit der Thematik der staatlichen Überwachung spielt und sich dabei brav im Fundus des klassischen Spionage-Genres bedient. „Resident Evil“-Heroin Milla Jovocih fällt dabei die klassische Rolle der Gejagten zu, die ohne es zu wissen in eine Verschwörung gerät und von einem mysteriösen Killer gejagt wird, der von Ex-007 Pierce Brosnan verkörpert wird. Im Gegensatz zu seinem letzten Auftritt in „The November Man“, der hierzulande auch nur fürs Heimkino erschien, fehlt Brosnan bei „Survivor“ allerdings die notwendige Präsenz. Seine Figur, die nur „Der Uhrmacher“ genannt wird, strahlt zwar eine Professionalität aus, allerdings gelingt es Brosnan nie eine sinistere Ausstrahlung zu erzeugen. So geraten seine Auftritte im Film zu einer atmosphärisch belanglosen wie auch nicht sonderlich erinnerungswürdigen Aneinanderreihung von Actionszenen und müden Versuchen ihm eine Aura des Mysteriösen anzuhängen. Das klappt leider nur bedingt.


Das liegt auch daran, weil „Survivor“ im ermüdenden Maße klassisch geraten ist. Wer sich ein wenig im Genre auskennt wird hier wenig finden, was wirklich zu überraschen weiß. Auch Milla Jovovich als Heldin wider Willen spult das gängige From-Zero-to-Hero-Rollenmuster ab, wirkt dabei allerdings immer etwas zu versteift und verkrampft. Aber das Drehbuch von Philip Shelby gibt ihr auch nicht mehr zu tun als wegzulaufen und vor Rechnern zu recherchieren. Das mag jetzt alles vielleicht furchtbar fade klingen, ist es eigentlich auch, aber „Survivor“ ist dafür recht zielstrebig inszeniert, hat kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen und wirkt oftmals angenehm auf das Wesentliche reduziert, wobei sich der Thriller etwas zu propagandahaft die Lobhudelei der amerikanischen Anti-Terror-Gesetze auf die Fahne geschrieben hat.


5 von 10 Litern frisch gepresstem Fleischsaft

Review: DIE DREI MUSKETIERE - Anderson'sche Luftschlacht über Frankreich

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Fakten:
Die drei Musketiere (The three Musketeers)
USA, BRD, UK. 2011. Regie: Paul W.S. Anderson. Buch: Alex Litvak, Andrew Davies, Alexandre Dumas (Vorlage). Mit: Logan Lerman, Luke Evans, Ray Stevenson, Matthew Macfadyen, Christoph Waltz, Orlando Bloom, Milla Jovovich, Juno Temple, Mads Mikkelsen, Til Schweiger, Freddie Fox u.a. Länge: 111 Minuten. FSK: freigegeben ab12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray (inkl. 3D-Fassung) erhältlich.


Story:
D’Artagnan will unbedingt Musketier werden. Ein Plan der schneller Realität wird als er sich erträumt hatte, denn plötzlich ist er mittendrin im Kampf der drei legendären, königstreuen Degenschwinger Porthos, Aramis und Athos gegen den finstern Kardinal Richelieu, der via Verschwörung das Könighaus vernichten will.





Meinung:
Mal poppig-verschmäht, mal mit erotischer Komponente gestreckt und dann wieder paradigmatisch auf nostalgische Tugenden rückbesinnend: Alexandre Dumas französischer Klassiker „Die drei Musketiere" haben es schon oft und in vielfältiger Ausrichtung auf die großen Leinwände geschafft. Wer aber hätte wohl damit gerechnet, dass ausgerechnet Paul W.S. Anderson das Privileg zu Teil wird, dieses Segment literarischen Kanons zum bald fünfzigsten Mal umzusetzen? Anderson, der mit seinem Sci-Fi-Horror „Event Horizon“ 1997 durchaus Potenzial für den stimmungsvollen Genre-Film bewies, degradierte er sich diesen Ruf mit „Resident Evil“, „Alien vs. Predator“ und „Death Race“ in Windeseile. Versessen darauf, die optischen Plateaus innerhalb des Kaders zu filetieren, hat Anderson bis auf das größenwahnsinnige Klammern und Stilisieren klinisch-aufbereiteter Hochglanz-Ästhezismen nichts zu bieten – Außer natürlich der endlosen Zelebrierung seiner gähnend reizlosen wie nahezu vollkommen talentlosen Gattin Milla Jovovich. Mit „Die drei Musketiere“ von 2011 verhält sich nun aber endlich mal erfrischend anders.


