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Review: DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN - Ein aus der Not geborener Glücksfall

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Fakten:
Dracula jagt Mini-Mädchen (Dracula A.D. 1972)
GB, 1972. Regie: Alan Gibson. Buch: Don Houghton. Mit: Christopher Lee, Peter Cushing, Stephanie Beachman, Christopher Neame, Michael Coles, Marsha A. Hunt, Caroline Munro, Janet Key, William Ellis, Philip Miller, Michael Kitchen u.a. Länge: 93 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Mal wieder hat Dr. Van Helsing seinem alten Widersacher Graf Dracula den Garaus gemacht, diesmal soll für 100 Jahre Ruhe sein. Im London des Jahres 1972 erweckt eine Gruppe Twens im Drogenrausch den Fürst der Finsternis wieder zum Leben. Ein Mitglied der Clique: Jessica Van Helsing. Ihr Großvater ahnt nach den ersten Todesfällen schnell, wer da wieder aufgetaucht ist. Und auf wen er es abgesehen hat…




Meinung:
„Großvater, ich will dir ein Geständnis machen, wenn es dich beruhigt: LSD habe ich noch nie geschluckt. Ich habe auch noch nie gespritzt und ich schlafe auch noch nicht mit jedem bis jetzt.“

Das „bis jetzt“ ist doch mal ein Brüller…

Ganz neue Alltagsproblematiken im Hause HAMMER, was ist denn da los? Nun, das Studio sah sich gezwungen alternative Wege zu gehen. Die Zuschauer blieben weg, das Geld wurde (noch) knapp(er) und wenn einer das sinkende Schiff noch retten konnte, dann natürlich Dracula. Christopher Lee wurde gegen seinen Willen erneut vor den Karren gespannt (er war einfach zu gutmütig: Die Studiobosse argumentierten mit bereits verkauften Rechten und wie viele Arbeitsplätze daran hängen würden, Lee gab nach) und erstmals seit dem Original von 1958 gab es einen gemeinsamen Dracula mit Peter Cushing, der nur 1960 in „Dracula und seine Bräute“ wieder als Van Helsing zu sehen war, dem einzigen Film der Reihe ohne Lee. Nur eine berechtigte Frage stellte sich: Quo vadis, Dracula?


Es ist angerichtet...
Nach nunmehr fünf Sequels mit dem immer gleichen Muster (ausgenommen „Dracula und seine Bräute“, der sich nur bedingt in die Serie einordnen lässt) – der eigentlich endgültig besiegte Dracula steht durch ein Ritual wieder auf oder ist einfach nie weg gewesen, warum auch immer – und der nicht nur daraus resultierenden, absteigenden Qualität der letzten Filme („Das Blut von Dracula“ und „Dracula – Nächte des Entsetzens“ entstanden als Fließbandproduktionen 1970 direkt nacheinander, was man deutlich merkt) war ein neues Konzept gefragt. Schon wieder den Grafen in seiner Burg und dem üblichen Drum und Dran, das wollte keiner mehr sehen. Also nun „Dracula A.D. 1972“ oder unter dem wunderschönen deutschen Titel „Dracula jagt Mini-Mädchen“, der dem Endprodukt fast gerechter wird. Nachdem der Prince of Darkness zum letzten Mal am Rad gedreht hat (herrlich theatralisch und im Sinne der folgenden 90 Minuten leicht absurd vorgetragen) und auch Van Helsing letztlich in die Kiste gekommen ist, folgt der radikale Cut: Ein Flugzeug, die roten Doppeldecker, willkommen in London, anno 1972. Kein Blitz und Donner, keine hutzeligen Bauerndörfer im Schatten der Schreckensburg und kein Heulen der Kinder der Nacht. Hier wird Dope geraucht, kesse Bienen tanzen in flotten Hotpants zu Hottentotten-Musik und es wird gegen das spießige, britische Establishment rebelliert.


