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Review: THE TRUST - Korrupte Cops, Krumme Dinger und Crazy Cage

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Fakten:
The Trust
US, 2015. Regie: Ben Brewer, Alex Brewer. Buch: Ben Brewer, Adam Hirsch. Mit: Nicolas Cage, Elijah Wood, Sky Ferreira, Jerry Lewis, Kevin Weisman, Steven Williams, Christie Beran u.a. Länge: 90 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Ab dem 29. April 2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Jim Stone und David Waters sind zwei Polizisten, die ihrem meist eher monotonen Alltag im Büro nachgehen. Als Jim mitbekommt, dass ein Heroin-Dealer eine auffällig hohe Kaution sofort zahlen kann, heftet er sich an dessen Fersen und stößt auf einen gut gesicherten Safe mit unbekanntem Inhalt. Zusammen mit David schmiedet er einen Plan, um die Kriminellen um deren Besitz zu erleichtern.




Meinung souli:
„Langeweile ist eine Sünde, für die es keine Absolution gibt.“, sagte Oscar Wilde einmal. Und gerne darf man dieses Zitat auch in Verbindung mit „The Trust“ bringen. Jim Stone und David Waters nämlich sind Polizisten in Las Vegas, ihr Alltag besteht jedoch nicht, entgegen des allgemeinen Irrglaubens, aus spektakulären Ermittlungen querfeldein durch die Stadt der Sünde und dem Ausheben von Massengräbern im trockenen Wüstensand Nevadas. Stattdessen herrscht hier vor allem Monotonie. Langeweile. Man treibt so durch das Leben, man sitzt es regelrecht aus, man lässt es schlichtweg über sich ergehen. Tatsächlich ist dieser entlarvende Blick auf die verklärte Polizeiarbeit, genau in diesem geographischen Sektor, überraschend treffend: Zum Verbrecher avanciert man, weil man sonst nichts Besseres zu tun hat, während am Horizont das Lichtermeer von Las Vegas den Nachthimmel erhellt. Sorgen bereitet man sich also selber, weil man einfach keine hat. Nicolas Cage, der schon lange nicht mehr so gut in Szene gesetzt wurde, und Elijah Wood geben an vorderster Front ein Duo, welches sich ebenfalls in die thematische Offenlegung des Drehbuches einquartiert und zeitweise durch einen Humor besticht, der nie forciert wirkt, sondern irgendwie in die Situation hineinplatzt, was ihn umso natürlicher erscheinen lässt. Stone und Waters sind keine souveränen Alleskönner, sondern fehlerbehaftete Normalos, die mit einer Instanz konfrontiert werden, der man sich in anderen Genre-Streichen gerne mal entledigt: Die eigene Moralauffassung und ihre Dehnbarkeit. Sicherlich ist „The Trust“ nicht herausragend geglückt, doch der Nihilismus und der Sinn für das alltägliche Danebenhauen, mit dem die Gebrüder Brewer den Zuschauer entlassen, macht durchaus Lust auf mehr.


6 von 10 buschigen Schnauzbärten





Meinung Pat:
"The Trust" ist ein Film, den man grundsätzlich nicht gesehen haben muss. Das Drehbuch von Ben Brewer und Adam Hirsch verfolgt zwei nicht ganz so saubere Cops bei ihrem Plan, den gut gesicherten Safe einer Drogendealer-Bande um dessen unklaren Inhalt zu erleichtern. Die Geschichte des Films verläuft dabei recht unspannend, folgt bis auf kleinere, unerwartete Zwischenfälle strikt dem Schema F und hebt sich ansonsten kaum von zahlreichen anderen B-Movies ab, in denen man solch eine Handlung fast auf genau die gleiche Weise erleben durfte. "Nicolas Cage" lautet allerdings der Grund, weshalb man "The Trust" ruhig mal sehen kann. An der Seite von Elijah Wood, der hier bodenständig, aber dadurch leider auch ziemlich unauffällig spielt, liegt es wieder einmal alleine an Crazy Cage, die Laune beständig oben zu halten. Seinem Spitznamen macht der Schauspieler in einigen Szenen mal wieder alle Ehre, schiebt sich Zitronenscheiben in den Mund, über die er vorher Tabasco gießt, telefoniert mit irrwitzigem Dialekt nach Deutschland, verliert das ein oder andere mal ordentlich die Nerven, lässt folgerichtig der mit mächtigem Schnäuzer bestückten Gesichtsdisco freien Lauf und sorgt wie gewohnt für eine Menge Spaß. Auf der Zielgeraden nimmt sich "The Trust" schließlich doch noch ziemlich ernst, was dem locker-amüsanten Tonfall, den der Streifen vorab durch einen in kleinen Dosen entfesselten Cage, schräge Situationskomik sowie einen spritzigen Soundtrack, in dem manche Songs bestimmte Szenen ironisch aufbrechen, merklich schadet. Als knapp überdurchschnittliche Genre-Kost für zwischendurch und selbstverständlich beinharte Fans von Nicolas Cage taugt "The Trust" auf die Schnelle, ist aber fernab der skurril-köstlichen Cage-Momente aufgrund des ziemlich beliebigen Drehbuchs nach dem Abspann bereits recht flott wieder vergessen.


