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Review: MILIUS - Erfassungsversuch des Barbaren Hollywoods

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Fakten:
Milius
USA. 2013. Regie: Zak Knutson, Joey Figueroa. Mit: John Milius, Steven Spielberg, Martin Scorsese, Bryan Singer, Kurt Sutter, Harrison Ford, Oliver Stone, Sam Elliot, Paul Schrader, George Lucas, Sylvester Stallone, Walter Murch u.a. Länge: 101 Minuten. FSK: keine Freigabe. Auf DVD (Import) erhältlich.


Story:
Dokumentation über Autor und Regisseur John Milius, der in den 1970ern beteiligt an einigen Filmklassikern war und noch heute als eine besondere Persönlichkeit Hollywoods zählt.





Meinung:
John Milius prägte wie kein anderer die Rezeption des Mannes im Hollywoodfilm der 70er und 80er, sei es als Drehbuchautor mit Filmen wie “Dirty Harry“ (‘Do I feel lucky? Well, do ya, punk?’) oder “Apocalypse Now“ (‘I love the smell of napalm in the morning.’) oder zusätzlich als Regisseur von Conan der Barbar oder Die rote Flut. Das Publikum, das er bei seinen Arbeiten vor Augen hatte, war offensichtlich, wie Sam Elliot es auf den Punkt bringt:‘He doesn’t write for pussies and he doesn’t write for women. he writes for men, because he’s a man.‘


Hat Rambo in der Hand, aber nicht inszeniert: John Milius
John Milius studierte mit einem wegweisenden Filmemacher wie George Lucas an der University of Southern California und wurde in einem Zug mit den anderen Größen des New Hollywood genannt, wie Paul Schrader, Francis Ford Coppola oder Martin Scorsese. In zahlreichen Interviews kommen diese Filmemacher in Milius zu Wort, aber auch andere Wegbegleiter, wie Arnold Schwarzenegger oder Harrison Ford, aber auch jüngere Regisseure, die Milius beeinflusst hat, wie Bryan Singer. Ausgespart in der Doku wird aber auch nicht die Kritik an dem Waffennarr, der aufgrund seiner mitunter radikalen Ansichten lange Zeit in Hollywood eine persona non grata war. Ich kann da nur für mich sprechen, aber: man will doch so gerne mal ein echtes, saftiges Portrait über den selbsternannten 'Zen-Anarchisten' John Milius sehen, nicht bloß ein Standard-Doku-Feature voller berühmter Talking-Heads, die ihm attestieren, wieviel er für seine Generation und Nachfahren an Filmemachern geleistet hat, nich wahr? Auf so eine Legendenbildung für sich selbst legt er ja trotz seiner Faszination für eben jene historischen Happenings keinen Wert. Ich versteh's schon: die ganzen verrückten und affengeilen Anekdoten über seine Person, die hier über mehrere Industry Players hinweg zusammengesammelt werden, beherbergen eine im wahrsten Sinne sagenhafte Qualität, als Geschichten, die man ehrfürchtig am Lagerfeuer vorm Eintritt ins Gefecht des Filmemachens erzählt.


Waffennarr Milius schießt gerne scharf
Letztendlich ist das aber auch nur meist schwelgerisch-eierkraulender Mythos-Chic per Oral-History und sicherlich unvermeidlich, wenn man sich mit so einer Larger-than-Life Persönlichkeit befasst, die schamlos und vom Herzen aus den (auch ab und an mal selbstkritischen) furchtlosen Badass-Warrior-Spirit im neuen Hollywood etablierte und lebte - ein Hunter S. Thompson des Zelluloids. Aber es würde schon reichen, wenn er sich schlicht selbst erklärt, denn in jenen Segmenten davon, die man in diesem Film aufgearbeitet hat, erfährt man alles, was man wissen muss. Als interessierter Zuschauer sollte man es schon hinkriegen, die Selbstdarstellung Milius' angemessen reflektieren und entschlüsseln zu können, erst recht, da er sich entgegen allgemeiner Meinung sogar echt bescheiden ausdrückt - zwar immer mit ner dicken Zigarre in petto, aber damit kann man schon umgehen. Die Coolness, die er ausstrahlt, ist ihm nämlich schon einigermaßen angeboren. Aber nee, immer mehr Legenden aus zweiter bis dritter Hand drauf türmen, so wird's gemacht. Das an sich wäre gar nicht mal so sehr das Problem - ein grandioses, übermenschliches Monument für diesen kompromisslosen und kontroversen Filmemacher? Immer her damit, wir möchten weiterhin von ihm begeistert und inspiriert werden!


