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Review: CONJURING 2 – Geisterjagd, die Zweite!

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Fakten:
Conjuring 2 (The Conjuring 2)
US. 2016. Regie: James Wan. Buch: Chad Hayes, Carey Hayes, James Wan, David Leslie Johnson. Mit: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Madison Wolfe, Frances O’Connor, Simon McBurney, Maria Doyle Kennedy, Franka Potente, Sterling Jerins u.a. Länge: 134 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Im Kino.


Story:
England, 1977. Die alleinerziehende Mutter Peggy lebt mit ihren vier Kindern in einem Haus in Enfield. Immer wieder kommt es nachts zu mysteriösen Vorkommnissen, die sich immer Laufe der Zeit stetig verschlimmern. Das ruft zahlreiche Geisterforscher und Dämonologen auf den Plan, darunter auch Ed und Lorraine Warren, die nach einem besonders schwierigen Fall in Amityville jedoch auch noch mit eigenen Problemen zu ringen haben.




Meinung:
Es ziemlich genau drei Jahre her, dass James Wans Horrorfilm „Conjuring“ in den internationalen Kinos lief und einen nicht zu verachtenden Hype generierte. Was für viele Zuschauer der beste Horrorfilm der letzten Jahre ist, stellt für andere einen völlig überbewerteten Streifen dar. Unbestritten ist jedoch der finanzielle Erfolg, und deswegen war es auch nur eine Frage der Zeit, dass uns nach dem letztjährigen Spin-off „Annabelle“ nun die offizielle Fortführung „Conjuring 2“ in den Kinos erwartet.


Geister sorgen gerne mal für Unordnung!
Zunächst macht „Conjuring 2“ da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Einige Jahre nach dem Spuk in Rhode Island heißt es bei den Geisterjägern Ed und Lorraine Warren business as usual und sie ziehen weiterhin kreuz und quer durchs Land um Familien von dämonischen Erscheinungen zu befreien. Zeitgleich richtet der Film sein Augenmerk auf eine Familie in Enfield, die erwartungsgemäß ebenfalls den typischen Kreislauf der Haunted-House Heimsuchungen durchmacht. Was mit weggezogenen Decken, knarrenden Türen und Stimmen in der Dunkelheit beginnt, nimmt alsbald extremere Züge an. Aufgrund Wans gekonnter Regie erzeugt der Film dadurch immer wieder unheimliche Momente und sorgt stellenweise sogar für Gänsehaut. Überraschenderweise erreicht „Conjuring 2“ seinen Höhepunkt dabei schon gegen Ende der ersten Hälfte, noch bevor die Geisterjäger überhaupt in England ankommen. Das macht die erste Stunde des Films zu einer spürbar konzentrierten Steigerung an wirkungsvollen Horrorszenen, obgleich sich Wan einmal mehr etwas zu sehr auf Jump Scares verlässt. Atmosphärisch dicht, stilsicher inszeniert und stellenweise wirklich schaurig könnte die erste Hälfte daher fast schon als eigener Film fungieren. Dass „Conjuring 2“ danach noch über eine Stunde dauert, spricht dann leider doch gegen den Film.


Nur ein Gemälde?
Denn sobald die selbsternannten Geisterjäger Ed und Lorraine in Enfield ankommen, gerät der Film zusehends aus dem Gleichgewicht. Immer wieder wiederholt Wan dann seine Spuksequenzen, bis sich die Heimsuchung letztlich erschöpft hat und jeglicher Wirkung im Nichts verpufft. Dazu streut der Regisseur immer wieder persönliche Elemente der Figuren mit ein und zieht das Ganze dadurch nur weiter in die Länge. Es hat durchaus seinen Grund, dass Filme dieses Subgenres zumeist eine Laufzeit von 90 Minuten haben. Wan wäre durchaus dafür zu loben die bestehenden Mechanismen des Genres etwas aufzulockern, doch leider funktioniert genau das im fertigen Film eben nicht. Er verändert Erzählrhythmus und versucht den Film gegen Ende sogar in ein Charakterdrama zu verwandeln, ein Konzept das schlichtweg nicht aufgeht. Was hängen bleibt sind einzelne Szenen, die für sich genommen wirklich gelungen sind, doch als zusammenhängender Film funktioniert „Conjuring 2“ nur bedingt. Hier verschenkt man einiges an Potential, hätte eine straffere Version der Geschichte doch wirklich gut sein können. Dafür gibt sich Wan dem Genre dann aber doch zu wenig hin und vertraut vielleicht auch ein Stück weit zu wenig auf seine eigenen Fähigkeiten.