5,5 von 10 nicht ganz glatt verlaufende Coups


Review: OUTCAST – DIE LETZTEN TEMPELRITTER – Anakin Skywalker stellt die dynastische Ordnung wieder her

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Fakten:
Outcast – Die letzten Tempelritter
USA. 2014. Regie: Nick Powell. Buch: James Dormer. Mit: Hayden Christensen, Nicolas Cage, Any On, Liu Yifei, Ji Ke Jun Yi, Ron Smoorenburg, Fernando Chien, Jawed El-Berni, Tomer Oz, Byron Lawson, Alaa Safi, Paul Philip Clark, Preston Baker, Manel Soler u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 17. April auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Einst war Jacob ein Tempelritter, der ohne Nachzufragen seine Pflicht erfüllt und dabei auch vor der Ermordung Unschuldiger nicht absah. Nun ist aus dem jungen Ritter ein gebrochener Mann geworden, der nach China ausgewandert ist und dort dem Opiumfrönt. Doch seine alten –Instikten kehren zurück, als ihm die hübsche Lian um Hilfe bitte, einen kleinen Jungen vor seiner eigenen Familie zu schützen. Das Schicksal des gesamten Reiches steht auf dem Spiel





Meinung:
„Was macht eigentlich Hayden Christensen so?“, wahrscheinlich ist das eine Frage, die man sich wohl nur in einem schon beinahe körperschädigenden Ausmaß lebensweltlicher Desorientierung stellen wird. „Outcast – Die letzten Tempelritter“, eine astreine Direct-to-DVD-Pfeife, wie sie entbehrlicher beinahe kaum sein könnte, liefert dennoch eine akkurate Antwort darauf: Nach wie vor nichts von Relevanz. Dass dem vor allem von Teenie-Mädels angehimmelten Kanadier in noch jungen Jahren (damals noch am Anfang seiner 20er verweilend) die Rolle des Anakin Skywalker angeboten wurde, um dessen einschneidende Wandlung zum ikonischen Darth Vader in „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ und „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith darzubieten, mag zweifelsohne eine immense Ehre für einen aufstrebenden Schauspieler wie ihn gewesen sein, größtenteils war es allerdings ungefilterte bis unverhältnismäßige Häme, die auf Hayden Christensen und seine zuweilen tatsächlich schon phlegmatischen Darbietung im popkulturellen Franchise einschlug. Mit „Outcast – Die letzten Tempelritter“ wird ihm der brüskierte Gegenwind aus jenen Tagen selbstverständlich erspart bleiben.


