TV Wahnsinn: Unsere TV-Tipps vom 6. bis 12.April 2015

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Unsere TV-Tipps vom 6. bis 12.April 2015

Montag, 6. April:
Der Duft der Frauen (Drama) – 20:15 – 3Sat
Contraband (Thriller) – 22:15 – RTL
Spartacus (Drama) – 00:30 - ZDF

Dienstag, 7. April:
Im Inneren Kreis (Drama) – 22:25 – 3Sat
Bell de Jour (Drama) – 23:40 – zdf.kultur
10 Dinge, die ich an dir hasse (Komödie) – 00:30 - Vox

Mittwoch, 8. April:
Gomorrha (Drama) – 22:50 – eins plus
Away way go (Komödie) – 23:10 - BR
The Messenger (Drama) – 23:15 – hr

Donnerstag, 9. April:
Transporter: The Mission (Action) – 20:15- Vox
Lake Placid (Horror) – 22:00 – kabel eins
Drive Angry (Action) - 01:50 - Vox

Freitag, 10. April:
Scarface (Thriller) – 23:05 – 3Sat
Red Sonja (Fantasy) – 03:10 - ARD
Big Foot und die Hendersons (Komödie) – 04:45 – RTL2

Samstag, 11. April:
Roter Drache (Thriller) – 01:00 – ZDF
Schneller als der Tod (Western) - 01:10 – Sat1
Kap der Angst (Thriller) – 03:15 – RTL2

Sonntag, 12. April:
Fast & Furious 5 (Action) – 20:15 – RTL
Warm Bodies (Komödie) – 20:15 – Pro7
Männer, die auf Ziegen starren (Komödie) – 00:35 - ARD

Review: WIE TOLLWÜTIGE HUNDE - Gewalt, Sexismus und Klassenkampf

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Fakten:
Wie tollwütige Hunde (Come Cani Arrabbiati)
IT, 1976. Regie: Mario Imperoli. Buch: Mario Imperoli, Piero Regnoli. Mit: Jean-Pierre Sabagh (a.k.a. Piero Santi), Annarita Grapputo, Paola Senatore, Cesare Barro, Luis La Torre, Gloria Piedimonte, Mario Farese, Silvia Spinozzi, Mario Novelli, Anna Curti u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: Keine Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.



Story:
Kommissar Muzi ist einem Trio von Gewaltverbrechern auf der Spur, die scheinbar wahllos morden, rauben und Schrecken verbreiten. Die Ermittlungen führen ihn bald auf die Fährte des jungen Lebemanns Tony Ardenghi und seinen Freunden, gelangweilte Söhne und Töchter aus wohlhabendem und einflussreichem Hause. Schnell muss Muzi feststellen, dass in den Kreisen der Reichen und Schönen die Justiz an ihre Grenzen stößt, und ist gezwungen, auf eigene Faust zu handeln…






Meinung:
„…der ganze andere Unfug wie Moral, Kultur, soziales Bewusstsein, Religion sind nützliche Werkzeuge, die man bei denen einsetzen muss, die man kontrollieren will. Wenn du gewinnst, stehst du über jeglichen Prinzipien.“

Schon früh macht Mario Imporeli klar, was als Eckpfeiler für seine Poliziesco „Come Cani Arrabbiati“ dient, neben den üblichen Bestandteilen aus dem in die eigenen Hände genommenen Gesetz eines hilflosen Bullen, ruppiger Gewalt und freizügigem Fleischbeschau. Seien es die Passanten in einem Zoo, die lautstark über die soziale Ungerechtigkeit im Land schimpfen, die immer wieder thematisierte Schere zwischen Arm und Reich und natürlich durch das sadistische Ganoventrio, die nicht etwa aus monetären Gründen ihre Verbrechen begehen. Gestohlenes Geld spielt keine Rolle, es geht um die Tat an sich, den Kick, das Ausspielen der eigenen Überlegenheit. Es wird auch gemordet und vergewaltigt, einfach weil sie es können.


