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Review: HALLOWEEN H20 - 20 JAHRE SPÄTER - Zurück zu den Wurzeln

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Fakten:
Halloween H20 – 20 Jahre später (Halloween H20: 20 Years Later)
USA, 1998. Regie: Steve Miner. Buch: Robert Zappia, Matt Greenberg. Mit: Jamie Lee Curtis, Adam Arkin, Josh Hartnett, Michelle Williams, LL Cool J, Adam Hann-Byrd, Jodi Lyn O’Keefe, Janet Leigh, Joseph Gordon-Levitt, Branden Williams, Marion Chambers Whittington u.a. Länge: 83 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
20 Jahre ist es her, dass Laurie Strode die Halloween-Nacht überlebte, in der ihr Bruder Michael Myers die Jagd auf sie eröffnete und dabei etliche Menschenleben auslöschte. Inzwischen lebt sie unter falschen Namen und leitet als Direktorin eine abgelegene, elitäre Privatschule. Ihre Vergangenheit hat sie jedoch niemals losgelassen. Noch heute wird sie von Albträumen geplagt, sieht ihren Bruder an jeder Straßenecke. Mit Alkohol und Medikamente versucht sie das Trauma zu unterdrücken. An diesem Halloweenabend kann sie ihm direkt ins Gesicht blicken: Michael lebt tatsächlich noch und hat sie aufgespürt. Laurie muss sich ihrem Dämon stellen, denn ihr 17jährige Sohn John ist nicht wie geplant mit auf einen Schülerausflug gefahren, sondern will mit seinen Freunden eine geheime Party auf dem Gelände feiern. Ein Grund, zu kämpfen.






Meinung:
Totgesagte leben länger, besonders wenn sie Freddy Krueger, Jason Vorhees oder eben Michael Myers heißen. Mit dem sechsten Teil der Reihe – „Der Fluch des Michael Myers“ – schien die Serie endgültig an seinem (unrühmlichen) Ende angelangt. Nicht nur wegen des Todes von Darsteller Donald Pleasence, von Beginn an als hartnäckiger Widersacher Dr. Loomis mit an Bord, der kurz nach Ende der Dreharbeiten verstarb. Durch den unsäglichen Hokuspokus, der der Figur Michael Myers im ursprünglichen finalen Teil angedichtet wurde, entfernte man sich erheblich vom eigentlichen Geist der Serie, die Nummer war endgültig durch. Das berühmte Ende mit Schrecken, dachte man. Pünktlich zum zwanzigjährigen Jubiläum kam die Rolle rückwärts, Michael war wieder da und die Macher beschritten vom Ansatz den einzig richtigen Weg.


Geschwister beim Stadtbummel.
„H20“ erlaubt sich den Luxus, alle Filme nach dem zweiten völlig zu ignorieren, eigentlich als niemals existent zu verleugnen und baut seine Story einzig und allein auf der Basis der ersten beiden Teile auf. Kein Sterbenswort davon, dass es nach den Vorfällen um Laurie Strode in der Halloweennacht von 1978 noch dutzende andere Morde gab, Myers schien wirklich seit 20 Jahren von der Bildfläche verschwunden zu sein. Eine interessante, sicher gewagte, allerdings aufgrund des hanebüchenen letzten Teils eine vollkommen richtige Entscheidung. Im echten Leben lassen sich Fehler der Vergangenheit selten rückgängig machen, im Film durchaus, also warum nicht? Möglich macht das  Jamie Lee Curtis, die nach 17 Jahren wieder zu dem Franchise zurückkehrt, dass sie damals berühmt machte und den Beinamen Scream-Queen einbrachte. Als Laurie Strode, die sich nun Keri Tate nennt, hat sie an den Erlebnissen der damaligen Nacht noch hart zu knabbern. Sie versucht so gut es geht am täglichen Leben teilzuhaben, kann die Maskerade für Außenstehende halbwegs aufrecht erhalten, ist innerlich jedoch eine gebrochene Frau, die ohne Wein und Medikamente kaum den Tag überstehen würde. Michael Myers hat sie damals nicht getötet, aber ihr Leben zerstört. Es wird seitdem von ihm und der panischen Angst vor seiner Rückkehr dominiert, sein Antlitz verfolgt sie Tag für Tag, nicht nur in ihren Träumen.