Hey Nicolas, du musst mit Hayden Christensen spielen
Zwischen der „Star Wars“-Reihe und dem bräsigen Historien-Actioner „Outcast – Die letzten Tempelritter“ verweilen regelrechte Lichtjahre, nicht nur in der medialen Breitenwirkung, versteht sich. Allerdings ist der von Hayden Christensen verkörperte Kreuzritter Jacob in der Charakterisierung emotionaler Zwistigkeiten gar nicht mal so weit von dem von Rachegefühlen gerne wie paralysiert auftretenden Anakin Skywalker distanziert. Jacob jedenfalls findet sich ebenfalls in einem Wechselbad der Gefühle wieder, sucht seinen Weg und muss sein Tun permanent auf Sinnhaftigkeit hinterfragen: Kann es wirklich richtig sein, im Namen Gottes regelrechte Blutbäder zu hinterlassen, oder verbirgt sich hinter den martialischen Kreuzzügen nur der unverhohlene Fanatismus heuchlerischer Priester, wie Jacobs Mentor Gallian (Nicolas Cage) während der kriegerische Exposition bereits mit schockierter Mine wiederholt postuliert. Die reißerische Einführung aber wird ihrer Funktion als Etablierung nicht würdig, weil sie dem eigentlichen Handlungsverlauf vollkommen abträglich ist, weil sie verzichtbar bleibt und einzig dem Zweck folgt, Christensen als beinahe mechanische Kampfsau festzuhalten.


"Ich kann dich nicht lieben, ich bin ein Jedi, äh Templer"
Aber warum meckern: Ein Action-Film benötigt nun mal Action, selbst wenn sie – wie in diesem Fall nun - reine Staffage ist. Anschließend vollstreckt „Outcast – Die letzten Tempelritter“ eine zeitliche Zäsur, springt drei Jahre in Zukunft und zeigt uns einen drogensüchtigen Jacob, der sich von den Diensten des christlichen Abendlandes abgewandt hat und nun im Orient an der Opiumpfeife nuckelt, damit sich die Dämonen der Vergangenheit aus seinen Kopf fernhalten. Dass in diesen Tagen der Kaiser von seinem eigenen Sohn Shing (Andy On) abgestochen wird, weil dieser sich um seinen Thronanspruch betrogen sah, führt den abtrünnigen Krieger Gottes mit den flüchtenden Geschwistern Lian (Yifei Liu) und Qian (Lixin Zhao), dem eigentlichen Thronfolger, zusammen. Natürlich schließt sich Jacob den hilfsbedürftigen Gesellen an und versucht fortan, die Ordnung des dynastischen Chinas wieder herzustellen, auch wenn nicht nur an seiner Klinge, sondern an seiner traumatisierten Seele das Blut unzähliger Menschen klebt. Vielleicht ist genau das seine Chance, Erlösung von seinen ethischen Lasten zu finden, in dem er wiederum selbige schenkt.


Genug um den heißen Brei geredet, denn „Outcast – Die letzten Tempelritter“ interessiert sich ohnehin nicht für seine Charaktere, warum sollte man es ihnen in der anschließenden Besprechung irgendeinen Tiefgang vergönnen? Viel interessanter ist doch: Wie sehr dreht denn eigentlich unser innig geliebter Nicolas Cage am Rad? Traurigerweise kleidet der Großmeister der physiognomischen Entgleisung hier nur eine Nebenrolle aus und es nimmt – neben der Exposition – beinahe 60 Minuten in Anspruch, bis wir Nicolas Cage wieder auf der Mattscheibe sehen dürfen – Dann aber auch so richtig! Mit um die Arme geschlungenen Schlagen und einem verkniffenen Triefauge, welches ihm von einem Gegner zugefügt wurde, brüllt, wütet und keucht sich Nicolas Cage durch die prinzipiell doch recht wertig arrangierten Sets (auch die Landschaftsaufnahmen Chinas wissen zu überzeugen), um dem ganzen obligatorischen Treiben (die schale Love Story darf selbstverständlich nicht fehlen) doch noch ein gewisse Dosis exaltiertes Pathos zu injizieren. Darüber hinaus beherrscht die Belanglosigkeit das Geschehen: Egal, egaler, „Outcast – Die letzten Tempelritter“.


3 von 10 Schwertern im Steingrab


von souli

Review: LEFT BEHIND - Auch wenn nichts mehr geht: Zeit für ein Gebet gibt es immer!

