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Review: HEMLOCK GROVE (Staffel 1) - Das Schaf im Wolfspelz

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Fakten:
Hemlock Grove (Staffel 1)
USA, 2013. Regie: Eli Roth, TJ Scott, Deran Sarafian, David Semel, David Straiton.
Buch Diverse, Brian McGreevey (Vorlage). Mit: Bill Skarsgard, Landon Liboiron, Famke Janssen, Dougary Scott, Lily Taylor, Penelope Mitchell, Freya Tingley, Joel de la Fuente u.a. Länge: 13 Episoden á 45 – 50 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Eine Stadt voll dunkler Geheimnisse, ein brutaler Mordfall und ein Katz-und-Maus-Spiel um die schonungslose Wahrheit - in dem kleinen Städtchen Hemlock Grove wird eine 17-Jährige brutal ermordet. Peter Rumancek und Roman Godfrey werden aufgrund ihrer Eigenartigkeit zu Hauptverdächtigen in dem Fall. Um ihre Unschuld zu beweisen, versuchen die beiden, den wahren Täter zu finden. Das Problem: In Hemlock Grove hütet jeder ein Geheimnis. Werden sie so in der Lage sein, das wahre Monster unter ihnen zu finden?




Meinung:
Mit seinem Regiedebüt „Cabin Fever“ positionierte sich Regisseur Eli Roth sofort im Gedächtnis der Horrorfans und auch in der Filmkritik wurde er sofort als neue Hoffnung des Genres gefeiert, denn immerhin sprachen Größen wie Quentin Tarantino und Peter Jackson Roth ihr Vertrauen aus. Das reicht um aus einen jungen Regisseur eine Hypemaschine zu machen, die es mit „Hostel“ und dem Sequel erneut in die genre-affinen Schlagzeilen schaffte. Doch danach wurde es aus inszenatorischer Sicht eher still um Roth. Er agierte lieber als Produzent sowie Darsteller (u.a. in „Death Proof“ und „Inglorious Basterds“) und quasselte lieber über neue Projekte, als wirklich welche anzugehen. Diese Phase ist aktuell zwar vorbei (man denke an „The Green Inferno“ und „Knock Knock“), aber aus dieser formte sich die Serie „Hemlock Grove“, deren erste Staffel nun hierzulande auf DVD und Blu-ray erschienen ist.


Zwei coole Emos ermitteln
„Hemlock Grove“ verbindet Werwolf-Horror und Mystery-Thriller und pfercht dies alles in die Provinz von Pennsylvania. Die beiden Helden, alle beide mit düsteren Geheimnissen sowie ein zielgruppengerechten Ausstrahlung ausgestattet sind, ermitteln sich auf eigene Faust durch die titelgebende Stadt un deren Umgebung und finden dabei allerhand seltsame wie auch stetig anwachsende Gefahren. Dabei fällt auf, dass der Werwolf-Mythos immer wieder unschön in den Hintergrund gerückt wird. Bei „Hemloc Grove“ darf Horror nur dan passieren, wenn gerade nichts anderes zu tun gibt. Das macht die Serie (zumindest) in ihrer erste Staffel zu einer Ansammlung verschiedenster Mysteryteile, die mal grob, mal halbwegs stimmungsvoll miteinander verkleistert und verzahnt werden. Das Ergebnis ist nicht homogen und meist auch recht spannungsarm und wer durch Eli Roths Beteiligung zumindest gehofft hat, dass die Schaukraft übertriebener Gewalt öfters zum Vorschein kommt, wird auch eher enttäuscht werden. Zwar gönnt sich die Serie alle paar Episoden eine Art von kurzem, blutroten Exzess, diese wirken allerdings zu oft zu aufgesetzt und wollen sich dazu oft genug nicht ins Gesamtbild einfügen. Einzig eine Szene in der zweiten Episode bricht da aus: Die erste Werwolfverwandlung ist nicht nur ausladend gory, sondern relativ clever, weil dem modernen Werwolf-Mythos hier etwas Frisches gegeben wird, denn bei dieser Verwandlung wird die Phrase über die Bestie im Inneren durchaus wörtlich genommen.