Da müssen wir mal eine Blutprobe nehmen...
Hier hängt der Hammer an fremder Stelle. Schon vorher spielten Filme des Studios zwar in der Gegenwart, jedoch nie so, weit entfernt von klassischen Modellen, mitten drin im Swinging-London. Das ist ungewohnt und von Dracula lange keine Spur. Selbst als sich Christopher Lee endlich aus seinem Ruhestand erhebt (natürlich: Durch ein Ritual) wirkt er trotz seiner gewohnt erhabenen Gestalt total deplatziert. Doch gerade dieser merkwürdige Kontrast zu der eingeschlafenen HAMMER-Methodik hat einen skurrilen Reiz. Das „Dracula jagt Mini-Mädchen“ eine aus der Not geborene Verzweiflungstat ist, lässt sich kaum schön reden und ist überdeutlich zu erkennen. Offensichtlich war sich keiner sicher, was man aus der neuartigen Prämisse überhaupt machen sollte. Nüchtern ist der Film niemals konsequent, weder in seiner Inszenierung, noch in seiner kaum zu definierende Intention. Der Clash von Klassik und Moderne wird dadurch erstaunlich gut präsentiert, ob das immer freiwillig ist, bleibt zu bezweifeln. Mal total unverkrampft, locker-lässig planlos aus der Hüfte geschossen, teilweise sogar gezielt ironisch, dann aber sich wieder im Ansatz auf den Geist der alten Filme berufen wollen, was eher von einer Unsicherheit im Umgang mit der Materie zeugt, trotzdem einen ungemeinen Charme hat. Ungewollt – oder eher in der Form unabsichtlich - ist „Dracula jagt Mini-Mädchen“ dadurch die beste Fortsetzung seit dem hervorragenden „Blut für Dracula“ (1966) geworden. Selbst der Score hat keine klare Linie, wechselt von Swing und Funk stellenweise urplötzlich zu Orgel-Grusel-Musik, das passt gar nicht und gerade dadurch doch.


Christopher Lee hat zudem die kürzeste Screentime aller bisherigen Dracula-Filme (das toppte nur noch der letzte, folgende Teil „Dracula braucht frisches Blut“, bei dem sowieso alles in die Hose ging), dafür darf Peter Cushing das Feld größtenteils beackern. Kein Problem, auch wenn es dadurch relativ wenig Vampir-Action gibt, zumindest in der ersten Hälfte. Da macht „Dracula jagt Mini-Mädchen“ auch lange nicht so viel Spaß wie später, richtig zieht der eh erst in der letzten halben Stunde an. Vorher ist sehr deutlich, wie schwach das Skript eigentlich ist, das spielt hinterher gar keine Geige mehr. Durchgehend super ist Christopher Neame in der Rolle des Johnny Alucard (!), der als (zunächst) menschlicher Antagonist von Optik und Auftreten leicht an Malcolm McDowell alias Alex in „Uhrwerk Orange“ erinnert. Der macht nicht nur eine gute Figur, er liefert auch noch eine Duschszene ab, die Janet Leigh Konkurrenz macht. Also, zumindest fast. Fast ist das Stichwort: Fast ist „Dracula jagt Mini-Mädchen“ eine Parodie, fast ist er eine Hommage und fast ist er ein ernstgemeinter Gruselfilm, die Grenzen verschwimmen. Nach dem etwas zu behäbigen Start in einer schrulligen, sehr herzlichen Konstellation. Ob Draculas Augen im Finale nun diabolisch-blutrot sind oder ob zu viel Hasch in der Luft lag, es bleibt diskussionswürdig. Hier lief bestimmt nicht alles wie mal angedacht (oder es wurde nicht viel nachgedacht), aber es funktioniert. Das negative, schauderhafte Gegenbeispiel erschien im folgenden Jahr und beerdigte den HAMMER-Lee-Dracula endgültig. Fatal, dies hier wäre ein würdiger Abschluss gewesen. Ein Exot in seinem Universum, der dadurch nicht alles, aber einiges richtig macht. Definitiv zu diesem Zeitpunkt.

6,5 von 10 Spatenstichen

Review: DRACULA - Christopher Lee wird zur Legende

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Fakten:

Dracula (Dracula/The Horror of Dracula)
GB, 1958. Regie: Terence Fisher. Buch: Jimmy Sangster. Mit: Peter Cushing, Christopher Lee, Michael Gough, Melissa Stribling, Carol Marsh, Olga Dickie, John Van Eyssen, Valerie Gaunt, Janina Faye, Barbara Archer, Charles Lloyd Pack u.a. Länge: 79 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Jonathan Harker reist nach Transsylvanien, um Graf Dracula zu vernichten. Sein Plan misslingt. Harkers Lehrmeister Van Helsing kommt zu spät, um seinen Schützling noch retten zu können. Dracula hat sich bereits nach England begeben, wo er in der hübschen Mina seine Braut gefunden hat. Van Helsing setzt alles daran, seinen Erzrivalen endgültig zu vernichten.


 

                                                                          

Meinung:

Die zwar nicht unendliche, aber unendlich oft erzählte Geschichte von Graf Dracula, hier bei seinem ersten Auftritt durch die Hammer-Studios, und viel besser wäre es wohl kaum machbar gewesen. Allein personell versammelte sich hier die absolute Elite der Schmiede. Peter Cushing als Van Helsing, Christopher Lee in seiner Paraderolle als Fürst der Finsterniss, Terence Fisher auf dem Regiestuhl und Jimmy Sangster als Drehbuchautor, Hammer hatte auf keiner Position jemals bessere Leute und alles greift einzigartig ineinander. 


