Posts mit dem Label American Werewolf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label American Werewolf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Review: AMERICAN WEREWOLF und AMERICAN WEREWOLF IN PARIS – Die Verwandlung im Vollmond

Keine Kommentare:


Fakten:
American Werewolf (An American Werewolf in London)
USA, UK. 1981. Regie und Buch: John Landis. Mit: David Naughton, Jenny Agutter, Griffin Dunne, Brian Glover, Frank Oz, John Woodvine, Michael Carter, Lila Kaye, Rik Mayall, Paul Kember, Linzi Drew, Don McKillop u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
David und Jack, zwei amerikanische Studenten, reisen mit ihren Rucksäcken durch England. Während einer Wanderung bei einer Vollmondnacht werden die beiden von einer Bestie angegriffen. Jack wird dabei getötet, David hingegen von Dorfbewohnern gerettet. Noch einmal Glück gehabt? Leider nein, denn die Bestie war ein Werwolf und nun hat David den Fluch, sich in Vollmondnächten in ein haariges Ungetüm zu verwandeln.





Meinung:
Trifft der kühle Schein des Vollmondes auf das düster-dunstige Hochmoor Nordenglands, quaken nicht nur die Frösche im melodischen Takt das verhängnisvolle Lied von Metamorphose. Aus der Ferne hallt den studierenden Backpackern David  und Jack auch das Geheul der hiesigen Bestie entgegen, dessen Gegenwart am Wegesrande bei unruhiger Rast von den schrulligen Einheimischen weitestgehend verheimlicht wurde. Ein kryptischer Ratschlag, doch besser der Straße zu folgen, wird bestmöglich mit vorlautem Spott ignoriert und das haarige Unheil nimmt seinen phantastischen Lauf. Diese zu Recht Legendenstatus genießende Exposition von John Landis‘ „American Werewolf“ ist eine inszenatorische Bravourleistung, weil sie die stimmungsorientierte Definition des Horror-Genres in ihrer ganzen Effektivität mit gewissenhafter Handhabung inhaliert und Schritt für Schritt auf den Zuschauer transportiert. Die ersten Minuten, diese nur für sich genommene Eröffnung, ist George Wagners Universal-Urgestein „Der Wolfsmensch“ in allen Belangen überlegen – Ein Ritterschlag für Landis, verehrt er den Klassiker doch über alle Maße.


Gib Pfötchen!
Diese betonte Liebe zum ersten Werwolf der Filmgeschichte spiegelt sich auch im allgemeinen Duktus von „American Werewolf“ wieder, nicht umsonst ist sein Werk im Vereinigten Königreich angelegt. Landis aber begnügt sich nicht damit, „American Werewolf“ als Reminiszenz anzulegen, obgleich sein Wert als Hommage unverkennbar bleibt. Das Drehbuch hingegen zeigt, wie symbiotisch der Horror mit der Komödie fungieren kann, ohne dass eine der beiden Seiten konkret die Überhand gewinnt. Dass 
„American Werewolf“ ein Stück weit hinter seinen Möglichkeiten verbleibt und so die Chance verpasst, zum ganz großen Schlager des 1980er-Jahre-Kinos heranzuwachsen, dämmert dem Zuschauer bereits nach der hervorragenden Eröffnung - und eine ähnliche Stimmung erreicht Landis auch im Anschluss zu keiner Zeit mehr. „American Werewolf“ aber ist aber unwiderlegbar ein unterhaltsamer, überaus stimmungsvoller und durchaus intelligent geschriebener Beitrag zur Werwolf-Thematik, der den Zuschauer geradewegs zurück in seine Entstehungstage zerrt: Das Illustrieren des zeitgenössischen Feelings stimmt in jedem Fall! Dazu kommt dann noch die wunderbare Maskenarbeit, die noch einmal daran erinnert, wie toll die Zeiten ohne CGI-Überdruss doch eigentlich waren. Immer wieder angenehm. Und immer wieder gerne.


