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Trailerpark: Wurde auch Zeit - Trailer zum "Raging Bull"-Sequel THE BRONX BULL

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Die Fortsetzung auf die wir alle sehnsüchtig gewartet haben, hat nun ihren ersten Trailer erhalten. Das Sequel zu Martin Scorseses Meisterwerk „Wie ein wilder Stier“, „The Bronx Bull“, steht in den Startlöchern und der Trailer verspricht großes, emotionales Kino mit DEN Topstars aus Hollywood. Robert DeNiro hatte aber leider keine Zeit, der musste wohl seine Garage ausräumen, als der Film gedreht wurde. Dafür darf man als Zuschauer aber William Forsythe, Alicia Witt, Penelope Ann Miller, Tom Sizemore, Joe Mantegna, Paul Sorvino und Natasha Henstridge bewundern. Einen Starttermin gibt es bislang noch nicht, wir hoffen aber, dass dieses Sequel es zu uns ins Kino schafft und nicht wie andere total notwendige sowie gelungene Fortsetzungen (Stichwort: „Easy Rider 2“) in den Direct-to-DVD-Giftschrank abgeschoben wird. Regie führt übrigens Martin Guigui, der bereits Comedy-Klassiker wie „The Casting Couch“ gedreht hat. Viel Spaß mit dem Trailer. Ach ja, wer in diesem Text Ironie findet, darf sie behalten.


Review: ZWEI VOM ALTEN SCHLAG – Der italienische Hengst trifft auf den wilden Stier

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Fakten:
Zwei vom alten Schlag (Grudge Match)
USA. 2013. Regie: Peter Segal. Buch: Doug Ellin, Tim Kelleher, Rodney Rothman.  Mit: Sylvester Stallone, Robert DeNiro, Alan Arkin, Kim Basinger, Kevin Hart, Jon Bernthal, Han Soto, Griff Furst, Don Lake, Wendy Miklovic, Nicole Andrews, Joey Diaz u.a. Länge: 113 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 22. Mai auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Zweimal standen sich die Profi-Boxer Billy „The Kid“ McDonnen und Henry „Razor“ Sharp im Ring gegenüber, doch keiner konnte einen Sieg für sich verbuchen. Zeit also für einen großen Entscheidungskampf? Gewiss, nur wird der ganze 30 Jahre später ausgetragen, als die beiden Boxer weit über 60 und eigentlich längst in Rente sind.





Meinung:
In den 1970er Jahren galten sie nicht nur als schlagkräftige Kolosse des Sport-Kinos; sie haben die Filmwelt im Allgemeinen auch ungemein bereichert und durften diese im Nachhinein ebenso maßgeblich beeinflussen: Robert DeNiro in der Rolle des Jack La Motta in Martin Scorseses rauer Charakter-Studie „Wie ein wilder Stier“ und Sylvester Stallone als Underdog Rocky, der durch seinen Auftritt im gleichnamigen Klassiker zum Sieger der Herzen wurde. Ganz im Gegensatz zu Jack La Motta. Der kam zwar ebenfalls aus der Gosse kam und sich bis an die Spitze prügelte, war nicht ganz und gar nicht der Sympathiebolzen aus der Unterschicht, der nicht nur für sich, sondern auch für die Liebe kämpfte. La Motta war eine durch und durch gefühllose Bestie, ein in sich gefesseltes, egoistisches Scheusal, frei von jeder Nächstenliebe und komplett auf seine animalischen Triebe fokussiert. La Motta konnte erst dann Zufriedenheit verspüren, wenn seine Gegner zerfleddert vor ihm lagen, bewusstlos und blutüberströmt.


"Bringen wir den Mist schnell hinter uns, Bob."
Die Differenzen waren unübersehbar, der Erfolg jedoch gab beiden Recht, und es klingelten nicht nur die Kassen, sondern regnete auch jede Menge Auszeichnungen aus aller Herren Länder. Die Geschichte rundum den wilden Stier fand bereits 1979 ihren Abschluss und Jack La Motta endete – als logische Folge seiner schier endlosen Ignoranz und Überheblichkeit – in der Einsamkeit. Sylvester Stallone hingegen durfte noch ganze fünf weitere Male als Rocky in die Boxhandschuhe schlüpfen und wurde zum kultigen Aushängeschild wie echten Vorbild mehrerer sportbegeisterter Generationen. Nun, im Jahre 2014, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die beiden Titanen in der Box-Komödie „Zwei vom alten Schlag“ auf der Leinwand gegenüberstehen und in selbstreferenzieller Manier zum Tänzchen bitten. An dieser Stelle kommt aber die gerechtfertigte Frage auf, ob die Menschheit denn ein solches Aufeinandertreffen überhaupt gebraucht hätte? Die Qualität des Endprodukts spricht eine mehr als überdeutliche Sprache: Nein!