Kurzum gesagt, auch „Conjuring 2“ hält sich wie sein Vorgänger stark an die altbekannten Mechanismen des Haunted-House Genres. Das muss, wie „Conjuring“ vor einigen Jahren bereits bewiesen hat, jedoch keinesfalls negativ sein. Vielmehr ist es das gekonnte Vermengen dieser Elemente, was vor allem in der ersten Hälfte für gelungenen Grusel sorgt. Wer also dem ersten Teil etwas abgewinnen konnte, der wird auch mit der Forstsetzung seine Freude haben. Auch wenn man gegen Ende dann doch einige Abstriche machen muss, weil Regisseur Wan kaum mehr das richtige Tempo findet und es zuvor bereits zu sehr übertrieben hat, um den Zuschauer noch wirklich zu erschrecken.


5 von 10 dämonischen Heimsuchungen 

Review: FAST & FURIOUS 7 - ZEIT FÜR VERGELTUNG - Eine angemessene Trauerrede

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Fakten:
Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung (Furious 7)
USA. 2015. Regie: James Wan. Buch: Chris Morgan. Mit: Vin Diesel, Paul Walker, Dwayne Johnson, Jason Statham, Tyrese Gibson, Michelle Rodriguez, Chris „Ludacris“ Bridges, Jordana Brewster, Kurt Russell, Ronda Rousey, Tony Jaa, Lucas Black, Elsa Pataky, Djimon Hounsou, Ali Fazal, John Brotherton, Noel Gugliemi, Luke Evans u.a. Länge: 137 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.


Story:
Seitdem die Crew rund um Dom Toretto und DSS-Agent Luke Hobbs den finsteren Ex-SAS-Agenten Owen Shaw erledigt hat, ist ein Jahr vergangen. Das Team gespannt sich in der Heimat, doch schon bald quietschen wieder die Reifen, denn Shaws Bruder Deckard, will Vergeltung und er tut alles, um diese zu bekommen.





Meinung:
Man muss es sich einfach nochmal auf der Zunge zergehen lassen: Das einst so reizlose „The Fast and the Furious“-Franchise rast in diesem Jahr mit quietschenden Reifen tatsächlich schon in die siebte (!) Runde. Wer hatte nach dem desaströsen „The Fast and the Furious – Tokyo Drift“ schon eine Ahnung von dem qualitativen Quantensprung haben können, der sich in „Fast & Furious – Neues Modell. Originalteile“ schon leise anbahnte, in „Fast & Furious 5“ dann aber wie entfesselt aus allen Nähten platzte. Inzwischen hat sich die Reihe zu einem wahren Happening entwickelt, welches nicht nur Autofanatiker anlockt, sondern auch den Action-Fans der alten Schule das Bäuchlein pinselt. Wenngleich der immer noch durchaus gelungene „Fast & Furious 6“ zwar nicht an den furiosen Vorgänger anknüpfen konnte, hat es nun mit „Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung“ die Episode in die Lichtspielhäuser geschafft, auf der die meisten Augen gerichtet sein werden - Und das selbstverständlich aus einem äußerst tragischen Umstand heraus.


 
Big Gun, Big Fun
Der schockierende Unfalltod des gerade einmal 40-jährigen Paul Walkers am 30. November 2013 legt sich wie ein melancholischer Schleier fortwährend deutlich spürbar über das Haupt der Produktion. Es wäre eine auf Verlogenheit basierende Lüge, würde man Paul Walker nun aufgrund seines plötzlichen Dahinscheidens als außergewöhnliche Schauspielgröße über den grünen Klee hieven, eine akzeptable Genre-Type aber steckte zweifelsohne in dem blonden und blauäugigen Sonnyboy aus Kalifornien. Wie also wäre es möglich, Paul Walkers letzten Auftritt pietätvoll umzusetzen, ohne seine Figur, den ehemaligen FBI-Agent Brian O'Connor, grobschlächtig aus dem Film zu schreiben, wie es zuerst versucht, zum Glück aber nicht umgesetzt wurde. Mit Hilfe passender Body Doubles (seine Brüder Cody und Caleb Walker standen postwendend parat) und den erstaunlichen Fähigkeiten der Hochleistungsrechner, dürfen wir uns nun nicht nur an Paul Walkers 130-minütigen Vermächtnis sattsehen, sondern auch jede Menge Spaß dabei haben, bis – womöglich – auch mal eine salzige Perle aus dem Knopfloch gewischt werden darf.


