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Review: DARK STAR - Gesprächige Bomben und wilde Wasserbälle

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Fakten:
Dark Star
USA, 1974. Regie: John Carpenter. Buch: John Carpenter, Dan O'Bannon. Mit: Brian Narelle, Cal Kuniholm, Dre Pahich, Dan O'Bannon, Joe Saunders u.a. Länge: 83 Minuten. FSK: ab 6 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.



Story:
Seit 20 Jahren befindet sich das Raumschiff "Dark Star" auf einer Mission im Weltall. Die Crew soll mit Hilfe intelligenter Bomben instabile Planeten sprengen, um die Kolonisation des Weltraums nicht zu gefährden. Die Stimmung war schon besser: Der Captain ist bei einem Unfall gestorben, das Klopapier ist aus, ein seltsames Alien sorgt für Unruhe und zu allem Überfluss ist ein technischer Defekt dafür verantwortlich, dass einer der gesprächigen Sprengkörper zur echten Gefahr wird.



Meinung:
Das Spielfilmdebüt von Horror-Meister John Carpenter und Science-Fiction-Spezi Dan O'Bannon war ursprünglich ihr Abschlussprojekt für die Filmhochschule, wurde nach der Kinorechteerwerbung durch Produzent Jack H. Harris nur noch etwas überarbeitet und verlängert. Das es sich hier um einen Film von (noch) Amateuren handelt und für schlappe 60.000 Dollar produziert wurde ist unverkennbar, allerdings lässt sich durchaus schon erkennen, dass die Herren Talent haben.


Auch der Rasierschaum scheint aus zu sein
Mit starken Anleihen bei Kubricks Meisterwerk "2001 - Odyssee im Weltraum" scheint "Dark Star" wie eine verspielte Hommage an diesen Klassiker. Nur in ganz günstig und äusserst schräg. Mal positiv, mal auch einfach nur merkwürdig. Das der Film ursprünglich nur ungefähr 70 Minuten ging ist deutlich zu sehen, einige Szenen wirken unnötig gestreckt oder sind reine Zeitfüller, machen für die Geschichte an sich nicht viel Sinn. Hätten sie sich lieber sparen sollen, kürzer ist nicht unbedingt schlechter. Das Drehbuch ist nun wirklich nicht die Stärke von "Dark Star", dafür hält das Ding einige kurriose Ideen parat und ist in seinem No-Budget-Look extrem charmant. Ein unglaubliches Highlight ist das Auftauchen des "Exoten", dass wohl ulkigste Alien der Filmgeschichte. Wie soll ich es beschreiben...es ist ein Wasserball. Mit Entenfüßen. Ja, das trifft es. Klingt komisch? Und wie! Das Enten-Ball-Dings macht zudem komische Geräusche und liefert sich mit Dan O'Bannon (ja, der spielt auch mit) eine Hetzjagd mit einem skurrilen Fight in einem Fahrstuhlschacht. Irre Nummer, muss selbst gesehen werden. Besagte Fahrstuhlszene, mal abgesehen von dem drolligen Ballspiel, zeigt dabei jedoch schon Carpenters Fähigkeiten als Regisseur, das sieht echt nicht schlecht aus. Ohnehin gibt es bei "Dark Star" schon viele Details, die sich in seinen späteren Werken wiederfinden lassen. Schon hier klasse ist sein komponierter Score, ein Markenzeichen aus seiner ultra-starken Phase (zwischen '76 und '82).


Das Ding aus einem anderen Pool
Neben dem ganzen liebevollen Quatsch gibt es aber auch ernsthafte, kritische Momente, die allerdings auch eher unterhaltsam verpackt werden. Die finale Diskussion zwischen Doolittle (ja, der heißt wirklich so) und "Bombe 20", die gar nicht einsehen will, warum sie denn jetzt nicht explodieren soll, ist von seiner Kernaussage gar nicht so weit entfernt von dem großen Vorbild "2001". Wenn künstliche Intelligenz so intelligent ist, dass die menschliche Kontrolle nicht mehr gegeben ist. "Dark Star" sieht aus wie astreiner Trash, ist es zeitweise auch, dahinter steckt aber doch mehr. Nur eben nicht die ganze Zeit. Zum Schluss gibt es dann nochmal einen herrlichen Ritt auf der perfekten Welle.