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Fakten:
Left Behind
USA. 2014. Regie: Vic Armstrong. Buch: John Patus, Paul Lalonde, Jerry B. Jenkins (Vorlage), Tim LaHaye (Vorlage).
Mit: Nicolas Cage, Chad Michael Murray, Cassi Thomson, Lea Thompson, Nicky Whelan, Quinton Aaron, Jordin Sparks, Han Soto, Gary Grubs, Martin Klebba, William Ragsdale u.a. Länge: 105 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Für Pilot Rayford Steele sollte es ein ganz normaler Flug werden, doch für den untreuen Familienvater und Kapitän einer Passagiermaschine kommt es anders. Aber nicht nur ihn ereilt das Unvorstellbare! Überall auf der Welt passieren seltsame Dinge, so verschwinden plötzlich ohne Vorwarnung und Grund Menschen. Ist dies der Beginn vom Ende der Welt?





Meinung:
Für viele Menschen, selbst denen, die sich mit einer gewissen Affinität zum Medium ausgestattet sehen, dürfte die folgende Information womöglich eine Neuigkeiten bedeuten: Im Zeitraum von 2000 bis 2005 nämlich wurde eine dreiteilige Filmreihe produziert, die unter dem Namen „Left Behind“ jenen christlichen Glauben filmisch propagieren sollte, den Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins schon in ihrer Romanvorlage breitgewalzt haben. In der Hauptrolle war damals ein gewisser Kirk Cameron (wer?) zu sehen und selbstverständlich findet ein solch religiös-verklärter Krempel wie die „Left Behind“-Trilogie ein nicht gerade klein gefächertes Publikum, welches sich in der dargebotenen Gesinnung wiederfindet und rundum bestätigt fühlen darf – Alles richtig gemacht! Die nächste Frage mag nun müßig erscheinen, brennt aber dennoch auf der Seele: Muss man diese Reihe neu auflegen, muss man sie wirklich kinotauglich aufbereiten und noch einmal von vorne bis hinten durch buchstabieren? Wahrscheinlich nicht, Vic Armstrong ereilte dennoch das kaiserliche Privileg, das „Left Behind“-Remake unter seine Ägide zu nehmen.


Pilot Rayford Steele kümmert sich um seine Kolegen
Und was soll man sagen: Es ist genau der Schrott, den man sich von Anfang an ausgemalt hat. Dabei ist „Left Behind“ nicht unbedingt ein Film, gegen den man sich ostentativ stemmen möchte, hat man sich in der Hauptrolle doch Visagenpapst Nicolas Cage gesichert, dem man seit jeher wünscht, endlich wieder in einer guten Produktion mitwirken zu dürfen, ist er in der Vergangenheit doch oft genug Nukleus der B-Movie-Unterhaltung gewesen und hat das Unmögliche vollbracht, Filme wie „Pakt der Rache“, „Stolen“ oder „Frozen Ground“ irgendwo sehenswert zu machen. Als Rayford Steele (ja, der Name ist famos) wird Nicolas Cage kein Platz eingeräumt, um sich mal so richtig aufbäumen zu dürfen. Stattdessen hockt er zu 90 Prozent der Handlung in seinem Green-Screen-Cockpit, versucht den sicher Hobel zu landen und hat dabei immer noch genug Zeit, um sein bisheriges Leben gehörig zu überdenken. Selbstredend ist es immer toll, Nicolas Cage bei der Arbeit zuzusehen, hinter unzähligen Knöpfen und Schaltern feststeckend aber weit wenig berauschend, als möglich gewesen wäre.


Nochmal: Sein Name ist Steele, Rayford Steele
Aber worum geht es denn eigentlich? Tja, in „Left Behind“ schlägt es mal ganz nonchalant Zwölf und das Armageddon zeigt seine infernalische Fratze. Von Jetzt auf Gleich verschwinden unzählige Menschen vom Erdboden, einzig ihre Kleidungsstücke bleiben zurück. Die Übriggebliebenen machen da nur große Augen und wir als Zuschauer wären gerne genauso verwirrt ob des plötzlichen Auflösens Unzähliger, wäre „Left Behind“ nur kein so durch und durch angestrengt-kalkuliertes Stück, das all seine etwaigen Spannungsfelder mit plakativen Bibelreferenzen codieren muss. Ist da der erste Schock erst mal überwunden, macht sich nicht nur Rayford Steele daran, die verwirrende Situation zu dechiffrieren, auch seine Tochter Chloe (Cassi Thomson) sucht verzweifelt nach ihrem kleinen Bruder, der ebenfalls zu den Personen zählt, die sich quasi in Luft aufgelöst haben. Wo lang der bibelfeste Hase aber läuft, ist selbst dem weniger gottesfürchtigen Zuschauer schnell bewusst: Irene, Rayfords Frau, hat erst kürzlich zum Glauben gefunden und ihr Dasein ganz nach den Statuten Gottes ausgerichtet – Auch sie ist verschwunden.