Stuntman Mike hat in "F&F7" nur gute Absichten, oder?
Um es vorweg gleich klarzustellen: Das Drehbuch von Chris Morgan ist genauso krude, wie wir es vom Franchise seit jeher gewohnt war. Unwahrscheinlichkeiten und sonderbare Schnellschussherleitungen pflastern den Weg von einem sensationellen Set Piece zum nächsten. Es macht aber auch gar keinen Sinn, sich an den klaffenden Logiklöchern von „Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung“ aufzureiben, bekommen wir doch wieder einmal eine grelle Action-Sause serviert, die sich rein durch ihre Fotografien zu artikulieren versteht. Nachdem in „Fast & Furious 6“ halb London in Schutt und Asche gelegt wurde, um den niederträchtigen Owen Shaw (Luke Evans) das verruchte Handwerk zu legen, ist es nun sein Bruder Deckard (Jason Statham), dem es nach Rache dürstet. Und so etabliert sich „Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung“, der mäßige Untertitel verrät es bereits, erst einmal als nach alttestamentarischen Prinzipien ausgerichteter Revenge-Flic, in dem Jason Statham unsere liebgewonnene Gruppe um Dominic Toretto (Vin Diesel) und Co. nacheinander zerschlagen möchte.


Das kommt davon wenn im Autoradio immer "I believe I can fly" dudelt
Natürlich hat er sich da mit den Falschen angelegt, auch wenn er Muskel- und Charismaberg Dwayne Johnson zu Anfang direkt mal auf die Krankenstation befördern darf. Mit James Wan hat das „The Fast and the Furious“-Universum nun auch einen Regisseur gefunden, der es versteht, wie man zünftig Krach macht. Wo die grobmotorische Handhabung Wans in seinen dürftigen Horror-Hommagen „Insidious“ oder „The Conjuring – Die Heimsuchung“ noch negativ aufstieß, kommt nun quasi mit seiner Person und „Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung“ das zusammen, was auch zusammen gehört. Dass dem australischen Filmemacher auch gleich die Ehre zuteil werden sollte, ausgerechnet diesen vom Schicksal emotional besonders aufgeladenen und irgendwie morbide erscheinenden Teil unter seine Fittiche zu nehmen, hat wahrscheinlich einige Anspannungen auszustehen in Anspruch genommen. Wan aber macht seine Sache ordentlich bis ziemlich gut und beherrscht es partiell vortrefflich, den kinetischen (Über-)Druck, der in den aufgeplusterten Fotografien kontinuierlich wabert, wie ein Schuljunge im Spielzimmer freizulegen.


Freilich ist es unlängst Usus geworden, dass die physikalischen Gesetzmäßigkeiten innerhalb der „The Fast and the Furious“-Vehikel außer Kraft treten, „Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung“ aber ist nun endgültig an einem Punkt gekommen, an dem die Übertreibung nicht mehr nur einfach vollzogen wird, sondern wie eine penetrante Neonreklame über allen halsbrecherischen Set Pieces justiert wurde: Infernalische Pyrotechnik, todessehnsüchtige Sprünge mit dem Automobil von einem Wolkenkratzer zum nächstgelegenen und wenn sich einer der Boliden dann mal wieder überschlägt, dann gleich unzählige Male, selbst in den luftigsten Höhen, um dann noch einen Abhang hinunter zu dreschen und gnadenlos in ein anderes Gefährt hineinzuschleudern. „Fast & Furious 7 – Zeit für Vergeltung“ generiert wirklich entzückenden Proll-Überschwang, sobald es kracht, leuchten die Augen, und dass sich die markigen Charaktere ohnehin langsam ins Herz gespielt haben, macht die letzte Sequenz erst so richtig gewichtig. Niemand hätte wohl gedacht, dass es irgendwann mal wirklich in den Bereich des Möglichen rutschen würde, eine „The Fast and the Furious“-Episode zu sehen, die tatsächlich berühren darf.


