Review: FREITAG, DER 13. - JASON IM BLUTRAUSCH - Der Lack ist ab

                                                           
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Fakten:
Freitag, der 13. - Jason im Blutrausch (Friday the 13th Part VII - The New Blood)
USA, 1988. Regie: John Carl Buechler. Buch: Daryl Haney, Manuel Fidello. Mit: Lar Park-Lincoln, Terry Kiser, Kane Hodder, Susan Blu, Kevin Spirtas, Susan Jennifer Sullivan, John Otrin, Heidi Kozak u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Tina Shepard verfügt über telekenetische Fähigkeiten, die sie jedoch nicht kontrollieren kann. Versehentlich tötete sie dadurch als Kind ihren Vater, der im Crystal Lake ertrank. Jahre später kehrt sie mit ihrer Mutter und ihrem Therapeuten an den See zurück. Als sie versucht, ihren Vater durch ihre Kräfte wieder zum Leben zu erwecken, erwischt sie leider den falschen: Jason Voorhees steigt erneut aus dem Crystal Lake und hat gleich ordentlich Arbeit, denn neben Tina und Anhang haben sich Teenies eingefunden, die einen Geburtstag feiern wollen. Das wird ein Fest...













Meinung:
"The New Blood", dieser Titel suggeriert frischen Wind in den erst im Vorgänger frisch gewaschenen und neu aufgeschlagenen Laken, ist in Wahrheit leider zwei Schritte zurück.



Die einzige positive Neuerung ist die Besetzung von Kane Hodder als Jason. Viel an Schauspiel, Text oder gar sein (echtes) Gesicht darf er rollengemäß nicht vorführen, dafür seine beeindruckende Präsenz. Jason wirkt optisch so kraftvoll wie nie zuvor. Hodder ist der wohl beste Jason-Darsteller der gesamten Reihe. Mehr zu loben gibt es eigentlich nicht, eher im Gegenteil.


Zumindest ist die rein handwerkliche Inszenierung von John Carl Buechler recht solide, das war ja nicht unbedingt zu erwarten. Viel Regieerfahrung hatte der Mann nicht, auch danach war er fast ausschließlich in seinem Hauptberuf (Make-Up Artist) tätig. Dafür geht das sogar. Letztendlich, rein darauf beschränkt, ist es besser als bei Teil 4 & 5, doch das ist ja nur ein Teilaspekt. Der Rest von "The New Blood" ist leider ganz kalter Kaffee von Vorgestern, der sich unverständlicherweise wieder an eine ernste Grundstimmung klammert, für die die Substanz nicht vorhanden ist. Das Drehbuch ist viel zu schwach und bietet überhaupt nichts, das nicht schon zur Genüge in den Vorgängern ausgelatscht wurde. Von dem selbstironischen Witz, mit dem Tom McLoughlin Teil 6 gekonnt wiederbelebte, ist nichts mehr übrig. Stattdessen versuchen die Macher wieder einen harten, groben Terrorslasher zu machen, der über weite Strecken einfach nur langweilig ist. Zwar darf Jason hier von Anfang an und in recht kurzen Intervallen die Sau raus lassen, doch das zieht wohl niemanden mehr die Schuhe aus. 





Mit Maske deutlich hübscher: Jason
Dazwischen gibt es die üblichen Teenies in der  Hütte, wieder mehr nackte Haut als beim direkten Vorgänger, nur interessiert das nicht die Bohne. Der Drops ist inzwischen so rund gelutscht, da muss mehr kommen. Das hilflos als letzte Idee eingestreute Telekinese-Gedöns ist an sich total belanglos. Es spielt effektiv nur am Anfang und im Finale eine Rolle und selbst da wäre es verzichtbar. Ob Jason nun dadurch oder irgend einen anderen Krams aufersteht oder stirbt macht den Kohl nun wirklich nicht fett. Mal ehrlich, wäre Jason zu Beginn einem Angler am Haken hängen geblieben, der Wecker hätte geklingelt oder er wäre einfach so aus dem See gekrochen, hätte sich jemand beschwert? Natürlich nicht, über den Punkt von "sinnvollen" Erklärungen sind wir doch schon lange hinaus. Wie er am Schluss vom Finalgirl gerichtet wird ist genau so zweitrangig. Carrie vs. Jason oder so ähnlich, mehr bietet dieser Ansatz nicht. Die finale, nennen wir es mal, Pointe ist immerhin so doof, hätte fast ein Schmunzeln beschert. Fast...



Aufgrund der soliden Umsetzung und dem ansprechenden Make Up (was bei dem Regisseur aber zu erwarten ist) könnte eine Platzierung im Mittelfeld drin sein, doch unterm Strich ist das zu wenig. Denn "The New Blood" ist der bis dahin einzige Teil der Reihe, der vollkommen ausgeblendet werden könnte. Er hat einfach nichts, was einer eigenen Identität gleicht. Egal, wie mittelprächtig einige Teile waren, irgendwas hat sie von den Vorgängern und Nachfolgern unterschieden. Wenn dieser nie existiert hätte, wer würde ihn vermissen? Das Problem: Er ist zu einfallslos, er ist nicht gut genug, er ist nicht trashig genug, er fährt keine eigene Linie, er kaut nur das wieder, was es in irgendwelchen Teilen der Reihe schon zu sehen gab. Uninteressant. Hart, aber wahr.



Kleine Randbemerkung: Immerhin ist Terry Kiser dabei. Wer? Bernie, aus "Immer Ärger mit Bernie". Der hätte Jason doch zeigen können, wie man als Toter einen Film trotzdem sehr amüsant gestallten kann.

4,5 von 10 fliegenden Fernsehern



Hier geht’s zu den Reviews der anderen Teile:


Freitag, der 13.
Freitag, der 13. – Jason kehrt zurück
Und wieder ist Freitag, der 13.
Freitag, der 13. – Das letzte Kapitel
Freitag, der 13. – Ein neuer Anfang
Freitag, der 13 – Jason lebt
Freitag, der 13. – Jason im Blutrausch
Freitag, der 13. – Todesfalle Manhatten
Jason goes to Hell – Die Endabrechnung
Jason X

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