Van Helsings hat ein ziemlich breites Kreuz
Grob beruht es zwar auf dem Roman von Bram Stoker, allerdings nur extrem grob. Eine waschechte Romanverfilmung hätte auch gar nicht realisiert werden können, denn Hammer war immer ein B-Movie-Studio, bei dem Geld und Zeit knapp waren. Zeitlich ist es auch hier knapp, äußerst kompakte 79 Minuten lassen kaum Spielraum für Ausführlichkeiten und literarische Korrektheit. Im Prinzip stimmen hier nur die Rollennamen und gewisse narrative Fixpunke, selbst die Ausgangsposition ist eine ganz andere. Jonathan Harker reißt nicht unbedarft in die Karpaten, um ein Immobiliengeschäft abzuschliessen, er weiß was ihn erwartet und hat ein ganz anderes Vorhaben. Autor Sangster liefert eine eigene Interpretation der klassischen Story, musste es wohl auch, um das Projekt überhaupt realisieren zu können und die Länge zwingend zu straffen, was letztendlich aber überhaupt kein Problem darstellt.

Mahlzeit...
Der Film ist Hammer-Feeling pur, was ja eigentlich immer davon lebte, etwas simpel, dafür enorm charmant, stimmungsvoll und mit Herzblut gemacht zu sein. Hier werden die Stärken dieser einzigartigen Filme gebündelt und mit voller Durchschlagskraft entfesselt. Das liegt sicherlich vor allem an Terence Fisher, der es wie kein Zweiter verstand, diese Energie zum Leben zu erwecken. Inszenatorisch stimmt einfach alles. Auf das Wesentliche fokusiert, unglaublich faszinierend, grandios eingefangen in Bild und Ton. In der Tat ein Paradebeispiel für das, was die Hammer-Studios so groß gemacht hat. Aus einfachsten Mitteln wird das Maximum herrausgekitzelt, die Atmosphäre ist famos. Die enorme Präsenz der beiden Stars Cushing und Lee trägt den ganzen Film und wird sie für immer unsterblich werden lassen. "Dracula" ist jederzeit anzusehen, wie wenig Möglichkeiten eigentlich vorhanden waren, das macht es um so bemerkenswerter, wie es auch heute noch wirkt. Jede Minute zieht den Zuschauer in eine ganz andere Welt, erzeugt einen Flair, der sich nicht mehr nachstellen lässt und sorgt für wundervolles Gruselambiente der alten Schule. Vernebelte Kulissen, liebevoll ausgestattet und effizient gefilmt, mit pompös-beeindruckender Musik unterlegt, dazu die stahlblauen Augen von Cushing und der blutverschmierte Mund von Lee, ein Traum. Vielleicht der beste Hammer-Film, definitiv einer der Besten. Für Freunde des Studios eine Pflichtveranstalltung und für Dracula-Fans sowieso. 

8 von 10 Holzpflöcken

Review: DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES - Eine Oper aus Orgeln, Schrauben und Killertierchen

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Fakten:
Die Rückkehr des Dr. Phibes (Dr. Phibes Rises Again)
GB, USA, 1972. Regie: Robert Fuest. Buch: Robert Fuest, Robert Bless. Mit: Vincent Price, Robert Quarry, Peter Jeffrey, John Cater, Valli Kemp, Fiona Lewis, Hugh Griffith, Beryl Reid, Terry Thomas, Peter Cushing u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach drei Jahren erhebt sich Dr. Phibes aus seinem selbsterschaffenen, künstlichen Grab. Diesmal geht es ihm nicht um Rache. Er will seine geliebte Frau wieder zum Leben erwecken. Dazu muss er nach Ägypten zum Grab der Pharaonen, wo der geheime Fluss des Lebens verborgen liegt. Jedoch wurde ihm die Karte zu diesem magischen Ort entwendet. Abenteurer Biederbeck hat sie nun in seinem Besitz und selbst entschlossen, den Fluss zu finden. Dr. Phibes heftet sich an seine Fersen, was wieder einige, markante Todesfälle heraufbeschwört. Inspector Trout von Scotland Yard, dem Phibes einest entwischt, muss sich erneut mit dem Fall befassen.





Meinung:
Der skurrile Serienkiller Dr. Phibes ist wieder da. Ein Jahr nach „Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes“ inszeniert Regisseur Robert Fuest die Genreikone Vincent Price erneut als verrückten Wissenschaftler, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat. Wieder müssen einige Menschen auf teils groteske Art und Weise sterben, diesmal steht allerdings nicht Rache im Vordergrund und das Setting verlegt sich von London nach Ägypten.