Milius unterweist Schwarzenegger beim Dreh zu "Conan - Der Barbar"
Doch die Regisseure Joey Figueroa und Zak Knutson betten das alles in so einen konventionellen Narrativ im gängigsten Doku-Stil ein, dass man zwar eine kohärente, impressionistische Chronologie vom Leben und Wirken des Milius erfährt, aber nur bedingt die wahren Innereien hinter all den Philosophien seiner Werke und seiner Person, am ehesten immerhin einen enthusiastischen Eindruck dafür, denn tolle Stories, prickelnde Making-Of-Fetzen, genügend gleichgesinnt-offene Interviewpartner mit Eiern jenseits der politischen Korrektheit (besonders erwähnenswert: Powers Boothe, Sam Elliott, Clint Eastwood und sogar ein bisschen Ed O'Neill) und die Filme als Parallelen dazu gibt's ja genug - nur der 100-Minuten-Rahmen muss eingehalten werden und zum Schluss müssen wir noch sehen, wie tapfer er seinen Schlaganfall übersteht, inkl. Tearjerker-Selbstverständlichkeiten und Epilog-Texttafeln für den hoffnungsvollen Abgang (bezeichnenderweise holt dann auch Meister Spielberg im Interview die emotional strings raus). Warum so formelhaft, Herrgott nochmal? Milius' Figuren, so hart sie auch alle sind, haben selbstverständlich ebenfalls Schwächen, das gibt er auch für sich selbst offen zu, aber deshalb brauchen sie inszenatorisch gesehen noch lange keine warme Decke und gutmeinend-sentimentale Motivationssprüche oben drauf - die bleiben nicht in ihrer Tristesse stecken, sondern gehen unbeirrt weiter, da ist er ja selber der beste Beweis dafür, mit Zigarre in der Hand und breitem Grinsen im Gesicht.


Da spricht aber nur der Idealist in mir, so wie der Film 'MILIUS' in seiner Fassung ist, ist er zwar sicheres, aber gut abgeglichenes Entertainment mit einer äußerst illustren Persönlichkeit im Fokus. Er könnte aber noch stärker sein - die Stärke eines John Milius könnte er aber so oder so wahrscheinlich nie erreichen, die Crux ist mir bewusst.


6 von 10 Zigarren


vom Witte

Specials: SSV - STANLEY KUBRICK, eine Kurzfassung

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Nach dem vor einiger Zeit unser souli ein paar Zeilen dem Darsteller John Cusack widmete, stellt euch nun stu den Meister-Regisseur Stanley Kubrick vor. Viel Spaß beim neusten SSV (stu stellt vor).




„Ich teile die Kinogeschichte in zwei Epochen - eine vor und eine nach Kubrick“

Steven Spielberg


„Gott ist tot“ schrieb die größte europäische Filmzeitschrift „Cinema“ zum Tode des amerikanischen Regisseurs im Jahre 1999 und sie war nicht die einzige. Stanley Kubrick steht wie kein anderer Regisseur für vielschichtiges Kino, für Filme deren Wirkungen nicht nach dem Abspann aufhören, sondern ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Dabei deckt das Gesamtwerk von Kubrick fast jedes Genre ab und in jedem bedienten Genretyp setzte er Akzente, die ganze Generationen von Filmemachern und Zuschauern prägte. Aufzuzählen wie viele überragende Szenen und Einstellungen sich im Lebenswerk von Kubrick tummeln würde dieses Lobesrede sprengen, doch die (wie ich finde) seine wichtigsten Filme will hier nun kurz vorstellen.


„Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben“, eine herrliche Satire die trotz ihres Alters auch heute noch in den Zeiten von Terrorangst und Wüstenkrieg ihre satirische Schärfe nicht verloren hat und gekonnt und mit unverwüstlichen Witz die Politik und Machtgeilheit der Völker bloß stellt. Ein ganz großer Klassiker mit Schauspiellegende Peter Sellers der hier neben seinem Inspektor Clouseaus seine beste Rolle spielte.


