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Review: THE PRINCE & DRIVE HARD – John Cusack hat den absteigenden Ast längst verlassen

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Fakten:
The Prince – Only God Forgives
USA. 2014.
Regie: Brian A. Miller. Buch: Andrße Fabrizio, Jeremy Passmore. Mit: Jason Patric, Bruce Willis, John Cusack, Curtis „50 Cent“ Jackson, Rain, Gia Mantegna u.a. Länge: 94 Minuten. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Gangsterboss Omar entführt die Tochter eines anscheinend normalen Mechanikers. Doch der Mann hat ein dunkles Geheimnis: Früher war er als Auftragskiller unterwegs und verschuldete den Tod von Omars Frau und Kind. Der will sich nun rächen.





Meinung:
Während der inzwischen auch im DTV-Sumpf angekommene Bruce Willis als Mafioso Omar (!) tadellos unter Beweis stellt, dass einst ein guter Action-Darsteller in ihm steckte, er in der Rolle des Antagonisten aber vollkommen auf verlorenen Posten steht, versucht uns 50 Cent als ominöser Dealer unter dem Pseudonym „Apotheker“ durch sein überdimensionales Pferdefressengrinsen von der von ihm ausgehenden Bedrohung zu überzeugen. Mit Namen hat es „The Prince“, der im Deutschen noch den höchstgradig originellen Beititel „Only God Forgives“ spendiert bekommen hat, eh nicht so – Wer hätte schon Angst vor einem Auftragskiller, der sich selber „Der Prinz“ nennt? Eben. Dieser wird dann übrigens noch von Jason Patric verkörpert, der vor drei Ewigkeiten mal als Superstar gehandelt wurde, inzwischen jedoch mit John Cusack (Jaha, der ist auch dabei. Irre, oder?) vor der Kamera steht. Aber mal ganz im Ernst: Es gibt deutlich schlimmeren Direct-to-DVD-Plunder zu überstehen. Das Rache-Motiv ist nun mal seit „96 Hours“ wieder eine äußerst gefragte Trope und Brian A Miller tut einen Teufel, sich NICHT am unlängst stereotypisierten Handlungsschema seiner prominenten Vorlage entlang zuarbeiten. Ohne jede Energie und Reiz vorgetragen, visuell mit seinem Lens-Flare-Gebrauch geradezu hilflos, der verschwendete Lebenszeit kann man allerdings deutlich wütender nachtrauern.


3 von 10 explodierenden Autos


von souli




Fakten:
Drive Hard
USA. 2014. Regie: Brian Trenchard-Smith.
Buch: Chad Law, Evan Law, Brigitte Jean Allen, Brian Teenchard-Smith. Mit: Thomas Jane, John Cusack, Christopher Morris, Zoe Ventoura, Yesse Spence, Jerome Ehlers, Carol Burns, Robert Newman u.a. Länge: 92 Minuten. FSK: freigegeben ab 15 Jahren. Ab 21. November 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Ex-Rennfahrer Peter verdient seine Brötchen damit Fahranfängern das Autofahren beizubringen. Einer seiner neuen Schüler ist Keller, der sich als ziemlich mieser Fahrer erweist, dafür aber auch ein verdammt skrupelloser Bankräuber ist, der Peter für seine Zwecke einspannt.





Meinung:
So treu man sich auch als echter Fan geben mag, als Anhänger von John Cusack, ist er denn als Zugpferd einer DTV-Produktion angegeben, ist nun die Zeit gekommen, verstärkter denn je über einen Schlussstrich nachzudenken. „Drive Hard“ gehört zur der Gattung Film, denen man selbst hochkonzentriert nicht mehr folgen kann; die sich so derbe unorganisiert und offenkundig desinteressiert an der eigenen Geschichte abmühen, dass jeder Beinkrampf mehr Unterhaltungswert generiert. Thomas Jane (auch der ist nun im Cusack-Sumpf angekommen, Glückwunsch) wird von seiner Familie nicht mehr ernst genommen, weil er ja sein Geld als Fahrlehrer, anstatt – wie früher - als Rennfahrer verdient und bekommt dann durch den an der Elektrozigarette nuckelnden John Cusack eine Chance, seine verloren geglaubte Männlichkeit zu stabilisieren und damit gleichwohl das häusliche Glück aufleben zu lassen (den hochmotorisierten Flitzer hat er schlussendlich aber immer noch als Penisersatz nötig). Der in Queensland spielende „Drive Hard“ funktioniert in seinen lokalen Aufnahmen einzig über anbiedernde Illustrationen aus dem Reisemagazin (Repetitive, vollkommen deplatzierte Vogelperspektiven = Muss!), vom dynamischen Schnitt scheint keiner der Verantwortlichen je gehört zu haben, genau wie von einer treibenden Musikuntermalung – Selbst das Schnurren des Mustangs klingt so, als würde er aus den Boxen einer Carrerabahn röcheln. Dass der Zwangszusammenarbeit zwischen Cusack und Jane eine humoristische Komponente eingeflößt werden sollte, strandet natürlich ebenfalls im affigsten Nirgendwo. Wie alles hier. Ein grässlicher Film.