Der große Manitu scheint die Spreu vom Weizen getrennt zu haben und all diejenigen, die nicht gläubig ihren Alltag bewerkstelligt haben, müssen nun auf der Erde kauern, die zum Finale in einem apokalyptischen Glimmen fotografiert wird. Und ja, „Left Behind“ wäre wirklich ein ärgerliches Unterfangen, dürfte man sich nicht über die – mit Verlaub – rigorose Dummheit des Geschehen amüsieren. Irgendwo zwischen parodistischer Farce und dilettantischer Endzeitvision, die etwas zu sehr in den Ideologietopf getaucht wurde, zeigt sich „Left Behind“ treu-doof bereit dazu, dem Affen in seiner dialogischen Inkompetenz Zucker zu geben und den unfreiwilligen Unernst der Präsentation maßgeblich zu schüren. Besonders ulkig wird es dann, wenn Rayford mit seiner Konkubine Hattie (Nicky Whelan) plauscht, die ihn in einer herrlichen Szene darüber unterrichtet, dass sie die Menschen ja gar nicht zählen könnte, weil die ja alle – irrsinnigerweise – Angst hätten und gar nicht mehr auf ihren Plätzen sitzen würde! Potzblitz! Aber mal im Ernst: In seiner Aussage ist „Left Behind“ eine abstoßend verstrahltes Angelegenheit und ein weiterer Beweis dafür, dass sich Nicolas Cage für keine Rolle mehr zu schade ist, um seinen privaten Schuldenberg abzubauen. Teil 2 und 3 können kommen, Nico hat bereits unterschrieben.


2 von 10 von der Brücke stürzende Busse


von souli

Review: DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER – Schnitzeljagd durch die amerikanische Historie

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Fakten:
Das Vermächtnis der Tempelritter (National Treasures)
USA. 2004. Regie: Jon Turtletaub. Buch: Jim Kouf, Cormac Wibberley, Marianne Wibberley. Mit: Nicolas Cage, Justin Bartha, Diane Kruger, Sean Bean, Jon Voight, Harvey Keitel, Christopher Plummer, Oleg Taktarov, David Dayan Fisher u.a. Länge: 126 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Benjamin Franklin Gates und sein Gefährte Riley sind auf der Suche nach dem Schatz der Tempelritter. Im ewigen Eis finden sie einen wichtigen Hinweis, doch ihr Geldgeber Ian verrät und versucht sie zu töten. Die beiden können entkommen und findet heraus, dass die Antwort auf die Frage wo der Schatz ist, sich auf der Unabhängigkeitserklärung befindet. Um an diese heran zu kommen, bittet Benjamin seine Ex Abigail um Hilfe.





Meinung:
Jerry Bruckheimer ist einer der begehrtesten Superstars im Film- und Fernsehwesen. Dabei hat sich der mit deutsch-jüdischen Wurzeln ausgestattete Detroiter weder als großer Schauspieler einen Namen gemacht, noch hat er sich durch seine flinke Fingerfertigkeit als Regisseur auszeichnen können. Bruckheimer hingegen gehört zur A-Liga der Produzentenriege und ist seit den 1980er Jahren, in denen er kostbare Verträge mit Paramount Pictures und Disney unterzeichnete, die erste Wahl, wenn es um tosende Sommer-Blockbuster geht. Ob „Top Gun“, „Armageddon“ oder auch die „Fluch der Karibik“-Trilogie: Jerry Bruckheimer mischte bei ihnen allen mit; doch das ist nur ein kleiner Einschnitt in seine reichhaltigen Event-Kino-Partizipation. Man kann sich aber fast immer sicher sein, wenn man es mit einer Bruckheimer-Produktion zu tun bekommt, gibt es auch ordentlich Krawumm zu bestaunen. Das Problem ist ja bekanntlich nur, dass computergeneriertes Getöse nicht immer gleichzusetzen mit einer echten (Spaß-)Sause ist.


