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Review: THE NICE GUYS - Shane Blacks Privatdetektive fürs Grobe

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Fakten:
The Nice Guys
USA. 2016. Regie und Buch: Shane Black. Mit: Russell Crowe, Ryan Gosling, Matt Bomer, Kim Basinger, Ty Simpkins, Margaret Qualley, Sandra Rosko, Yaya DaCosta, Keith David, Rachele Brooke Smith, Hannibal Buress, Yvonne Zima, Jack Kilmer, Beau Knapp, Angourie Rice, Lexi Johnson u.a. Länge: 116 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Privatdetektiv Holland March und Knochenbrecher Jackson Healy haben nicht wirklich viel gemein. Bis sich beide blöderweise in den Fall der vermissten Amelia verstrickt sehen. Und dann passiert auch noch ein Mord an einem Porno-Star, der scheinbar erst einmal nichts damit zu tun hat. Widerwillig zur Zusammenarbeit gezwungen, streifen sie gemeinsam mit Marchs pubertierenden Tochter Holly durch L. A., um verworrenen Hinweisen auf den Grund zu gehen. Bis Amelias Spur sie auf eine Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung bringt, die sie zum Ziel von skrupellosen Profikillern werden lässt...




Meinung:
Hey, die lassen sich schon mögen, denkt man sich beim Titel The Nice Guys. Und für wahr, die darin enthaltene Paarung von Russell Crowe und Ryan Gosling macht sich bezahlt unter der Autorenhandschrift von Buddy-Experte Shane Black. Letztere Trumpfkarte für den zeitgenössischen Bullenfilm der Achtziger hat die Lethal Weapon seit jeher nie abgelegt, wie seine Figuren auch nicht von Flasche wie Knarre lassen können und so macht es Sinn, dass er deren Prototypen im wilden L.A. anno 1977 gleichsam sympathisch zwischen Berufs- und Bro-Kodex anordnet. So ganz sein Jahrzehnt scheint es aber nicht zu sein, schließlich sind Stilistika und Zeitgeist hier manchmal eher wie für Laien ausgestattet: Nur die Hits (Earth, Wind and Fire; Kool and the Gang und Co.), Sex Pistols einmal als Poster, schnieke Karren und Deco-Parties zur Vintage-Erotica hin, gefaketes Super-8 sowie das Klischee vom Porno-Schnurrbart beim Gosling als Privatdetektiv Holland Marsh. Weil's bei Black gerne kriminell wird, sucht er sich sodann auch den skandalösesten Allgemeinplatz dafür im Sexfilmbusiness aus, wenn es nun mal bei Boogie Nights geklappt hat. Der Durchschnittsfall von der vermissten Leinwandschönheit treibt sodann also das Abenteuer an, nicht allzu aufregend mit Intrigen und Konventionen durchs Nachtleben prellend, aber genug Angriffsfläche bietend, anhand derer sich der Harte und der Zarte in die Wolle kriegen, um bald gemeinsam auf die heiße Spur zu kommen.


Die Nice Guys beim nett sein
Jackson Healy (Crowe) ist in dem Sinne mehr das Eastside-Rauhbein mit Hang zum Knochenbruch, wenn er den Privatdetektiv gibt, Kollege Marsh dagegen ist mehr der Tolpatsch und Neurotiker des Gespanns (ein Ryan Honkling könnte man auch sagen) und zudem leicht mit Säufernase in den Tag lebend. Ganz sauber sind beide so oder so nicht, abseits dessen verbinden sie sich trotz anfänglicher Missverständnisse aber schnell im Pendel aus zeitgenössischem Zynismus und selbstentlarvendem Chaos, mal mehr und mal weniger fortgeschritten in Richtung Kompetenz. Sie hauen die Leute meistens jedenfalls gut übers Ohr und stecken dafür sogar die Macho-Route zurück, was umso mehr beglückt, so locker sich Russell und Crowe nun mal die Bälle vom Kumpel-Jargon on the rocks zuspielen. Mitten drin und eigentlich schon stärker am Hebel, sogar wortwörtlich das Lenkrad bedienend: Hollands 13-jährige Tochter Holly (Angourie Rice), die den Wirbelwind der Detectives des öfteren zum effektiven Einsatz hin erdet und auf jeder Mission mitmischt, selbst wenn sie sich als Kid-Cop auch einen Porno mit anschaut, um Hinweise zu sammeln. Black spart nicht an weirden Derbheiten, wenn sich seine Angels with dirty faces entgegen ihres Alters ver- und unterhalten, im Sandkasten der Todesgefahr spielen und im Risiko die gnadenlose Jagd eingehen. Der schwarze Shane erinnert sich da sicherlich auch an die Haudegen, die er den „Monster Busters“ zuschrieb und da empathisiert er den Nervenkitzel durchaus über den Beschützerinstinkt hinaus.


Zum Nice Guy-Sein gehört auch die nette Interaktion mit Kindern
Das stellt aber vielleicht noch das mitreißendste Wagnis des Films dar, welcher seine investigativen Bulletten inszenatorisch recht brav durch die Bubblegum-Variante der Siebziger schleust (Crowe kennt's selbst vom American Gangster her authentischer), teils vermeintlich coole Gags vom Set-Up-&-Pay-Off-Prinzip anwendet, die in einem Tarantino-Abklatsch keine schlechte Figur machen würden - Stichwörter in dem Sinne: Bienen, Nixon, Unverwundbarkeit und Johnboy. Etwas schlapper wird dann doch sein Versuch charakterlichen Wandels in seinen Helden, inwiefern Marsh aus seiner Lethargie aus Suff und Blödelei wieder ins volle Leben einzieht oder wie Healy das Ultrabrutale auf Kommando des Kindes ablegt, ganz wie es John Connor beim T-800 schaffte. Es steht ja einige Male durchaus zur Debatte, ob sie denn nicht doch bad persons sind, aber da klinkt sich Black trotz einer Handvoll politischer Unkorrektheiten natürlich mehr ins Positive ein, so wie er auch keine allzu großspurigen Markierungen setzt und zumindest subtil ins Innere schaut, wenn er es denn nicht im Standardgeplänkel aus Korruption, Auftragsmord und Hammond-Orgel-Wah-Pedal-Retortenmusik für mehrere Phasen aus den Augen verlieren oder mit nackten Jux-Eindrücken von der (Breit-)Seite übertünchen würde.


Dann hätte er womöglich auch einen stringenderen Weg gefunden, um seinen Pathos in der Rettung des Medium Films zum Schluss zu untermauern - ganz zu schweigen von den Actionszenen, die größtenteils auf laute Geräusche denn auf clevere Einfälle setzt, auf Ausnahmen und nervende Handlanger braucht man aber ebenso nicht verzichten. Manchmal meldet sich dann auch die Omi mit den Monster-Brillengläsern zu Wort, um den Funken an kriminalistischen Kombinationen in Gang zu setzen. Es ist nun mal ein netter Film geworden, ordentlich seinem Genre verpflichtet und voller Spielspaß im Konsens unterwegs, wo sich selbst der Regisseur vom Lost River auch galant zum Affen machen darf. Der Pepp geht leider nicht ganz im Laufe des Plots auf, wenn die biedere Zum-Kult-geboren-Walze ihre Belanglosigkeit streckt, für ein harmloses Minenfeld an nicht komplett forcierten Schlagfertigkeiten und Schlaghosen im Vintage-Crime zwischen Räuden- und Honkfilm kann man sich dieses Back in Black aber durchaus geben.


5,5 von 10 Centerfolds


vom Witte

Review: LAST BOY SCOUT – Bruce lässt auf Taten Sprüche folgen

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Fakten:
Last Boy Scout (The Last Boy Scout)
USA. 1991. Regie: Tony Scott. Buch: Shane Black, Greg Hicks. Mit: Bruce Willis, Damon Wayans, Chelsea Field, Taylor Negron, Noble Willingham, Danielle Harris, Halle Berry, Bruce McGill, Kim Coates u.a. Länge: 96/101 Minuten. FSK: Ab 16/18 (indiziert) Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Während ein Runningback während eines Footballspiels plötzlich eine Waffe zieht und seine Gegner niederschießt, wacht der versiffte Ex-Secret-Service-Agent und jetzt Privatdetektiv Joe Hallenbeck (Bruce Willis) verkatert in seinem Wagen in Los Angeles auf. Nachdem er seine Frau bei einer Affäre mit seinem besten Freund erwischt hat und letzterer bei einem Anschlag mit einer Autobombe ums Leben gekommen ist, macht er sich an die Arbeit, dem Auftrag seines Kumpels nachzugehen. Er soll die Nachtclub-Tänzerin Cory beschützen – jedoch wird er zusammengeschlagen und Cory wird erschossen. Entschlossen macht sich Joe mit Corys Freund Jimmy (Damon Wayans) auf die Suche nach den Mördern Corys.




Meinung:
In Tony Scotts „Last Boy Scout“ kämpft sich Joe (Bruce Willis), ein Ex-Secret Service-Agent, gemeinsam mit Jimmy (Damon Wayans), einem Ex-Football-Star, durch Los Angeles. Als mittlerweile heruntergekommener Privatdetektiv erhält er den Auftrag, die Stripperin Cory (Halle Berry) zu beschützen, doch die wird auf offener Straße erschossen. Joe und Corys Freund Jimmy, diese beiden ungleichen Männer, tun sich deshalb zusammen, um die Hintergründe des mörderischen Anschlags aufzuklären und geraten in einen gefährlichen Strudel aus Erpressung und Mord.


„Ich reite echt gut, Mann. Vielleicht kann ich deine Tochter mal mitnehmen. Wie ist sie denn so?“
„Sie ist 13 und wenn du sie schräg ansiehst, steck ich dir einen Regenschirm in den Hintern und spann ihn auf.“


Das ungleiche Buddy-Paar beim coolen Carsitting
Keiner, ich wiederhole, keiner bringt One-Liner so gut rüber wie Bruce Willis. Und nie ist er besser, als wenn er mit Vier-Tage-Bart und total runtergekommen durch die Gegend laufen darf. Beides ist in diesem Action-Klassiker der Fall, dazu von der Frau mit seinem besten Freund betrogen, von der Tochter gehasst. Er hat es wirklich nicht leicht. Doch genau dann fährt unser Brucie zur Höchstform auf. Er zündet ein Sprüchefestival sondersgleichen und mit Damon Wayans hat er den passenden Partner gefunden, der ebenfalls nicht gerade auf den Mund gefallen ist. Das ist ein Buddy-Gespann, das es sicher in die Top 3 jeder Buddy-Liste schafft. Eine vor den Latz knallen, aber eben doch einander vertrauen. Das muss so und das ist gut so. Natürlich haben wir das auch einem Shane Black zu verdanken. Wenn sich dieser Mann an ein Drehbuch setzt, dann ist die Kultspruchdichte schon besonders hoch, wie er mit den Büchern zu drei „Lethal Weapon“-Filmen, dem Schwarzenegger-Film „Last Action Hero“ oder der schwarzen Komödie „Kiss Kiss Bang Bang“ mehrfach bewiesen hat.


Sag nochmal, dass meine Frisur lächerlich ist...
Eine klasse Drehbuch, viele kultverdächtige Sprüche und ein cooles Buddy-Duo, wie es im Lehrbuch steht, bringen den Film schon richtig auf Touren, doch ohne passende Gegenspieler kann das alles auch nach hinten losgehen. Und hier haben sie die richtigen Gesichter gefunden. Fies genug, dass man sie verabscheuen kann, unauffällig genug, um sich nicht in den Vordergrund zu spielen und doch so besonders, dass sie im Gedächtnis bleiben. So müssen die Bösewichte in einer guten Action-Komödie sein und genau so sind sie. Egal ob nun Noble Willingham, der Oberkiller Taylor Negron oder Kim Coates, der mittlerweile in der Serie „Sons of Anarchy“ aus seinem Schattendasein ausgebrochen ist und große Erfolge feiert, sie sind genau solche Typen und sind damit perfekt als Gegenspieler besetzt. Die Action ist cool inszeniert, typisch für die frühen 90er hart, immer ein kleines bisschen drüber und einfach spaßig anzuschauen. Und vor allem gibt es reichlich davon, immer garniert mit einem flotten Spruch.


"Sie ist so fett, daß ich Sie in Mehl rollen mußte, um die feuchte Stelle zu finden!"


Tony Scotts „Last Boy Scout“ ist nicht nur eine tolle Actionkomödie, sondern kann darüber hinaus mit einem der besten Buddy-Duos des Filmgeschichte aufwarten. Die lässigen, sarkastischen oder süffisanten Sprüche von Bruce Willis und Damon Wayans lassen schlussendlich den Actionklassiker unvergesslich werden.


8 von 10 durchgedrehte Runningbacks

Review: DEAD HEAT - Bitte nur mit Einladung

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Fakten:
Dead Heat
USA. 1988. Regie: Mark Goldblatt.
Buch: Terry Black. Mit: Treat Williams, Joe Piscopo, Lindsay Frost. Darren McGavin, Vincent Price, Clare Kirkconnell, Keye Luke, Robert Picardo, Toru Tanaka, Ben Mittleman, Peter Kent, Dick Miller, Shane Black, Mel Stewart u.a. Länge: 84 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD erhältlich., ab 7. März 2014 auch auf Blu-ray.


Story:
Die Cops Doug und Roger sind ein gutes Team. Zwar sind die beiden grundverschieden, aber das hält sie nicht auf einen guten Job zu machen. Als sie einen Juwelenraub vereiteln wollen, werden sie Zeuge wie die Räuber, trotz eindeutiger Treffer, ohne größere Probleme durchs Pistolenfeuer der Polizei gelangen. Die Spur für diese Absonderlichkeit führt zu einem Chemiekonzern. Als das Duo dort ermittelt, kommen sie einem bösartigen Plan auf die Schliche, der gestoppt werden muss. Blöd nur, dass Roger während des Einsatzes stirbt. Zum Glück kann er mit einer Maschine ins Leben zurück geholt werden und ist von nun an ein Untoter, aber immer noch effektiver Cop.





Meinung:
Mark Goldblatt ist ein gefragter Mann in Hollywood, zumindest dann, wenn es um das Editieren von Filmen gibt. Er gab Filmen von James Cameron, Paul Verhoeven und Michael Bay den Feinschliff mittels seiner Arbeit am Schneidetisch. Doch Cutter Goldblatt hat auch zweimal in seiner Laufbahn selbst auf dem Regiestuhl gesessen. 1989 drehte er „The Punisher“, die allererste Verfilmung des gleichnamigen Marvel-Antihelden, der damals von Dolph Lundgren gespielt wurde. Der Film ist den Jugendschützern bis heute ein Dorn im Auge, auch wenn er aus heutiger Sicht nicht mehr mit dem rabiaten Härtegrad eines „Punisher: War Zone“ mithalten kann. Doch ein Jahr vor seiner Arbeit mit Lundgren erprobte sich Goldblatt mit dem Trashfest „Dead Heat“ bereits als Regisseur. Ein Film dessen Synopsis wohl ausreicht, um Arthäusler mit dem Augen rollen und laut seufzen zu lassen.


"Remember the good old days when bullets killed people?"
„Dead Heat“ ist, und da muss keiner lang drum herum argumentieren, einfach nur bescheuert und strunzdumm. Das Männerschweiß-Actionkino der 1980er Jahre trifft auf stupide Komödie und Zombiequatsch. Das Ergebnis dieser Mixtur ist grundehrlicher Schwachsinn. Unglaublich dämlich, aber auch unglaublich einnehmend. Die beiden Cops Doug Bigelow und Roger Mortis (!!!) sind typische Heroen-Archetypen aus der damaligen Zeit. Das Roger irgendwann ein Untoter wird, wird mit dem einen oder anderen lockeren Spruch verarbeitet und dann geht’s schon weiter. Das Zombie-Gangster mit Maschinenpistolen alles kurz und klein ballern? Zugegeben, heute wäre das seltsam, aber hey, in den 80ern war das gar nicht mal so besonders (man erinnere sich nur einmal an die Neue Deutsche Welle). Roger und Doug sind eben echte Cops, harte Kerle, die mit ihrem Cabrio durch die Straßen heizen und mit ihren Fonfrisuren auch bei harten Kämpfen immer noch gut aussehen. Natürlich sind die beiden auch charakterlich verschieden. Die Komponente des Buddy Movies spielt hier eine gewichtige Rolle: Während Doug mit Jeans und Lederjacke unterwegs ist, trägt Roger Anzug und Krawatte, aber wie heißt es so schön: Gegensätze ziehen sich an. Für das Drehbuch von „Dead Heat“ zeichnet sich übrigens Terry Black verantwortlich. Wer das ist? Das ist der Bruder von Shane Black, dem Erfinder der „Lethal Weapon“-Reihe, also quasi dem Begründer des 80er-Buddy-Movies. Dieses Genre ist scheinbar eine Familienangelegenheit.


In den 80ern trugen Monster noch Leder und bauchfrei
Zugegeben, nicht nur das Shane Black (der hier eine kleine Gastrolle hat) mittlerweile mit „Iron Man 3“ eine erfolgreiche Regiekarriere gestartet hat, nein, seine Scripts sind vom Dialogwitz und Esprit auch um einiges – aufgepasst – lebendiger. Aber irgendwie passt bei „Dead Heat“ dennoch, im grobmotorischen Maßstab, alles zusammen. Seine Qualität ist, dass er eigentlich kein sonderlich qualitativ hochwertiges Werk ist und auch gar nicht sein will. Selten springen einem Filmfehler (Mikro im Bild, Schusswunden sind plötzlich verschwunden) so direkt ins Auge wie hier. Es ist halt einfach eine Gaudi der amüsanten Minderwertigkeiten, die dazu noch einige Splattereffekte besitzt (der Film war früher deswegen sogar indiziert), die in ihren plumpen wie gestelzten Erscheinungsbild eine miefige Liebenswürdigkeit generieren, vergleichbar mit dem Stöbern in alten, verstaubten Büchern. Ein Blutrausch ist „Dead Heat“ aber bei weitem nicht. Im direkten Vergleich zu heutigen Schlachtplatten wirkt er teilweise fast zahm und zurückhaltend. Dafür prescht Mark Goldblatt in seinem Regiedebüt  mit einigen Szenen voraus, die man wohl am besten kommentiert, mit einer umgangssprachlichen Abkürzung: WTF (what the fuck)?! Wenn in einer Metzgerei in Chinatown plötzlich das geschlachtete Vieh lebendig wird und Entenhälse, Spanferkel und Rinderhälften dem Helden-Duo an den Kragen wollen, dann besitzt dies eine solch abnorm-absonderliche Energie, wie man sie zuletzt in Don Coscarellis großartigem „John dies at the End“ gesehen hat.


Es sind wohl auch die Fans von „John dies at the End“, also die Freunde schräger Fiktion, die mit „Dead Heat“ etwas anfangen können. Wer hier einen ernsthaften Horrorfilm, das typische Zombie-Einmaleins oder eindrucksvolle Cop-Action erwartet, wird von Mark Goldblatt feist grinsend vor den Kopf gestoßen. „Dead Heat“ wirkt wie ein Projekt, bei dessen Entstehung die Worte „Weißt du was geil wäre?“, bestimmt mehrfach gefallen sind. Natürlich mussten die Ideen auch an das Budget angepasst werden, aber immerhin waren noch ein paar Dollar übrig, um Horrorikone Vincent Price anzuheuern (wenn ihr Horror mögt und den nicht kennt, dann sollten ihr euch wahrlich schämen). Price Auftreten verfeinert das Ganze noch einmal etwas. Sein Mitwirken ist wie der letzte, eindeutige Kommentar, dass Goldblatt hier einen Film im Sinn hatte, der für eine ganz bestimmte Zielgruppe gemacht wurde. „Dead Heat“ ist halt einfach verdammt eigentümliches Spaßkino, welches nur besucht werden sollte, wenn man eine Einladung - in Form von Lust an Genre-Possen - hat. Ansonsten bitte, bitte, bitte draußen bleiben.


7 von 10 Zombie-Hähnchen