Ja, wir
feiern heute Geburtstag. Wir werden zwei Jahre alt, was bedeutet, dass die
Pubertät nur noch knapp 12 Jahre entfernt ist. Yay! Zu unserem Ehrentag haben
souli und stu bereits vor einiger Zeit einen Podcast aufgenommen. Die beiden
labern in technisch eher mittelmäßiger Qualität über verdammt viel Zeug und das
nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch ohne Konzept und Struktur. Anhören
also auf eigene Gefahr! Thema bei den beiden war u.a. „The Raid 2“, „Transformers: Ära des Untergangs“, „Lesson of the Evil“, „Wolf Creek 2“ und „Liebe und andere Kleinigkeiten“. Außerdem erfahrt ihr, warum man beim Filmkauf auf
DVD-Börsen aufpassen muss, wie das Lieblingswort von unserem Autor dem Witte lautet
und wie der Blog überhaupt entstanden ist. Nochmals die Warnung: der Podcast
entstand Frei Schnauze: mit Leidenschaft aber ohne Ahnung.
Viel
Spaß, ihr armen Irren.
So,
jetzt aber noch ein paar ernsthafte Worte:
Wir
wollen uns recht herzlich bei jedem einzelnen Leser unseres kleinen Filmblogs
bedanken. Wir waren nie perfekt und werden es auch nie werden. Danke, dass ihr
es (bis jetzt) akzeptiert habt. Wir posten viele Reviews und viel zu wenig
Specials. Danke, dass euch das scheinbar nicht allzu sehr stört. Wir heißen Die
Drei Muscheln, obwohl wir eigentlich zu fünft sind. Danke, dass ihr scheinbar genauso
schlecht in Mathe seid wie wir. Bringen wir es einfach auf den Punkt und
beenden diesen sehr speziellen Beitrag mit einer klaren Aussage, gerichtet an
euch, die Leser:
Fakten: Wolf Creek 2
Australien. 2013. Regie: Greg McLean. Buch: Aaron Sterns, Greg McLean. Mit:
John Jarratt, Ryan Corr, Shannon Ashlyn, Annie Byron, Phillipe Klaus, Greg
Kennedy, Chloé Boreham, Sarah Roberts, Kate Englefield u.a. Länge: 106 Minuten
(gekürzt), 108 Minuten (ungekürzt). FSK: freigegeben ab 18 Jahren (Film läuft
nur gekürzt in den deutschen Kinos). Ab 20. Oktober 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story: Mick Taylor, der sadistische Serienkiller aus dem australischen Outback ist
zurück. Auch dieses Mal macht er Jagd auf ausländische Touristen und zeigt
wieder einmal, dass er keine Gnade kennt.
Meinung: Beinahe ganze zehn Jahre sollten erst verstreichen, bis es der von
Genre-Geeks heißerwartete zweite Teil vom australischen Terror-Manifest „Wolf
Creek“ auch in Deutschland in die Kinos schaffen würde. Aber wie soll eine
solche Fortsetzung, gerade auch bei diesen relativ „einfachen“ Verhältnissen,
die „Wolf Creek“ aber überdurchschnittlich zu pflegen wusste, schon ausfallen?
Wie soll man diesen Stoff noch reizend weiterentwickeln, ohne sich in gängigen
Kaskaden der Gewalt zu verstricken und jene nach Strich und Faden zu
zelebrieren? „Wolf Creek 2“ zeigt, dass es auch heutzutage durchaus möglich
ist, einen Horror-Film angemessen weiterzudenken, in dem man Schwerpunkte konsequent
verlagert, um sich nicht in der stinkigen Repetition von Vergangenem
wiederzufinden. Dabei erweist sich einzig der obligatorische Schriftzug „The following is based on acutal events.“
und die ikonische Schlusseinstellung als visuelle Klammer, die gar 1-zu-1
übernommen wurde.