Reichtum macht nicht zwingend schön.
Die Skrupellosigkeit hat besonders Anführer Tony – Sohn eines mächtigen Industriellen – praktisch schon mit der Flasche aufgesaugt. Während sein Vater jedoch nur indirekt über Leichen geht, ist der verzogene Sohnemann noch ein bis zwei Schritte weiter. Hinter seinen menschenverachtenden Gewalttaten steht auch ein Rebellieren gegen den eigenen Vater, der ihn mit Vetternwirtschaft und seinen schier endlos verzweigten Beziehungen ohne Wert auf das eigene Geleistete durchs Leben schummeln will. Die Privilegien seiner unbeschwerten Existenz als Goldenes-Löffel-Kind will er nur teilweise akzeptieren, sich eine eigene Identität schaffen, in dem er die verächtliche Weltanschauung seines alten Herren mit schonungsloser Grausamkeit auf die Spitze treibt. Dabei greift er seinen Erzeuger sogar direkt an, raubt dessen eigenen Geldboten aus und bringt ihn mit dem Mord an seiner Stammhure selbst in den Fokus der Ermittlungen. Doch für Kommissar Muzi ist von Anfang an klar, wen er zu jagen hat, dass der Apfel zwar nicht weit, aber dafür in einem bestialischen Extrem weit vom Stamm gefallen ist. Er, der verbissene Bulle, ein ehrlicher Arbeiter, der von den überheblichen Kids offen verhöhnt wird, die ihm mit ihrer Schuld vor der Nase rumfuchteln, stets in dem Wissen, dass ihm die zwingenden Beweise fehlen und zudem der Fisch am Kopf stinkt, der Apparat an den entscheidenden Stellen in Papas Schmiergeld-Händen liegt.


Besser als gar kein Hobby...
Ein interessantes, auf jeden Fall effektives Fass, dass Imperoli hier aufmacht, den Zeitgeist treffend. „Die da oben“ sind psychotische Monster, „die da unten“ wehrlose Opfer oder hilflose Soldaten für Gerechtigkeit, die gegen die Windmühlen von Korruption und Geburtsrecht anlaufen. Mit der hier sicher überzogen und bewusst so dargestellten Zweiklassengesellschaft schafft er enorme Sympathie für den Protagonisten und dementsprechende Antipathie für seine mächtigen Gegenspieler, was die aufgrund ihrer abscheulichen Taten gar nicht mal nötig gehabt hätten. Auch wenn dem Dreigestirn – oder zumindest ihrem Leader – eine Art rebellisches Grundmotiv gegeben wird, niemals würde man ihnen deshalb auch nur einen halben Daumen drücken, zu hassenswert und rücksichtslos werden sie präsentiert. Sehr ordentlich präsentiert sich der Film auch besonders zu Beginn, der knackig loslegt, um im Mittelteil dann eine Zeit lang leider nur am Stück knackige Damen der Reihe nach blankziehen zu lassen. Dieser Poliziesco läuft sich dann einen gehörigen Plattfuß und treibt hier nur seinen blanken Sexismus auf schon grenzwertige Höhepunkte. Da „missbraucht“ Kommissar Muzi seine sexy Kollegin als Lockvogel am Straßenstrich, sie wird beinah vergewaltigt und im Anschluss fühlt diese sich schuldig, die Aktion leider „vermasselt“ zu haben. Als Trostpflaster wird sie dann von ihrem gütigen Kollegen gebumst, ach du liebe Güte. Sich über so was aufzuregen ist in dem Genre nicht das Maß der Dinge, aber gepaart mit dem ohnehin schleifenden Unterhaltungswert über eine geraume Zeit bleibt einem ja nicht viel übrig.


Gott sei Dank reißt „Come Cani Arrabbiati“ das Ruder im Schlussspurt noch einmal herum und lässt es da ähnlich krachen wie zu Beginn. Der Härtegrad ist satt und manchmal gewagt, aber speziell mit den letzten Szenen gewinnt Mario Imperoli zwischenzeitlich leicht verspielte Pluspunkte wieder zurück. Wie und warum die finale Verfolgungsjagd endet und mit welchem Sarkasmus er seinen Film beschließt, das ist schon bemerkenswert. Das  Hintergrundthema wird als grimmige Schlusspointe genutzt und lässt einen „versöhnlich“ (was in dem Zusammenhang merkwürdig klingen mag) den Abspann genießen. 

„Wenn ein Mörder stirbt, ist keine Zeit für Tränen.“

6 von 10 Stronzi

Review: HASSKNECHT LIVE - Solo-Programm des kleinen Wutbürgers

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Fakten:
Hassknecht Live
BRD. 2014. Regie: Marcel Behnke. Mit: Joachim Heist. Länge: 85 Minuten (+86 Minuten Bonus). FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 3. April 2015 auf DVD erhältlich.