"Zum letzten Mal, für The Expendables bist du zu jung."
Es hat schon seinen Reiz, die beiden Superstars gemeinsam vor der Kamera agieren zu sehen und ihnen den Spaß – den sie auch sichtlich haben - zu gewähren, ihre legendären Charaktere mit reichlich Selbstironie aufzubrechen. Das Ergebnis ihres – auf dem Papier – amüsanten Versuchs allerdings entpuppt sich schnell als ein herber K.O. in der ersten Runde. Dabei liegt es keinesfalls an Sylvester Stallone oder Robert DeNiro, die als ewige Kontrahenten Henry „Razor“ Sharp und Billy „The Kid“ McDonnen endlich die Chance bekommen, den wahren Champion im Ring zu ermitteln und die Rechnung zu begleichen, die Henry einst mit einem unerwarteten Rückzieher offenließ. Stallone ist dabei wieder ganz der Unterklassenliebling, der auf dem Bau seine Moneten verdient und sein schlichtes, aber ehrenhaftes Leben pflegt, während sich Billy wie einst La Motta abends auf der Bühnen sein Talent als Entertainer zum besten gibt. Das Drehbuch ist durchzogen von Querverweise und Anlehnungen, einige davon wissen auch zu gefallen, die Majorität dieser Referenzen verläuft allerdings zunehmend ins Leere, weil sie in ihrer massenhaften Anordnung einfach zu üppig erscheint.


Das Schlachthaus, wo Slys Karriere begann
Alan Arkin („Little Miss Sunshine“), der eigentlich immer tolle Performances abliefert, wird als Razor-Trainer Lightning vollkommen auf plumpe Gags auf Kosten seines Alters verdammt. Arkins Charme, dem selbst Ben Affleck in seiner pathetischen Pestbeule „Argo“ nichts anhaben konnte, ist nicht aufzuspüren, er ist ein nervtötendes Opfer der desaströs überspannten und schrecklich geschriebenen Witzchen, die das Drehbuch ihm am laufenden Band in den Mund legt. Nicht minder störend fällt auch die schwache Rolle von Kevin Hart („Scary Movie 3“) aus, der als ununterbrochen quasselnder Promoter wiedermal sein Talent für Comedy ausspielen soll, dabei aber rigoros scheitert, weil auch sein Charakter einzig auf dummes Geplänkel von der Seite reduziert wird. Neben dem gequälten Humor, darf natürlich auch die emotionale Komponente nicht fehlend, die den finalen Fight zwischen Razor und The Kid als große Klimax bereithält. Neben persönlichen Problemen hat natürlich nicht nur Egomane The Kid einen privaten Scherbenhaufen zu bieten, auch der gutmütige Razor muss mit einigen zwischenmenschlichen Dingen ins Reine kommen.


„Zwei vom alten Schlag“ suhlt sich permanent in stickigen Klischees, will seine Charaktere mit dem nötigen Ernst behandeln und zu großen Emotionen aufrufen, muss sie aber auch durchweg in selbstreferenzielle Muster drängen, was natürlich zu einer erheblichen Dysfunktion in dem implementierten Umgang mit, naja, mit eigentlich allem führt. De Niro ist glücklicherweise mal wieder mit guter Laune vor der Kamera zu sehen und Stallone ist eben Stallone. An den beiden Streithähnen, die sich letzten Endes natürlich doch irgendwie ins Herz geschlossen haben, liegt das gnadenlose Scheitern des Films immerhin keinesfalls. Der Rest ist leider für die Tonne.


3 von 10 beschissenen Altmännerwitzen


von souli

Review: WIE EIN WILDER STIER – Die Reise in ein schwarzes Herz

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Fakten:
Wie ein wilder Stier (Raging Bull)
USA. 1980. Regie: Martin Scorsese. Buch: Paul Schrader.
Mit: Robert DeNiro, Joe Pesci, Cathy Moriarty, Frank Vincent, Nicholas Colasanto, Mario Gallo, Theresa Saldana, Frank Adonis u.a Länge: 124 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der  Mittelgewichtsboxer Jake LaMotta stammt aus bescheidenen Verhältnissen und kämpft sich vom Mief Little Italys hoch, bis zum Weltmeisterschaftstitel. Doch der Ruhm steigt ihm zu Kopf und Jake richtet seine Wut und Aggression nicht nur gegen seine Feinde im Ring, sondern auch gegen die Menschen die er liebt. Es kommt zum Zerwürfnis u.a. mit seinem Bruder und Manager.