Letztlich hat „Hemlock Grove“ aber wahrscheinlich keien echten Horror-Fans im Fokus, sondern mehr die Zuschauerschaft die sie nach unzähligen Staffeln „Supernatural“ oder „Vampire Diaries“ nach etwas mehr Räudigkeit sehnen. Das bietet ihnen „Hemlock Grove“ und zwar in homöopathischen Dosen, so dass der Cultureshock nicht ganz so schlimm ausfällt. Doch hinter dieser Fassade ist „Hemlock Grove“ genau dieselbe softe Horrorsülze und dabei weder narrativ, noch im Umgang mit dem Werlwolftum sonderlich kreativ oder gar anders. In seiner ganzen Karriere hat sich Eli Roth wohl noch nie so beim Mainstream angebiedert.


3,5 von 10 Spurenlesern

Review: 96 HOURS - TAKEN 3 - Bryan Mills gerät ins Fadenkreuz des LAPD

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Fakten:
96 Hours - Taken 3 (Taken 3)
USA, Frankreich. 2014. Regie: Olivier Megaton. Buch:  Luc Besson, Robert Mark Kamen. Mit: Liam Neeson, Forest Whitaker, Maggie Grace, Famke Janssen, Leland Orser, Dougary Scott, Sam Spruell, Dylan Bruno, Jon Gries, Jonny Weston u.a. Länge: 109 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 29. Mai 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
EX-CIA-Agent Bryan Mills kommt einfach nicht zur Ruhe. Nachdem seine Tochter und dann sogar er entführt wurden, wird er nun verdächtig seine Ex-Frau ermordet zu haben. Während die Polizei hinter ihm her ist, versucht Mills auf eigene Faust den Täter zu finden.





Meinung:
Aus heutiger Sicht lässt sich „96 Hours“ vor allem mit zwiespältigen Gefühlen betrachten: Einerseits hat Regisseur Pierre Morel mit dem Rache-Thriller von 2008 ein Genre-Brett abgeliefert, welches man in dieser gnadenlosen Schroffheit viel zu lange vermissen musste. „96 Hours“ aber hat auch eine neue Welle Vergeltungsgurken in die Welt gerufen, die alle zwanghaft versuchten, den Amoklauf von Liam Neeson nachzuahmen und in ähnlich physische Bahnen zu lenken – Grauenhaft, dieser klaffende Überdruss. Inzwischen aber sind überschwemmen nicht nur „96 Hours“-Epigonen den internationalen Filmmarkt, der famose Reißer selbst hat sich unlängst zum Franchise entwickelt und darf sich nun über die kommerziellen Erfolge den dritten Teils erfreuen. Waren die Hoffnungen auf „96 Hours – Taken 2“ noch durchaus gegeben, so euphorisierend Pierre Morel den reaktionären Gestus der 1980er Jahre mit seinem fauchenden Ausflug in die französische Hauptstadt reanimierte, hat Pfeifenheini Olivier Megaton vier Jahre darauf unter Beweis gestellt, wie man einen solchen Streifen NICHT handhabt.


Forest Whitaker jagt Liam Neeson
„96 Hours – Taken 2“ besudelte die energetischen Potenz von „96 Hours“ nachhaltig, war so derart ideologisch geprägt, dass das Pläsier am bunten Dezimieren von lachhaften Albanerhorden bereits nach 15 Minuten auf dem Tiefpunkt angekommen war. Nun also hat es „96 Hours – Taken 3“ in die Multiplex-Kinos geschafft und rollt flächendeckend über die Lande. Man muss dazu aber auch immer wieder sagen, dass in Filmen dieser Couleur prinzipiell das Potenzial schlummert, als nach klaren Genre-Maßstäben ausgerichteter Glücksgriff in die filmgeschichtlichen Annalen einzugehen. Erneut mit dem Franzosen Olivier Megaton auf dem Regiestuhl, versucht sich „96 Hours – Taken 3“ - auf Anraten seines prominenten Zugpferdes an vorderster Front – an einem handlungsorientierten Kurswechsel. Liam Neeson nämlich hatte keinen Bock mehr darauf, Familienmitglieder aus irgendwelchen Ländern retten zu müssen und stellte direkt klar (nachdem er die felsenfeste Überzeugung vertrat, keinen neuen „96 Hours“-Teil zu drehen), dass er sich nur an dem Projekt beteiligen würde, wenn eine ersichtliche Konzeptänderung erfolgen würde – Die 20 Millionen Dollar Gage taten wohl ihr übriges.