Vitamine sind bei der Gesichtsfarbe mehr als angebracht.
Im Land der Pyramiden ist das Latexgesicht auf der Suche nach dem Fluss des Lebens, durch den er seine Ehefrau von den Toten auferstehen lassen will. Dafür benötigt er jedoch seine Karte, die nach seinem Untertauchen den Besitzer gewechselt hat. Phibes und seine getreue Dienerin mit dem klangvollen Namen Vulnavia verstehen da recht wenig Spaß und lassen sich wieder allerhand einfallen, um die ihnen im Wege stehenden Personen sehr individuell zu entsorgen. Wie schon der Vorgänger besticht auch „Die Rückkehr des Dr. Phibes“ nicht gerade durch hohe Spannung oder gar Grusel, als Horrorfilm kann der Streifen wirklich nur sehr bedingt bezeichnet werden. Umso einzigartiger wie charmant sind dafür die eigenwilligen Sets und die kunterbunte, ziemlich abgefahrene Ausstattung. Eine Trash-Oper mit ganz eigener Note. Wie ein Jahrmarkt der Absurditäten oder ein altes Hammer-Studio Set, in dem eine 70er Jahre-Deko-Granate explodiert ist. Äußert extrovertiert und bewusst kitschig, wie schon der Vorgänger. Höhepunkte sind selbstverständlich die kuriosen Morde, bei denen Dr. Phibes auf noch mehr tierische Unterstützung als vorher bauen kann. Einige Tötungen fallen sogar recht brutal aus (alles noch im Rahmen), was wohl für die höhere FSK-Einstufung (Teil 1 war noch ab 12, dieser hier jetzt ab 16 freigegeben) sorgte. Besonders „schön“: Die Schraube.


Q-Tips aus Edelstahl, nach der Testphase gleich wieder vom Markt.
Neben Vincent Price als Dr. Phibes sind auch Peter Jeffrey und John Cater als enorm unterhaltsames Ermittlerduo von Scotland Yard wieder dabei, leider mit etwas weniger Spielraum als im Original. Wie ein altes Ehepaar führen die zum Teil herrliche Dialoge (-„Dieser Mann war in einer Flasche. Ungefähr zwei Meter hoch!“ – „Verkorkt?“). Schade, dass sie nicht mehr so entscheidend in den Plot eingebunden werden, die Show gehört hier noch deutlicher Vincent Price als zuvor. Der wirkt dann doch etwas steif, was natürlich auch an den Eigenheiten seiner Rolle liegt, trotzdem war der Mann auch schon mal besser drauf. Aber mal ganz ehrlich: Selbst ein etwas fader Vincent Price bleibt Vincent Price, da können wenige in Sachen Charisma mithalten. Außer natürlich der überlebensgroße Peter Cushing, welcher allerdings nur in einem kurzen Cameo als Kapitän vorbeischaut. Hat man von den damals schon klammen Hammer-Studios wohl noch als Zugabe für die alten Kulissen bekommen. Kauf die Reste von „She – Herrscherin der Wüste“ und oben drauf zwei Minuten Cushing gratis. Möglich, wer weiß. Trotz all dieser Vorzüge muss dabei klar gesagt werden, „Die Rückkehr des Dr. Phibes“ dürfte definitiv nicht jedermanns Sache sein. Wie schon erwähnt, spannend ist das alles nicht gerade, die Story nicht besonders toll, alles ziemlich überdreht und reichlich schräg. Wer mit so einem Unfug nicht viel anfangen kann, wird über das mitunter eher alberne Treiben wahrscheinlich nur den Kopf schütteln. Man sollte den Film mit einem nostalgischen Auge betrachten, sich an seinem urigen Stil erfreuen, dann lassen sich damit durchaus amüsante 85 Minuten verbringen.


Wem „Saw“ zu heftig und grausam ist, die Fallen des Dr. Phibes kommen meist ohne viel Blutvergießen aus und sind mindestens genauso kreativ. Ein netter Film. Muss man – wie den Vorgänger – nicht gesehen haben, ist dennoch einen Blick wert. Für Fans von so was.

6 von 10 mechanischen Schlangen

Review: DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT - Wenn es nur das wäre...

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http://www.thescifiworld.com/UK/images/stories/movies/The-satanic-rites-of-Dracula-poster.jpg

Fakten:
Dracula braucht frisches Blut (The Satanic Rites of Dracula)
GB, 1973. Regie: Alan Gibson. Buch: Don Houghton. Mit: Peter Cushing, Christopher Lee, Michael Coles, William Franklyn, Freddie Jones, Joanna Lumley, Richard Vernon, Barbara Yu Ling, Patrick Barr, Richard Mathews, Valerie Van Ost u.a. Länge: 84 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Drei Polizisten stossen auf eine mysteriöse Vereinigung, der einige der wichtigsten Männer des Landes angehören. Sie scheinen satanische Rituale durchzuführen. Sie bitten Proffesor Van Helsing, einen Experten auf dem Gebiet des Übernatürlichen, um Hilfe. Bei den gefährlichen Ermittlungen kommen sie einer unfassbaren Verschwörung auf die Spur, an dessen Spitze der mal wieder wiedergeborene Graf Dracula steht.


