Das gute an kostengünstigen Filmdreharten ist, dass im optimalen Fall die Kreativität der Macher gefordert ist. Blöd nur, wenn das alles nix bringt und nur vergeudete Lebenszeit damit heraus kommt. Noch blöder ist, wenn der Dreh billig und schnell, das Ergebnis katastrophal dafür aber erfolgreich war. So geschehen beim Found-Footage-Ulk „Ghost Movie“ (OT: “A Haunted House“), den wird erst kürzlich reviewed haben. Der konnte satte 40 Millionen $ Gewinn machen, alleine in den Staaten. Kein Wunder dass nur knapp ein Jahr danach ein Sequel folgt, zu dem es nun den ersten Trailer gibt. Neu im Cast dabei: „My Name is Earl“-Proletin Jaime Pressly.
Fakten:
Ghost Movie ( A Haunted House)
USA. 2013. Regie: Michael
Tiddes. Buch: Rick Alvarez, Marlon Wayans. Mit: Marlon Wayans, Essence Atkins,
Nick Swardson, Cedric the Entertainer, Marlene Forte, David Koechner, Dave
Sheridan, JB Smoove u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf
DVD und Blu-ray erhältlich.
Story: Malcolm und Kisha sind
gerade frisch zusammengezogen und schnell stellt Malcolm fest: das war ein
Fehler, denn seine Freundin stellt nicht nur ihren Sexualtrieb auf „off“,
sondern bringt auch einen Dämon mit ins Haus, der beide terrorisiert. Ob da ein
schwules Medium, ein Macker-Priester oder zwei rassistische Geisterjäger
weiterhelfen können?
Meinung: Spoof Movies, also
Parodien auf bestimmte Filmgenre, haben ihre besseren Tage längst hinter sich.
Was damals mit „Airplane“, „Frankenstein Junior“ oder „Die nackte Kanone“
begann und auf freche wie aber auch liebenswürdige Weise trendaktuelles und
klassisches Genre persiflierte, ist mittlerweile immer mehr zur humoristischen
Klospülung des komischen Kinos verkommen. Die Wayans-Brüder haben äußerst
erfolgreich mehr als einmal den Spülhebel gedrückt, zunächst mit der (durchaus
netten wenn nicht sonderlich cleveren) „Scream“-Karikatur „Scary Movie“ und
deren direkter, schwächeren Fortsetzung, gefolgt von der überaus misslungenen
Tanzfilm-Verlade „Dance Flick“. Für „Ghost Movie“ ist diesmal nur einer der
Wayans-Brüder verantwortlich: Marlon Wayans. Die Hoffnung, dass es also nicht
so schlimm werden kann, wenn nicht die ganze Verwandschaft vor und hinter der Kamera
mitwirkt wird aber nicht erfüllt.
Wenigstens diese vier Leute haben ihren Spaß
Aber auch ohne Familie an seiner Seite verfolgt er das einstige kassenträchtige
Erfolgsrezept seiner Sippschaft. Diesmal wird Found Footage durch den debilen
Kakao gezogen, vornehmlich natürlich „Paranormal Activity“, aber auch andere
Box-Office-Hits wie etwa „Der letzte Exorzismus“. Dabei werden vor allem Szenen
parodiert die der geneigte Zuschauer auch kennen kann, wenn er von den
genutzten Vorbildern nur Trailer gesehen hat. Die Art und Weise wie dann mit
der Humorkeule zugeschlagen wird ist ähnlich grobschlächtig. Da wird auf
Teppiche geschissen, gefurzt bis das Bettlaken sich aufbläht und auch die
obligatorische Kifferszene fehlt natürlich nicht. Einhergehend damit nutzt „Ghost
Movie“ einen Sprachduktus der wahrlich zum Fürchten ist. Es reicht Wayans und
seinem Co-Autor Rick Alvarez vollkommen aus einfachste und billigste Gags aus
dem Niveaukeller von seinen Hauptdarstellern und einer Crew von bekannten
Comedy-Sidekicks (u.a. Adam Sandler Buddy Nick Swardson) vorzutragen. An einer
komödiantischen Sezierung des Sub-Genres sind sie zu keiner Zeit interessiert. Ärgerlich
ist „Ghost Movie“ dabei zu keiner Zeit, auch wenn die political correctness und cinephiles Gutmenschentum regelrecht dazu
einlädt, dem Film Rassismus, Homophobie und andere Rohheiten vorzuwerfen. Aber „Ghost
Movie“ ist so elendig simpel und kreativlos, dass er sich quasi selbst ein
Armutszeugnis ausstellt. Es gibt wahrlich bessere und triftigere Gründe sich
aufzuregen, als über eine Parodie, die Derbheiten automatisch mit Komik
gleichsetzt. Mehr gibt es zu denken, dass der Film mit weit über 40 Millionen
Dollar Gewinn ein enormer Erfolg gewesen ist, auch wenn er finanziell dennoch
weit hinter den einstigen Box-Office-Aufmerksamkeiten der Wayans-Brüder hinterherhinkt.
„Ghost Movie“, ein fahles Filmchen mit fahlen Witzchen, welches weder das Anschauen
noch das Echauffieren lohnt. Das Einzige was irgendwie wirklich
erwähnenswert an diesem Pöbelklamauk ist, ist die Tatsache, dass es
einige Szenen gibt die ohne ihre (un)komische Plattheiten und mit einem
ernsteren und düsteren Ton durchaus stimmungsvollen Horror erzeugen
könnten. Schon ein echtes Armutszeugnis für die Parodie sowie fürs
parodierte Sub-Genre, oder? Die Originale sind nicht furchteinflößend
sondern fast schon belustigend und die Parodie könnte fast schon
gruselig sein.
Es war ja nur eine Frage der
Zeit, bis auch die „Paranormal Activity“-Reihe sowie all ihre Found
Footage-Epigonen parodistisch aufs Korn genommen werden. In „A Haunted House“
schlagen sich Marlon Wayans (bekannt aus den ersten beiden „Scary Movie“-Teilen),
Adam Sandler-Buddy Nick Swardson und Cedric The Entertainer mit mysteriösen
Erscheinungen herum. Natürlich im trendy Wackelkamera-Selfmade-Look. Der Trailer verspricht keine große Kunst,
sondern eher verzichtbares Comedy-Getöse inklusive Flatulenzen. In den USA
startet das Spoof-Movieam 11. Januar. Wann "A Haunted House" zu uns kommt und ob er es ins
Kino schafft oder direkt auf DVD erscheint ist noch nicht bekannt.