Review: SCREAM 4 - Ein Fanboy äußert sich




Fakten:
Scream 4
USA. 2011. Regie: Wes Craven. Buch: Kevin Williamson, Ehren Kruger. Mit: Neve Campbell, David Arquette, Courtney Cox-Arquette, Emma Roberts, Hayden Panettiere, Rory Culkin, Nico Tortorella, Marielle Jaffe, Alison Brie, Adam Brody, Anthony Anderson, Marley Shelton, Mary McDonnell, Erik Knudsen, Brittany Robertson, Kristen Bell, Anna Paquin, Lucy Hale, Aimee Teegarden, Shenae Grimes u.a. Länge: 111 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.




Story:
Sidney Prescott kehrt 15 Jahre nach dem Woodsburo-Massaker zurück in ihre Heimatstadt, um ihr Buch über diesen Vorfall zu promoten. In der Stadt trifft sie nicht nur alte Freunde und Leidensgenossen, sondern auch junge Fans und einen maskierten Killer, der nach und nach Sidneys Umfeld dezimiert.






Meinung:
Was ist dein Lieblings-Horrorfilm?“ Nun, „Scream 4“ ist es nicht, eher sein Ursprung, der geniale Erstling, aber ich will damit nicht sagen, dass ich gestern im Kino keinen Spaß hatte, im Gegenteil.


Sidneys Cousine (Emma Roberts) bekommt Besuch
Als Fan der Reihe hatte „Scream 4“ alles was mein Fanboy-Herz vor Freude laut pochen lässt: Der Anfang ist grandios und so meta wie es eben nur meta sein kann. Die Musik von Marco Beltrami, wenn die Kamera über die Straßen von Woodsburo schwebt, erweckt alte, liebgewonnene, cineastische Gefühle und das Wiedersehen mit den Überlebenden der Vorgänger war ebenfalls ein schönes Erlebnis und die Kills sind teilweise richtig schön garstig, entbehren aber niemals einem gewissen rabenschwarzen Humor. Als ich gestern nach Hause kam und meine Scream-Maske suchte (nicht die billige „Scary Movie“-Kopie) war ich sehr glücklich, dass meine Schränke allesamt ziemlich klein sind und ein Killer der in meiner Kommode auf mich wartet halte ich für eher unwahrscheinlich. Außer er arbeitet im Circus de Soleil. That’s Killertainment.



Trotz der Erfüllung meiner Fanboy-Erwartungen kann „Scream 4“ auch dort punkten wo man es nach all den Meta-Gefasel im Vorfeld fast schon gar nicht erwartet hätte, denn neben all seinen Verweisen, Anspielungen und was weiß ich nicht allem, ist der vierte Teil auch noch ein spannender Horrorfilm. Ein Slasher der alten Schule, dessen Konzept es dem Film erlaubt eine Meinung über das momentan populäre Genre des Folterkinos abzugeben, dem ich nur zustimmen kann. Trotz dieser ganzen Bezüge auf das moderne Horrorkino und der ganzen sozialen Netzwerke (der moderne Killer twittert) bleibt „Scream 4“ angenehm altmodisch. Das Rad wird hier nicht im Geringsten neu erfunden, was nicht sonderlich störend ist. Dem Film fehlende Originalität anzukreiden ist durchaus nachvollziehbar und durchaus richtig, aber dann sollte man sich das gesamte Genre vorknöpfen. Der Fanboy hat gesprochen.



Ein waschechtes Final Girl: Sidney (Neve Campbell)
Trotz meiner positiven Meinung über den Film, bleibt es ihm verwehrt auf meinem Horror-Olymp aufzusteigen. Warum? Nun, zum einen fand ich die neuen Figuren irgendwie uninteressant (die Kirby-Darstellerinnen war nur deshalb interessant, weil ich mir immer wieder vorstellte wie ihr Freund, einer der Klitschko, vorbei kommt und den Killer ausknockt, während er eine Milchschnitte verspeist) und auch die Filmnerds in „Scream 4“ fand ich auch eher mäßig, oft sogar etwas nervig. Ganz ehrlich, niemand kann einem Randy Meeks das Wasser reichen, genau wie den ersten Killern (mein Profilname ist von einem dieser Herren inspiriert), die auch irgendwie wahnsinniger und passender waren. Richtig schade war ebenfalls, das „Scream 4“ letztlich der ganz große Aha-Moment gefehlt hatte und auch wenn ich gerade erwähnt habe, dass er sehr spannend ist, reicht es doch nicht um den wunderbaren ersten Teil zu übertreffen oder mit ihm gleichzuziehen. Alleine die Casey-Becker-Szene in „Scream“ war insgesamt fesselnder als der gesamte vierte Teil, was erneut zeigt wie grandios der erste Schrei doch war.



Ich könnte noch viel schreiben, etwa über die Thematik des Final Girl, die der Film aufgreift, oder dass die Figuren trotz meist nur marginaler charakterliche Veränderungen im Grunde immer noch die gleichen sind wie früher, doch der Fanboy in mir war mit „Scream 4“ mehr als zufrieden, nein, er ist mit dem Film sogar sehr glücklich. Warum? Nun, ich weiß, dass der dritte Teil mit seinen Reflektionen, Meta-Ebenen und Übertreibungen der Meta-Höhepunkt der ersten Filme ist, dennoch fand ich ihn als Abschluss wenig zufriedenstellend, im Gegensatz zum vierten Teil. Auch hier wird, ähnlich wie die Opfer des Killers, die Meta-Ebene ausgeschlachtet, aber darüber hinaus ist „Scream 4“ auch ein verdammt guter Horrorfilm, pardon, Slasher. Ob nun noch ein fünfter Teil folgt bleibt, alleine schon wegen der mauen Einspielergebnisse, fraglich, aber ich könnte gut damit leben, wenn „Scream 4“ den Schlusspunkt der Reihe bildet. Ein sehr, sehr würdiges Ende. Danke Mr. Craven und danke auch an Mr. Williamson.



7 von 10 Meta-Ebenen



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