"Magst du gerne Horrorfilme?"
Curtis nach so langer Zeit wieder in dieser Rolle zu sehen ist für Fans tatsächlich so was wie ein Klassentreffen und ihre Leistung aller Ehren wert. Während man anderen Darsteller(inne)n bei solchen Back-to-the-Roots-Veranstaltungen eher mal unterstellen muss, dass Karrieretief und leere Bankkonten die Unterschrift unter den Vertrag setzten, scheint sie wirklich Lust auf diesen Film zu haben. Sie ist als verstörtes Nervenbündel ebenso überzeugend wie als taffe Löwenmutter, wenn sie um ihr eigen Fleisch und Blut zu beschützen sich endgültig ihrer Nemesis stellen muss. Traumatherapie mit dem Küchenmesser, nach alter Familientradition. Das direkte Aufeinandertreffen der Geschwister stellt zweifelsohne das Highlight des siebten „Halloween“-Films dar, der sonst leider eher enttäuscht als befriedigt. Dabei hat er relativ gute Voraussetzungen wie Ansätze und mit Steve Miner einen fähigen, Genre-erfahrenen Regisseur (u.a. Teil 2 & 3 der „Freitag, der 13.“-Serie, „House – Das Horrorhaus“, „Warlock – Satans Sohn“ oder hiernach noch „Lake Placid“), an dessen grundsolider Inszenierung es auch wenig zu bemängeln gibt. Insgesamt orientiert sich der Film stilistisch deutlicher an dem grandiosen Original von John Carpenter als praktisch alle anderen Nachfolger, mit Ausnahme vielleicht des direkt anschließenden zweiten Teils, ohne dabei jemals dessen Klasse zu erreichen. Die Eröffnungssequenz – in der übrigens dem jungen Joseph Gordon-Levitt eine recht einschneidende Erfahrung zuteil wird – zählt klar zu den gelungensten Momenten, danach verschwindet Michael zu lange von der Bildfläche.


Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
Zwar war dies bei Carpenter auch nicht anders, auch dort war Myers lange nur eine fast unsichtbare Bedrohung, die im Dunkeln oder hinter einer Hecke lauerte, die unheilvolle Grundspannung kommt dabei nur nicht auf. Interessanter wäre es wohl gewesen, die Paranoia von Laurie geschickter auszuspielen, dem Zuschauer zu suggerieren, dass ihr vielleicht wirklich nur die gestörte Psyche einen bösen Streich spielt. Durch den Auftakt und die unbestreitbare Existenz von Myers funktioniert das selbstverständlich nicht und schürt eher die Ungeduld, wann es denn endlich losgeht. Problematisch ist in der Hinsicht besonders die knappe Laufzeit von gerade mal 80 Minuten. Wenn Michael letztlich seiner Passion nachgeht, ist der Film schon zu zwei Dritteln vorbei und hat kaum noch Luft, um richtig Gas zu geben. Schnell müssen die verzichtbarsten Personen über den Jordan geschickt werden, das wirkt zu rasch und gehetzt, einfach unverhältnismäßig zur gesamten Länge. „H20“ steht klar sein gegen Ende einfallslos wirkendes Skript im Weg, welches das unbestreitbar vorhandene Potenzial wenig nutzt. Durch die geringe Anzahl der Figuren und den begrenzten zeitlichen Spielraum fällt der Bodycount für einen „Halloween“-Film sogar extrem gering aus und beschränkt sich auf ein kurzes Zeitfenster, der Showdown kommt zu plötzlich und wirkt knapp gehalten, der Film hätte locker 20 Minuten mehr vertragen können, um nicht so abrupt beendet und ungeschickt abgestimmt zu erscheinen.