6 von 10 Autos an Fallschirmen


von souli

Trailerpark: Action im siebten Gang - Erster Trailer zu FURIOUS 7

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Mit ordentlich Wumms kommt er daher, der erste offizielle Trailer “Furious 7”, dem neuen Sequel der “Fast & Furious”-Reihe, die diesmal von James Wan (“Saw”) inszeniert wurde und eigentlich längst im Kino laufen sollte, doch wegen des tragischen Unfalltods von Hauptdarsteller Paul Walker, um einige Monateverschoben werden musste. Walker ist im neuen Trailer sehr präsent, es kommt aber niemals das Gefühl auf, der Trailer versucht Kapital daraus zu schlagen. Sehr schön. Ansonsten bietet der Trailer einige wirklich tolle Actionsequenzen, gepaart mit bulligen PS-Boliden und noch bulligeren Testosteron-Jüngern wie Vin Diesel oder Dwayne Johnson. Neu dabei sind Muay Thai-Experte Tony Jaa, Jason Statham, der den Schurken mimen darf, sowie Alt-Star Kurt Russell. Die Motoren werden am 2. April wieder heiß laufen, dann startet „Furious 7“ in unseren Kinos. Actionfans sollten sich freuen.


 

Review: INSIDIOUS: CHAPTER 2 - Von allen guten Geistern verlassen

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http://rotzblog.files.wordpress.com/2013/10/insidious_2.jpg


Fakten:
Insidious: Chapter 2
USA, 2013. Regie: James Wan. Buch: Leigh Whannell, James Wan. Mit: Patrick Wilson, Rose Byrne, Lin Shaye, Barbara Hershey, Ty Simpkins, Steve Coulter, Leigh Whannell, Angus Sampson, Andrew Aster, Hank Harris, Jocelin Donahue, Garrett Ryan, Tyler Griffin u.a. Länge: 102 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Dank Medium Elise konnten die Lamberts die Seele ihres Sohns Dalton aus der Geisterwelt befreien. Direkt danach verstarb sie jedoch, offensichtlich ermordet. Josh Lambert, der sich zur Rettung seines Sohns selbst in die Schattenwelt begab, steht zunächst unter Verdacht, was sich schlussendlich nicht beweisen lässt. Doch Ehefrau Reani und seine Mutter Lorraine hegen Zweifel. Sie spüren immer noch die Anwesenheit einer bösen Macht und Josh verhält sich unheimlich. Zusammen mit dem ehemaligen Team von Elise versuchen sie, Kontakt zu ihr herzustellen um sie um Hilfe zu bitten.


                                                                          


Meinung:
Mit „Insidious“ gelang James Wan vor einigen Jahren ein echter Überraschungserfolg, da schien eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Das ein Sequel eigentlich ziemlich sinnlos wäre, steht bei so einer Entscheidung leider selten zur Debatte. Der Erstling wirkte in sich abgeschlossen, wirklich Stoff für ein Sequel hatte die Story nicht zu bieten. Aber wen stört das schon in Hollywood, gerade da sich aus in der Regel sehr kostengünstigen Wan-Filmen immer eine bemerkenswert hohe Gewinnspanne ergibt. Über die Qualität der Originals gibt es erheblich geteilte Meinungen, von gelungenem Old-School-Grusel bis hin zu einfallsloser Jump-Scare-Parade. Zumindest das sollte hier ausbleiben: „Insidious: Chapter 2“ kann wirklich nur sehr schwer irgendwas als gelungen angerechnet werden, um es mal höflich zu formulieren. Eine Fortsetzung rein aus finanziellem Interesse, was man leider in jeder Sekunde merkt.


