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Review: SKIN TRADE - Dolph Lundgren eskaliert in Bangkok

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Fakten:
Skin Trade
USA, Thailand. 2014. Regie: Ekachai Uekrongtham. Buch: Dolph Lundgren, Steven Elder, Gabirel Dowrick, Johny Hyams. Mit: Dolph Lundgren, Tony Jaa, Ron Perlman, Michael Jai White, Celina Jade, Peter Weller, Mike Dopud, Leo Rano, David Westerman, Conan Stevens u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
In Dolph Lundgrens Herzensprojekt sinnt er nach Rache, nachdem ein serbischer Menschenhändler (Ron Perlman) seine Familie umbringt und dann nach Bangkok flieht. 





Meinung:
Dolph Lundgren ist halt immer noch Dolph Lundgren. Und man darf sich ziemlich sicher sein, dass er auch immer Dolph Lundgren bleiben wird. Es kann bisweilen anstrengend werden, wenn ein Darsteller in all seinen Filmen stets die gleiche Rolle mit den gleichen Gesichtsausdrücken, Tonlagen und Handlungen darstellt; nicht aber bei dem schwedischen Schrank, der seit nunmehr über 30 Jahren durch die Filmlandschaft prügelt, ballert und hetzt. Es fällt schwer, nicht mit ihm mitzufiebern, nicht für ihn die Daumen zu drücken und sich nicht zu freuen, wenn er am Ende wieder einmal die Oberhand behält. Damit liegt es zum absoluten Großteil auch an Herrn Charisma, dass der Film so mitreißend geworden ist.


Dolph Lundgren macht auf Tempo
Denn an sich sieht man in „Skin Trade“ nichts Neues. Das wird schon in der Besetzungsliste deutlich. In der ist neben dem doch schon in die Jahre gekommenen Dolph noch Tony Jaa zu finden, der vor 10 Jahren mit „Ong Bak“ auf sich aufmerksam machte. Und dann wäre da natürlich noch, wie sollte es anders sein, handelt es sich hier doch um einen B-Movie-Actioner, Ron Perlman, der langsam aber sicher die Rollenauswahl eines Nic Cage zu imitieren scheint. Nur mit weniger Screentime. Dass das allerdings nichts Schlimmes ist, wird auch hier anhand der durchaus limitierten Fähigkeiten von Perlman deutlich. Neben den altbekannten Gesichtern gibt es hier auch junge Darsteller (hauptsächlich Dragovich’ Söhne), die jedoch allesamt egal sind und nur kurz am Anfang und am Ende auftauchen. Nein, bloß nicht falsch verstehen. Es geht hier um Dolph und seinen blutroten Rachetrip von Amerika nach Bangkok. Generell könnte man natürlich sagen, dass Actionfilme weniger Interesse an gesellschaftskritischen Untertönen und an der Verarbeitung von Grauzonen haben und das auch akzeptieren. Aber was sich der Film hier anfangs zum Zwecke der Identifikation des Zuschauers mit Dolph leistet, ist schon gefährlich. Kurz bevor seine Frau und Tochter umgemäht werden, gibt ihm seine Frau zu verstehen, er brauche ihr nichts zum Jahrestag schenken, solange er sie nur kräftig durchnagelt. Autsch. Da rutscht die Familienszene vom Peinlichen ins Verachtende ab.


Tony Jaa trifft ins Schwarze - egal mit welchem Körperteil
Vor allem in einem Film, in dem es um den Menschenhandel geht und in dem vorm Abspann erwähnt wird, dass Schätzungen zufolge 98% der Betroffenen Frauen und Kinder seien, sollte man doch die weiblichen Charaktere mit ein wenig mehr Bedacht behandeln und sie nicht zu Hüllen degradieren, die nur einen Mann brauchen, um Glück in ihrem Leben zu finden. Drüber hinwegsehen kann man nicht wirklich, Bösartigkeit unterstellen jedoch auch nicht. Eher handelt es sich um eine Unachtsamkeit, da der Film in den sonstigen Szenen durchaus deutlich machen kann, dass es ihm um die Thematik ernst ist. Das spürt man, selbst wenn man es nicht sieht. Denn vordergründig wird die Szenerie in Bangkok und das Geschäft des Menschenhandels eher gezeigt, als behandelt. Es geht eher um die Rache Dolphs, als um die perversen Vorgänge der Unterwelt. Der Film lässt den Ekel, der von dem Geschäft ausgeht zwar in Bild und Dialog deutlich werden, schert sich aber tiefgründig nicht weiter darum. Selbst wenn der Film sich mit den Schrifttafeln am Ende fast schon als ernsten Beitrag hinstellt, muss man abwinken und den Film als das ansehen, was er nun einmal geworden ist: ein Actionfilm.