7 von 10 plötzlichen Enden


von souli




Fakten:
American Werewolf in Paris (An America Werewolf in Paris)
USA. 1997. Regie: Anthony Waller.
Buch: Tim Burns, Anthony Waller, Tom Stern. Mit: Tom Everett Scott, Julie Delpy, Vince Vieluf, Julie Brown, Phil Buckman, Thierry Lhermitte, Pierre Cosso, Tom Novembre u.a.


Story:
Amerikaner Andy rettet mittels Bungee-Sprung der hübschen Serafine das Leben, als diese sich vom Eifelturm stürzt. Andy ist fasziniert von der Französin und es gelingt ihr, sie wiederzusehen. Doch damit beginnen die Schwierigkeiten, denn Sereafine ist teil einer ganz speziellen Sekte aus Werwölfen.





Meinung:
Herrje, was haben sich die Macher nur bei „American Werewolf in Paris“ gedacht? Eigentlich möchte man dieser Frage nicht auf den Grund gehen, aber der Film wirkt in seiner Art so offensichtlich wie ein Affront mitten ins Gesicht der Fans des Originals und seinen Verantwortlichen, dass man es doch einfach nur im Ansatz verstehen will, wie man einen so grauenhaften Schund fabrizieren kann. Bemerkenswert ist dabei schon erst einmal, dass sich das dreiköpfige Pack von Drehbuchautoren schamlos vom sich angeeigneten Titel distanziert, aber auf der vom Erstling ausgegangenen Erfolgswelle reiten wollen, um dadurch eigene Wege einzuschlagen. Und diese Wege sind das Grauen in pubertärer Reinform. Man muss sich als Protagonisten drei Jugendliche vorstellen (Allesamt blasse Sacknase ohne jede Ausstrahlung), die durch Europa tingeln und jede Menge Mädchen knattern wollen. Genau dieser strunzdoofe Tonus wird dann auch fortwährend beibehalten und in peinlichsten Dialogen gehuldigt. Die Werwölfe selbst, die nun eher wie überdimensionale Grottenolme mit Ganzkörperbehaarung daherkommen, werden vorwiegend plump nebenbei eingestreut.


Andy hat sich das Candlelight-Dinner anders vorgestellt
„American Werewolf in Paris“ ist es eher daran gelegen, seinen Hauptdarsteller (Tom Everett Scott) in unfassbar witzige Situationen stolpern zu lassen, in denen er dann auch mal aufgeblasene Kondome durch ein volles Restaurant sausen lassen darf oder verträumt beim selbstständigen Petting mit Serafine (Julie Delpy) in ihrem Bett erwischt wird. Mit „American Werewolf“ hat das alles nichts mehr zu tun, was hier geboten wird, ist nur der blödsinnige Anpassungsversuch des schwachsinnigen Teenie-Formats der späten 1990er Jahren – Und dafür kam ein populärer Deckname nun mal gerade recht. Wo sich Landis noch durch seine homogene Verbindung verschiedener Genres auszeichnet, wirkt Anthony Wallers Machwerk in seiner unfassbaren Idiotie nur beschämend. Das Alles wird dann noch mit blutigen Einlagen und schlechten Effekten bereichert, bis der Kult des Vorgängers bis auf Letzte beschmutzt und hilflos wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht. „American Werewolf in Paris“ ist daher auch genauso, wie Kino dieser Fasson nicht sein sollte. Aber wie soll man noch mit einem Film umgehen, der keinerlei Daseinsberechtigung besitzt? Schrott. Absoluter Vollschrott. Und nicht mal Paris wird angemessen in Szene gesetzt, was nun wirklich keine Kunst ist.


2 von 10 Sprüngen vom Eifelturm 



von souli

Specials: Von Berlinern mit 'nem Stöckchen beworfen - 10 Fragen von den filmosophen

Keine Kommentare:


Die filmosophen von filmosophie kennen keine Gnade und haben uns gestern am frühen morgen mit einem Stöckchen beworfen. Typisch Berliner, keine Etikette. Na gut, das Stöckchen ist golden und weh tat der Treffer auch nicht. Eigentlich geht es ja auch nur um 10 Fragen, die wir beantworten sollen. Da aktuell nur stu anwesend ist, hat er sich diese Aufgabe mal vorgenommen. Als Belohnung durfte er dann 10 neue Fragen entwerfen, die nun hoffentlich die geliebten Kollegen von City Of Cinema und/oder CineKie beantworten, um dann ihrerseits neue Frage aus dem Ärmel zu schütteln und in die Blogosphäre weiterzuleiten. Also dann, let's go!