Inhalt:
Keifen, schreien, aufregen. Willkommen in der Welt von „heute show“-Kommentator Gernot Hassknecht. Diesmal muss er aber ohne Anmoderation des Anchorman auskommen, denn Hassknecht steht alleine auf der Bühne und will dem Publikum zeigen, wie jeder in nur 12 Schritten zum Choleriker werden kann.





Meinung:
Man kann vom ZDF sagen was man will, doch in den letzten Jahren hat sich das Mainzer Sender durchaus Mühe gegeben das sonst eher angestaubte Programm aufzufrischen. Mit Spartensendern wie zdf_neo und neuen Formaten, haben die Programmverantwortlichen nicht unbedingt ihren Ruf des Seniorensenders abgelegt, aber es ist ihnen zumindest gelungen ihre Präsenz beim jüngeren Publikum zu steigern. Das aktuelle Flaggschiff ist die „heute show“ die freitagabends seit einigen Jahren läuft. Anfangs war es nur ein Experiment, mittlerweile ist die Sendung rund um Moderator Oliver Welke eine Institution in Sachen Comedy. Wirklich neu ist das Konzept nicht. Schon Showtitan Rudi Carrell präsentierte einst „Rudis Tagesschau“. Doch die „heute show“ ist schon etwas anders. Sie ist politischer und hat durchaus auch den Anspruch journalistisch vorzugehen. Vorbild ist, ganz klar, die amerikanische Erfolgssendung „Daily Show“ die in den USA nun seit mehr als 14 Jahren zu sehen ist.

Wutbürger Hassknecht in einer seltenen "Mir doch egal"-Position
Dort wie auch in der „heute show“ wird viel mit festen, komödiantischen Rollen gespielt. War es z.B. in der „Daily Show“ Stephen Colbert, der als Parodie auf rechtspopulistische US-Journalisten zum Star des Programms aufstieg, ist es in Deutschland der personifizierte Wutbürger Gernot Hassknecht, der zum (heimlichen) Liebling wurde. Der kleine, dickliche Mann mit der Brille und dem reduzierten Haupthaar eroberte schnell die Herzen der Zuschauer, denen es egal oder unbekannt war, dass auch diese „heute show“-Figur eine Art Klon eines US-Vorbild ist (in den USA heißt der Schrei-Kommentator Lewis Black). Was anfangs als Verballhornung auf die Kommentarsektion der „Tagesthemen“ angelehnt war und hauptsächlich auf die Pointe aus war, dass Hassknecht nach einem normalen Start in schnaubende Hasstiraden überging, ist längst zu einem Aushängeschild geworden. Ein Aushängeschild welches nun ausgekoppelt wurde – zumindest für ein singuläres Kabarettprogramm, welches jetzt auf DVD erschienen ist. „Hassknecht Live“ lautet der Titel. Hassknecht Fans erhalten anscheinend das, was sie erwarten: politische Brüllkomik. Mal untermauert mit Fakten, ein anderes Mal mit beherzter Polemik. Die Eleganz und Schärfe von politischen Kabarettisten wie Volker Pispers oder dem legendäre Dieter Hildebrandt erreicht die Kunstfigur Hassknecht dabei selten, bzw. eigentlich niemals. Muss sie auch gar nicht. Die humoristische Gewichtung ist eine andere. Sie ist einfacher und eingängiger, vertraut aber dafür auch zu schnell und vor allem zu oft auf zu ähnlichen, ja manchmal sogar gleichbleibenden Pointen.


Böse Zungen, die die „heute show“ und deren verschiedene Charaktere als „Mario Barth des politischen Humors“ bezeichnen, haben  nicht ganz unrecht. Wie Barth auch ist Hassknecht ein Opfer der Wiederholung. Allerdings versucht er sich in seinem Solo-Programm nicht bloß ein Brüllaffe. Die Ambitionen aus der festgefahrenen Form seiner Charakterisierung auszubrechen ist durchgängig spürbar. Manchmal funktioniert es, dann mal wieder nicht. Es bleibt aber festzuhalten, dass Hassknecht am besten als kurzer Einspieler funktioniert. Dann passt seine Mimik, sein Feuer, sein Elan. Innerhalb der gut 90minütigen Solo-Show wirkt vieles dagegen eher ein wenig zu hölzern. Echte Hassknecht-Fans wird dies aber gewiss nicht stören und sie können sich bei der DVD-Veröffentlichung von „Hassknecht Live“ auf eine zweite Disc mit den besten Auftritten des Wüterichs in der „heute show“ freuen. Ein Fest? Nun ja, Hassknecht sollte dann vielleicht doch lieber in kurzen, wöchentlichen Dosen genossen werden. Darüber hinaus ist sein Best-Of sehr schlampig und lieblos aneinander montiert.