Böse Russen in der Überzahl
Und als solcher ist der Film gar nicht so übel, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass der Film ein Budget von neun Millionen Dollar hatte. Die dynamische Kameraarbeit weiß teilweise zu überzeugen, leidet jedoch dann auch wieder ein wenig an der Arbeit des Schnittes, der so manch beeindruckende Performance schnell zurück in ihre Einzelteile verwurstet. Da hätte durchaus mehr Planung und Kommunikation zwischen den Stellen gut getan. Aber dennoch sieht man dem Film sein Budget fast nicht an. Die Kampf- und Jagdszenen sind straff, actionreich und durchaus effektvoll inszeniert, was wohl auch an der kraftvollen Arbeit von Tony Jaa liegt, gegen den unser Dolph leider mächtig abstinkt. Tony Jaa rasiert, Dolph hat schon Schwierigkeiten damit, zu rennen. Die Vitalität hat er verloren, die schiere Power in seinen Armen jedoch nicht. Er kann vor allem durch seine Präsenz überzeugen. Dolph ist Dolph und wird nicht gebrochen. Das eingangs angesprochene Problem, dass der Film nichts Neues riskiert, lässt sich auch und vor allem auf die Actionsequenzen anwenden. Mitfiebern ist leider nicht möglich, einfach, weil man weiß, dass die Dolph und Tony bis zum Endkampf am Ball bleiben. Hat man alles schon gesehen, besser und schlechter.


„Skin Trade“ ist letzten Endes ein Actioner, der wahrscheinlich irgendwann mal im Nachtprogramm laufen und auch dort sein Publikum finden wird. Durch die mitunter solide Action und straffe, zielgerichtete Inszenierung wird man auch über die Zeit ganz gut unterhalten und alles andere als gelangweilt. Selbst wenn der Film gerne mehr wäre, als er letztendlich geworden ist, wird man sich wahrscheinlich nicht ärgern, wenn man dem Film und Dolph eine Chance gibt. Der Versuch, einen ernsthaften Beitrag zum Menschenhandel darzustellen, ist zwar gut gemeint, bleibt aber auch dabei, sodass man dem Film eine Teilnehmerurkunde anheften und auf die Schulter klopfen kann. Nächstes Mal klappt’s vielleicht, nur nicht den Mut verlieren.


5 von 10 Rolltreppen-Stunts


von Smooli

Review: BAD ASS 1-3 - Wenn Trash keine Entschuldigung mehr hat

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Fakten:
Bas Ass, Bad Asses, Bad Asses on the Bayou
2012-2015. USA. Regie und Buch: Craig Moss. Mit: Danny Trejo, Danny Glover, John Amos, Patrick Fabian, Ron Perlman, Joyful Drake, Charles S. Dutton, Andrew Divoff, Charlie Carver, Loni Love, Jimmy Bennett, ua. Länge: 85-90 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 oder 18 Jahren. Alle Teile ab dem 07.05.2015 auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Frank Vega wird zum Star der Popkultur, als er in einem Linienbus Nazis vermöbelt. Als „Bad Ass“ geht er nun auf Verbrecherjagd. Mit bösem Blick und Hüftbeutel.