Bemerkenswert ist allerdings der Cast, unter dem sich (heute) einige sehr klangvolle Namen finden: Neben Curtis treten nicht nur ihre Mutter – Filmlegende Janet Leigh – in einem Cameo als ihre Sekretärin und die bereits damals bekannten Gesichter Adam Arkin und LL Cool J in den Nebenrollen auf, gerade die Besetzung der Teenies ist interessant. Der bereits erwähnte Joseph Gordon-Levitt hat nur wenig Screentime, dafür gibt Josh Hartnett sein Leinwanddebüt als Laurie’s Sohn John und als seine Freundin ist die heutige A-Darstellerin Michelle Williams zu sehen. Macht den Film zwar nicht immens besser, nur ein Fakt am Rande. Letztlich ist „H20“ zwar ambitioniert und versteht sich wohl eher als Spannungsfilm denn als typischer Slasher, kann dafür aber eben kaum Spannung erzeugen. Bemüht wirkt er, hat seine Ideen und vereinzelte Momente, ist handwerklich stabil gemacht, wirkt aber irgendwie unfertig oder eher nicht engagiert zu Ende gedacht. Sehr bedauerlich, so bleibt es bei dem löblichen Versuch, das Resultat ist eher verzichtbar. Immerhin besser als Teil 5, 6 und natürlich  der furchtbare Nachfolger „Halloween: Resurrection“, was allerdings keine große Kunst ist. 

4,5 von 10 zweckentfremdeten Schlittschuhen

Special: BRIAN DE PALMA – Die sukzessive Demontage einer einstigen Ikone

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Verantwortlich für meisterhafte Genrefilme und echte Klassiker wie „Blow Out“, „Scarface“, „The Untouchables“ und „Die Verdammten des Krieges“, hat Brian De Palma mit der Jahrhundertwende offenkundig viel seines ehemaligen Mojo verloren. Richtig, richtig schlecht wurde es dabei zwar nur selten, doch von der einstigen visuellen Kraft und der informalen Intelligenz scheint nicht mehr viel übrig geblieben zu sein. Ein Meister auf Sparflamme. Hier ein kleiner Überblick über einige Werke von Brian de Palma, die er mit dem Jahre 2000 auf die Beine stellte.


MISSION TO MARS (2000)
Im Kino von Brian De Palma ging es immer um die Wahrnehmung wie die Auffassungsgabe des Zuschauers und darum, wie schnell diese dann durch gewitzte Kniffe mehr oder weniger leichte Risse davon tragen kann. „Mission to Mars“ wird mit einer Szene eröffnet, die in ihrer Konzeption und ab-sichten patentiert für De Palma scheint: Eine Rakete steigt anmutig in den Himmel empor, ein dumpfer Knall ertönt und kräuselnde Luftschlangen verteilen sich über dem Bildschirm. Von derlei wirksamer Manipulation ist De Palma im Folgenden allerdings nur noch weit entfernt, stattdessen aber entpuppt sich „Mission to Mars“ als ein waschechter Blender – Und das Drehbuch dreht De Palma zum ersten Mal einen Strick, weil es ihm keinerlei Chance auf ein reflexives Hintertürchen gewährt. Verschleiert als große Antiklimax, die, wie es heute mal Gang und Gäbe im Science-Fiction-Genre ist, fortwährend auf „2001“ schielt, sich in Elegie situiert und doch keine adäquaten Bilder findet, die dem Weltall gerecht werden. Richtig ärgerlich wird „Mission to Mars“ allerdings erst gegen Ende, wenn das Drehbuch die Evolutionstheorie auf Links krempelt und eine ungemein reaktionäre Sichtweise propagiert: Der weiße Mann muss entdecken (erobern), weil es seine Aufgabe ist, weil es ihm als Bestimmung im Blut liegt. Esoterischer und artifizieller Unfug, fernab von extraterrestrischen Naturalismus oder den horizonterweiternden, visionären Denkanstößen eines Stanley Kubricks.