5 von 10 dummen Kühen (Renate)

Trailerpark: What a lovely Trailer - Finaler Trailer zu MAD MAX: FURY ROAD macht Lust auf mehr

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Der finale Trailer zu „Mad Max: Fury Road“ ist da und er macht definitiv Lust auf mehr. Wenn George Miller, Regisseur der Vorgänger, es schafft, dass die staubige Epik und eindrucksvolle Visualität des Trailers auch so im fertigen Film zu finden ist, dann könnte Teil 4 der Reihe wohl zu einem echten Hit werden, den man sich unbedingt auf der großen Leinwand ansehen sollte. Mit dabei sind Tom Hardy („No Turning Back“), der Mel Gibsons Rolle des Max Rockatansky übernimmt, sowie Charlize Theron, Nicholas Hoult („X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“), Zoe Kravitz („X-Men: First Class“), Adelaide Clemens („Silent Hill: Revelations“) und Hugh Keays-Byrne. Dieser wird die Rolle des Immortan Joe übernehmen. Interessant dabei ist die Tatsache, dass er im ersten „Mad Max“ bereits den Widersache Toecutter spielte. „Mad Max: Fury Road“ erscheint bei uns wohl am 15. Mai 2015. Wir freuen uns jetzt riesig drauf.


 

Review: OPERATION: KINGDOM - Ein kluger Satz reicht halt nicht aus

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Fakten:
Operation: Kingdom (The Kingdom)
USA, 2007. Regie: Peter Berg. Buch: Matthew Michael Carnahan. Mit: Jamie Foxx, Chris Cooper, Jennifer Garner, Jason Bateman, Ashraf Barhom, Ali Suliman, Jeremy Piven, Richard Jenkins, Tim McGraw, Kyle Chandler, Frances Fisher, Danny Huston, Kelly AuCoin, Anna Deavere Smith u.a. Länge: 105 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
In Saudi-Arabien wird auf die internationale Wohnanlage eines Ölkonzerns ein grausames Attentat verübt. Während eines Softballspiels der Arbeiterfamilien eröffnen als Polizisten getarnte Terroristen das Feuer und töten etliche Unschuldige. Als die Gefahr bereinigt scheint und erste Vertreter der Behörden eintreffen, detoniert auch noch ein Sprengsatz, wobei ein FBI-Agent ums Leben kommt. Seine Kollegen in der Heimat sind geschockt, wegen Angst vor Störungen der politischen Beziehung wird ihnen eine offizielle Ermittlung vor Ort jedoch untersagt. Agent Ronald Fleury schafft es dennoch, für sich und drei Kollegen einen kurzen Aufenthalt dort zu erzwingen. Fünf Tage werden ihnen von der Regierung gewährt, bei denen ihnen allerdings streng auf die Finger geschaut wird und sie sich strikten Regeln zu unterwerfen haben. Gemeinsam mit ihrem „Wachhund“, dem Polizisten Al Ghazi, gelingt es ihnen trotz aller politischen Hürden auf eine heiße Spur zu kommen…


                                                                                           

Meinung:
Der elfte September 2001 hat die USA im tiefsten Herzen getroffen, nachhaltig traumatisiert und den Kampf gegen den Terror zur nationalen Bürde gemacht. Zuerst vermied man in Hollywood das Thema vehement, fror sogar vorher bereits abgedrehte Filme kurzzeitig ein, die auch nur grobe Bezüge dazu hatten (wie das Schwarzenegger-Vehikel „Collateral Damage“, das erst zwei Jahre später auf die Leinwände losgelassen wurde), danach war das große Aufarbeiten angesagt. Einiges davon ging gründlich in die Hose, ganz vorne natürlich Oliver Stone’s peinlicher „World Trade Center“, aber auch der so gelobte „Zero Dark Thirty“ von Kathryn Bigelow verstand es nicht, das komplexe Thema mit der notwendigen Differenzierung zu betrachten, was gerade in dem Fall sehr bedauerlich war. Zumindest ist dieser Film am Versuch gescheitert, davon ist „Operation: Kingdom“ von Peter Berg weit entfernt.