Extrem billiges, teilweise arg holpriges, dennoch liebenswertes Frühwerk von zwei Männern, die nur kurze Zeit später das Genrekino massgeblich prägen sollten. Eine Blick und einen kleinen Platz im Herzen jedes Filmliebhabers sollte dem dunklen Stern gegönnt sein.


6 von 10 biestigen Wasserbällen

Review: LIFEFORCE - Quatschkram aus dem Weltall

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Fakten:
Lifeforce 
GB, USA, 1985. Regie: Tobe Hooper. Buch: Dan O'Bannon, Don Jakoby. Mit: Steve Railsback, Peter Firth, Frank Finlay, Mathilda May, Patrick Stewart, Michael Gothard u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Eine britische Raummission zur Erforschung des Halley'schen Kometen entdeckt in seinem Schweif ein geheimnisvolles Flugobjekt. An Bord findet die Crew neben einigen Leichen zwei Männer und eine verführerische Frau im Tiefschlaf. Die Crew beginnt mit der Bergung und löst damit eine Katastrophe aus, denn als das Raumschiff auf der Erde landet, ist es ausgebrannt und die Besatzung bis auf Kommandant Carlsen tot. Die drei Passagiere stürzen als blutsaugende Aliens London in ein apokalyptisches Chaos...



Meinung:
- "Sie hat sich einen anderen Körper gesucht."
- "Woher wissen sie das?"
- "Ich kann es sehen...in ihrem Geist!"

Alles klar? Das möchte man gerne auch Tobe Hooper und vor allem Dan O'Bannon fragen, den Regisseur und den Autor dieser Trashparade. Hooper, der einst mit "Texas Chainsaw Massacre" das Horrorgenre maßgeblich prägte und später mit "Poltergeist" immerhin noch die Marionette von Steven Spielberg sein durfte (böse, aber wohl nicht ganz falsch) und O'Bannon, der die Drehbücher für Carpenters "Dark Star", aber ganz besonders für Klassiker wie "Alien" und (nach "Lifeforce ") "Total Recall" verfasste, das klingt doch nach einer Kombo mit einer gewissen Erwartungshaltung.


Es knistert ganz gewaltig zwischen den Figuren.
Wer bei "Lifeforce" aufgrund dessen einen ernstzunehmende Sci-Fi-Horror-Schocker erwartet, der sei eindringlich gewarnt. Relativ schnell dürfte klar sein, wohin die Reise geht, auch wenn sich in der ersten Hälfte der Quatsch noch im Rahmen hält. Da macht der Streifen allerdings auch nicht so viel Spaß, denn das schleift schon manchmal recht deutlich, aber die liebevoll gestalteten Masken und Effekte (sowie die durchgehend nackte Mathilda May) wissen zu gefallen. Ernstzunehmen ist es aber da schon nicht, zu einfältig sind die Dialoge und die Geschichte riecht schon nach dem, was später folgt. Ab der Ankunft von Carlsen und Co. in dem Sanatorium gehen "Lifeforce" endgültig die Zügel durch. Besonders Hauptdarsteller Steve Railsback scheint von allen guten Geistern verlassen, schreit und ohrfeigt wild um sich, jetzt wird die Nummer richtig amüsant. Die Story um Body-Snatcher-Vampir-Zombie-Dingenskirchen-Aliens wird immer konfuser, die Dialoge erreichen eine ungeahnte Qualität an Unsinn, die Darsteller bringen das mit einer Ernsthaftigkeit, dass es vollkommen konträr zum Gezeigten erscheint.

Ein Vogel? Ein Flugzeug? Ein Weltraumvampir!
Egal, was für merkwürdige Ereignisse auf die Protagonisten einprasseln, nichts scheint sie zu irritieren, für alles wird sofort die richtige Theorie aufgestellt, die sich natürlich als goldrichtig erweißt, zweifelt eh niemand dran. Das anfänglich etwas träge Tempo gehört der Vergangenheit an, die grob angepeilte Stimmung für einen ernsten Horrorfilm auch, nun geht die Post ab. Kleine Dialogkostprobe: 
- "Wissen sie über das außerirdische Raumschiff bescheid?"
- "Raumschiff ?"
- "Das Objekt vom Halley'schen Kometen."
- "Ach so... (DAS Raumschiff!)"