Lauf Nicolas, lauf!
„Das Vermächtnis der Tempelritter“ ist auf den ersten Blick bereits als waschechte Jerry Bruckheimer-Produktion zu enttarnen, gehört aber zu den Werken, die sich weder richtig loben lassen wollen, noch den klaren Groll auf sich ziehen. Regisseur Jon Turteltaub („Last Vegas“), dessen Filmographie weder Fisch noch Fleisch ist, bekommt es mit dem Drehbuch von „Das Vermächtnis der Tempelritter mit einem mal mehr, mal weniger drängenden „Indiana Jones“-Plagiat zu tun. Nicolas Cage („Tokarev“), der als Benjamin Franklin Gates selber über acht Ecken Teil der amerikanischen Geschichte ist, stellt sich in die Tradition seiner Familie und begibt sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schatz der Tempelritter. Verankert werden die Hinweise auf jenen Schatz vom Skript dann im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, vom Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, der Independnce Hall, der Trinity Church, bis hin zu den interessant-konstruierten Geheimräumen unterhalb des Friedhofes. „Das Vermächtnis der Tempelritter“ jongliert dabei durchweg mit Chiffren und möchte den Zuschauer zum großen Rätselraten animieren.


Der Zuschauer heftet sich an die Fersen von Nicolas Cage, Diane Kruger („Inglourious Basterds“) und Justin Bartha („Hangover 3“), die gewiss keine schauspielerische Höchstleistungen glänzen, aber den Umständen entsprechend agieren. Über ein Gros seiner Handlung erstreckt sich „Das Vermächtnis der Tempelritter“ dann auch mit jeder Menge Tempo und weiß durchaus zu unterhalten, auch wenn Wendungen immer absehbar bleiben und unsere Hauptdarsteller von den Bösewichten selbst aus einem Meter Entfernung prinzipiell verfehlt werden. Etwas gehemmt wird die gute Stimmung allerdings spätestens in den letzten 40 Minuten, wenn sich bereits ein ordentlichen Maß an Zufällen und Last-Minute-Rescues angehäuft haben, diese in ihrer überspitzten Integration dann jedoch nur noch störend auffallend. „Das Vermächtnis der Tempelritter“ ist gewiss nie wirklich spannnend, weil er sich doch immer als familientaugliche Schnitzeljagd mit vorhersehbarem Ausgang versteht, doch diese sich zunehmend häufenden Zwischentöne sind im letzten Drittel mehr als lästig. Dass hier auch zum Teil der symptomatische Patriotismus leibt und lebt, muss wohl kaum noch erwähnt werden. Unterhaltsam aber bleibt der Film.


5 von 10 historischen Bifokalbrillen


von souli

Review: JOEL SCHUMACHER - Eine kleine Retrospektive

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Hier eine Mini-Retrospektive von Regisseur Joel Schumacher.


Jim Carrey und Tommy Lee Jones sind verblüfft
Batman Forever
So mag man den Schumacher eigentlich am Allerwenigsten: in seiner Funktion als Batman-Regisseur. Unverhältnismäßig-unästhetisch bunt, klobig und teilweise von Timing & Kameraführung her schludrig-uninspiriert fertigt er seine Variante des Dark Knight ab. Natürlich eher an die alte Adam-West-Serie angelehnt, als an Burtons Vorgängern, wird die Toleranz des Zuschauers für platt-konventionelles Storytelling und kindisch-nervigen Humor (erst recht mit Carrey's Ed Nygma und deplatzierten Cartoon-Foley-Sounds) doch recht hart auf die Probe gestellt. Spannend sticht in all dem ironisch-actionfixierten Camp (der auf irgendeine Art mit der Continuity der Burton-Werke einhergeht) allerdings die diskret-abenteuerliche Erforschung einer suggerierten Bisexualität des Batmans (welcher sowieso schon mit seiner Dualität zu Bruce Wayne hadert) heraus, welcher nach Vicki Vale & Catwoman deutliche Hemmungen hat, mit Frauen wie Psychotherapeutin Nicole Kidman anzubandeln, von Bösewichten wie dem Riddler und Joker-Ersatz Two-Face obsessiv gejagt/begehrt wird (Handküsse, exzentrisch-grelle Kostüme/Frisuren und liebevolle Rätsel-Geschenke inkl.), schließlich einen jungen Waisen mit hippem Ohrring, Robin, bei sich aufnimmt und als gleichgesinnten Mitstreiter anerkennt. 