 
                                                                                 



Meinung:

Der letzte Teil der Dracula-Hammer-Reihe ist ein schlechter Witz. 1973 stand dem Studio das Wasser schon bis zum Hals, wenige Jahre später war auch Feierabend, bei Betrachtung dieser Frechheit kein Wunder. Paradoxerweiser wurde ausgerechnet für diesen Mist, erstmals wieder nach dem Original, Peter Cushing für der Rolle von Van Helsing verpflichtet. Die Hammer-Bosse müssen ihn und Christopher Lee wohl auf Knien angefleht haben, anders ist ihre Teilhabe an diesem Debakel nicht zu erklären. Gut, Lee ist ja auch kaum anwesend, nur im Finale hat er etwas Screentime, vorher ist er genau einmal zu sehen, sonst darf der tapfere Cushing die Suppe auslöffeln. Theoretisch hätte auf Lee komplett verzichtet werden können, das ganze Ding hat eigentlich nichts mit Dracula zu tun. Hätte da irgendein anderer Vogel gestanden, die Story wäre so übernehmbar, wäre zwar keinen Deut besser, aber vielleicht nur schwach statt ärgerlich. So ist das ein unwürdiger Schwachfug, der eine einst tolle Reihe mit Füssen tritt.



Da hilft auch kein Kreuz mehr
Die Dracula-Geschichte (wenn wir es mal so nennen wollen) wird in die Gegenwart verlegt, in's London der 70er Jahre. Somit beraubt sich der Film schon einer der Stärken, die selbst die schwächelnden letzten Teile noch zu bieten hatten: Den typischen Hammer-Flair, die Sets, die Stimmung. Alles für die Katz, am Anfang glaubt man sich im falschen Film. Da wird irgendeine dumme Krimi-Story erzählt, in der urplötzlich nach einer guten halben Stunde Lee mal durch die Tür tritt, um dann bis kurz vor Schluss wieder zu verschwinden. Toll. Davon mal abgesehen ist das auch kompletter Bullshit, vollkommen lieblos hingerotzt, nicht mal ansatzweise so was wie unterhaltsam, spannend, atmosphärisch, ein Armutszeugnis aller erster Güte. An vielen Stellen schlicht lächerlicher, absurd zusammengewürfelter Mix aus Verschwörungsmumpitz und Vampirfilm, bei dem nicht mal die einfachsten Dinge funktionieren wollen. Die Krone der Peinlichkeit setzt diesem Stuss dann das Finale auf, niemals ist Lee lächerlicher gestorben, erbärmlich.


Hilflos gefangen im Unsinn
Einzig und allein Cushing macht halbwegs Spaß, nur retten kann er diese hilflos-verbockte Vollkatastrophe nun beim besten Willen nicht. Der arme Mann. Gott sei Dank war danach Schluss, nicht auszudenken, was dem Studio sonst noch eingefallen wäre. Schauderhafter Absturz einer Legende, des vielleicht besten Hammer-Films. Schrecklich, einfach nur schrecklich. Dazu passend präsentiert in einer furchtbaren DVD-Auflage, wie man 2013 einen Film in so einer grottigen Bild- und Tonqualität auf den Markt werfen kann, spottet  jeder Beschreibung. Hier können sich alle zum Schämen in die Ecke stellen, Cushing vielleicht noch ausgenommen, aber er wurde sicher nicht mit Waffengewalt gezwungen, also ist da Gnade eventuell auch fehl am Platz. Der Tiefpunkt von Hammer, traurig.

2,5 von 10 Pestbeulen

Review: FRANKENSTEIN SCHUF EIN WEIB - Endlich mal ein hübsches Monster

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Fakten:
Frankenstein schuf ein Weib (Frankenstein Created Woman)
GB, 1967. Regie: Terence Fisher. Buch: Anthony Hinds. Mit: Peter Cushing, Susan Denberg, Thorley Walters, Robert Morris, Peter Blythe, Barry Warren, Derek Fowlds, Alan MacNaughton, Peter Madden, Duncan Lamont, Philip Ray, Ivan Beavis u.a. Länge: 88 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.