2 von 10 Elektrozigaretten im Mundwinkel


von souli

Review: 12 WINTER - Vogel und Prahl rauben jahrelang Banken aus

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Fakten:
12 Winter
Deutschland. 2009. Regie: Thomas Stiller. Buch: Thomas Stiller, Holger Karsten Schmidt. Mit: Jürgen Vogel, Axel Prahl, Wotan Wilke Möhring, Matthias Koeberlin, Torsten Michaelis, Thomas Darchinger, Doreen Jacobi u.a. Länge: 89 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich


Story:
"Zwölf Winter“ lang rauben Jürgen Vogel und Axel Prahl in den Neunzigern zahlreiche Banken aus, erbeuten viele Millionen Mark und treiben die Polizei damit zur Verzweiflung. Doch nach und nach kommt diese den beiden Räubern auf die Spur und die Luft wird dünner.



- kein Trailer vorhanden -



Meinung:
Der Film behandelt die auf wahren Begebenheiten basierenden Fakten nur sehr grob und exemplarisch. Das ist auch gut so, denn einen Zeitraum von über 12 Jahren in nur 90 Minuten zu packen, da kann man sich schnell zu sehr in Details verstricken. Aber im Rahmen der Möglichkeiten ist das doch ganz gut gelungen. Natürlich werden nicht alle Banküberfälle gezeigt. Wenn, dann wirken sie aber realistisch, auch wenn sich manche Leute in der Bank doch etwas komisch verhalten.


Aber wie gesagt, einen so großen Raum nehmen die Überfälle gar nicht ein. Anstatt eines Heistmovies ist der Film eher eine Charakterstudie über die beiden Bankräuber. Vogel und Prahl bekommen Raum, ihre Charaktere mit Leben zu füllen. Deren Psyche zu offenbaren, deren Verhalten und auch deren Privatleben. Und natürlich, und da sind wir wieder bei den Überfällen, deren akribische Vorbereitung ihres Jobs. Und hier kommt dann auch die Polizei ins Spiel. Stehen anfangs noch uneingeschränkt die Verbrecher im Mittelpunkt, wird mit zunehmender Spielzeit auch die Ermittlungsarbeit der Polizei vermehrt ins Zentrum gezogen, ihre vergeblichen Versuche, die Räuber zu fassen. Die Streitereien, die unter den Ermittlern herrschen.


"Oh Gott, das könnte schief gehen!"
Schauspielerisch ist der Film auf sehr hohem Niveau. Dabei sind die beiden Hauptfiguren sehr unterschiedlich. Jürgen Vogels Figur Mike ist bei den Banküberfällen vernünftig, der ruhigere von beiden. Sein oberstes Credo: keine Toten. Privat ist es aber mit der Vernunft vorbei. Er vögelt sich durch die Welt und verprasst sein erbeutetes Vermögen so schnell, wie er es „verdient“ hat. Klaus (Axel Prahl) hingegen ist im Privatleben verheiratet, liebt seine Frau über alles und spart für den Lebensabend in Nordafrika. Bei den Banküberfällen aber ist er der Wortführer, scheint skrupellos und durchaus gewaltbereit. Dazu bringen sie alle möglichen Facetten und Risiken ihres Jobs und ihre Privatleben glaubhaft rüber. Auf Seiten der Polizei sind sie ebenfalls (in erster Linie) zu zweit: Matthias Koeberlin und Wotan Wilke Möhring. Ihnen wird, wie bereits erwähnt, im Lauf des Films immer mehr Zeit zugesprochen. Was auch gut ist, denn die Verzweiflung der Polizisten, wieder und immer wieder die beiden Bankräuber nicht erwischen zu können, zeigen auch sie sehr schön.


Der ruhige, fast schon melancholische Film schafft es aber leider nicht ununterbrochen, die Spannung und die Intensität hoch zu halten. Streckenweise wirkt er eher wie eine Dokumentation. Aber er hebt sich trotzdem sehr positiv von den durchschnittlichen Krimis in der deutschen Fernsehlandschaft ab.


7 von 10 zahnlose Grinsen des Jürgen V.