Sobald sie wissen, das D'artagnan über 18 ist, lassen sie ihn fallen.
Zum ersten Mal nämlich darf man hier den Eindruck erweckt bekommen, Paul W.S. Anderson wäre sich seiner Materie wie den Unkenrufen aus aller Welt für einen kurzen Zeitraum vollkommen bewusst geworden, bevor er sich 2012 mit „Resident Evil 5: Retribution“ wieder in sein altbekanntes Territorium verkrümeln wird. Die Geschichte um „Die drei Musketiere“ ist ausgelutscht, ihr substanzieller Mehrwert längst ausformuliert und das Interesse an einer weiteren seriösen Verfilmung ebenso verblüht. Folgerichtig geht es dem Drehbuch, zusammengeschustert von Alex Litvak und Andrew Davies, nicht darum, den Werdegang von D'Artagnan, Athos, Porthos und Aramis detailliert und kompetent auszubreiten, sondern nur darum, Anderson eine zünftige Spielweise im historischen Chic zu offenbaren, auf der sich in all seiner zwanghaften Sucht nach überbordenden Bombast austoben kann. Die Eckpfeiler bleiben erhalten; Tapferkeit, Brüderlichkeit, Stolz und Liebe und jene Aspekte sind vertreten, auch wenn ihnen der tiefere Ausbau hier selbstredend verweigert wird. Dafür interessiert sich „Die drei Musketiere“ in diesem Fall etwas mehr für politische Gepflogenheiten, ohne parabolische Dimensionen anzugreifen – Warum auch?


"Riecht ihr das Richelieu? Ich habe gerade royal gepupst."
„Die drei Musketiere“ ist ein Blockbuster, der sich weder um Logik schert, noch historische Kohärenz für erstrebenswert erachtet. In Szene gesetzt in einigen der schönsten Barockburgen Bayerns, hat Anderson die edlen Schauwerte auf seiner Seite und fährt mit einem prachtvollen Dekor und Kostümen auf, was beinahe schon etwas wehmütig stimmt, es dann doch mit einem nach solch anachronistisches Idealen funktionierenden Gesamtwerk zu tun zu bekommen. Der Kurs, auf dem „Die drei Musketiere“ jedoch läuft, hört auf „Modernisierung“ und nimmt sich damit das damit eintretende Trivialisieren ohne falsche Scham in Kauf: „Die drei Muskeltiere“ ist infantil und gerne auch respektlos, aber es ist zuweilen auch ein bunter Freizeitpark, auf dem sich nur zu gerne nach Lust und Laune verausgaben möchte. Mit Logan Lerman („Vielleicht lieber Morgen“, „Noah“) hat man sich auf einen Jungspund als D'Artagnan geeignet, der durch seine angriffslustige Art einem jüngeren Publikum den Zugang zu dem Stoff erleichtern soll, letztlich aber durch seine aufgesetzten Attitüden schnell nervt, während die weiteren Musketiere weitestgehend charakterlos bleiben und vielmehr nur als Sekundanten fungieren.


Vervollständigt wird der Cast mit Christoph Waltz, der wiedermal die Hans Landa-Nummer aus „Inglourious Basterds“ raushängen lässt, einem schön fiesen und charismatischen Mads Mikkelsen („Die Jagd“, „Adams Äpfel“), Orlando Bloom („Der Herr der Ringe“, "Der Hobbit: Smaugs Einöde"), Juno Temple („Killer Joe“, "Dirty Girl"), Til Schweiger („Kokowääh 2“, „Tatort: Kopfgeld“) und natürlich Andersons Herzallerliebsten Milla Jovovich – Die auch in „Die drei Musketiere“ an ihre Auftritte im desaströsen „Resident Evil“-Franchise erinnert. Und obgleich sich die Darsteller nicht mit Ruhm bekleckern, ja, sogar hin und wieder zum Störfaktor erklärt werden dürfen, macht „Die drei Musketiere“ die größtenteils Spaß, weil er so bunt, so laut und so albern ist, ohne etwas anderes behaupten zu wollen. Eine protzige Sause, zwischen Luftschlachten mit Steampunkanleihen und jeder Menge fulminanter Zeitlupe. Natürlich kann man „Die drei Musketiere“ gleichwohl als Persiflage auf die Konventionen des Mantel & Degen-Genres lesen, was den Film dann doch als grelles Entertainment schadet, ist, dass die Rhythmik der Narrative oftmals in Straucheln gerät und zwischen all den Überhöhung tatsächlich etwas zu viel Luft nach oben bleibt. Nichtsdestotrotz ist „Die drei Musketiere“ DEUTLICH sympathischer als man es von Anderson erwartet hätte.