Unglaublich. Das letzte Drittel ist so blöd und gleichzeitig super unterhaltsam. Ob das so geplant war, ich wage es dezent zu bezweifeln, aber was soll's? "Lifeforce" ist Sci-Fi-Kasperletheater mit guten Effekten und namenhaften Leuten hinter der Kamera, die sich das allerdings wohl so nicht vorgestellt hatten. 

6 von 10

Review: THE RETURN OF THE LIVING DEAD - Jetzt sprechen sie auch noch

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Fakten:
The Return of the Living Dead
USA, 1985. Regie: Dan O'Bannon. Buch: Dan O'Bannon, Rudy Ricci. Mit: Clu Gulager, James Karen, Don Calfa, Thom Mathews, Beverly Randolph, John Philbin, Jewel Shepard u.a. Länge: 87 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Freddy erster Arbeitstag in einem Warenlager wird weniger langweilig, als es sich erst anhört. Von Kollege Frank erfährt er, dass seit Jahren einige Container im Keller gelagert sind: Mit Zombies! Das Millitär hätte sie durch ein Experiment mit einem Giftgas (auf Marihuanabasis!) erschaffen und versehentlich an die falsche Adresse geschickt. Als Frank dem Neuling die Schmuckstücke zeigen will, entweicht dieses Gas. Dummerweise ist der Friedhof gleich nebenan...
 


Meinung:
Zombiekonserven sind lange haltbar.
"Return of the Living Dead", das klingt im ersten Moment wie ein weiterer Teil von Geroge A. Romeros Zombie-Reihe (der ursprüngliche deutsche Verleihtitel "Verdammt, die Zombies kommen" eher weniger). Stattdessen ist Dan O'Bannons B-Movie so was wie der Vorläufer der heute so beliebten Zombiekomödien. Romeros Serie dient natürlich als Inspiration und wird auch direkt erwähnt, doch "Return Of The Living Dead" ist mehr als nur eine Hommage.  Der Anfang holpert schon etwas, insgesamt kommt der Streifen leicht träge aus den Puschen. Es gibt zwar bereits einige amüsante Szenen und schöne Einfälle (halbe Zombiehunde), es versprüht 80er B-Movie Charme, es könnte aber gerne etwas flotter zur Sache gehen, bedenkt man die knappe Laufzeit. Das Warten lohnt sich dafür definitiv. Sobald die Untoten in großer Zahl ihre Gräber verlassen, dreht "ROTLD" so richtig auf.


Ab dem Punkt gibt es kaum Verschnaufpausen. Mit dem deutlich angezogenen Tempo kommen vor allem kreative Einfälle zum Vorschein. O'Bannons Zombies sind richtig flinke Gesellen, schlurfen nicht träge durch die Gegend wie bei Onkel Romero. Nicht nur das, sie arbeiten sogar überlegt taktisch und können sprechen! Das sorgt für einige böse und sehr unterhaltsame Szenen ("Wagen 7 an Zentrale. Schicken sie mehr Sanitäter!"). Ideen, die später von anderen Filmemachern aufgegriffen wurden (z.B. Zack Snyders "Dawn of the Dead", in dem die Untoten ebenfalls richtig Gas geben konnten). 


Der will nur spielen.
Für seine bescheidenen Mittel verkauft sich "Return Of The Living Dead" erstaunlich gut. Masken und Effekte sind liebevoll, witzig und zum Teil auch recht zünftig. Dazu tönt ein stimmungsvoller Soundtrack von Bands wie The Damned, The Cramps oder The Jet Black Berries. Das klingt nicht nur herrlich nach den 80ern, dass passt auch prima zu den Szenen. Durch seinen Drive, Esprit und Witz in der zweiten Hälfte macht "ROTLD" ordentlich Boden gut und weiß den Genrefan augenzwinkernd zu unterhalten. Gegen Ende gibt es sogar noch den satirisch-kritischen Ansatz, der bei Romero auch nie fehlen durfte. Fans des untoten Gesindels und 80er Jahre Horrorfilmen, die sich selbst überhaupt nicht ernst nehmen, werden hier ihre Freude haben, garantiert.

7,5 von 10 Punkten.