Astronaut Dave lehrt Computer HAL das Fürchten
1968, vier Jahre nach „Dr. Seltsam“ kam dann vielleicht der Klassiker schlechthin: „2001- A Space Odyssee“, ein qualitativ wie künstlerisch hochwertiger Film der bewies das Kunst, Poesie und kommerzieller Erfolg durchaus zusammen passen. Der Film dessen Geschichte in der Steinzeit bei Affenmenschen anfängt und in einem psychedelischen Reigen aus Tönen, Farben und dimensionierten Wahrheiten sein Ende findet, lose zusammen gehalten von einem schwarzen Monolithen. „2001“ ist definitiv kein „Star Wars“. Es geht nicht um Explosionen, um Aliens und Invasoren oder um schwarze Löcher, viel mehr beinhaltet der Film dass in seinem Kern, was man als Zuschauer darin zu sehen glaubt. Es gibt viele die halten „2001“ für einen der religiösesten Filme aller Zeiten, andere finden der Film sei das Dope-Event-Movie schlechthin und andere erfreuen sich schlicht an der schieren, unbeschreiblichen Größe des Films, denn selbst wenn Cpt. Kirk noch so viele Reisen durchs All macht, kein Film schafft es je die Größe und Kraft der Unendlichkeit des Universums so greifbar umzusetzen wie diese Weltraum Odyssee.


„2001“ ist kein Blockbuster von heute, der Film ist langatmig, kompliziert und verweigert sich konsequent den bequemen Sehgewohnheiten. Wer also mit Popcorn und Freunden einen unterhaltsamen Videoabend machen will, sollte sich lieber einen anderen Film suchen. Wer allerdings offen ist für experimentellen Mindkicker dessen Aussagekraft die hiesigen Formen dieses Blogs überfordern würden, darf sich dieses definitive Meisterwerk nicht entgehen lassen, denn „2001“ ist der Beweis, dass die Größe des Weltalls und die Größe des menschlichen Geistes identisch sind. Mindfucking.


„Kubrick und Hitchcock haben nie einen Oscar für eine ihrer Arbeiten erhalten. Morricone auch nicht. Aber dieser Eminem hat einen bekommen. Was bedeutet da schon ein Oscar?“
Malcom McDowell


Alex und seine Gang entspannen in der Milchbar
1971 kam dann der Film, den viele Kubrick Fans als den Überfilm des Meisters feierten: „Uhrwerk Orange“. Ein kraftvolles, hypnotisierendes Werk über die Faszination der Gewalt und des Bösen. Ein Film der bis vor einigen Jahren in Groß Britannien auf dem Index stand und den viele als wuchtige, perverse Groteske ansehen, was durchaus passend ist. Kubricks Film, rund um den jungen Gewaltfanatiker Alex (großartig: Malcolm McDowell), der mit seiner Gang das futuristische London der 70er Jahre unsicher macht und dabei auch vor Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord nicht zurückschreckt. Der essentielle Kern des Films ist die Gewalt, die seit Jahr und Tag mit der Menschheit verankert ist und Kubrick findet deutliche Bilder dafür, die kraftvoll, schmerzlich und mit der Wucht eines Dampfhammers nicht nur die Ambivalenz von Alex Leben sondern auch die der Gesellschaft vorhält und in den Zeiten in denen Menschen zum Spaß mit ihrem Handy Gewaltvideos aufzeichnen, Ministerpräsidenten mit populistischen Phrasen härtere Strafen für junge Straftäter fordern ohne sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen, ist „Uhrwerk Orange“ aktueller und schmerzlich zeitgemäßer als es einem lieb sein sollte.


Wie auch bei „2001“ würde es Zeit und Raum sprengen genauer auf dieses unsterbliche Meisterwerk einzugehen, nur so viel noch: „Uhrwerk Orange“ ist kein Film, der mit seiner Gewalt buhlt, es gibt heutzutage diverse noch härtere Filme in Sachen Gewalt, doch „Uhrwerk Orange“ geht dafür tiefer und wer dafür bereits zu abgestumpft ist, sollte sich über seinen Geisteszustand ernsthafte Gedanken machen.


So, nach mindestens zwei Filmen die nicht gerade für einen Filmabend mit Freunden geeignet sind, kommt nur ein Film der auch den Fans der heutigen so angesagten, schnelllebigen Horrorfilmen gefallen müsste: „The Shining“, die Verfilmung von Stephen Kings Kultbuch mit Jack Nicholson in der Hauptrolle, der den Begriff Wahnsinn in diesem Film des Terrors und der Angst neue Maße verleiht. Alleine wie die Kamera fast schwerelos durch die adretten und gespenstisch verlassenen Hotelkorridore schwebt bietet mehr Horror, mehr Spannung und mehr Atmosphäre als so mancher Hämoglobin- Schocker der letzten Zeit. „The Shining“ ist perfektes Horrorkino. Die Spannung setzt bereits während der ersten Minute ein und gönnt dem Zuschauer keinerlei Erholungspause, denn immer wieder bringt der Film die Spannung auf eine neue Stufe. Sei es der schleichende Verfall der Realität, den Vater Jack befällt, oder das auftauchen der Zwillinge, die Sohnemann Danny plötzlich in den Hotelkorridoren im Weg stehen. „The Shining“ ist einfach sensationell spannend und der Autor dieses Textes würde lügen, wenn er hier behaupten würde dass er gut geschlafen hätte, nach dem er das erste Mal diesen Horror- Klassikern gesehen hat, von denen heutige Horrorfilme wie etwa die Reihe der „Saw“ Filme noch etwas lernen können z.B. dass explizite Gewaltdarstellung nicht gleichzusetzen mit wahrem Horror ist.


Shelley Duvall musste unter Kubrick leiden
Diese vier Filme von Kubrick machen deutlich welches Genie 1999 von uns gegangen ist. Selbstverständlich hat er mehr als vier Filme gemacht, obwohl Kubrick nicht gerade ein Vielfilmer war. Alleine zwischen seinem vorletzten („Full Metall Jacket“) und letzten Film („Eyes Wide Shut“) vergingen zwölf Jahre, aber da Kubrick Filme nie beim ersten Mal ihre komplette faszinierende Wirkung entfalten, konnte man auch diese Durststrecke ohne Probleme überwinden. Des Weiteren festigte dies nur weiter den Mythos des Regisseurs der schon zu Lebzeiten als Legende galt. Einige Legende sind wahr, z.B. dass Kubrick fasziniert von Werbespot war und Darstellerin Shelley Duvall in „The Shining“ dutzende Male eine kurze Szene wiederholen ließ (Rekord im Guinness Buch!) oder dass er wegen seiner enormen Flugangst nur noch daheim in England drehte, und für Szenen in „Eyes Wide Shut“ sogar echten New Yorker Müll einfliegen ließ. Die schönste Legende jedoch ist die, dass kein geringerer als Stanley Kubrick die Mondlandung inszeniert haben soll, dazu gibt es sogar eine hinreißende Fernsehdokumentation mit dem Titel „Kubrick, Nixon und der Mann in Mond“.


Stanley Kubrick ist der Regie-Gigant. Seine Filme waren nie so erfolgreich wie die von George Lucas oder Steven Spielberg. Er drehte auch nicht so viele Filme mit Alfred Hitchcock und seine Werke waren auch nicht so massenkompatibel wie die von Brett Ratner, aber seine Filme waren immer einzigartig. Eine Eigenschaft, die Filme zu etwas ganz besonderen macht und heutzutage zu oft vergessen wird. Gott ist tot. Stanley Kubrick unsterblich!


"Einen Kubrick-Film anzuschauen ist wie der Blick auf einen  Berggipfel. Sie sehen ihn sich an und fragen sich dann, wie konnte jemals jemand so hoch klettern."
Martin Scorsese 


Special: So werden Sie Blockbuster-Regisseur – 5 Schritte zum Erfolg [CinemaForever]

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Letzte Woche haben wir Ihnen verraten wie Sie sich als Arthouse-Regisseur  schnell seinen Namen machen werden. Heute wollen wir all denen helfen, die statt Drama-Quark mit Sauce lieber Big-Budget-Movies machen wollen. Auch hierbei gilt: Mit unseren 5 Schritten sollte Ihrer Regie-Karriere nichts mehr im Weg stehen.
 

 

Schritt 1: Erfahrung sammeln
Um Ihre Karriere als Blockbuster-Regisseur zu starten, sollten Sie erste Erfahrungen bei der Werbung oder noch besser Musikvideos für total angesagte Bands und Interpreten sammeln. Machen Sie bloß nie Videos für Musiker, die etwas zu sagen haben oder – noch schlimmer – versuchen musikalisch etwas Neues zu versuchen. Nein, bleiben Sie bei den großen Namen, denen, die in den Charts ganz oben stehen und machen Sie Videos, die sich 14jährige Jungs gerne ansehen. Wie das geht? Na kommen Sie schon, waren Sie nie 14? Na, mit Sex! Also lassen Sie Popos wackeln und Dekolletés erzittern. Das ist nicht individuell? Natürlich nicht. Aber hey, Sie wollen ja Blockbusters drehen und Sie werden sehen, schon bald stehen die Stars des Musikbusiness bei Ihnen Schlange. Jetzt heißt es ein paar Jahre durchhalten und warten bis sie Ihren ersten Regie-Job beim Film bekommen.