5 von 10 Tänze mit dem Degen


von souli

Review: ZOOLANDER - Parodie auf eine Parodie

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Fakten:
Zoolander
USA, 2001. Regie: Ben Stiller. Buch: Drake Sather, Ben Stiller, John Hamburg. Mit: Ben Stiller, Owen Wilson, Christine Taylor, Will Ferrell, Milla Jovovich, Jerry Stiller, David Duchovny, Jon Voight, Vince Vaughn, Alexander Skarsgard, Billy Zane, Winona Ryder, Justin Theroux, David Bowie, Christian Slater, Cuba Gooding jr., Natalie Portman, Paris Hilton, Lenny Kravitz u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

Story:
Der neue malaysische Präsident will die Kinderarbeit abschaffen. Ein Schock für die Modeindustrie, schließlich wird ein Großteil ihrer Ware dort billig Produziert. Die mächtigsten Designer beauftragen ihren Kollegen Mugatu mit der Lösung des Problems. Ein Model, ein möglichst dämliches, soll per Gehirnwäsche zum Auftragskiller umgepolt werden. Die Wahl ist einfach: Derek Zoolander, dreifacher Dressman des Jahres, ist dumm genug und die Gelegenheit günstig. Gerade musste er seinen Platzhirschstatus an den aufstrebenden Kollegen Hänsel hergeben. Die Manipulation des Strohkopfs scheint problemlos, doch die Journalistin Matilda bekommt Wind von der Sache. Sie, Derek und Hänsel versuchen das Attentat zu verhindern.









Meinung:
- "...Bulimie."
- "Boah, du kannst Hypnose?"

 
Das sind Momente, in denen muss man "Zoolander" einfach gerne haben. Zwischen schwer erträgliche Durststrecken aus affigen Peinlichkeiten und einem Hauch von einer Story verstecken sich immer wieder absurd-komische Situationen, die selbst beim mehrfachen Ansehen immer wieder zünden. Ben Stiller und seine Co-Autoren zimmern eine total nebensächliche Geschichte rund um eine Abrechnung mit dem bizarren Fashion-Zirkus.

 
Mehr Haar als Hirn: Zoolander.
Dabei ist nicht alles Gold, vieles eher Blech. Einige Gags sind einfach nicht lustig, es wird stellenweise extrem nervig rumgehampelt, nur wenn "Zoolander" mal trifft, dann klasse. Der größte Witz an "Zoolander" ist ja die Persiflage an sich, eine Satire auf eine Szene, die oft schon so wie eine Karikatur erscheint. Da muss es halt so oben drüber gehen, um überhaupt noch einen Unterschied ersichtlich zu machen. Schrill, überkandidelt und bescheuert ist der Quatsch ja ohnehin, ihre Stars lächerliche Paradiesvögel, Selbstdarsteller und skurrile Hampelmänner. Auch wenn "Zoolander" manchmal leicht nervt, eigentlich stellt er die Mode-Szene damit nur bloß und unterstreicht damit ihre weltfremde Sinnlosigkeit. Das sollte es wohl sein und unabhängig von einigen Aussetzern, das ist Stiller zweifellos gelungen. Bunt, laut, blöd, so ist "Zoolander" und dadurch der bewusste Spiegel für eine Milliarden-Dollar-Industrie, die wahrscheinlich den Unterschied zu ihrer absurden Realität nicht einmal bemerken würde.

 
IQ-Duell auf Level 1.
Stiller selbst gibt als strunz-dummes Männer-Model Derek Zoolander eine herrlich blöde Vorstellung ab, die gleichzeitig sein größtes Talent darlegt: Sich, befreit von jeder Eitelkeit, hemmungslos zum Affen zu machen. Natürlich ist das grotesk bis dämlich, trotzdem auf seine ganz eigene Art charmant. Die gewohnte Chemie mit Owen Wilson passt, auch wenn die blond-gelockte Hügelnase immer verzichtbar sein wird. In einem Streifen wie "Zoolander" passt sogar der. Das Staraufgebot ist ohnehin beachtlich, wer hier alles vor die Kamera läuft (auch nur für wenige Sekunden) ist rekordverdächtig. Locker 20 Cameos machen zwar noch keinen guten Film, zeugen jedoch von einer ungeahnten Bereitschaft so mancher Stars und Sternchen für Selbstironie...oder das sie sich für nichts zu schade sind. Bei einigen kann man kaum sicher sein. Wie auch immer, irgendwie hebt selbst dieser Nebenfakt "Zollander" noch ein Stückchen an.