Nur gucken, nicht anfassen, so wollen es die Saudis.
Was der Film zweifelsfrei für sich verbuchen kann, ist seine starke Bebilderung, durch die besonders der Auftakt es schafft Eindruck zu schinden. Ein Massaker wird an amerikanischen Arbeitern und deren Familien in Saudi-Arabien angerichtet, was das FBI auf den Plan ruft. Allen voran Agent Ronald Fleury (Jamie Foxx), der allerdings schon sehr merkwürdig eingeführt wird. Von dem Anschlag erfährt er, während er vor der Klasse seines kleinen Sohns einen Vortrag hält. Kommt das einem bekannt vor, in Bezug auf 9/11? Na klar und das kann aufgrund der Popularität der Bilder auch kein Zufall sein. Vielleicht sollte so noch deutlicher eine Assoziation geschaffen werden, warum auch immer. Genauso sinnlos wie das, was am Ende wohl für einen „Denkanstoß“ sorgen soll, sowie die gesamte Ausrichtung allgemein. „Operation: Kingdom“ weiß offensichtlich gar nicht, wohin die Reise gehen soll. Nach dem deftigen Start entwickelt sich alles in Richtung Polit-Thriller, der den heiklen Hintergrund dankbar aufnimmt, ohne auf politisch oder gesellschaftlich relevante Punkte näher einzugehen. Das Ermittler-Quartett betritt „feindlichen“ Boden und wird nur für die Imagepflege mit offenen Armen empfangen, in Wirklichkeit versucht man sie an die Kette zu legen und noch lieber, sie so schnell wie möglich wieder Richtung Heimat zu verfrachten.


Jetzt wird die Lage echt brenzlig.
Denn an einer Aufklärung des Attentats scheint hier keiner ein ernsthaftes Interesse zu haben und wenn, sind sie scheinbar schlicht zu unfähig. Da müssen die Entwicklungshelfer aus den USA erstmal Basics vermitteln, obwohl die niemand hören will. Bis auf den für ihre „Betreuung“ abgestellten Polizei-Captain, der dem Zuschauer als „der gute Saudi“ auf die Nase gebunden wird. Seine Landsleute sind wenig aufgeschlossen, stur, fremdartig, halt so, wie man sich das vorstellt in Filmen dieser Art. Nur er, der ist westlich genug, um die Rolle des Helden einnehmen zu können. Der ist noch „lernfähig“. „Operation: Kingdom“ schildert ein ganz plattes, eindimensionales Bild eines Landes und dessen Konflikte, die eigentlich sehr spannend sind. Spannend wird der Film zudem leider so gut wie gar nicht, denn mal selbst reduziert auf seinen reinen Thrillerplot, wie soll die auch entstehen? Der vermeidliche Täter ist praktisch nach wenigen Minuten bekannt, seine Motive mehr oder weniger auch (er ist Terrorist, das reicht doch), er muss nur gefunden werden. Die Suche gestaltet sich nicht sonderlich aufregend und letztlich kommt es nur noch zum großen Showdown, weil seine Mitstreiter die Jäger total unnötig praktisch in sein Wohnzimmer locken. Hatten die kein Ende für den Film und mussten das dann so lösen?


Um das zu übertünchen lässt es Peter Berg dafür massiv krachen, die Action hat Druck und kann sich definitiv sehen lassen, nur reichen diese Sequenzen nicht, um „Operation: Kingdom“ als reinen Actionfilm zu deklarieren, damit wäre es wahrscheinlich deutlich besser gefahren. Da müsste man sich nicht fragen, was er denn eigentlich von einem will. Mit seiner Schlusspointe, die wohl als Aha-Moment funktionieren soll, will man offenbar doch noch eine Botschaft vermitteln. Es gibt in diesem Krieg, dessen Fronten über die Jahrzehnte so verhärtet wurden und in dem viele Aspekte eine Rolle spielen, kein klares Schwarz oder Weiß, kein gut oder böse, wenn man einen Blick auf die jeweilige Perspektive wirft. Das ist sogar richtig, bravo, aber warum tut man dann 100 Minuten lang rein gar nichts dafür, dieses auch zu vermitteln? Ein reiner Amis-im-Einsatz-Film ohne jeden Anflug von einem ernsthaften Blick über den eigenen Tellerrand, da bringt diese drangeklatschte „Moral von der Geschichte“ doch überhaupt nichts. Mal ganz abgesehen davon, dass hier mal wieder der Eindruck vermittelt wird, dass Sterben zwar tragisch, aber für die gute Sache immer etwas besser ist. Aha, dann sag mal einem kleinen Jungen, dass er voller Stolz weinen kann, wenn Papa nicht mehr nach Hause kommt. Das soll intelligentes Actionkino sein? Prost Mahlzeit!

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