Meinung:
Jack La Motta (Robert De Niro) ist einer dieser Menschen, die nicht mit Kritik an ihrer Person umgehen können. Er kann es einfach nicht akzeptieren, wenn er in irgendeiner Art und Weise von seiner Umwelt infrage gestellt wird, wenn er nicht von den Menschen gefürchtet und geachtet wird, weil er einfach nicht in der Lage ist, sein eigenes Verhalten zu kontrollieren, weil er unfähig zur Selbstreflexion ist. La Motta ist ein Tier, ein in seinem Vorgehen auf den animalischen Urinstinkt reduziert und davon komplett dirigiertes Monstrum, welches nur den direkten, den explosiven Weg kennt. Er lässt sich von Misstrauen, Tyrannei, Eifersucht und blankem Zorn leiten, doch all das ist es auch, was ihn verlernen lässt, was leben wirklich bedeutet. Die Folgen sind absehbar, denn ein Mensch, der keinerlei zwischenmenschliche Werte schätzen kann, für den Dankbarkeit, Zärtlichkeit und Nächstenliebe Fremdworte sind, endet nun mal wie ein Versager in der Einsamkeit. La Motta gewinnt den Titel, doch er verliert all das, was seinem Leben einen wirklichen Sinn geben hätte können.


Jake versucht sich im Alter als Komiker
Martin Scorsese dokumentiert das Milieu, in dem Jack La Motta aufwächst, durch ungemein persönliche Erfahrungen, denn wie auch der Weltmeister im Mittelgewicht, entsprang die lebende Filmlegende ebenfalls der Gosse von Little Italy. Sein „Wie ein wilder Stier“ ist eine bleischwere, tiefgehende und in seiner präzisen Zielstrebigkeit beeindruckende Psycho- und Sozialstudie, die den Zuschauer in die schwarze Seele des Jack La Motta zieht. Sein Werdegang, gezeichnet von Überheblichkeit und Egoismus, ist ein langer, mühseliger Sturz in die Leere. Echte Größen wissen nach einem solchen herben Sturz wieder auf die Beine zu finden, La Motta aber bleibt zu Recht liegen, weil er seine Rechnung ohne die Ausmaße der Realität gemacht hat – Und die holen ihn schließlich ein. Es schmerzt dabei zuzusehen, wie Jack La Motta die Menschen verletzt, denen er wichtig war, wie er sein privates Umfeld eigenhändig zerbricht. Erst verlässt ihn sein Bruder, dann geht seine Frau Vickie, nachdem sie bereits unzählige Mal Opfer seiner Wutanfälle wurde.


Steckt ein, teilt aus: Jake LaMotta
La Motta meint zu wissen, in welche Richtung er sich bewegen muss: Immer nach vorne. Mit eiserner Faust, immer weiter nach vorne. Je weiter er sich hochkämpft, desto extremer steigt ihm der Ruhm zu Kopf, und doch ist es immer nur er selbst, der irgendeine Bedeutung für ihn hat. Hilfe hat ein Jack La Motta nicht nötig. Stimmt. Denn jede Hilfe würde an den scharfen Klippen seines Egomanie zerschellen. Zufriedenheit ist schließlich auch noch irgendwo vorhaben, nur tritt diese erst dann auf, wenn La Motta seine Gegner in ihrem eigenen Blut schwimmend auf dem Boden des Rings sieht. Das Gefühl der Unsterblichkeit, der Erhabenheit erwacht. „Wie ein wilder Stier“ offenbart eine Reise in die Selbstzerstörung, in die Selbstdemontage. Irgendwann, wie es nun mal jedem Sportler so ergeht, muss er darauf verzichten und einen neues Mittel finden, um sich in den Mittelpunkt zu drängen. Als fetter Nachtclubbesitzer ist La Motta längst eine gebrochene Persönlichkeit, doch Beistand oder Mitleid gibt es für ihn von keiner Seite. Sein größter Feind war es sich immer selbst und Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.


Was soll man von einem Menschen halten, der doch eine Vorbildsfunktion vertritt und die Rolle des familiären Alphatiers tragen sollte, diesen Dinge aber vehement abschwört und sich von der Verantwortung immerzu abkapselt? Wie soll man zu einem Menschen stehen, der Prügel wegsteckt wie kein zweiter, egal wie krachend die Fäuste in sein Gesicht donnern, La Motta bleibt stehen und schickt seinen Gegenspieler auf die Bretter, doch bei kleinsten Zwischentöne schon platzt? Soll man ihm als Sportler Anerkennung schenken? Soll man Anteilnahme an seinem Schicksal zeigen, weil er es eigentlich nicht besser gewusst hatte? Soll man La Motta verachten und verfluchen, weil er so ein widerwärtiges Ungetüm war? In jedem Fall sollte man Scorsese dankbar sein, dass er es dem Zuschauer ermöglicht, sich selbst eine Meinung zu bilden und der barbarischen Seele La Mottas letztendlich nicht einem Urteil unterziehen muss. „Wie ein wilder Stier“ ist schonungslos, aber das macht ihn ehrlich, und weil er Glorifizierungen und eine falsche Moralhaltung nicht nötig hat, ist er auch ein ebenso eindringliches Meisterwerk in jeder Hinsicht.


9 von 10 geschwollenen Augen


von souli