Meinung:
Der erste Teil beruht auf wahren Begebenheiten, da im Jahr 2010 ein 67-jähriger Amerikaner einen Afro-Amerikaner verkloppt hat, nachdem er provoziert und angegriffen wurde. Wie ernst Craig Moss diese Verantwortung allerdings nimmt, merkt man schon an der Tatsache, dass aus dem Afro-Amerikaner im Film ein paar Skinheads wurden und aus dem Amerikaner, nun ja, Danny Trejo. Das macht zunächst ein wenig stutzig, ist aber noch irgendwie zu verkraften. Problematisch wird es dann später, wenn der Film das Material, das sich einwandfrei als Aufruf für Zivilcourage, Mut und Respekt benutzen lässt, mehr als fragwürdig behandelt. Verdrehung von Tatsachen, Überstilisierung und Verherrlichung von Gewalt eines Menschen, der als Held dargestellt hat und durch sein reines Auftreten nun einmal Potenzial zur Kultfigur hat. Eine fruchtbare Auseinandersetzung, und sei es nur ein Versuch, wird hier nicht geboten. Da kann dann auch keiner sagen „Ja, aber das ist ja ein Trash-Film“, denn auch solche Filme haben keinen Freifahrtsschein für Volksverdummung. Die hier und da vernehmbare Selbstironie gehört zu Filmen mit Danny Trejo ja mittlerweile genauso wie der versehentlichen Blicke direkt in die Kameralinse. Hier jedoch wird auch diese Ironie so ungelenk ausgeführt, dass sie schnell in Leichtfertigkeit umschlingt und den Film und die Figur schnell respektlos werden lässt. Und so wird Gewalt irgendwann nicht mehr zur Selbstverteidigung angewandt, sondern um „fetten Respect“ zu bekommen oder um an Informationen zu kommen oder einfach nur zum Spaß. Und damit ist er genau wie die Skinheads, über die er sich anfangs gestellt hat. Nur dass das dem Film nicht klar ist.
Hätte der Film diese Grundthematik richtig behandelt, dann wären mir wohl auch all die Tausend Kleinigkeiten, wie das Drehbuch, die Musik, die Kamera, die Schauspieler, die Regie, der Schnitt, usw, egal gewesen, die mit viel Liebe vielleicht noch als drittklassig bezeichnet werden können. Aber da beides nicht stimmt, kann man den Film nur als Vollgurke in allen Belangen bezeichnen. Als Trash, der sich nicht aus der Affäre ziehen kann, da er „nur Trash“ ist, weil er dafür zu leichtfertig die einfachsten Möglichkeiten versiebt.

1 von 10 planlosen Darstellern




Meinung:
Das Gerüst, ja sogar das Lied im Vorspann und so mancher Dialog, ist exakt aus Teil 1 übernommen. Man könnte bestimmt die Zeit stoppen und die Punkte in der „Handlung“ vergleichen. Andererseits, und das ist beruhigend, fällt in Teil 2 der reale Hintergrund der Geschichte weg. Frank Vega ist nur noch ein Schatten seines Schattens, eine Parodie seiner selbst und wird genauso herzhaft von Trejo und Konsortien auf den Punkt in den Sand gesetzt. Craig Moss trägt sich und sein Lebenswerk, seine einzige Hoffnung auf irgendwas, selbst zu Grab und zeugt von seinem Leiden an einer Gehirnaktivitäts-Allergie, wenn er Frank Vega, den Ritter für Schwache missversteht und umkehrt in einen Selbstjustizler, der Marke Erst-Austeilen-Dann-Fragen. Warum nochmal ist Vega hier der Protagonist? Ach, weil er „Danke“ sagt, wenn er eine Auskunft ausgeprügelt hat. Vega ist einer, der sich mit seinen Gewalttaten brüstet, der stolz ist und prahlt und damit wird er zum Gegenteil des Helfers für alle Unterdrückten. „Badass“ sind Trejo und Glover nicht, verherrlichend, eskalierend und komplett blind dagegen schon. Während der erste Teil sich seiner Unkenntnis noch relativ unbewusst war und deshalb fast schon bemitleidenswert ist, versucht dieser Film hier stets mehr zu sein, als er ist. Was natürlich zum Scheitern verurteilt ist. Kläglichst. Und dann passiert etwas, was der Todesstoß für einen jeden Trash-Film ist: Es wird langweilig. Im Vergleich zum 1. Teil ist dieser hier wahrscheinlich das kleinere Übel, weil keine geschichtliche Tat  die Basis der Geschichte bildet und so auch nicht vom Film gepflegt ignoriert werden kann. Aber der Unterschied ist wiederum so minimal, dass man sich fragt, wer bei Filmen, die alles, wirklich alles versemmeln, schon auf die Kleinigkeiten achtet. 