Verstecken hilft nicht, der Mist ist abgedreht.
Obwohl sich James Wan bei seinem Erstling ausschließlich an altbekannten und wohlerprobten Genre-Versatzstücken bediente, funktionierte da (zumindest in der ersten Hälfte) die Umsetzung sehr präzise. Da existierte lange Zeit eine unbehagliche Grundspannung und Wan setzte seine Schockmomente mit einem eiskalten Timing hervorragend in Szene. So etwas wie Grundspannung ist hier gar nicht existent, nicht mal im Ansatz. Da der Zuschauer einen viel zu großen Wissensvorsprung hat und die Ereignisse aus Teil 1 ja nun schlicht fortgeführt werden, gibt es keine Geheimisse mehr. Wan und sein Buddy Leigh Whannell kopieren sich gelangweilt selber, können überhaupt keine Akzente mehr setzen und selbst das handwerkliche Geschick scheint Wan am Set von „Conjuring“ liegen gelassen zu haben. Da funktioniert nichts mehr. Die wenigen Momente, die eventuell zum Aufzucken gedacht waren, verpuffen komplett. Ob es so eine gute Idee gewesen ist, gleich zwei thematisch ähnliche Filme kurz hintereinander auf den Markt zu schmeissen, wenn man den qualitativen Unterschied schon bei den grundliegenden Dingen sieht...


"Der da...der hat's verbockt!!!"
Der Regisseur passt sich mit seiner laschen Inszenierung dem schlurigen Skript an, gegen das zumindest ein engagierter Patrick Wilson versucht anzuspielen. Das reißt im Endeffekt aber nichts mehr raus. Zu allem Überfluss verrennt sich der ohnehin schon öde Streifen  - wie schon sein Vorgänger – gegen Ende gewaltig, wenn das hier überhaupt noch möglich ist. Damals ließ sich leider (oder wenigstens?) noch ein deutlicher Qualitätsunterschied feststellen, jetzt wird es halt noch zusätzlich albern. Die Querverweise zu Teil 1 sind so unnötig wie belanglos, das neue Schreckgespenst wirkt wie ein billiger Abklatsch von Norman Bates samt Mütterchen und verursacht statt Angst und Terror nur fassungsloses Kopfschütteln und eine dicke Portion Fremdscham. Lächerlich. Das ein Sequel klar Federn lassen musste war wohl kaum zu vermeiden, aber so deutlich und ohne jede erkennbare Motivation hingeschissen, das ist schon bald unverschämt.


Ja, und weil die Kuh noch Milch gibt kommt natürlich noch Chapter 3, zumindest kann das kaum schlechter werden. Nur wie oft hat man das schon gedacht. James Wan sollte bloß aufpassen, den aufgebauten Kredit nicht durch solche Fließbandware wieder zu verspielen. Selbst gestandene Regisseure haben sich teilweise nicht wieder von so was erholen können. Hoffentlich wird das kein Dauerzustand, Talent hat der Mann, er muss es nur nutzen.

3 von 10 ausgewürfelten Drehbüchern.

Review: CONJURING - DIE HEIMSUCHUNG - Olle Kamelle mit gutem Geschmack

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Fakten:
Conjuring - Die Heimsuchung (The Conjuring)
USA, 2013. Regie: James Wan. Buch: Chad & Carey Hayes. Mit: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Lili Taylor, Ron Livingston, Shanley Caswell, Hayley McFarland, Joey King, Mackenzie Foy, Shannon Kook, John Brotherton, Sterling Jerins, Marion Guyot u.a. Länge: 112 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Ab 17. Januar 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
1971 bezieht die 7-köpfige Familie Perron ihr neues, abgelegenes Haus. Schnell stellen sich merkwürdige Ereignisse ein. Die Uhren bleiben jede Nacht um 3:07 stehen, Mutter Carolyn ist übersäht mit unerklärlichen Blutergüssen, alles noch recht harmlos. Bis der Terror zunimmt. Carolyn und ihre Mädchen erleben die pure Angst. Verzweifelt wenden sie sich an das Ehepaar Warren. Ed und Lorraine sind speziallisiert auf paranormale Phänomene. Auch sie stellen schnell fest, dass in dem Haus eine dämonische Präsenz herrscht. Ein Exorzismus scheint die einzige Lösung. Doch selbst die erfahrenen Warrens stossen fast an ihre Grenzen, denn mit so was haben auch sie es noch nicht zu tun gehabt.