4 von 10 friedlichen Gesten


FEMME FATALE (2002)
Eine Frau ohne Gewissen findet sich selbst in der gedrungenen Doppelung und entzweit sich wieder im symbolischen Bekenntnis ihrer Identität: Brian De Palma lässt die titelgebende Femme Fatale zu Luft kommen, anstatt sie untergehen zu lassen. Nachdem sich De Palma mit Zitaten und der für ihn standardisierten motivischen Aufbereitung seiner Vorbilder in den letzten Jahren zurückgehalten hat – oder zurückhalten musste -, darf er sich mit „Femme Fatale“ mal wieder ganz der Cineastik hingeben und das vermengen, was sein Herz höher schlagen lässt. Alfred Hitchcock ist genauso präsent wie De Palmas eigene Vita und der klassische Film Noir. Ob De Palma den Mythos rundum die verführerische Frau wirklich verstanden hat, darf nach Konsumierung gerne infrage gestellt werden, bricht der einstige Visionär ihren Habitus doch oftmals nur die auf Darstellung einer objektivierten Männerphantasien herunter, damit wir uns mal wieder als Voyeur in dem von Reizen der Femme Fatale überrollten Antonio Banderas zu spiegeln. Aber das war bei De Palma ja, wenn man ehrlich ist, überhaupt nicht anders zu erwarten. Der Rest ist wieder das übliche, hier leider schon etwas abgeschmackte Vexierspiel zwischen Realität und Illusion, visueller Manipulation und nackten Brüsten auf dem Silbertablett. Die 12-minütige Cannes-Heist-Sequenz zu Anfang ist allerdings großartig und so was von De Palma pur.


5
von 10 lasziven Tänzen im Kneipenkeller


BLACK DAHLIA (2006)
Der künstlerische Verwesungsprozess hatte Brian De Palma 2006 schon reichlich gezeichnet. Und während der filmverrückte Schmierfink in seiner Hochzeit mit geradezu adaptiver Raffinesse glänzte, scheint er im neuen Millennium nur noch an der saftlosen Pose interessiert zu sein. Mit akuter Ideenarmut gesattelt, kraxelt De Palma wie eine abgenutzte Schachfigur über das kinematographische Spielfeld und „The Black Dahlia steht als Sinnbild für den ärmlichen Werdegang seiner Person: Die Story will sich durch sämtliche Schlaufen wirbeln, verschwendet sich aber in der spannungsbefreiten Stagnation; genau wie die Charaktere, die zu billigen Schablonen verkommen, deren Konturen das Drehbuch mit dem Bleistift nur müde nachgezogen hat und mit Schauspielern besetzt, die entweder desinteressiert oder von Grund von fehlbesetzt wirken. Es gilt hier schon als ganz große Kunst, ein Kaliber wie Scarlett Johansson, die doch gerade für den Film Noir prädestiniert scheint, zu keiner Zeit adäquat in Szene zu setzen. Dass De Palmas Werke nie gravierende Angriffsflächen im visuellen oder auditiven Bereich boten, bleibt auch in „The Black Dahlia“ erhalten; der Unterschied ist nur, dass hier stupides Abfilmen ästhetisierter Bezugspunkte betrieben wird, anstatt eine echte Sogwirkung zu beabsichtigen - Von zeitgenössischem Flair ganz zu schweigen, wenngleich das Dekor passend erscheinen mag. Auch stilistische Bezüge zu klassischen Noirismen bleiben bloße Behauptung und mögen auf dem Papier nach einem cinephilen Kleinod klingen, sind in der Umsetzung hingegen sicher nicht als die revitalisierte Huldigung zu verstehen. Von verruchtem Schattenkabinett scheint De Palma nicht mehr viel zu halten. „The Black Dahlia“, die blasierte Verschmähung der Schwarzen Serie.