2 von 10 vermiesten Zooms





Meinung:
Wer hätte es gedacht? Niemand. Aber sie haben es tatsächlich geschafft: Die technische  Umsetzung wurde tatsächlich noch schlechter. Das muss man wahrscheinlich auch erst einmal mit ein wenig Anerkennung erwähnen, wenn man weiß, wie die ersten beiden Filme aussehen. Das dritte Abenteuer mit dem Herren, der offensichtlich doch nicht zu alt für diesen Scheiß ist und seinem Kumpel, der nie zu alt für irgendeinen Scheiß sein wird, ist tatsächlich noch selbstherrlicher, verblendeter, peinlicher und erbärmlicher als die vorangegangenen Teile, aber immerhin auch kürzer. Die Handlung ist genau wie in Teil 2 komplett von irgendeinem realen Hintergrund der Popkultur gelöst und ist deshalb wenigstens nicht als verherrlichend oder Respektlosigkeit im Umgang mit Geschichte zu werten. Wenn man die Filme von Craig Moss kennt, möchte man an dieser Stelle fast schon ein wenig stolz sein, aber nein, es ist ja noch nicht Weihnachten. Denn auch wenn das erst einmal gut klingen mag, Teil 3 macht immer noch die gleichen Fehler wie seine Vorgänger und zeugt damit von einer beeindruckenden Ignoranz. Dennoch: Die Story entledigt sich von jeglichen Pflichten und zeigt nur noch zwei alte Säcke, die andere Leute aufmischen. Handelte es sich vorher hauptsächlich um Nazis und Mexikaner sind es hier Nazis und Hinterwäldler. Der Mix macht’s. Und doch, einen einzigen kleinen Lichtblick gab es in der Mitte des Tunnels. Der Charakter, der von John Amos grandios verkörpert wird (Spaß). Er deutet nämlich zunächst den Hauch von Differenziertheit und Moral an (kein Spaß). Aber dann vollzieht er einfach so eine vollkommene Kehrtwende und ist genau so ein Depp wie die anderen beiden. Manche wollen einfach nicht dazulernen. Was bleibt zu sagen? Das nächste Abenteuer geht nach Bangkok. Na dann.

2 von 10 jämmerlichen Schnitten


von Smooli

Review: KRIEG DER EISPIRATEN - Schwachsinn im Weltall

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Fakten:
Krieg der Eispiraten (The Ice Pirates)
USA, 1984. Regie: Stewart Raffill. Buch: Stewart Raffill, Stanford Sherman. Mit: Robert Urich, Mary Crosby, Michael D. Roberts, Anjelica Huston, John Matuszak, Ron Perlman, John Carradine, Natalie Core, Jeremy West, Bruce Vilanch u.a. Länge: 90 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Nach den großen interplanetarischen Kriegen ist die Galaxis ausgetrocknet. Wasser ist zur einzigen Wertsache geworden. Böse Templer vom Planeten Mithra haben die Kontrolle über diesen lebensnotwendigen Grundstoff übernommen. Ihre Macht ist dadurch vollkommen. Nur ein paar Rebellen gelingt es zu überleben, indem sie wie Piraten Eis aus den Raumschiffen der Templer stehlen. Auf einem dieser Raumschiffe entdeckt der Pirat Jason die schöne Prinzessin Karina, Tochter des Grafen von Argon. Der Überfall auf die begehrte Eisfracht misslingt, und Jason entführt auf dem Rückzug die Prinzessin. Verfolgt von den Templern fallen Jason und sein Piratenfreund Roscoe in Gefangenschaft. Hier erfahren sie von der Suche des Grafen von Argon nach der märchenhaften siebten Welt, einem Planeten voll Wasser. Der Fund dieser gewaltigen Wasserreserven würde die Macht der Templer gefährden.





Meinung:
Selbst wenn man sich häufiger (manchmal versehentlich, meist jedoch bewusst) in die Untiefen des kuriosen B-Films der 70er und 80er begibt, irgendwas bringt einen doch immer wieder zum Staunen. „Krieg der Eispiraten“ schafft das mehrfach. Kein Gütesiegel für Qualität - man sollte schon noch die Kirche im Dorf lassen - und nicht ernsthaft empfehlenswert, aber immerhin.