Wenn „96 Hours – Taken 3“ etwas ist, dann ein sonderbarer Dummbatz. Anstatt in Paris oder Istanbul zu wüten, gerät Bryan Mills, der angeblich seine Frau umgebracht haben soll, selbst in das Fadenkreuz des LAPD. Als treuer Fan der Reihe weiß man natürlich, dass Bryan Mills nur Menschen umbringt, die keine näheren Verwandten in seinem Stammbaum darstellen – Außer sie haben die leere Milchtüte nach den Frühstückscornflakes wieder in den Kühlschrank gestellt. So dürfen wir dann beobachten, wie „96 Hours – Taken 3“ gleich doppelten Etikettenschwindel betreibt und unseren Superagenten durch die überstilisierten Bilder Los Angeles' hetzt. Olivier Megaton bestätigt seinen Ruf als inkompetenter Action-Regisseur dabei auch in vollem inkohärenten Umfang: Theroetisch wuchtige Set Pieces verkommen durch die unübersichtliche Kamera sowie den epileptischen Schnitt zur reinen Luftnummer. Vom fiebrigen Wadenbeißer, den „96 Hours“ noch darstellte, ist in diesem so stereotypisierten wie irritierend braven EuropaCorp-Dilemma nichts mehr vorzufinden, dafür gibt es einen Forest Whitaker, der Schachfiguren streichelt und sich Gummibänder am liebsten um die Hände wickelt. Na schau an.


3,5 von 10 missglückten Flugzeugstarts


von souli

Trailerpark: Liam Neeson lässt erneut die Fetzen fliegen – Trailer zu 96 HOURS – TAKEN 3

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Nun haben sich nicht nur irgendwelche europäischen Fieslinge gegen die Ein-Mann-Armee namens Bryan Mills (Liam Neeson) gewendet, sondern auch die heimischen Sicherheitsdienste (dazugehörig: Forest Whitaker) wollen Mills an den Kragen. Fälschlicherweise, versteht sich. Und was bleibt dem guten Mann da noch anderes übrig, als alles und jeden in Kleinholz zu zerlegen? Eben. Der Trailer sieht in jedem Fall besser aus, als der vom katastrophalen zweiten Teil. Da Olivier Megaton aber auch hier erneut die Regie übernommen hat, besitzt „96 Hours – Taken 3“ zweifelsohne das Zeug dazu, heftigst in die Hose zu gehen.

  

Review: X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND - Viel Lärm und relativ wenig

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Fakten:
X-Men: Der letzte Widerstand (X-Men: The Last Stand)
USA, 2006. Regie: Brett Ratner. Buch: Simon Kinberg, Zak Penn. Mit: Hugh Jackman, Ian McKellen, Famke Janssen, Halle Berry, Patrick Stewart, Kelsey Grammer, Anna Paquin, Ellen Page, Aaron Stanford, Shawn Ashmore, Rebecca Romijn, Vinnie Jones, Ben Foster, James Marsden u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Ein Serum verspricht „Heilung“ für Mutanten, kann sie in „normale“ Menschen verwandeln. Für Magneto der endgültige Beweis, dass die Menschen die Mutanten vernichten wollen. Er schart eine Armee von Gleichgesinnten um sich, die der Menschheit endgültig den Krieg erklärt. Die stärkste Waffe in diesem Kampf soll ein bestimmter Mutant werden, der eigentlich für tot gehalten wurde und Professor Xavier zugetan war. Der warnt vor den Folgen, doch zu spät: Magneto kennt nur nach Vergeltung und übersieht dabei, was für eine Gefahr er heraufbeschwört.