Crocodile Dundee hat ein Messer, Mick hat ein Gewehr
Gewiss darf auch die erschreckende Statistik zu Anfang nicht fehlen: 300.000
Menschen werden jedes Jahr in Australien als vermisst erklärt. Während 90%
davon aber innerhalb ein es Monats glücklicherweise wiederauftauchen, verschwindet
ein (gehöriger) Bruchteil für immer von der Bildfläche. Und dass Mick Taylor
(John Jarrett) an diesem Verdünnisieren nicht ganz unschuldig ist, haben uns
Greg McLean und Aaron Sterns mit „Wolf Creek“ schon im Jahre 2005 gelehrt. War
der Erstling damals noch darum bemüht, mittels einer fast einstündigen
Exposition zu vermeiden, dass die Studenten in den Hauptrollen nicht zu bloßen
Stereotypen verkommen, um den folgenden Kampf ums Überleben als echte
Zerreißprobe für das Nervenkostüm des Zuschauers zu manifestieren, kennt „Wolf
Creek 2“ von Anfang an kein Halten mehr. Der psychopathische Aussie Mick
Taylor, der in „Wolf Creek“ durch seine sadistische Konsequenz im Umgang mit
Backpackern bereits für Gänsehaut sorgen konnte, legt nun noch einige Schippen
in Sachen Zynismus drauf, während die Inszenierung der Gnadenlosigkeit seiner
Person einen deutlich expliziteren Raum ermöglicht.
Mick demonstriert die australische Gastfreundschaft
Eine Jugendfreigabe wird „Wolf Creek 2“ mit Sicherheit nicht erlangen und dass
der Film nur in einer drastisch gekürzten Fassung die hiesigen Kinos erreichen
wird, ist zwar eine Schande für jeden mündigen Besuchers, aufgrund der
amoralischen Härte aber auch wenig verwunderlich. Wenn Mick uns in den ersten
Minuten ohne Abkehr veranschaulicht, was er von Polizeiwillkür hält und mit dem
Buschmesser, seinem Gewehr und einem Pfeifen auf den Lippen einen waschechten
Affront gegen Autoritäten lostritt, entflammt die Leinwand (in der
ungeschnittenen Fassung, versteht sich) vom grellroten Hämoglobin. „Wolf Creek
2“ versucht sich nicht mehr daran, den Schrecken sukzessiv zu evozieren und dem
Zuschauer durch den sympathischen, etwas einfältig wirkenden Mick an der Nase
herumzuführen. Greg McLean hingegen inszeniert mit „Wolf Creek 2“ knüppelhartes
Genre-Kino, in dem die schwarzhumorige Note nicht fehlen darf und sich damit
ganz in die Tradition grimmiger Ozploiter reiht. Allein wenn Mick bei einer
Verfolgungsjagd eine Handvoll Kängurus zu „The Lion Sleeps Tonight“ überrollt,
ist die Message in Richtung Tourismus doch eindeutig.
Mick Taylor, ein echter Archetyp seiner Gattung, nämlich handelt aus
nationalistischen, zutiefst reaktionären Motiven (Seine eindeutige Devise:
Touristen = Auslandsplagen) und hat vor allem mit dem Briten Paul (Ryan Corr),
einem Spross der Kolonialherren, noch eine Rechnung zu begleichen, deren
Wurzeln tief in die Historie von Down Under greifen. „Wolf Creek 2“ dreht sich
dabei erneut nur um Mächteverhältnisse, einzig um Gewinner und Verlierer und
Mick Taylor ist dabei der Schiedsrichter – Im grotesken Finale in seinem
Folterkeller wird das auf den Punkt gebracht und auf die Essenz des Werkes
heruntergebrochen. In seiner konzentrierten Geradlinigkeit ist „Wolf Creek 2“
wirklich eines der Highlights des Jahres 2014, so gemein, dreckig und
kompromisslos wurde lange kein Blut und Gekröse mehr verteilt. Darüber hinaus
ist das ästhetisch natürlich mal wie der hervorragend abgefilmt und die
sengende Hitze, die unendlichen Täler, atmosphärisch vortrefflich eingefangen.
Ein echtes Kleinod!
Der australische Horrorfilm „Wolf Creek“, der sich auf wahre Begebenheit beruft, war bei diversen Festivals ein großer Publikumsliebling und avancierte vor allem auf DVD zu einem Hit. 8 Jahre später schickt Regisseur und Autor Greg Mclean den sadistischen Serienkiller Mick Taylor (John Jarrett) erneut auf die Jagd nach Touristen und Backpackern. Das wird gewiss wieder ziemlich blutig und erbarmungslos. Hier der erste Trailer zu „Wolf Creek 2“.