Story:
Baron Frankenstein arbeitet weiter unermüdlich daran, den Tod zu besiegen. Seine Forschungen tragen Früchte, er sieht sich inzwischen in der Lage, die Seele des Menschen unmittelbar nach dem Ableben im toten Körper zu konservieren, sie eventuell sogar zu "transplantieren". Die Chance zur Generalprobe ergibt sich bald: Sein Gehilfe Hans fällt einer Intrige zum Opfer und wird fälschlicherweise wegen Mordes hingerichtet. Dessen Geliebte Christina begeht daraufhin Selbstmord. Da der Körper von Hans etwas zu kopflos zum wiederbeleben ist, versucht sich der Baron darin, die Liebenden wieder zu vereinen, auf seine ganz eigene Weise.



                                                                       
 

Meinung:

Der vierte Frankenstein-Film der Hammer-Studios vereinte wieder den ewigen Baron-Darsteller Peter Cushing und Regisseur Terence Fisher, der beim letzten Teil der Reihe pausierte. Allein die Beiden sind für einen Hammer-Film schon die halbe Miete.

Victor beim Kaffee kochen...
Der unschlagbare Cushing erfüllt eine seiner Paraderollen mal wieder mit so einem Charisma und zeigt diese Leinwandpräsenz, die ihn zur Legende werden ließ. Fisher weiß genau, was das Publikum von so einem Film erwartet und inszeniert ihn mit den Mitteln, die Hammer-Fans glücklich machen. Handwerklich lässt sich an den Film eigentlich nichts bemängeln, dass es sich hier natürlich um ein recht kostengünstige B-Movie handelt ist wie (fast) immer bei Hammer zu berücksichtigen. Die Story könnte allerdings für Frankenstein-Hardliner etwas gewöhnungsbedürftig sein, denn den liebenswerten Bolzen-Hals gibt es hier nicht zu sehen. Daran könnte sich gestört werden, wobei eigentlich gerade diese Abweichung für einen frischen Wind sorgt. Auf ein zusammengeflicktes Monster muss verzichtet werden, im Gegenteil, das Objekt der Begierde ist diesmal nach der Bastelstunde sogar deutlich hübscher als zuvor. Plastische Chirurgie war damals scheinbar viel weiter als heute, damit ließe sich in Hollywood jetzt unendlich viel Geld verdienen.

...und Christina macht Mett-Brötchen.
Die Geschichte wird, trotz der üblich-übersichtlichen Laufzeit knapp unter der 90-Minuten-Marke, (verhältnissmäßig) ausführlich aufgebaut, ohne dabei aber in Langeweile zu kippen. Das macht Sinn und dem wird interessiert gefolgt. Gelegentlich wird sogar mal etwas Humor eingestreut, schön trocken und bissig, aber nie zuviel. Das eigentliche Auftreten der neuen Kreatur lässt somit zwar auf sich warten, was allerdings nicht weiter stört. Wenn Madame dann endlich da ist, lässt sie sich nicht viel Zeit und geht sofort ans Werk. Da hätte ich mir fast gewünscht, dass der Film noch etwas mehr Laufzeit hätte, 15-20 Minuten mehr hätten dem kaum geschadet, gerade da er ja durchgehend gefällt. So gewohnt kompakt, aber letztendlich auch voll in Ordnung.


Es bleibt festzuhalten: Wenn es Cushing mal wieder in den Fingern juckt und er als unverbesserlicher Baron Frankenstein einfach nicht aus seinen Fehlern lernen will, ist das bei Hammer immer eine runde Sache.


7 von 10 Leichen-Baukästen

Review: SHE - HERRSCHERIN DER WÜSTE - Heiße Frau und heißer Wüstensand.

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Fakten:
She - Herrscherin der Wüste (She)
GB, USA, 1965. Regie: Robert Day. Buch: David T. Chantler. Mit: Ursula Andress, Peter Cushing, John Richardson, Bernard Cribbins, Rosenda Monteros, Christopher Lee, André Morell, u.a. Länge: 102 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD (UK Import) erhältlich (in Deutschland nur als von Warner auf Bestellung gebrannte DVD-R).


Story:
Der britische Abenteurer Leo Vincey trifft 1918 in Palästina auf eine mysteriöse Schönheit, der er augenblicklich verfällt. Sie gibt ihm einen kostbaren Ring und eine Karte, die den Weg zu einer verschollenen Stadt voller Schätze weisen soll. Zusammen mit seinen Freunden Holly und Job bricht Leo auf, stets begleitet von Visionen seiner Angebeteten. Der Weg scheint ihm merkwürdig bekannt vorzukommen. Tatsächlich finden sie das verborgene Reich, in dem Ayesha, so der Name der Fremden, seit über 2000 Jahren herrscht. Seit dem warten sie auf die Reinkarnation ihres Geliebten Killikrates. Leo sieht dem zum Verwechseln ähnlich.