                                             
                                  


Meinung:
Um mal eins ganz klar zu stellen: "Conjuring" ist an sich ein Haunted-House-Film wie jeder andere auch. Von der Geschichte. Originalität lässt sich dem neuen Film von James Wan nicht eine Sekunde unterstellen und wer im weiteren Verlauf noch die Hoffnung darauf hat, dürfte enttäuscht werden. Das ist so klassisch und eigentlich schon dutzendfach erzählt, warum sich also das ansehen?


Ich sehe was, was du nicht siehst...
Weil hier jemand am Werk ist, der sich absolut in dem versteht und selbst abgehangene Grusel-Klischees mit einem Wums, einer Präzision und einem Timing serviert, oft sogar um die Ohren haut, dass selbst abgebrühte, vielleicht sogar genre-müde Grusel-Muffel sich ab und an gehörig verjagen werden. Nach seinem Durchbruch mit "Saw", der im Gegensatz zu seinen unzähligen Nachfolgern nicht nur ekelig, sondern clever, spannend und wohl durchdacht war, hat sich Wan komplett dem altmodischen Gruselfilm verschrieben. Sein dritter Ausflug in die Welt der Geister und Dämonen zitiert und orientiert sich, wie schon die Vorgänger "Dead Silence" und "Insidious", fleissig bei den Grossen des Genres, beschreitet keine neuen Wege, was ihnen sicherlich als Kritikpunkt vorzuwerfen ist. Vielleicht ist "Conjuring" in der Hinsicht sogar der Mutloseste, wirklich nichts gibt es hier zu sehen, was nicht schon oft und erfolgreich erprobt wurde. Knarrende Türen, lautes Pochen, Spieluhren, gruselige Puppen, schlafwandelnde Kinder, alte Häuser, böse Flüche, Exzorzismus, einmal Standard bitte. Ist aber kein Problem, wenn jemand es wie Wan versteht, diese staubigen Laken so effektvoll auszuschütteln, das dem geneigten Fan stellenweise die Nackenhaare hochgehen und Gelegenheits-Grusel-Zuschauer sich sicher mit Druck in die Hose scheissen.

Das ideale Spielzeug, sooo süss
Wie schon bei "Insidious" und ansatzweise "Dead Silence" reizt Wan seine Schockmomente bis ins Letzte aus. Das ist so atmosphärisch, erschreckend und auf den Punkt getroffen, dass es fast egal ist, wie oft ähnliches schon gesehen wurde. Das musst du nur richtig machen, dann gefriert bei der ewig gleichen Geisterbahn immer noch das Blut in den Adern. Das sind nicht nur die teils verstörenden Bilder, die wunderbar-schauderhaften Situationen, das ist zu einem nicht geringen Anteil auch der Sound, der dröhnt und hämmert, wie gemacht für einen Kinobesuch oder ein leistungsstarkes Heimkinosystem, damit die Nachbarn auch was davon haben. Sicher, "Conjuring" braucht etwas, um aus den Puschen zu kommen, ganz leichte Ungeduld stellt sich sogar ein, doch in der zweiten Hälfte bleibt kaum Zeit, um mal entspannt die Buxe zu lüften. Da jagt ein Nägelkauer den nächsten, auch wenn alles bekannt ist. Gerade das ist erstaunlich: Niemals hätte ich gedacht, wie effizient heute noch so was funktionieren kann. Daran lässt sich prima ablesen, wie wichtig Verständniss für das Material ist, warum nicht jeder dahergelaufene Auftragsregisseur damit umgehen kann. Wan liebt so was, deutlich zu sehen, und überträgt diese Liebe durch seine Inszenierung auch auf den abgebrühten, erfahrenen Zuschauer.


Hervorzuheben ist auch der Cast, oft nicht die Stärke in einem Film dieses Genres. Wan-Liebling Patrick Wilson und besonders Vera Farmiga liefern eine starke Leistung ab, ganz oben steht die wunderbare Lili Taylor, die war schon ewig nicht mehr so gut wie hier. Ron Livingston ist eher blass, aber das ist ja nichts neues, verschmerzbar. Ungewöhnlich solide agieren die Kinderdarsteller, wenn das mal immer so wäre.


"Conjuring" ist ganz klar nicht besonders kreativ, das ist auch der einzige Haken. Sonst sehr starkes Gruselkino, altbacken, aber niemals trocken. Gerne mehr davon, aber bitte nur so, sonst wird es schnarchig.

7,5 von 10 Hexen-Häuschen