Schritt 2: Denken Sie pubertär
Klar, Ihr erste Spielfilm wird noch kein Budget von 250 Millionen $ haben, aber 100 Millionen sollten schon drin sein. Jetzt heißt es frisch ans Werk, denn ein Film ist halt kein Musikvideo, oder? Wen interessiert’s. Inszenieren Sie 120 Minuten Hochglanz  mit Close-Ups, heroischen Momenten und vielen, vielen, vielen schnellen Schnitten. Letzteres ist besonders wichtig. Schneiden Sie den Film nämlich zu langsam, könnten die Zuschauer bemerken, dass Sie zwischenzeitlich einfach eine Aprikose beim Schimmeln aufgenommen haben oder – noch schlimmer – fragen sich, was der Inhalt des Filmes eigentlich aussagen will. Noch wichtiger ist aber, dass Sie Ihren ersten (und alle Ihre nachfolgenden) Filme massentauglich machen, d.h. Ihr Blockbuster-Debüt sollte Teenagern gefallen. Denken Sie stets pubertär. Zum Glück wissen Sie ja dank ihrer Erfahrung als Clip-Director, wie man Entzücken bei (vornehmlich männlichen) Teenagern auslöst. Also vergessen Sie ja nicht, auch immer heiße Mädels in Ihrem Film unterzubringen und verzichten Sie bei deren Auftritten auf schimmlige Aprikosen. Sie wollen ja die Erfolgsleiter nach oben steigen, nicht nach unten.

 

Schritt 3: Drehbücher und Destruktion
Glückwunsch. Ihr Blockbuster-Debüt war ein Erfolg. Jetzt haben Sie etwas mehr Macht und kreative Freiheit. Aber mal ehrlich, das bedeutet nur mehr Arbeit. Wozu hat der liebe Gott a.k.a Hollywood Autoren und Second Units erfunden? Na klar, damit Sie auch mal entspannen können. Dennoch macht es sich gut, wenn Ihr Name in den Credits mehrmals auftaucht. Also arbeiten Sie doch einfach am Script mit. Keine Bange, das ist einfach. Nehmen Sie ein fertiges Scripts (Produzente haben davon immer ein paar im Keller) und ersetzen Sie alles was nach einer schlüssigen Handlung aussieht mit den Worten Boom, Bäng und Woooosh. Et voila… Sie sind jetzt auch Autor. Herzlichen Glückwunsch. Ach ja, bei der Auswahl des Drehbuchs kann es nicht schaden, wenn es einen destruktiven Inhalt hat. Will sagen: Filme, in denen etwas zerstört wird, sind immer sehr gefragt. Achten Sie also wenn möglich darauf, dass bereits im Script steht, dass etwa der Eifelturm, das Weiße Haus oder gleich ein ganzer Planet verschrottet wird. Dafür verantwortlich sollten im Übrigen entweder Aliens, eine Naturkatastrophe oder Araber sein. Selbstredend können Sie das auch vermischen, z.B. arabische Aliens, die einen Vulkanausbruch verursachen, der den Eifellturm zerstört. Diese Idee dient nur zur Erklärung, bitte verwenden Sie sie nicht. Universal hat sich nämlich bereits die Rechte darauf gesichert. WICHTIG: Machen Sie Ihren Film patriotisch und militärfreundlich, dann dürfen Sie sich nämlich gerne im Fundus der U.S.-Army bedienen. Aber seien Sie vorsichtig:  Setzen Sie niemals Militärs als Second Unit Director ein. Das hat man einmal für die Serie „Prison Break“ versucht. Das Ergebnis? Haben Sie schon mal was von Abu Ghraib gehört? Egal.


Hier gehts weiter.

Specials: So werden Sie Arthouse-Regisseur - 5 Schritte zum Erfolg [CinemaForever]

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Unser Blog Buddy CinemaForever gibt Karriere-Nachhilfe. Sehr lesens- und wissenswert.