 

Meinung:
Die Hammer-Studios verfilmten 1965 die 1887 von H. Rider Haggard veröffentlichte, gleichnamige Erzählung. Bis heute ist es der aufwendigste und teuerste Film, den das Studio jemals produzierte. Das ist jederzeit zu sehen, Kulissen und Ausstattung sind für Hammer-Verhältnisse recht spektakulär. Die Mischung dieser sieht etwas kurios aus, als wäre das Völkerkundemuseum wild geplündert worden. Einmal quer durch Afrika, das alte Rom und etwas Ägypten, passt schon.

Die Ursel und ihr Märchenprinz
Bond-Girl und 60er Sexbombe Ursula Andress spielt die Titelrolle der unsterblichen Herrscherin mit dem, was ihr zur Verfügung steht: Ihrem Aussehen. Darstellerisch ist das sonst eher bescheiden, aber die Rolle verlangt ja auch kaum mehr. Der Abenteuer/Fantasy/Lovestory Clash ist nicht unbedingt mörderspannend und nicht frei von Längen, sieht dafür gut aus und hat schon Flair. Die Hammer-Größen Peter Cushing und Christopher Lee sorgen in Nebenrollen für die mimischen Lichtblick, Bernard Cribbins gibt den humorvollen Sidekick, nur Hauptdarsteller John Richardson nervt etwas mit seinem schmachtenden Weichspülerblick. Der knutscht mal die Andress, dann wieder das unterwürfige Hascherl, das ihm treu-doof dauernd hinterherläuft, in den 60ern war Emanzipation im Film eher nicht so wichtig. Zumindest Andress verkörpert ja eine starke Frauenfigur, das muss reichen.


Einer der erfolgreichsten, aber klar nicht besten Filme der Hammer-Studios, der manchmal etwas ulkig wirkt, aber charmant und insgesamt ganz gut gemacht ist.

6 von 10 afrikanischen Faschingspartys

Review: DRACULA UND SEINE BRÄUTE - Van Helsing stets zu Diensten

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Fakten:
Dracula und seine Bräute (The Brides of Dracula)
GB, 1960. Regie: Terence Fisher. Buch: Jimmy Sangster, Peter Bryan, Edward Percy. Mit: Peter Cushing, Yvonne Monlaur, Martita Hunt, David Peel, Freda Jackson, Miles Malleson, Henry Oscar, Mona Washbourne, Andree Melly, Victor Brooks, Fred Johnson u.a. Länge: 83 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.

Story:
Marianne ist auf dem Weg zu ihrer neuen Stelle als Lehrerin, als sie der Kutscher in einer Taverne im Stich lässt. Zur später Stunde taucht dort die Baronin Meinster auf, die ihr die Übernachtung in ihrem Schloss anbietet. Dort macht Marianne eine schockierende Entdeckung: Die Baronin hält ihren Sohn in einem abgesperrten Bereich des Anwehsens an einer Kette gefangen. Sie befreit ihn, nichts ahnend, dass sie einen Vampir auf die Bevölkerung loslässt. Gott sei Dank ist Dr. Van Helsing nicht weit.

 


Meinung:
Eins vorweg: Der Titel "Dracula und seine Bräute" (The Brides of Dracula, also keine Übersetzungsschwäche), ist eher Etikettenschwindel. Dracula ist tot, das wird sogar zu Beginn erwähnt, und seine Bräute, na ja, also ein Harem sieht anders aus. "Der Vampir, seine Braut und die Anderen", das könnte man gelten lassen. Anyway, wollte ich nur mal los werden...

 
Ein Hammer-Typ: Cushing als Van Helsing
Terence Fisher gilt als einer der besten Regisseure der alten Hammer-Studios, warum, gibt es hier zu sehen. Die Inszenierung des angeblichen Dracula und seiner nicht so zahlreichen Bräute ist hervorragend. Sein Film versprüht von der ersten Sekunde den unnachahmbaren Flair der altehrwürdigen Schmiede und lässt formal keine Wünsche offen. Am Anfang rattert die Kutsche durch eine gespenstische Gegend, da gibt es die Schänke mit den verängstigten Besuchern, eine unschuldige Maid, die naiv ins Verderben rennt, schlechtes Wetter und ein altes Schloß. Das alles fängt Fisher toll und enorm stimmungsvoll ein. Bilder (in traumhaften Technicolor, was manchmal eher ein Albtraum ist), Musik (auch wenn die bei Hammer immer "erstaunlich" ähnlich klingt, aber das gehört halt dazu) und die wunderbare Ausstattung machen einiges her. Die Geschichte ist reizvoll, gerade weil eben NICHT schon wieder Dracula das große Knabbern startet, da steckt riesiges Potenzial hinter, dass leider nicht voll ausgereizt wird.