Piraten wie aus dem Bilderbuch.
In diesem hirnschissigen Sci-Fi-Quatsch jagen wilde Space-Piraten nicht nach Gold oder vergrabenen Schätzen, sondern nach Wasser, in jedem Aggregatszustand. Das ist nämlich äußerst knapp…wird zumindest behauptet. Bemerkbar macht sich das kaum. Ohne Wasser, wäre schon scheiße. Praktisch nichts ist noch lebensfähig oder funktionstüchtig, alles dreckig, das Ende jeden Lebens. Nun, scheint gar nicht so. Niemand wird zwar müde zu erwähnen, wie wertvoll und begehrt das H2O ist, nur das müssen die auch, sonst könnte man es glatt vergessen. Auswirkungen sind nicht zu sehen, es gibt sogar eine Kneipenszene, in der sich das ganze minderwertige Gelumpe feucht fröhlich die Kehle zuschüttet. Wasser, ganz schlecht gerade, aber Bier ist da, man muss auch Prioritäten setzen. Der Deckel dürfte teuer werden. Solche Details verwundern, allerdings sollten sie das kaum. Hier hat keiner fünf Minuten weiter gedacht und ernst nimmt sich dieser Blödsinn ohnehin niemals. Schon in den Anfangsminuten wird alles wild zusammen gekippt, was der Kostümfundus des Kleinstadttheaters um die Ecke halt hergegeben hat. Piraten, Ritter, Roboter, Kammerzofe, alles auf einem Raumschiff, einfach munter drauflos. Mitten drin Ron Perlman und – jetzt wird es extrem schräg – Anjelica Huston! Kurz vor ihrem Karrieredurchbruch zwängt sie sich in ein Fetisch-Outfit und mischt munter in diesem bunten Treiben mit. Jeder hat Leichen im Keller, das dürfte ihre sein.


DAS ist hier noch als relativ normal einzustufen.
Mag sehr kultverdächtig klingen und für kurze Momente ist das sogar auf seine Art schwer unterhaltsam, doch schon bald wird sich hier zu offensichtlich im gewollten Trash gesuhlt. Was bei einem Roger Corman-Vehikel stets frech und durchaus sogar clever verrammscht wurde, ist hier oftmals peinlich-alberner Kasperkram, der leider hier und da auf dümmliche Slapstick-Einlagen setzt und sehr bewusst den Bogen deutlich überspannt. Ein absolutes Kunststück: Selbst bei dieser sinnfreien Geschichte wird es schwer, dem Geschehen irgendwann noch verständlich folgen zu können. Ähnlich chaotisch wie die ganze Produktion knallt Szene auf Szene, Zusammenhänge sind nur grob zu erkennen, immer wieder befeuert durch völlig bescheuerte Einwürfe. Fließband-Kastrationen, die Rückkehr der Caddyshack-Nager und ein Raumschiff mit Herpes gehören definitiv dazu. In seinem total unkontrollierten Irrsinn beginnt „Krieg der Eispiraten“ leider viel zu schnell zu ermüden, als das es ihm diese Pluspunkte ernsthaft retten könnten. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl wäre da absolut was machbar gewesen, allein das Finale ist schon wieder fast sehenswert. 


Ganz schwierig überhaupt zu beurteilen. Kann als Party-Bombe in entsprechender Runde und reichlich Treibstoff sogar nützlich sein, unter anderen Umständen allerdings auch nahe an der Zeitverschwendung. Wer grundsätzlich offen für absurden Unfug ist und sich einfach mal ein ganz merkwürdiges Stück „Filmgeschichte“ zufügen will, warum nicht? Ist nicht gut, tut nicht weh und erweitert bestimmt so manchen Horizont.  