Am Ende gilt bei ihm - dem von Val Kilmer teils gut-hühnenhaft & sehnsüchtig-unbeholfen dargestellten, smart-verwegenen Milliardär mit seinem Nippel-Leder-Outfit (Zoom auf Arschbacken!) - eben der einsichtige Konsens, dass beide Seiten der Medaille ihre Berechtigung und Vorteile haben, anders als bei Two-Face, der zum Schluss hin durch seine manisch-nihilistische Unentschlossenheit das Zeitliche segnet. Insofern geht in 'FOREVER' schon so einiges, auch wenn der Gesamteindruck in seiner Plakativität mit der Zeit nach und nach immer blasser erscheint (Verfallsdatum: 1995. Gilt leider auch für die hier noch blendend ausschauenden Nicole Kidman & Drew Barrymore). Meine persönlichen Lieblingsszenen sind aber wie immer jene Sequenzen darüber, auf welch bizarren Transportwegen Bruce Wayne in seine fantastische Bat-Höhle gelangt sowie ein kleiner (offenbar als theoretisches Archiv-Footage viel zu cineastisch gedrehter & geschnittener) TV-Bericht im Film von der Verätzung der Harvey-Dent-Gesichtshälfte im Gerichtssaal, bei dem Batman versuchte, dazwischen zu springen (Wohnte er der Verhandlung bei, als Zuschauer mit Kostüm? Urkomische Vorstellung!) - erinnerte mich witzigerweise an die entfernte Grace-Mulberry-Szene aus NATURAL BORN KILLERS, ebenfalls mit Tommy Lee Jones.


5,5 von 10 Bat-Nippeln


vom Witte


Viele Karriere der auf den Bild zu sehenden Personen waren auch mal tot
Flatliners
Was passiert nach dem Tod? Wie fühlt sich sterben an? Mit diesen Fragen beschäftigen sich ein paar Medizinstudenten in „Flatliners“, einem von Schumachers früheren Filmen. Sie töten sich gegenseitig, um sich ein paar Sekunden oder Minuten später wieder ins Leben zurückzuholen. Alles, was dazwischen geschieht, soll diese Fragen beantworten. Besonders toll ist dem Regisseur die Kombination von Elementen des klassischen Psycho-Horrors mit ethischen Fragen gelungen. Während die Protagonisten durch ihre Nahtodexperimente nach und nach den Bezug zur Realität verlieren und durch Halluzinationen gequält werden, die durch ihr eigenes Gewissen erzeugt werden, wird dabei auf interessante Weise darauf eingegangen, was nach dem Tod passiert. Ein gleißendes Licht? Oder rattert sein Leben noch einmal an einem vorbei? Verschiedene Theorien und auch Hirngespinste werden, scheinbar ganz nebenbei, in diesem Thriller verpackt, ohne irgendeine Wahrheit für sich zu beanspruchen. Und scheinbar nebenbei wird auch noch die Frage nach Richtig und Falsch gestellt. Mit einer damals noch Jungstarbesetzung kann der Film ebenso glänzen. Angefangen von Kiefer Sutherland und Julia Roberts über Oliver Platt, William Baldwin bis hin zu Kevin Bacon. Sie tragen einen großen Teil zum Gelingen dieses interessanten Filmes bei. Sehenswert, ohne zu glänzen.