 
Schlussendlich ist "Zoolander" kein Hit und zeitweise einfach nur doof, haut dafür ab und an einige echte Knaller raus und strahlt eine gewisse Grundsympathie aus. Speziell Regisseur, Co-Autor und Hauptdarsteller Ben Stiller scheint noch eine gesunde Bodenhaftung zu haben und erkennt offensichtlich noch, was um ihn herum so für ein Schwachsinn stattfindet. Das bringt er auf den Punkt. Das er dafür eben heftig übertreiben muss liegt eher nicht an ihm.

 
6 von 10 neuen Looks.

Review: RESIDENT EVIL: RETRIBUTION - Guilty ohne Pleasure

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Fakten:
Resident Evil: Retribution
USA. 2012. Regie und Buch: Paul W. S. Anderson. Mit: Milla Jovovich, Boris Kodjoe, Michelle Rodriguez, Li Bingbing, Sienna Guilleroy, Kevin Durand, Johann Urb, Shawn Roberts, Oded Fehr, Colin Salmon, Megan Carpenter, Robin Kasyanov, Mika Nakashima, Ofilio Portillo u.a. Länge: 96 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Ab 11. März auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray erhältlich.

Story:
Nach dem großen Kampf im vorherigen Teil erwacht Alice in der Zentrale der Umbrella Corporation. Zusammen mit ihren Kameraden versucht sie sich durch die Zentrale zu kämpfen, die für High-Tech-Simulationen genutzt wird. Das Ziel: Freiheit. Doch bis dorthin ist es noch ein langer, gefährlicher Weg.




Meinung:
Mittlerweile ist das Gezeter, dass die Filmversion der japanischen Videospielreihe „Resident Evil“ von Capcom mit den ursprünglichen Story nichts zu tun hat, am absoluten Stillstand angekommen. Früher wurde noch gemäkelt, die Filme wären zu zahm, hätten lieber von Zombie-Meister Romero inszeniert werden sollen und haben kein wirkliches Survival-Horror-Flair. Auch meckern macht müde. Wobei, dass die neueren „Resident Evil“-Filme dieser Kritik nicht mehr so drastisch ausgesetzt sind liegt vermutlich nicht daran, dass die negativen Gründe über die Jahre nicht mehr zutreffend sind, sondern ganz einfach daran, dass die Reihe mittlerweile ganz andere Verfehlungen inne hat, bzw. über die Jahre andere Schwachpunkte so weiterentwickelt hat, dass die Aufregung über die vertanen Chancen der Vergangenheit, zwischenzeitlich zur marginalen Part  der Qualitätsproblematik der Reihe wurde.


Auf der Suche nach einem guten Drehbuch
Woran es hapert, wird zu Beginn von „Retribution“, dem mittlerweile fünften Teil, deutlich. Heldin Alice (Milla Jovovich) erzählt ihre Geschichte und damit auch die gesamten Ereignisse der vier Vorgänger. Was Regisseur und Autor Paul W.S. Anderson, der zu allen Teilen  das Script lieferte und Teil eins sowie vier inszenierte, sich bei der Story gedacht hat bleibt ein Rätsel. Die Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse, die da ungehemmt auf einen niederprasseln löst ein Gefühl des Fremdschämens aus. Guilty Pleasure? Nein, nur Guilty. Die gesamte Konzeption der Reihe ist ein einziger Trümmerhaufen. Ohne eine Art von Homogenität wurde die letzten Jahre ein so verworrenes wie absolut minderbemitteltes Franchise aufgebaut. Es fehlt der Reihe komplett an Bewusstsein. Ein Bewusstsein für den eigenen Stellenwert. „Resident Evil“, egal ob der Erste oder der Letzte, nimmt sich viel zu ernst. Der Reihe ist dabei alles ziemlich egal. Von der Empathie, bis hin zu den Horrorwurzeln, alles wird vernachlässigt. Im Zentrum stehen unterkühlte, statisch choreographierte Actionszenen und Bilderfluten, die weitestgehend so oder so ähnlich schon in den einen oder anderen Genre-Beitrag aus Hollywood zu sehen war. Es ist schon erstaunlich wie hemmungslos „Retribution“ bei allem wildert, was irgendwie die Aufmerksamkeit eines Publikums weckt, welches anscheinend an ADHS leidet. Anders kann ich mir die willkürliche Verwendung ikonischen Szenen und Motive nicht erklären. Anderson bedient sich aber nicht nur bei Filmen (z.B. „Romeo must die“ oder "Matrix"), nein, sogar das Promotionmaterial, genauer gesagt ein Postermotiv, von Alexandre Ajas Spaß-Splatter „Piranha 3D“ findet, in einer abgewandelten und bewegten Form, seinen Gebrauch. Um diese Verwendungen als Hommage zu deklarieren, fehlt es deren Ausführungen am richtigen Timing und am nötigen Respekt. Das Gefühl, dass sich die Macher vor den Ideen und Ausführungen anderen Filmschaffender verbeugen ist nicht existent. Dafür  ist „Resident Evil“ zu starr, zu kalt und vor allem viel zu berechnend.