3,5 von 10 mondänen Abendgarderoben


REDACTED (2007)
Weg von Alfred Hitchcock, wegvon Billy Wilder und weg von Dario Argento, dafür gibt es Parallelen zu seinem persönlichen Meisterwerk „Die Verdammten des Krieges“ wie auch der legendären Skorpionszene aus Sam Peckinpahs „The Wild Bunch“. Von ausbalancierten Fotografien, einer optimalen Kadrierung, der formvollendet Mise en Scène im Allgemeinen distanziert sich Brian De Palma und „Redacted“ besitzt aus technischer Sicht mal wieder richtigen Stallgeruch. Seine Digitalkamera springt von einer Perspektive zur nächsten, der Film von einem Medium ins andere und führt damit die Interferenz unseres medialen Bewusstseins vor. Die fiktionalisierte Dokumentation „Redacted“ soll ein Aufruf an die Transparenz sein und wie ein Elefant im Porzellanladen spielt sich De Palma als politisch-motivierter Agitator auf, der endlich nicht mehr von seinem Land an der Nase herumge-führt werden möchte. Recht hat er, doch wirklich etwas Neues im polarisierenden Umgang mit dem Irakkrieg wird nicht geboten, dafür ist De Palma offenkundig zu wütend auf die verdeckte Berichterstattung seines Heimatlandes. Zum Glück aber legt De Palma keinen Anspruch darauf, gnadenloses Relevanzkino in Form gießen zu wollen – Dafür ist er auch viel zu ungestüm in jeder Hinsicht. Was „Redacted“ anbei nicht unwesentlich schadet, ist der Cast, bestehend aus Amateuren, mit denen De Palma nicht umzugehen weiß und ein die Aufnahmen (Unverfälschter Realätsanspruch) mit dem gesprochenen Wort (Gekünstelt bis zum Gehtnichtmehr) in einen schweren Konflikt straucheln lässt und seiner eigentlichen Intention damit vollkommen im Wege steht.


5 von 10 Sprengsätzen in der Sofagarnitur 


von souli


Hier geht’s zu weiteren Review zu Filmen von Brian De Palma

Review: THE FACULTY - TRAU' KEINEM LEHRER - „We don’t need no education“

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Fakten:
The Faculty – Trau‘ keinem Lehrer
USA. 1998. Regie: Robert Rodriguez. Buch: Kevin Williamson. Mit: Josh Hartnett, Elijah Wood, Jordan Brewster, Laura Harris, Shawn Hatosy, Clea Du Vall, Robert Patrick, Famke Janssen, Piper Laurie, Salma Hayek, Bebe Neuwirth, Usher Raymond, Jon Stewart, Christopher McDonald, Daniel von Bargen, Danny Masterson, Harry Knowles, Luke Strotz, Louis Black u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
An der Herrington High School gilt das Gesetz des Stärkeren: Die Streber werden von den beliebten Sportlern drangsaliert und die verschlossenen Lehrer werden von ihren Kollegen wie Schülern nicht ernst genommen. Doch als eine außerirdische Spezies nach und nach Besitz von den Pädagogen und ihren Schützlingen übernimmt, muss sich eine Gruppe verschiedenster Schüler zusammenraufen, um die Invasoren aufzuhalten.





Meinung souli:
Dass Robert Rodriquez auf dem Regiestuhl von „The Faculty“ Platz genommen hat, lässt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen, dafür fällt die sonst so markige Bildsprache in diesem Fall einfach zu beliebig aus. Dass „The Faculty“ aber zweifelsohne von einem gewandten Filmliebhaber umgesetzt worden sein muss, kristallisiert sich an den massig eingestreuten Referenzen und Querverweisen heraus. Die Herrington High School ist natürlich eine Sammelstelle archetypischer Gruppierungen: Da gibt es die Sportler, die Zicken, die Streber, die Rebellen und natürlich die Neue. Gestreckt wird die Klischeeisierung jener Schülertypen mit Rodriquez' Liebe für Body Snatcher-Movies älterer Dekaden. Wenn sich das Autoritätspersonal langsam verändert und einem echten H20-Rausch verfällt, lässt Rodriquez den Kampf die Invasion der die menschlichen Körper als Wirte instrumentalisierende Spezies beginnen und entwirft wirklich charmantes Unterhaltungskino. Ohne sich in charakterlichen Entwicklungsprozess festzubeißen, wählt „The Faculty“ immer den schnellsten Weg, um sein narratives Tempo aufrecht zuhalten. Wer in den Film dann noch als Metapher auf eine sich eigenständig verbummelnde Gesellschaft verstehen möchte, der kann das gerne tun, in erster Linie geht es „The Faculty“ aber darum, viel Spaß zu bereiten. Und das schafft er heute noch wunderbar.