Das Filmgeschäft ist hart und unerbittlich. Um hier zu bestehen braucht man vor allem eines: einen Ruf. Innerhalb von 5 Schritten verraten wir Ihnen, wie Sie vom unbekannten Kamerahalter zum Liebling des Feuilletons werden.


 
Schritt 1: Erstellen Sie ein Manifest
Lars von Trier gilt als Begründer und Initiator des Dogma-Films. Er stellte Regeln auf, an die sich andere Filmemacher einige Zeit hielten und gilt seitdem als Platzhirsch des „besonderen“ Films. Da wollen Sie auch hin. Also erstellen Sie auch so ein Manifest. Wichtig ist hierbei, dass die Regeln, die Sie aufstellen, für die meisten den Eindruck erwecken sollten, Sie seien ein künstlerischer Rebell, ein Querdenker, einfach ein verdammter Gegen-den-Strom-Schwimmer, der im Freibad auch gerne Mal aufs Klo geht um zu pinkeln. Selbstverständlich ist es nicht von Nutzen, das olle Dogma-Manifest zu kopieren. Das würde nichts bringen - außer man will als Regisseur von „Paranormal Activity 8“ enden. Nein, stellen Sie neue Regeln auf. Nutzen Sie ihre Kreativität. Wieso z.B. die Kamera immer auf die Darsteller richten? Warum nicht einfach etwas Anderes aufnehmen? Während die Schauspieler ihren Job tun, filmen Sie einfach etwas abseits, z.B. einen leeren Papierkorb oder einen Obdachlosen beim Flaschensammeln. Natürlich müssen Sie das als Kunst verkaufen. Benutzen Sie bei Ihrer Erklärung auch Wörter die voll wichtig und intelligent klingen. Als besonders effizient haben sich ethisch, kapitalistisch, bigott und Hitler erwiesen. Aber da sind Ihrer Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt.


 
Schritt 2: Ihr Auftritt
Ist ihr Film -  dessen Titel natürlich ausgefallen sein sollte – fertig, heißt es: Einsatz zeigen. Bewerben Sie den Film mit Interviews, aber passen Sie auf! Wenn Sie dem Interviewer zeigen, dass Sie stolz auf ihren Film sind und dass Sie den ganzen Rummel um ihn und Ihre Person spannend finden, gehen Sie schneller unter als ein Superhelden-Nemesis unter der Regie von Shane Black. Geben Sie sich immer etwas desinteressiert. Beantworten Sie jede Frage so, als ob es nicht um Ihren Film, sondern um ihr Leben ginge. Die Trumpfkarte hierbei sind psychische Erkrankungen. Ein Beispiel: Der Interviewer fragt, warum Sie statt ihrer Darsteller lieber einen Hundehaufen an einem Löwenzahn gefilmt haben. Antworten Sie darauf mit lethargischem Ton und erwähnen Sie, dass Sie beim Dreh in einer depressiven Phase waren. Sie werden sehen, der Interviewer wird darauf eingehen und auch viele Rezensenten werden dies aufgreifen. Ist das geschafft, haben Sie eine wichtige Lektion gelernt: Es geht nicht um Ihre Filme, es geht um Sie.


Schritt 3: Arbeiten Sie mit Stars
So, Ihr erster Film ist fertig, lief auf ein paar Filmfestivals und einen Preis haben Sie bestimmt auch irgendwo gewonnen. Zeit den eigenen Ruf auszuweiten. Jetzt müssen Sie aber den Tatsachen ins Auge blicken: Im Grunde sind sie langweilig. Schön sind Sie auch nicht und glauben Sie ja nicht, die Masche mit den Depressionen reicht aus, um den Durchbruch zu schaffen. Nein, Sie brauchen Stars. Jetzt keine Panik. Die meisten Stars langweilen sich mit dem typischen Rollenangebot. Sie suchen eine Herausforderung und fühlen sich zu allem hingezogen, was irgendwie künstlerisch wirkt. Nutzen Sie das aus. Wichtig ist aber, dass Sie den Stars gegen dessen Rollengewohnheiten besetzen. Wenn Sie z.B. Jennifer Aniston bekommen, geben Sie ihr nicht die Rolle der neurotischen Singlefrau. Machen Sie aus ihr eine alleinerziehende Mutter von 6 Kindern, die Crack raucht, Schamanismus praktiziert und mit ihrer Vagina spricht. Und damit kommen wir auch gleich zu…