5 von 10 Freibeutern auf Herpes-Schiffen

Review: PACIFIC RIM - Das Kind im Mann

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Fakten:
Pacific Rim
USA. 2013. Regie: Guillermo DelToro. Buch: Travis Beachem, Guillermo DelToro. Mit: Charlie Hunnam, Rinko Kikuchi, Idris Elba, Charlie Day, Diego Klattenhoff, Burn Gorman, Max Martini, Clifton Collins jr., Ron Perlman, Robert Kazinsky u.a. Länge: 131 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren.
Ab 17. 12. 2013 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D.



Story:
Aus den Tiefen des Pazifiks kamen sie empor, die Kaiju, gigantische Kreaturen, die gnadenlos alles zerstören was ihnen begegnet. Die Menschen haben bereits enorme Verluste hinnehmen müssen, doch dank des Jaeger-Programms, riesige Roboter, die von zwei Piloten mittels deren Geistes gesteuert werden, gibt es noch Hoffnung in der Schlacht Mensch gegen Monster.





Meinung:
Der Mexikaner Guillermo DelToro ist bekannt für seinen eigenwilligen, phantastischen Stil. Egal ob Monster-Horror („Mimik“), Vampir-Action („Blade 2“), schauriges Märchen („Pans Labyrinth“) oder höllischer Superheld („Hellboy“), allen seinen Filmen gab er eine ganz eigene, individuelle Handschrift, doch auch wenn er gerne und oft dem Spektakel frönte, das Gefühl einen Blockbuster aus der Traumfabrik zu sehen, stellte sich – gottseidank – nie wirklich ein. Doch nun mit „Pacific Rim“ darf sich DelToro nach dem Ausstieg aus dem Mammut-Projekt „The Hobbit“ auch einmal an großen CGI-Effekten, millionenteuren Chaos und großen Pathos versuchen und um eines bereits jetzt klar zu machen, „Pacific Rim“ ist großes, nicht sonderlich cleveres Popcorn-Kino, welches unter der Führung eines anderen Regisseur gewiss zum Scheitern verurteilt wäre, doch DelToro gelingt es spielend aus dem gigantomanischen Kampf Riesenroboter gegen Monsterkollos den bis jetzt besten Blockbuster des Jahres zu machen und das schönste daran, der Film trägt eine individuelle Handschrift. Die eines Kindes.


Fitness der Zukunft: Jaeger steuern
"Pacific Rim“ macht bereits von Beginn an klar, dass die Realität, die zuletzt vom bräsigen „Man of Steel“ verbittert als Aufhänger genutzt wurde, hier Pause hat. Hochhausgroße Kreaturen aus einem Dimensionsportal am Grunde des Ozeans? Ja, das ist unreifer Blödsinn und dieser wird ohne ironische Seitenhiebe genutzt. Fantasy ist Trumpf! DelToro vertraut zum einen auf die Einfachheit der Handlung und lässt diese den Film bestimmen, wobei die eigentliche Antriebskraft von „Pacific Rim“ der infantile Spaß am Spektakel ist. Es scheint fast so als ob hier die Imaginationen eines Kindes auf der Leinwand zu bestaunen sind. DelToro malt mit satten Farben und errichtet mit technisierten Bauklötzen ein Grundgerüst simpelster Prämisse, welches dafür eine Faszination inne hat, die sonst eben nur Kinder haben. Das kann man lächerlich, enttäuschend oder einfältig finden, aber eben auch mitreißend und anziehend. Wenn sich die massiven Maschinen den gnadenlosen Kaiju in den Weg stellen, dann entfacht DelToro einen krawalligen Zauber aus Zerstörung und Technik, Physis und Staunen. Dem gegenüber steht allerdings eine Dramaturgie die all zu leicht ins Schleudern kommt. Wenn die Jaeger-Mechs eine effektive Waffe erst dann einsetzen, wenn es gerade spannungstechnisch passt oder warum einige der Milliarden teuren Weltenretter Rettungskapseln haben und andere wieder nicht wirkt gewiss mehr als nur einmal seltsam und steif konzipiert, aber die Welt um diese Makel bleibt dennoch pulsierend, ein lebendiger Ort direkt aus der Phantasie eines Achtjährigen, der mit einem Lego-Baukasten sein eigenes Reich, sein eigenes Abenteuer entwirft und nachspielt. Dieser Achtjährige ist Guillermo DelToro. Die Frage die sich stellt ist, ob man bereit dafür ist sein eigenes, inneres Kind zu wecken. Einen Versuch sollte es aber wert sein.