6 von 10 lebensrettenden Koffeintabletten


Von links nachs rechts: Der Sportler, die Jungfrau, der Dealer, die Begehrte, die Rebellin und der Streber.

Meinung stu:
Nach Don Siegel, Philip Kaufman und Abel Ferrera entwerfen Robert Rodriguez und „Scream“-Schöpfer Kevin Williamson eine weitere "Body Snatcher"-Variante, die für das junge Publikum des Jahres 1998 maßgeschneidert wurde. Ein trashiges und recht vergnügliches Happening, welches den Subtext früherer Körperfresser-Filme vermissen lässt, dafür aber mit durchaus gut funktioniertem schwarzem Humor ausgestattet ist. Darüber hinaus schwelgt „The Faculty“ in schulischer Nostalgie und verfestigt das jugendlich-rebellische Credo, dass Lehrer Monster sind. Diese „We don’t need no education“-Attitüde ist, wie der gesamte Film, wenig elegant, dafür umso zielstrebiger umgesetzt. Nicht erst, wenn das gesamte Lehrerzimmer assimiliert wurde. Denn bereits davor nutzen Williamson und Rodriguez jede Gelegenheit, um die schulischen Autoritäten zu torpedieren. Die Erwachsenen sind entweder Despoten oder Waschlappen. „The Faculty“ ist eben einfachste Unterhaltung, auch wenn er Grusel erzeugt und die kriminalistische Spurensuche nach der Quelle des Bösen in Angriff nimmt. Das Whodunit ist dann auch leider das schwächste Glied in der narrativen Kette. Williamson, der nach „Scream“ nicht nur den Ruf eines Horrorexperten, sondern auch den eines Plottwisters innehatte, gelingt mit seinem Script viele schöne Verweise, der Kern seiner Geschichte ist aber wenig ergiebig und äußert lasch. Am Ende bleibt „The Faculty“ ein genre-affines Fingerzeigen auf seine cineastischen Vorbilder und Robert Rodriguez vermag es nicht daraus etwas zu entwickeln, was mehr sein kann als das. So ist dieser Teen-Horror wenig gut gealtert. Wenn im Abspann die britische Rockband Oasis „Stay Young“ toniert, trifft die Aussage des Songtitels nicht für den Film zu und hat fast schon eine ironische Note.


4,5 von 10 geopferten Mäusen

Review: 30 DAYS OF NIGHT – Humorloses Vampirgemetzel in ewiger Nacht

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Fakten:
30 Days of Night
USA, Neuseeland. 2007. Regie: David Slade. Buch: Stuart Beattie, Brian Nelson, Steve Niles. Mit: Josh Hartnett, Melissa George, Danny Huston, Ben Foster, Mark Boone Junior, Manu Bennett u.a. Länge: 108 Minuten. FSK: Keine Jugendfreigabe. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Die letzte Sonne versinkt hinter den Schneebedeckten Bergen Alaskas, alles ist ruhig. Vor Ranger Eben Oleson und den wenigen Einwohnern von Barrow, die in dieser Zeit nicht aus der Stadt gezogen sind, liegen 30 Tage Dunkelheit, 30 Tage Nacht – und 30 Tage der pure Horror. Erst treten nur kleine Ungereimtheiten auf, doch in der Nacht greifen unheimliche Gestalten das Städtchen an und töten einen Großteil der übrigen Bevölkerung. Dass das Vampire sind, das wird den wenigen überlebenden erst später klar. Aber eigentlich ist es auch egal, denn sie wollen nur eins: weiter überleben.




Meinung:
30 Tage in Dunkelheit – und 30 Tage lang müssen die zurückgebliebenen Einwohner von Barrow in Alaska die Angriffe von Monstern, von Vampiren überstehen. Zunächst versucht man sich zu verstecken und mit Hilfe von Vorräten die 30 Tage irgendwie zu überstehen, aber Auge in Auge mit einer übermächtigen Gefahr sind sie ihnen schutzlos ausgeliefert. Die Vampire haben übermenschliche Kräfte und scheinbar nichts kann sie aufhalten – es sei denn, man schlägt ihnen den Kopf ab. Für Humor ist in diesem Film also kein Platz, für Logik oder Sinn ebenfalls nicht. Ist ja auch keine Geschichts-Doku, sondern basiert auf einer unheimlich erfolgreichen Comicreihe.


