Review: DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT & DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 2 – Eine unendliche Freundschaft



Fakten:
Drachenzähmen leicht gemacht (How tot rain your Dragon)
USA. 2010. Regie: Chris Sanders, Dean DeBlois. Buch: Peter Tolan, Adam F. Goldberg, Chris Sanders, Dean DeBlois, Cressida Cowell (Vorlage). Original Stimmen u.a. von  Jay Baruchel, Gerard Butler, America Ferrera, Jonah Hill, T.J. Miller, Kristen Wiig, Christopher Mintz-Plasse, Craig Ferguson. Deutsche Stimmen u.a. von Daniel Axt, Dominic Raacke, Tim Sander, Thomas Nero Wolff, Hannes Maurer. Länge: 94 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Hicks, der Sohn des großen Wikingerchefs, lebt auf der Insel Berk. Die Einwohner sind furchtlos. Da sie Drachen als Gefahr ansehen, jagen und töten sie diese. Als der Hänfling Hicks einen jungen Drachen findet und sich mit diese anfreundet, stolpert er in eine großes Abenteuer.





Meinung:
Etwas Besseres hat das Animations-Studio von DreamWorks nie auf die Beine gestellt. Die Computeranimationen sind herzerweichend in ihrer Detailverliebtheit und ebenso umwerfend in der adäquaten Nutzung des gesamten Bildes. Keine Einstellung scheint hier in ihrer Visualität überfrachtet, stattdessen generiert die Welt der Wikinger, mit ihrer liebevoll gestalteten Flora und Fauna, den urig porträtierten Dorfbewohnern wie den nicht minder famos charakterisierten Drachen, so manchen eskapistische Höhenflug. Doch seine wahre Größe schöpft „Drachenzähmen leicht gemacht“ nicht aus seiner technischen Finesse, sondern aus dem Umgang mit seinen relevanten Themen: Ohne die klaren Moralvorstellung didaktisch zu formulieren, bezieht er den Zuschauer in eine Geschichte um drangsaliertes Außenseitertum, die stützende Freundschaft und befreiendes Coming-Of-Age, um einen gefühlsseligen Vater-Sohn-Konflikt und der alles entscheidenden Toleranz dem „Fremden“ gegenüber. Wenngleich „Drachenzähmen leicht gemacht“ hauptsächlich vorhersehbar bleibt, bis auf eine gemeine Schlusspointe, die dem turbulenten Narrativ eine ungeahnte Konsequenz verleiht, hantiert er gewitzt mit der nordischen Mythologie, benötigt keinerlei infantilen Hau-Ruck-Humor und sorgt in seiner mitreißenden Abenteuerlust für große Augen. Balsam für die Seele, allein diese knuffigen Kulleraugen wirken doch immer wieder erschreckend gut, und Stimulation für die Sinne: Für den finalen Kampf wurde Kino erfunden.


7,5 von 10 rigorosen Schwarmangriffen


von souli




Fakten:
Drachenzähmen leicht gemacht 2 (How tot rain your Dragon 2)
USA. 2014. Regie: Dean DeBlois. Buch: Dean DeBlois, Cressida Cowell. Original Stimmen u.a. von  Jay Baruchel, Cate Blanchett, Gerard Butler, America Ferrera, Jonah Hill, T.J. Miller, Kristen Wiig, Christopher Mintz-Plasse, Craig Ferguson, Djimon Hounsou, Kit Harrington. Deutsche Stimmen u.a. von Daniel Axt, Dominic Raacke, Tim Sander, Thomas Nero Wolff, Hannes Maurer. Länge: 105 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Ab 21. November auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Die Freundschaft der Wikinger von Berk zu den Drachen wird auf eine harte Probe gestellt, als der finstere Drachenflüsterer Drago sich zeigt und versucht Berk ins Verderben zu stürzen.





Meinung:
Nachdem wir in diesem Jahr den Alpharedator in „Godzilla“ präsentiert bekamen, der das natürliche Gleichgewicht auf der Erde wiederherstellen sollte, wartet „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ nun mit den Alphadrachen auf, die über die gesamte Kontrolle ihrer Spezies verfügen. Wenn die Körper der megalomanischen Kreaturen aus dem Meer emporsteigen und in brachialem Donnerhall aufeinanderprallen, dann macht das den Urdrachen aus „Drachenzähmen leicht gemacht“ schnell vergessen und ist in nicht minder prächtige Aufnahmen gehüllt wie der Gareth Edward'sche Gigantismus. Powell webt erneut einen stimmungsvollen Klangteppich, maßgeschneidert für jede Szene, und über die außerordentlich kreativ-facettenreichen Animationen müssen wir wohl eh keine großen Reden schwingen: Spitzenklasse. Dass sich „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ an den statuarischen Mechanismen der obligatorischen Fortsetzungen abarbeitet und ganz der „Höher, schneller, weiter“-Devise auf den Leim geht, schadet ihm schon etwas, wird die feinfühlig-aufrichtige Note doch zuweilen zu fahrlässig unter dem farbenfrohen Rabatz verschüttet. Nichtsdestotrotz denkt „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ die Geschichte um Hicks und seine (geflügelten) Gefährten schön weiter, um eine kluge Referenz zur heutigen Jugend zu schlagen: Woher soll er wissen, was sein Weg ist? Und was, wenn die Fußstapfen seines Vaters ihm einfach eine Nummer zu groß sind? Es ist ein liebenswertes Erlebnis, das seine pazifistische Botschaft aus einer simplen Gut-und-Böse-Dialektik schöpft und für das bedingungslose Füreinander, anstatt dem blinden Gehorsam einsteht.


6,5 von 10 grünen Eiszapfen


von souli

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