 
Bleich und spitz, eine Dame von Welt
So schön das Gesamtwerk anzuschauen ist und niemals auch nur einen Hauch Stimmung verliert, die Story kommt niemals über ganz nett hinaus, da wird einfach ein gutes Stück liegen gelassen. Keine untypische Hammer-Krankheit, nur hier schmerzt es unübersichtlich, denn der Rest ist einfach klasse. Rein Peter Cushing und der wunderbaren Atmosphäre könnte ich tagelang zusehen, nur auf den beschaulichen 83 Minuten passiert effektiv etwas wenig und ist selten der Inszenierung ebenbürtig. Das ist leider kaum zu leugnen, aber ansehen sollte sich den jeder Freund des klassischen Horrorfilms, dafür ist der einfach zu wunderbar gemacht. Ein Fest der Inszenierung, nur etwas mau im Gesamtbild. Sei es drum, wer Hammer mag wird seine Freude haben, nur ist er leider nicht so gut, wie er aussieht.

6,5 von 10 bissigen Bräuten

Review: FRANKENSTEINS UNGEHEUER - Tiefgekühlt, aber schmackhaft

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Fakten:
Frankensteins Ungeheuer (The Evil of Frankenstein)
GB, 1964. Regie: Freddie Francis. Buch: Anthony Hinds. Mit: Peter Cushing, Peter Woodthorpe, Duncan Lamont, Sandor Elès, Katy Wild, David Hutcheson, James Maxwell, Howard Goorney, Anthony Blackshaw, David Conville u.a. Länge: 84 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.
 

Story:
Nachdem Baron Frankenstein bei der Vortführung seiner Experimente entdeckt wird, flieht er zusammen mit seinem Assistenten Hans zurück nach Karlsbad. Dort findet er sein früheres Ungeheuer, das immer noch lebendig ist, nur tiefgefroren. Er erweckt es zu neuem Leben, was fatale Folgen hat.

 





Meinung:
Was "Frankensteins Ungeheuer" ausmacht, ist seine Atmosphäre. Die saugt einen förmlich ein, deshalb haben die alten Hammer-Filme ihren Ruf mehr als verdient. Nach wenigen Minuten sollte jeder Genrefreund schon seine helle Freude haben. Diese Komposition aus Bildern, Musik und Flair ist kaum kopierbar, wenn dann auch noch der großartige Peter Cushing als Baron Frankenstein zu sehen ist, was will man mehr?
 
Der Dermatologe reibt sich die Hände
So schön das Gesamtbild ist, die Schwächen sind nicht nur alterbedingt. Inszenatorisch, rein auf das Handwerk, ist das super, keine Frage. Nur holpert der Film mehr als einmal bei seiner Geschichte, die sich einfach zu unnötige Längen erlaubt, die vermeidbar gewesen wären. Gerade in der ersten Hälfte stören erzählerische Defizite, die manchmal wie reines Füllmaterial wirken. Aber sie werden charmant verkauft, was aus heutiger Sicht keine Selbstverständlichkeit ist.

Hier stehen mehr die Idee und die Umsetzung im Fokus, die reine Geschichte ist deutlich ausbaufähig. Die Liebe zum Detail ist dafür wunderschön. Daraus bezieht der Film von Freddie Francis auch seine Stärke, man mag ihm einfach seine Schwächen verzeihen. Fast jeder Einstellung wird sehr gekonnt umgesetzt, die Kulissen sind toll, die Schauspieler engagiert und es gibt ein "Monster", das sich sehr deutlich an Boris Karloff und somit den (genialen) Werken von James Whale orientiert.

 

"Heiliges Monster". Batman und Robin bei Hammer
Das Einbauen des Hypnotiseur in die Handlung hat seinen eigenen Reiz, trifft dabei wunderbar die Dramarturgie der ursprünglichen Thematik. Das Monster, das als Werkzeug seiner Schöpfer existiert, niemals freiwillig böse, sonden ein Produkt der selbsterschaffenen Götter. "Frankensteins Ungeheuer" ist somit viel hintergründiger, als er zunächst erscheint. Nicht nur ein "billiger" Genrefilm, sondern tatsächlich eine Parabel auf die Mechanismen von Macht, die Manipulation der Herrenrasse auf die niedere Kreatur. Dieser Film hat so viele (erstaunliche) Ebenen, die nicht unbedingt direkt, aber sehr effizient in seinem Gewand des klassischen Horrorfilms verkauft werden. Und letzteres nun mal auch ziemlich gut.

Mit einem besseren Skript (trotz seiner Hintergründigeit), wohl ein zeitloser Klassiker. So aber auch sehr schön anzuschauen. Da funktioniert nicht alles, aber alles ist auch eine große Hürde. Gefällt mir über weite Strecken sehr gut, dürfte nicht nur eine persönliche Ansicht sein.

7 von 10 wütenden Klotzköpfen.