Meinung:
Der große, fast apokalyptische Abschluss der Trilogie sollte „The Last Stand“ werden, ausgerechnet jetzt verabschiedete sich Erfolgsregisseur Bryan Singer von dem Projekt, zu Gunsten von „Superman Returns“ (was jetzt die schlimmere Entscheidung war, gehupft wie gesprungen). Dafür durfte nun Brett Ratner ran, der Mann ohne eigene Handschrift, doch nur an ihm den massiven Abstieg des (eigentlichen) Finales festzumachen, ist dann doch zu wenig. Hier stimmt so einiges nicht und verärgert extrem, wenn man sich die bisherige Qualität der Reihe vor Augen führt und besonders, worin diese lag.


Seite an Seite, aber nicht vereint.
Die Ansätze sehen gar nicht schlecht aus. Mit dem „Heilmittel“ für Mutanten wird eine interessante Gewissenfrage aufgeworfen: Will ich meine Existenz verleugnen, gleichgeschaltet werden, um ein „normales“, akzeptiertes Leben zu führen oder stehe ich zu dem, was ich bin? Fluch oder Segen, eine Chance für endgültigen Frieden oder der Funken am Pulverfass des Krieges, Ausrottung oder Verbrüderung? Gute Basis, die im weiteren Verlauf ebenso im Effekt- und Krawallgetümmel untergeht wie das Skript und zahlreiche seiner Figuren, die statt der gewohnten Tiefe zum Teil fast spurlos verschwinden, links liegen gelassen werden oder gar nicht erst die Chance erhalten, sich sinnvoll zu profilieren. Spätestens ab der Mitte des Films wird auf die bekannten Vorzüge der Serie getrost gepfiffen, interessante Fragen gänzlich ignoriert und kaum ein Gedanke zum Ende geführt. An neuen Mutanten und grundsätzlichen Konflikten mangelt es nicht, doch sie bleiben nur Randerscheinungen in einem zunehmend planlosen Dauerfeuer, was sich nie die nötige Zeit nimmt (da auch viel zu knapp bemessen, müsste mindestens 2 ½ Stunden gehen, um das alles vernünftig auf den Punkt zu bringen) und am Ende so platt ist, eine unglaubliche Enttäuschung.


Riesen Spannweite, wenig Screentime: Angel.
Klar, die Action kann sich durchaus sehen lassen und für Langeweile bleibt gar keine Zeit, berieseln lassen kann man sich von „The Last Stand“ mühelos. Befriedigend ist das jedoch ganz und gar nicht. Unendlich viel Potenzial wird liegen gelassen, allein die Einzelschicksale von Rogue, Mystique, Cyclops oder auch dem Neuling Angel, sie scheinen die Macher kein Stück zu interessieren, ganz im Gegensatz zum Zuschauer oder zumindest denen, die sich von einer bis dahin wunderbar aufgebauten Helden- und Antiheldengeschichte haben mitreißen lassen. Weder episch noch abschließend, eher hektisch, laut und statt alle Fragen zu beantworten stellen sich am Ende sogar noch welche, die so wohl gar nicht beabsichtigt waren. Theoretisch ist das schon eine Unverschämtheit. Hätte der Film nicht so unbestreitbare Schauwerte, eine gute Grundlage (sprich die Vorgänger), immer noch tolle Figuren (auch wenn mit ihnen respektlos umgegangen wird) und einige gelungene Momente, man müsste ihn eigentlich zum Teufel jagen.


Unterm Strich eine schwierige Kiste, denn ja, langweilig wird es nicht und sieht alles prächtig aus, nur war das denn jetzt bitte wirklich alles? Gott sei Dank nicht, damals musste man es aber erstmal annehmen. Als reines Futter für die Augen und flotter Zeitverbrenner immer noch mit einer gewissen Qualität, als runder, würdiger Schlusspunkt einer tollen Trilogie sehr vergeigt, ohne Not. Gnade vor Recht, kann man immer noch anschauen, nur bitte nicht mehr viel erwarten, das bereitet nur Kopfschmerzen.

5,5 von 10 Wunderheilungen.