Das Polizistenehepaar in Lauerstellung...
Josh Hartnett spielt den Cop Eben und er macht seine Sache gut. Als Zuschauer kann man mit seiner Figur sehr schön mitleiden und mitzittern, ohne dass er wirklich übertreiben würde. Ebens Frau Stella wird von der schönen Melissa George gespielt, die allerdings nicht weiter auffällt. Ähnliches gilt für Ben Foster, dessen Rolle ihn aber doch augenscheinlich sehr unterfordert. Allzu viel Screentime, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, hat er aber sowieso nicht. Ansonsten taucht auch das ein oder andere Gesicht auf, das man schon mal irgendwo gesehen hat. Danny Huston zum Beispiel, der immer wieder in bekannten Hollywood-Streifen mitspielt wie in Ridley Scotts „Robin Hood“ als Richard Löwenherz, oder Mark Boone Junior, der Bobby Elvis aus „Sons of Anarchy“.


Die Vampire sind so eine Sache für sich. Es könnte ja sein, dass sie alle aus der Augsburger Puppenkiste hervorgegangen sind und sich nun nach dem Tod an den Lebenden rächen wollen. Sie sehen einfach total künstlich, fast puppenhaft aus. Und ihre großen, dunklen Augen machen das Ganze nicht besser. Was haben die Vampire aber vor? Nun, so genau weiß man das eigentlich auch nicht. Ja, die Vampire unterhalten sich zwar über ihre Pläne (Was zerstört werden muss, das muss eben zerstört werden oder so), aber das klingt wie eine Mischung aus der Sprache Mordors und Klingonisch mit einem Schuss doof und einer Prise lächerlich. Zwar untertitelt, aber ernst nehmen kann man das dennoch nicht. Oder anders ausgedrückt: Die Vampire hätte man anders, hätte man besser darstellen können. So wirken sie ziemlich lächerlich.


...denn die Vampire sind im Anmarsch.
Dennoch schafft es der Film, eine unheimliche und gespannte Atmosphäre aufzubauen. Natürlich ist die Geschichte zu weiten Teilen vorhersehbar, zumindest, wenn man bereits den ein oder anderen Horrorfilm gesehen hat. Er bedient nicht nur einige Klischees, sondern ist auch unnötig kitschig. Aber trotzdem ist der Film spannend. Und vor allem blutig. Meine Herren, ja, da kann er sich tatsächlich sehen lassen. Das Blut spritzt in den gut gemachten Actionszenen, auch wenn es manchmal vielleicht ein wenig zu verwackelt gefilmt wurde. Und am Jugendschutz kann das nicht liegen – ab 18 ist der Film ohnehin. Manchmal hält der Film voll drauf, aber, was ich sehr schön finde, eben nicht immer. Als Josh Hartnett einem Vampir zum Beispiel den Kopf abhackt, da wird eben nicht das Aufeinandertreffen von Hals mit Klinge der Axt ausgekostet, sondern wir sehen den panischen aber auch entschlossenen Blick von Hartnett, während er dieses Werk vollbringt. Das schafft mehr Stimmung, als es jeder Blutspritzer könnte.


„30 Days of Night“ ist ein blutiger, harter und schnörkelloser Horrorslasher, der nicht nur Genrefans prima unterhalten, sondern auch den Gelegenheitshorrorfilmschauern gefallen dürfte. Zwar drückt er manchmal ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse, wenn es um die Ausweglose Situation der Bewohner Barrows geht und auch die Vampire haben in den ruhigeren Momenten eher eine (unfreiwillig) belustigende Strahlkraft, aber ansonsten ist der Film richtig spannend und lässt uns mit den sich (natürlich) immer weiter dezimierenden Protagonisten mitfiebern. Bis nach 30 Tagen wieder die Sonne aufgeht.


7 von 10 Schreie in finsterer Nacht