"Cloverfield" ist für Pussys
Zugegeben, dieses Kind spart nicht mit Pathos, dafür aber mit Patriotismus. „Pacific Rim“ sind Nationen genauso schnurz wie Realismus. Erfrischend. Genau wie das detailverliebte Design. Obwohl die Schlacht Mensch gegen Monster ein einziger CGI-Rausch aus den Hochleistungsrechnern der SFX-Firmen ist, wirkt es dennoch greifbar, auch wenn ein Jaeger mit einem Öltanker als Waffe einem Kaijun den Scheitel zieht. DelToro gelingt es nämlich die Größe und Masse der kämpfenden Kontrahenten jederzeit so herrlich übertrieben und dennoch verständlich darzustellen, das „Transformers“-Spezi Michael Bay von ihm lernen sollte. Wirken bei Bay die Scharmützel eher artifiziell und mickrig, trotz der Größe der kämpfenden Partein, protzt „Pacific Rim“ mit wahrem, herrlich übertriebener, technisierter Hypersomie, der sich auch in der Kampfgeschwindigkeit der Jaeger zeigt. Schnelle Aktionen und flinke Bewegungen gibt es hier nicht. Wenn eine Stahlfaust mit der Größe eines Tagebaubaggers auf die Panzerung eines Kaijun trifft, dann ist das langsam aber auch unglaublich wuchtig und gibt den Kämpfen sogar etwas, was bis jetzt im Blockbusterjahr 2013 deutlich zu kurz kam: Spannung und Intensität. Das Gefühl, dass es hier wirklich um etwas geht ist jederzeit spürbar.


Groß, größer "Pacific Rim"
Dem Gegenüber steht das Design. Trotz seines modernisierten, digitalen Kerns wirkt „Pacific Rim“, genau wie der Jaeger mit dem Held Raleigh (Charlie Hunnam, „Sons of Anarchy“, „Cold Blood“) unterwegs ist, eher analog. Guillermo DelToro setzt viel auf Feinheiten und es gelingt ihm sogar eine Art Cyperpunk-Ästhetik herzustellen. High-Tech-Uhren im Radiowecker-Look oder Anzüge die aussehen wie eine Mischung aus Astronaut und schwarzer Ritter mögen für den einen gewiss befremdlich wirken, es ist aber auch ein Zeichen für die Detailliebe und –Versessenheit des Produktion. Schade, dass dieser Aufwand nicht für den 3D-Effekt genutzt wurde. DelToro, der „Pacific Rim“ ursprünglich im klassischen 2D-Gewand präsentieren wollte, musste sich doch Warner Bros. beugen und so erstrahlt die infantile Robo-gegen-Ungeheuer-Welt in ödem, konvertierten wenig dreidimensionalen Bildern. Ähnlich wie bei „Star Trek Into Darkness“ wissen die ersten Minuten zu Gefallen, doch danach ist das Gimmick nicht mehr als kaltschnäuzige Geldmacherei. Ein krasses, kapitales Kontrastprogramm zur Leidenschaftlichkeit von „Pacific Rim“.


„Pacific Rim“ ist ein Film, der den geneigten Zuschauer wieder zum Kind werden lässt. Großes Spektakel in einer realitätsfremden Welt, voller krachender Action und Faszination aus Gigantomanie und Phantasie. Dumm? Ja, sehr sogar, aber eben auch mit einem ganz besonders Gefühl versehen. Ein Gefühl, dass hier kein Marketingstratege oder Erfolg-nach-Plan-Regisseur am Werk war, sondern ein gewisser Guillermo DelToro, der in diesem mauen Blockbuster-Sommer Hollywood etwas wunderschönes zurückbrachte: den Mut Träume auf die Leinwand zu bannen, auch wenn dieser Traum letztlich nur großer Krawall ist und aus dem Kopf des achtjährigen Jungen kommt, den DelToro in sich trägt. So gesehen ist „Pacific Rim“ eine Liebeserklärung an das Kind im Manne. Wunderschön.


8 von 10 Gramm Kaijun-Knochenpulver für die männliche Potenz