Review: VAMPIRE NATION - B-Horror Deluxe


http://3.bp.blogspot.com/-Erlxf-SRXUU/TeJ87xSzRVI/AAAAAAAABlY/dgTB6rHeHAI/s640/stakelandquad.jpg 


Fakten:
Vampire Nation (Stake Land)
USA, 2010. Regie: Jim Mickle. Buch: Nick Damici, Jim Mickle. Mit: Nick Damici, Connor Paolo, Kelly McGillis, Danielle Harris, Michael Cerveris, Sean Nelson u.a. Länge: 95 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Urplötzlich überrennen Vampire die Zivilisation. Der junge Martin wird von Einzelkämpfer Mister gerettet und kämpft vortan an seiner Seite gegen die Blutsauger. Sie schlagen sich durch ein verwüstetes Land, das von Vampiren zerstört, aber von Barbaren regiert wird.





Meinung:
Erstaunlich. Diesen ersten Eindruck vermittelt die extreme Low-Budget-Produktion "Stake Land" (furchtbar blöde "Übersetzung": "Vampire Nation") und hält dies bis zum Schluss. Für so wenig Budget lässt sich nichst erwarten und gerade deshalb ist der Film sehenswert. Man möge sich mal jede ähnlich gelagerte DTD - Produktion vor Augen führen, dagegen ist das eine Meisterleistung.



Batman und Robin in Stake Land
Natürlich bietet "Stake Land" wenig neue Ideen, verkauft diese dafür gekonnt. Ein apokalyptisches Szenario, nah an "28 Days Later", dafür mit Vampiren, die richtig Biss haben. Keine bleichen Mitesser oder romantischen Schnarchnasen, nein, wütende, primitven Bestien, die die Welt in wenigen Wochen an den Rande des totalen Kollaps gefressen haben. Ein raubeiniger Einzelgänger und sein junges Mündel kämpfen sich durch ein ausgestorbenes Land, dessen wenige, grob-zivilisierte Flecken entweder abgeschürmte Festungen oder anarchistische Jagdgründe darstellen. Die Monster lauern überall, aber wer ist am Ende der Normen denn noch klar von den Monstern zu trennen? Damit spielt "Stake Land", wie jeder halbwegs gute Endzeitfilm. Die Vampire sind Auslöser und Treibstoff des Endes der Zivilisation, aber sie beherrschen es dennoch nicht. Dafür sind sie zu dumm, zu primitv. Der Schrecken und die ultimative Bedrohung wird durch die Menschen verkörpert, die sich das Chaos zunutzte machen. Die Monster werden als willenlose, instinktgesteurte Waffe genutzt, der Mensch tötet den Mensch, weil es in seiner Natur liegt...


Vampire im Werwolf-Look
Für ein lächerliches Budget zaubern Regisseur Jim Mickle und Autor (sowie Hauptdarsteller) Nick Damici einen beachtlichen B-Horror-Streifen auf den Tisch. Da wird letztendlich nichts neues geboten, aber altbekanntes und gut erprobtes vernünftig verkauft. Kurzweilig, spannend und optisch ansprechend vorgetragen. Die Stimmung funkt ab der ersten Minute, die Effekte und Masken können sich sehen lassen - sind unter dem Umständen sogar hervorragend - und "Stake Land" bietet nicht nur platte Figuren, sondern bemüht sich sogar um eine vernünftige Charakterisierung und Dramaturgie. Das ist, natürlich, nicht spektakulär, dennoch über dem Durchschnitt des Genres, mal unabhängig von den Mitteln. Durchgehend funktioniert der Streifen, erlaubt sich kaum ersichtbare Fehler und wenn, werden sie durch die noch ersichtlichere Bemühungen neutralisiert. Sagen wir es mal so: Wieviele Filme haben bessere Voraussetzungen, sind schon nach wenigen Minuten langweilig und sind schlussendlich nur seelensloser Quark? Viel zu viele.


"Stake Land" ist sehr gutes Genrekino für richtig wenig Geld, nur kopierten, dafür super umgesetzten Ideen. Allein das reicht für eine Empfehlung. Wer in der Theke oft in den Grabbel-Kasten greift und meistens mit stinkenden Fingern leben muss, dem sei "Stake Land" wärmsten ans Herz gelegt. Das ist "billiges" Horror-Kino auf höchstem Niveau. Mehr davon. 


P.S.: Wär hätte Kelly McGillis erkannt? Das sind "Stars" ohne Botox und Co., davon kann Nicole Kidman nur träumen.

7 von 10 Fangzähnen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen