Review: RETURN TO SENDER - Rosamund Pike im freien Fall

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Fakten:
Return to Sender
US. 2015. Regie: Fouad Mikati. Buch: Patricia Beauchamp, Joe Gossett. Mit: Rosamund Pike, Nick Nolte, Shiloh Fernandez, Camryn Manheim, Illeana Douglas, Billy Slaughter, ua. Länge: 90 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab dem 08. September auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Miranda ist Krankenschwester und träumt von einem größeren Haus. Sie ist Single und lässt sich zu einem Blind-Date überreden, auf ihrer Türschwelle steht dann auch ein Fremder. Anstatt sie auszuführen vergewaltigt er sie jedoch und kommt dafür ins Gefängnis. Miranda nimmt den Kontakt zu ihm auf.





Meinung:
Rosamund Pike hat im letzten Jahr mit „Gone Girl“ einen wirklich saftigen Achtungserfolg verbuchen können, nachdem sie abgesehen von ihrem Auftritt als Bong-Girl in dem schon nicht so dollen „Stirb an einem anderen Tag“ zumindest ein wenig von sich reden machte. Aber wirklich nur ein bisschen, schließlich war Halle Berry auch im Film. Hollywood-Mastermind David Fincher hat sie jedoch aus der Versenkung geholt und sie als Amy Dunne in der Adaption von Gillian Flynns gleichnamigen Romans besetzt, weil er „kein Profil“ von ihr hatte. Unter all den Kandidatinnen stach sie durch ihre Passivität und Nüchternheit auf - was Fincher als perfekt befand. Und die Rechnung ging auf, Pike bekam eine Oscar-Nominierung (den letztendlich Julianne Moore für „Still Alice“ gewann) und obendrein gab es viel Lob. Umso verwirrender ist es, dass sie als nächstes Projekt einen Film wählt, der ein absoluter Trittbrettfahrer von Finchers Krimi ist - und ein grottiger schlechter noch dazu.



Das lief jetzt nicht so ideal...
Pikes Charakter in dem 007-Film hieß Miranda. Hier heißt sie Miranda. Und Miranda ist Krankenschwester mit Ambitionen, sie ist nämlich hin und weg von den Chirurgen des Krankenhauses (was kein Klischee ist) und möchte die Karriereleiter hinaufklettern, um bei den Operationen assistieren zu dürfen. Dazu kommt es aber nicht, weil sie sich auf ein Blind-Date einlässt. Als ein Mann vor ihrer Haustür auftaucht, denkt sie, er wäre das Date. Ist er aber nicht. „Ich werd dir nicht weh tun“, sagt er - und dann vergewaltigt er sie. Später fährt die Kamera langsam, sehr langsam, über die Blutergüsse und Wunden, die Mirandas Körper überdecken. Der Film schreit einem förmlich entgegen: Guck mal, wie schlimm das alles ist! Und das ist exemplarisch für diesen Film, der dem Zuschauer von Sekunde 1 an alles aufzwingen möchte und nichts hinbekommt. Der Film versteht sich als emotionales Werk, schafft es aber nicht, Stimmung jedweder Coleur an den Zuschauer zu übermitteln. Der Zuschauer aber lässt sich nicht gerne zwingen und lässt sich schon gar nicht von einem Film verarschen. Das tut „Return to Sender“ aber von vorne bis hinten.



...aber eigentlich ist er ja ganz nett.
Die titelgebenden Rücksendungen beziehen sich auf die Briefe, die Miranda später an ihren Vergewaltiger schickt (Kevin heißt er). Sie möchte mit ihm in Kontakt treten und das schafft sie auch, als er sich bereit erklärt, sie als Besucher im Gefängnis zu empfangen. Die Kontaktaufnahme führt zu den Gesprächen der beiden. Diese Gespräche sind gewissermaßen das Kernstück des Films und so unfassbar fad und lächerlich auf Soap-Opera-Niveau, die langweiliger und egaler nicht sein könnte. Das ist erst schmalzig, wird dann aber komplett hirnverbrannt und realitätsfern, wenn das Gespräch eine Richtung einschlägt, die Mirandas Gedanken derart gefährlich relativierend sein lässt, dass man wütend werden kann. Man muss ja nicht nachtragend sein, so unfreundlich ist der Vergewaltiger auch wieder nicht. Ein Schlag ins Gesicht für jedes Wesen mit Verstand. Und das während der Film sich nicht nur für voll nimmt, sondern sich auch noch als ernsthaften Beitrag der Thematik und des Dramas an sich ansieht. Da kommt man schon dazu, all die verblödeten Dialoge und Szenen und die profillose Regie zu vergessen, weil der Inhalt so verachtend und ausbeutend vermittelt wird. Es ist ehrlich gesagt richtig peinlich.


Mit „Return to Sender“ hat Rosamund Pike sich saftig ins Aus geschossen. Ob die Rollenangebote nach „Gone Girl“ ausblieben oder ob sie einfach eine grottige Wahl getroffen hat, kann man nur spekulieren. Dass dieser Film eine einzige Niete ist, sollte klar geworden sein. Die klischeehaften Überzeichnungen und einfach hirnlosen Wendungen und Ideen, die hölzernen Dialoge und Darsteller, die immer gleich dreinschauen (Pike ausgenommen) lassen diesen Film einfach derart dilettantisch und lahm werden, dass eine Sichtung durchaus beschämend sein kann. Der Film ist durchgehend schlecht und versucht sich am Ende dann mit einer Wendung ins gerade Licht zu rücken. Der Versuch kommt einem lustlosen Strampeln gleich. Kurios und (ungewollt) meta: Miranda kann das Aufsteigen der Karriereleiter vergessen, vor allem nach ihren Taten am Ende. Ebenso wie Rosamund Pike.

1 von 10 Zahnstochern

von Smooli

Review: SEARCH PARTY - DER DURCHGEKNALLTESTE ROADTRIP ALLER ZEITEN – Die Jagd nach dem besten Freund

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Fakten:
Search Party - Der durchgeknallteste Roadtrip aller Zeiten
USA. 2014. Regie: Scot Armstrong. Buch: Andrew Waller, Mike Gagerman, Scot Armstrong. Mit: T.J. Miller, Adam Pally, Thomas Middleditch, Shannon Woodward, Allison Brie, Lance Reddick, J.B. Smoove, Krysten Ritter, Katie Mucci, Riki Lindholm, Rosa Salazar, Jason Mantzoukas, Jon Glaser u.a. Länge: 93 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und blu-ray erhältlich.


Story:
Nardo wurde von seiner Verlobten Tracy vor dem Traualtar stehen gelassen, woran sein Freund Jason  und Trauzeuge Evan nicht ganz unschuldig sind. Da die Braut wutentbrannt nach Mexico geflohen ist, um dort alleine das Flitterwochen-Arrangement auszukosten, macht sich Nardo kurzerhand auf den Weg, sie dort zu suchen und zurückzugewinnen. Zu blöd nur, dass er ausgeraubt wird und plötzlich ohne Auto, Klamotten, Geld oder Papiere in der mexikanischen Wüste festsitzt. Jason und Evan machen sich also nach einem S.O.S.-Anruf auf, um Nardo aus der Patsche zu helfen. Dabei bekommen es die Jungs mit einem vogelwilden Drogenbaron und allerhand ausgebufften Gaunern zu tun.




Meinung:
Road Trips, also Ausflüge quer durchs Land, sind aus dem komödiantischen Film kaum noch wegzudenken. Aktuell düst die neue Generation der Kultfamilie Griswolds in „Vacation“ einmal quer durch die USA und auch schön früher war die Situation des Roadtrips ein beliebtes Mittel um höchst unterschiedliche Figuren irgendwie näher zusammen zu bekommen, etwa wie in John Hughes Klassiker „Ein Ticket für Zwei“ mit John Candy und Steve Martin. Seit den 1990er Jahren steht Road Trip aber nicht mehr für diese liebenswerte Art von Mixtur aus Road Movie und Komödie. Vielmehr steht die Wortkombination Road Trip mittlerweile für wilde Spaßmacherfilme aus der Kategorie R-Rated-Comedy. Genau dort rein passt auch „Search Party - Der durchgeknallteste Roadtrip aller Zeiten“, mit der der „Hangover 2“-Co-Autor Scot Armstrong sein Regiedebüt abliefert.


Nardo wird diese Reise nicht vergessen - leider
„Search Party - Der durchgeknallteste Roadtrip aller Zeiten“ bietet fast schon klassisch-moderne Komödienkost. Das fängt schon damit an, dass Armstrong zu Beginn eine lang geplante Hochzeit ins Chaos stürzt und dafür Charaktere benutzt, die sich wie das 1mal1 typischer Comedy-Figuren lesen lassen. da wäre der leicht trottelige aber liebenswerte Durchschnittstyp, der total verplante Kerl dessen Selbstbild nicht gerade mit dem seiner Umwelt übereinstimmt und auch der ganz normale Kerl, der eigentlich versuchen will erwachsen zu werden, es aber nie wirklich schafft, ist im chaotischen Figurenpanoptikum vertreten. Auffällig wie in so vielen anderen Komödie auch ist die Tatsache, dass die komödiantischen rollen ausschließlich männlich sind. In „Search Party - Der durchgeknallteste Roadtrip aller Zeiten“ gilt dieselbe Geschlechterregel wie etwa auch in den „Hangover“-Filmen: Männer dürfen komisch sein, Frauen müssen die eiserne Vernunft vertreten. Das stinkt und fühlt sich an wie eingeschlafene Füße und macht auch ungefähr genauso viel Freude, auch wenn Scot Armstrongs Regiedebüt durchaus den einen oder anderen Zwischenstopp einlegt, der zumindest rudimentär zu unterhalten weiß


Dieses Abenteuer könnte ein böses Ende nehmen
Dabei frönt Armstrong ganz dem Chaos und der alten Masche immer kurz vorm Ziel doch noch zu scheitern. Wenn der liebenswerte Nardo (Thomas Middleditch) nach seiner geplatzten Hochzeit plötzlich nackt in Mexiko steht und beim Versuch sich aus dem Schlamassel selbst zu befreien vom Regen in die Traufe, bzw. von einem kleinen, mexikanischen Wüstenstädtchen auf die kokainbeladenen Ablage eines Pick Up Trucks gerät, generiert dies durchaus wahnwitzige Momente und Situationen, die durch allerhand Nebenfiguren noch einmal verschärft werden. Aber auch Chaos-Freunde machen einige durch, geraten z.B. an fiese Organhändler und müssen ganz nebenbei noch Probleme mit der eigenen Karriere bewerkstelligen. Das ist insgesamt einfach immer etwas zu viel und zu dick aufgetragen und es ist „Search Party - Der durchgeknallteste Roadtrip aller Zeiten“ deutlich anzumerken, dass der sich recht unharmonisch vn einer Station zur nächsten hievt und nach und nach immer mehr an Energie und Ideenreichtum einbüßt. Am Ende hechelt er mit Mühe und Not über die Zielgerade und hinterlässt den Eindruck von eingeschlafenen Füßen. Ein Eindruckt, den der Film – wie bereits vorher erwähnt – nicht zum ersten Mal generiert.


„Search Party - Der durchgeknallteste Roadtrip aller Zeiten“ hätte ein wirklich ganz schrecklicher Film sein können, doch dank seines Irrwitzes und einer hier noch nicht erwähnten guten Chemie der Figuren (T.J. Miller und Thomas Middleditch spielen in der höchst sehenswerten Serie „Silicon Valley“ bereits Seite an Seite) gelang Scot Armstrong eine Letzen Endes doch eher enttäuschende Komödie, aber wenigstens eine, über die man sich nicht wirklich ärgern muss. Davon gibt es im Segment der R-Rated-Comedys aktuell nicht viele.


4 von 10 kotzenden Eseln

Review: DR. WHO - DIE FÜNF DOKTOREN - Pandastorm, die ollen Streber

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Fakten:
Dr. Who – Die Fünf Doktoren
UK, 1983. Regie: Peter Moffat. Buch: Terrance Dicks. Mit: Peter Davison, Richard Hurndall/William Hartnell, Patrick Troughton, Jon Pertwee, Tom Baker, Janet Fielding, Mark Strickson, Carole Ann Ford, Nicholas Courtney, Elisabeth Sladen, Lalla Ward, Anthony Ainley, Philip Latham, Dinah Sheridan, Paul Jerricho u.a. Länge: 75 Minuten (dt. TV-Fassung), 100 (Special Edition). FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Der Timelord, Dr.Who, trifft auf seine Vorgänger und zusammen begegnen diese in der Todeszone ihres Heimatplaneten Gallifrey den tödlichen Daleks, den unmenschlichen Cybermen und ihrem Erzfeind, dem Master. Doch die größte Gefahr droht aus einer anderen Richtung und ist für ihren Planeten verheerender, als die fünf Doktoren zu ahnen wagen.




Meinung:
Man stelle sich die diversen deutschen Filmverleihe als eine große Schulklasse vor und die Veröffentlichungen, bzw. der Re-Release eines alten Films steht als Hausaufgabe an. Während die meisten Klassenkameraden meist lieblos die Aufgabe erledigen, gibt es auch den ein oder anderen Schüler, der mit besonderem Fleiß glänzt. Im Falle von Pandastorm trifft diese Beschreibung nicht ganz zu, denn die werten Damen und Herren, die bereits mit ihren bisherigen Veröffentlichungen rund um den kultigen Dr. Who ordentlich geklotzt haben, verdienen mit der Veröffentlichung des Dr. Who-Specials „Dr. Who – Die Fünf Doktoren“ nicht nur diverse goldene Fleißsternchen, sondern ganz klar auch eine Eins Plus. Wenn jeder alte Film oder Serie so liebevoll restauriert und mit Bonusmaterial versehen würde, wäre diese Welt ein wahrlich bessere.


Vier von fünf vereint
Bei „Dr. Who – Die Fünf Doktoren“ handelt es sich um einen Spielfilm, der zum 20jährigen Jubiläum der kultisch verehrten BBC-Serie, im Jahre 1983, produziert wurde. Darin treffen sich fünf ehemalige Doktoren, was für echte Fans wahrlich ein waschechter Leckerbissen ist. Die fünf Doktoren bekommen es diesmal nicht nur mit dem gefährlichen Daleks, sondern auch mit den Cybermen zu tun. Das ist im gewohnten Stil umgesetzt, den man entweder liebt, oder der einen als Zuschauer ziemlich kalt lässt und teilweise sogar etwas zermürben kann. Nur eines muss man der Serie, wie auch diesem Special, zugutehalten: die Detailliebe. Die ist erneut auf einem großartigen Level. Dass die eigentliche Geschichte dagegen etwas abfällt und der Film in Sachen Spannung und auch Witz ein wenig den guten Serienepisoden hinterherhinkt, ist sehr verschmerzbar, bei all der Phantasie, die hier angewendet wurde, um ein neues, besonders Abenteuer für die Fans zu produzieren. Keine Phantasie, dafür aber viel Inhalt bietet übrigens auch die nun im Handel erhältliche Veröffentlichung des Specials. Pandastorm hat mal wieder ordentlich geklotzt. Auf 3 DVDs erstrahlt das Abenteuer der fünf Doktoren gleich zweimal. Einmal in der regulären TV-Version und ein anderes Mal in einer Special Edition.


Diese ist letztlich wohl wirklich nur für echte Fans interessant. Wer sich nicht zu denen zählt, sollte sich aber dennoch die Extras ansehen. Die sind mit einer Laufzeit von über fünfeinhalb Stunden nämlich mal wieder so exorbitant wie auch informativ und auch das Booklet ist, wie bei den anderen „Dr. Who“-DVDs von Pandastorm auch, höchst lesenswert. Diesmal gibt es sogar einen Text, genauer gesagt ein Vorwort, vom Drehbuchautor Terrance Dicks. Bei dieser Qualität und Menge an Extras, würde es kaum verwundern, wenn Pandastorm auf dem Schulhof verprügelt wird, wegen Streberei.


7 von 10 Daleks

Unsere TV-Tipps der aktuellen Woche

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Unsere TV-Tipps vom 7. August bis 13. September 2015

Montag, 07. August:
Spider-Man 3 (Action) – 20:15 – kabel eins
The Tall Man -Angst hat viele Gesichter (Thriller) – 22:15 - ZDF
Nowitzki – Der perfekte Wurf (Dokumentation) – 22:45 - ARD

Dienstag, 08. September:
Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris (Komödie) – 14:00 - ARTE
Rush Hour (Action) – 20:15 – Super RTL
Nix zu verlieren (Komödie) – 22:15 – Super RTL

Mittwoch, 09. September:
Laura wirbelt Staub auf (Komödie) – 20:15 - ARTE
Sister (Drama) – 22:25 – 3Sat
Die Klapperschlange (Action) – 01:55 – kabel eins

Donnerstag, 10. September:
Born to be Wild (Komödie) – 20:15 – kabel eins
Mein Stück vom Kuchen (Komödie) – 22:25 – 3Sat
Tödliche Augenblicke (Thriller) – 01:55 – ARD

Freitag, 11. September:
Toy Story 3 (Komödie) – 20:15 – Super RTL
John dies at the End (Komödie) – 22:00 – Tele 5
Dressed to Kill (Thriller) – 22:35 -3Sat

Samstag, 12. September:
Harry Potter und der Stein der Weisen (Fantasy) – 20:15 – Sat1
Dead Snow (Horror) – 00:05 – Tele 5
Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen (Drama) – 00:45 - ARD

Sonntag, 13. September:
Fast & Furious 6 (Action) – 20:15 – RTL
Die Teuflischen (Thriller) – 20:15 – ARTE
Star Trek Into Darkness (Sci-Fi) – 20:15 – Pro7

Review: DER VATER MEINER BESTEN FREUNDIN - Die nächste französische Sommerkomödie?

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Fakten:
Der Vater meiner besten Freundin (Un moment d’égarement)
F. 2015. Regie: Jean-Francois Richet. Buch: Lisa Azuelos, Jean-Francois Richet. Mit: Vincent Cassel, Francois Cluzet, Alice Isaaz, Lola Le Lann, Philippe Nahon, Annelise Hesme, ua. Länge: 105 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die besten Freunde Antoine und Laurent fahren mit ihren Töchtern Marie und Louna zu Antoines Landhaus auf Korsika, um gemeinsam den Urlaub zu verbringen. Die Probleme beginnen, als Louna sich an den Vater ihrer besten Freundin ranschmeißt und die beiden ein paar zärtliche Momente am Strand verbringen.



                                                                            
Meinung:
Die modernen Komödien aus dem Nachbarland Frankreich zeichnen sich oft durch das spielen mit Klischees, Tabus und der Moral aus, was den Filmen mal mehr mal weniger gelingt. So gelang es der französischen Filmproduktion schon, den ein oder anderen Hit zu produzieren (man denke an „Willkommen bei den Sch’tis“). Ebenso konsequent wurden allerdings schon manche Komödien krass in den Sand gesetzt, wofür „Mama gegen Papa“ als Beispiel dient. Und dennoch haben französische Komödien ein relativ gutes Standing in den Köpfen des Mainstream-Kinopublikums, wodurch die Hauptverantwortlichen bekannter Filme schnell als Argument für das Sehen weiterer Filme dient. Francois Cluzet ist einer dieser Schauspieler, der seit seiner Rolle in dem sagenhaft erfolgreichen „Ziemlich beste Freunde“ wohl stets auffallen wird. Ergo wurde auch „Der Vater meiner besten Freundin“ als Komödie vermarktet; ein Umstand, den der Verfasser dieser Zeilen zu keiner Zeit nachvollziehen konnte.


Die Waffen werden entsichert...
Und das liegt gar nicht einmal an der altbekannten Tatsache, dass manche über bestimmte Witze halt lachen und andere nicht. Das Problem ist hier nämlich, dass weder die Geschichte, noch die Ausführung wirklich komödiantisches Potenzial aufweisen. Natürlich sind vereinzelte Momente humoristisch aufgezogen, aber das Genre, dem der Film insgesamt zuzuordnen ist, ist das des Dramas. Zwar macht der Film anfangs noch den Eindruck der typischen, modernen und amerikanischen Komödie (was dem Film grandios misslingt, nur um das einmal zu verdeutlichen), aber der komische Anstrich des Films verfliegt komplett nach knapp 20 Minuten und bleibt bis zum Ende des Films in der Versenkung, in die er verschwunden ist. Da fehlt dann auch das, was die französische Sommer-Komödie ausmacht. Kein Spiel mit Minderheiten, kein Culture-Clash. Ein Klischee konnte man ausmachen. Und zwar das des rassistischen Korsika-Bewohners - ein Witz, der leider so untergeht, dass er von einer weiteren Figur erklärt werden muss. Um es in aller Klarheit noch einmal zu sagen: Bei „Der Vater meiner besten Freundin“ handelt es sich mitnichten um eine Komödie. Wer mehr Werke im Sinne der eingangs erwähnten Komödien sehen will, der ist hier an der falschen Adresse.


...offenbar mit Erfolg.
Denn der Regisseur Jean-Francois Richet, der vor ein paar Jahren mit den beiden „Public Enemy No.1“-Filmen auf sich aufmerksam machen konnte, arbeitet hier nicht nur erneut mit Vincent Cassel zusammen, er inszeniert de facto auch eine humorlose aber fatale Geschichte über zwei Männer, die sich auf einem selbstzerstörerischen Kurs befinden. Denn die beiden Väter und besten Freunde Laurent (Cassel) und Antoine (Cluzet) fahren mit ihren bildhübschen Töchtern Marie (wirklich richtig gut: Alice Isaaz) und Louna (Lola Le Lann, deren Rollenname nicht zufällig an Lolita erinnert) nach Korsika und verbringen ein paar Tage gemeinsam im Landhaus. Während Laurent nach einem „Fehler“ versucht, sich Louna vom Hals zu halten, die keine Gelegenheit auslässt, um sich an ihn ranzuschmeißen und sich vor ihm auszuziehen, ist Antoine besessen davon, alle Lebewesen, die sich ihm nähern und in sein „Territorium“ (sei es räumlicher oder ethischer Natur) eindringen. Er ist besessen vom Kampf, von Konflikten, von Gewalt und Tod, so scheint es, wenn er zähnefletschend mit seinem Gewehr im Garten herumpirscht und den Menschen beäugt, dem er gleich eine Faust ins Gesicht drücken wird. In der blinden Wut von Antoine und dem beschämten Verhalten von Laurent vergessen die beiden, dass sie mit ihren Töchtern die wichtigsten Menschen vergessen und weiterhin extrem bevormunden, indem sie ihnen keinerlei Freiheiten gewähren oder nicht ehrlich zu ihnen sind.


„Der Vater meiner besten Freundin“ ist schlicht und ergreifend keine Komödie, auch wenn die Werbung es einem gern Glauben machen würde. Der Film ist voll von moralischen Konflikten und (teilweise arg konstruierten) Spannungsmomenten, aber leer von Humor jeglicher Natur. Dank der Tatsache, dass drei der vier Hauptdarsteller ihren Job wirklich gut machen (Vincent Cassels Ausstrahlung ist ja eh eine Nummer für sich), verläuft die Geschichte nicht irgendwo im Sande, obwohl die Inszenierung an sich immer wieder etwas missraten daherkommt, sodass ein Gefühl für das große Ganze nie entstehen mag. Simpel gestrickt, mit teilweise interessanten Motiven, die jedoch letztendlich totgeritten werden, wird das Drama nie wirklich richtig interessant, da es dann doch zu vorhersehbar und altbekannt bleibt, um den Zuschauer aus der Reserve zu locken. Gute Darsteller machen leider noch keinen guten Film.

5 von 10 Psycho-Spielchen

von Smooli

Review: BROTHERHOOD OF BLADES - Spektakel auf Sparflamme

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Fakten:
Brotherhood of Blades (Xiu chun dao)
VC, 2014. Regie: Yang Lu. Buch: Yang Lu, Chen Shu. Mit: Chen Chang, Shih-Chieh Chin, Zhu Dan, Dong-xue Li, Shishi Liu, Yuan Nie, Qianyuan Wang, Qing Ye, Lixin Zhao, Yi Wei Zhou u.a. Länge: 112 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Ab dem 18.9. 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
1627, als die Ming-Dynastie ihrem Ende zugeht, dienen drei Blutsbrüder als Assassine in einer Elitetruppe der kaiserlichen Garde. Ihr erster Auftrag vom frisch eingesetzten jungen Kaiser: Findet alle Anhänger des Eunuchen Wei und tötet sie. Doch bald müssen die drei erkennen, dass sie Bauernopfer in einer gewaltigen Verschwörung sein sollen.





Meinung:
Nicht nur die westliche Filmindustrie versucht gezielter den (riesigen) chinesischen Markt für sich zu erschließen, auch aus dem Reich der Mitte schaffen es immer mehr Beiträge zu uns herüber und gelten schon länger nicht mehr als reines Exoten-Futter. Für einen bundesweiten Kinostart hat es bei „Brotherhood of Blades“ dann doch nicht gereicht, in diesen Tagen erscheint er für das Heimkino, mit kleinen Vorschusslorbeeren im Gepäck. „Meisterlich choreographiert, optisch überwältigend und atemberaubend spannend!“ wird das FILMFEST MÜNCHEN auf der Blu-ray zitiert. Da stellen sich gleich zwei Fragen: Wer spricht eigentlich im Namen einer ganzen Veranstaltung und nach der Sichtung noch viel wichtiger, meinen wir wirklich denselben Film?


Schlechtwettergeld ist in dem Job nicht drin.
Fair müssen und wollen wir sein, das mit der Optik ist nicht gänzlich falsch. „Überwältigend“ sicher nicht, da würde man ja andauernd vor Begeisterung vom Stuhl kippen, wenn ein Film mit sichtlich viel Aufwand, guter Ausstattung und einem hübschen Äußeren um die Ecke kommt. Einige schöne Bilder gibt es zu sehen, ohne dass man vor Staunen den Mund nicht mehr zu bekommen würde. Für den Rest muss man schon schnell und leicht zu beeindrucken sein, um vor Begeisterung durchzudrehen. Insbesondre bei den ach so spektakulären Kampfszene. Einer bzw. drei gegen alle hat doch immer ein gewisses Problem: Während ein Kontrahent vermöbelt wird, stehen alle anderen brav daneben und warten scheinbar, dass ihre Nummer aufgerufen wird. Sinnvoll gleichzeitig angreifen ist auch unsportlich. In wahrhaftig exzellent arrangierten Gegenbeispielen wie z.b. bei „The Raid 2“ oder dem Hammer-Fight in „Oldboy“ wirkt das eine ganze Ecke anders. Da hat man wirklich das Gefühl, dass ein Typ gerade alle auseinandernehmen kann, da stimmt die Energie, die entfesselte Dynamik und es wird nicht nur untätig im Hintergrund rumgegammelt. Das ließe sich gerade noch verschmerzen, wenn die Action denn sonst hervorragend inszeniert werden würde. Etwas Slow-Motion, ein paar (hauptsächliche digitale, bäh) Blutspritzer, den Rest muss der Schnitt regeln. Lange Takes, die von einer unverkennbar detaillierten und dann ernsthaft eindrucksvollen Choreographie zeugen würden gibt es nicht, in der Schnittfolge lässt sich nur ganz selten rudimentär erahnen, dass die Akteure zumindest ein wenig von dem verstehen, was sie hier vorgaukeln.


„Brotherhood of Blades“, um es zu relativieren, ist im Bereich der Action sicherlich keine Grottenveranstaltung, mehr als inzwischen eben nicht mehr von den Socken hauender Durchschnitt aber keinesfalls. Damit hätten sich die dramaturgischen Schwachpunkte vielleicht deutlicher kaschieren lassen oder zumindest weniger störend in den Mittelpunkt rücken. Intrigen, Verrat, Treueschwüre und anschließende Dolchstöße im alten Kaiserreich, kennt man so zur Genüge und ernsthaft interessant sind weder der Plot noch die steifen Figuren, obwohl sie eigentlich dauernd zu leiden haben. Das mündet im letzten Drittel in einer Überdosis an Nackenschlägen, schwermütigem Geschwafel und pathetischer Selbstaufopferung. Eine überfrachtete Seifenoper der großen, persönlichen Tragödien, die einen praktisch gänzlich kalt lässt. Wenn die Figuren nicht interessant sind kann ihnen geschehen was will, juckt niemanden. Obwohl „Brotherhood of Blades“ rein formal kein Totalausfall ist, seine gesamten Bemühungen sind schlussendlich für die Katz. Mit Mühe und Not lässt sich der Film gerade so angucken, danach sollte man kaum noch einen Gedanken an ihn verschwenden.

4 von 10 Blutsbrüdern