So kühl und öde wie die Tapete ist auch der gesamte Film
Anderson, der einst mit seinem Debüt „Shopping“ Hoffnung entfachte und seitdem einen rabiat enttäuschenden Film nach dem anderen inszenierte, bringt in Teil fünf diverse Figuren zurück, die zuvor bereits das Zeitliche gesegnet haben, bzw. als Zombie-Imbiss endeten. Endlich ein Wiedersehen mit alten Bekannten? Nein. Wenn Figur X aus Teil Y wiederkehrt, dann ist das nicht mehr als ob man einen Gegenstand wiedergefunden hat. Alle Charaktere sind nicht mehr als pure Leblosigkeit. Standardisierte Schablone ohne Reiz. Ob sie sterben, überleben, auf mysteriöse Weise verschwinden und wieder auftauchen ändert nichts an ihrem Status als reines Objekt. Heldin Alice, die einzige charakterliche Konstante der Reihe, ist derweil genau so blass wie in den Vorgängern. Unglaublich dass ich das mal sage, aber rückblickend und im direkten Vergleich zu „Retribution“, war die Alice aus der ersten Verfilmung (2001) ein echter und fesselnder Charakter. Klar, niemand sollte bei solch einem Genre-Clash wie ihn Paul W.S. Anderson uns präsentiert, handfeste und überzeugende Figuren erwarten, aber es gibt einfach Grenzen und wenn die Darsteller und ihre Rollen nicht mehr vom Hintergrund zu unterscheiden sind, sind diese Grenzen einfach durchbrochen. Dazu passen sich die Kulissen, ob nun aus dem Hochleistungsrechner oder gebaut, perfekt an die Figuren an: sie wirken zu künstlich.


„Resident Evil: Retribution“ kommt, anders als seine Vorgängern, den Wurzeln der Filmreihe am nächsten. Bereits bei „Afterlife“ hatte die Handlung etwas von einem Videospiel, doch jetzt, im fünften Teil, hat sich anscheinend die Metamorphose vom Film hin zum Game vervollständigt. Die Ereignisse die hier stattfinden erinnern vom Aufbau an Level und an manchen Stellen wartet sogar ein Endgegner auf Asskicker Alice. Die sind aber wenig beeindruckend und fallen im massiven wie verschwenderischen Output von nervenden und sich ständig wiederholenden Schauwerten nicht weiter auf.


Sie weiß, Zombies bekämpft man am besten im Abendkleid
Leider hat sich die Videospielreihe „Resident Evil“ mittlerweile zur Aufgabe gemacht sich den Filmen stilistisch anzunähern. Was früher ein virtueller Überlebenskampf mit knappen Ressourcen, beängstigender Isolierung und knackigen Rätseln war, ist nun auch nicht mehr als eine seelenlose Action-Orgie. Eine Weiterentwicklung, die von den einstigen Fans anfangs schockiert aufgenommen wurde. Daraus wurde mit der Zeit Ernüchterung, fanden sich doch immer noch genug Anhänger des neuen „RE“-Stils. So hat die Spiele- wie auch die Filmversion von „Resident Evil“ doch mehr gemeinsam, als zu Beginn vermutet. Auch wenn sich diese Gemeinsamkeit erst über die Jahre entwickelt haben und Atmosphäre sowie Unterhaltungswert konstant mit Füßen getreten wurde. Bleibt zu hoffen, dass der sechste Film auch der Letzte sein wird. Zumindest gibt es zu dieser Hoffnung einige Verweise in „Retribution“, aber was der Reihe gut tun würde, das ist den Machern ja eh ziemlich schnuppe. Das haben sie bereits fünf Mal bewiesen.

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