7,5 von 10 private Schmuddelvideos


von Kobbi


Nicolas Cage ist entsetzt
8mm
Sonderlich gute Drehbücher hat man dem Joel Schumacher ja bekanntlich nicht allzu oft auf den Schreibtisch gelegt. Was sich Andrew Kevin Walker allerdings mit seinem Skript zu „8MM“ geleistet hat, geht nun wirklich auf keine Kuhhaut. Der im Porno-Milieu von Los Angeles angelegte Thriller pathologisiert und dämonisiert einfach alles, was über die Missionarsstellung im Ehebett hinausgeht. Das Desinteresse an der Materie könnte größer kaum sein, denn anstatt eine aufrichtige, eine mit ansatzweise objektiven Blick veranschaulichte Reflexion dieser Gefilde abzuliefern, ist „8MM“ schlussendlich nur ein blödsinniger und ebenso verärgernder Selbstjustizreißer, der in einer hochnotpeinlichen Sequenz den zuweilen nicht minder lächerlich grimassierenen Nicolas Cage am Telefon um die Erlaubnis eben jener betteln lässt: Fremdschämen ohne Gnade. Ein biederes, plakatives, manipulatives und unfassbar verstrahltes Machwerk, bei dem Heinz und Frank auf der Couch gerne mit weit aufgerissenen Augen über die „Abgründe“ (der Film propagiert in seiner Debilität eben alles, was über den Standard hinausgeht, als solche) unserer Zeit staunen dürfen. Alle anderen sind vielmehr aufgrund der erzkonservativen Aussagen des Films schockiert. Zu Recht schämt sich Joaquin Phoenix bis heute für diesen Schund.


2 von 10 Snuff-Movies


von souli


Samuel L. Jackson rächt seine Tochter
Die Jury
Mit seiner zweiten John-Grisham-Verfilmung nach „Der Klient“ hat Joel Schumacher ein extrem zweischneidiges Schwert geschaffen, bei dem seine formelle Klasse und Unterhaltungswert in einem kaum vereinbaren Missverhältnis zu seinem manipulativen, furchtbar plakativen Wesen stehen und letztendlich seine überbetonte Menschlichkeit mit einer mehr als grenzwertigen Doppelmoral überrollt. Bis in kleinste Rollen prominent und teilweise absolut hervorragend besetzt (besonders Samuel L. Jackson und Kevin Spacey) ist der Südstaaten-Justizthriller zwar trotz seiner üppigen Laufzeit in der schwülen Pulverfassatmosphäre niemals nur ein Spur langatmig, durchaus packend und sehr dicht vorgetragen, vermittelt jedoch schon zwischendurch ein äußerst merkwürdiges Bild, welches an Schwarz-Weiß-Malerei (nicht nur bezogen auf die Hautfarben) kaum zu überbieten ist. Oft wird erwähnt, dass der (natürlich schuldige!) Carl Lee nur auf der Anklagebank sitzen würde, da er schwarz sei. Ernsthaft? Gleichberechtigung der Rassen mag in gewissen, südlich gelagerten Teilen der USA immer noch eine nicht ganz faire Veranstaltung sein (auch bezogen auf den Entstehungszeitraum des Films), aber das geht ja wohl mehr als nur eine Spur zu weit. Ist ja schließlich keine „Verhandlung“ in der selbstgezimmerten Gerechtigkeits-Hütte von Cletus und Eugene mit dem Galgen direkt neben der Latrine. Das stört gewaltig und multipliziert sich im Finale zur gänzlichen Unverständnis, als plötzlich Selbstjustiz als völlig legitimes Mittel hingestellt wird, wie zu den wildesten Zeiten im Westen. Ein Mann, sein Gewehr und sein Recht. Manche Taten mögen menschlich immer nachvollziehbar bleiben, doch wie der Film damit in seiner Konsequenz umgeht, ist absurd und vollkommen fehlgeleitet. Hier wird nicht differenziert, abgewogen und alle Seiten dieses heiklen Themas mit der notwändigen Sorgfalt bearbeitet. Eigentlich schlimm. Nur dann auch wieder in vieler Hinsicht (abseits dieses Unfugs), man kann es kaum abstreiten, gut gemacht. Da bleibt nur die Mitte, soll jeder selbst entscheiden, wie sehr er gewichtet.


5 von 10 „gerechten“ Hinrichtungen


von JackoXL