1.      Filmfestivals gibt es gefühlt an jedem Ort und zu jedem Thema. Wenn Du genug Geld hättest um eines aus dem Boden zu stampfen, wo würdest du es ansiedeln und vor allem zu welchem Thema?
Hat Köln ein großes Filmfestival? Ich meine nicht. Also nehme ich die Domstadt, in der katholischer Klerus und Spaßgesellschaft seit Generationen irgendwie zusammen auskommen (müssen). Ein Thema? Ich erinnere mich damals, als ich noch als Betreuer im Behindertenbereich tätig war, dass es kaum oder gar keine Filme von Behinderten gibt. Ein Filmfestival von und für Leute mit Behinderung, das fände ich interessant und ansprechend.

2. Die Berlinale steht wieder vor der Tür. Wie planst du, welche Filme du sehen willst und was war bisher dein persönlicher Film-Rekord auf der Berlinale?
Äh ja… sobald einer von uns mal auf der Berlinale war, werden wir diese Antwort nachreichen.

3. Die gerade im Internet anhaltende Diskussion und die vom Publizisten und Medienwissenschaftler Klaus Kreimeier lancierte Petition zeigt: Das deutsche Filmerbe ist in Gefahr.
Zweifelsohne müssen alle deutschen Filme soweit es geht gesichert werden. Welche Top 5 der deutschen Filme würdest Du aber zuerst digitalisieren?
Mein Top 5 ist zwar schon längst digitalisiert, aber was soll‘s
1.       M – Eine Stadt sucht einen Mörder
2.      Es geschah am helllichten Tag
3.      Jagdszenen aus Niederbayern
4.      Die Feuerzangenbowle
5.      Zwei Nasen tanken super


4. Du hast die Chance, das Ende eines sogenannten Filmklassikers neu zu drehen. Welcher würde es sein und warum?
American Werewolf. Dem Film wurde kein angemessenes Ende vergönnt

5. Zu Regisseuren und deren Filmen werden immer wieder Werkschauen veranstaltet. Die Filmmusik kommt da oft zu kurz. Zu welchem Filmkomponisten und dessen Arbeiten würdest du daher gerne eine Werkschau veranstalten?
Riz Ortolani, weil er interessante und seltsame Musik macht, die Schmerz und Romantik in einer Sekunde verschmelzen lässt

6. Stichwort “Event-Cinema”: Welcher war der skurrilste Ort, an dem du je einen Film gesehen hast?
Das örtliche Kommunalkino ist immer wieder ein Hort voller Absurditäten. Wenn man gerade den Horrorfilm „Mama“ sieht und direkt neben einem eine junge Mutter ihren Baby die Brust gibt, dann ist das schon ein sehr skurriler Moment.

7. Wenn du einen Blog, eine Website oder eine Zeitschrift zum Thema Film liest, was liest du dort häufiger: die Kritiken oder die Interviews mit den Regisseuren und / oder Schauspieler_Innen?
Kommt auf den Interviewpartner an. Wenn es ein großer, bekannter Star ist, lass ich Interviews meist links liegen, da Fragen und vor allem Antworten normalerweise nur Phrasen für die Promotion sind. Bei eher unbekannteren Filmschaffenden reizt mich ein Interview aber durchaus.

8. Gegen Ende eine andere Lesart unseres Blognamens. Wenn Du ein Biopic über das Leben eines Philosophen / einer Philosophin drehen könntest, wessen Leben würdest du verfilmen und wer soll die Hauptrolle spielen?    
Philosophie? Nicht mein Metier. Ich habe ein wenig von Nietzsche gelesen, aber einen Film über ihn drehen? Okay, dann nehme ich den pseudo-komödiantischen Fluchtweg und drehe ein Biopic über Nietzsche mit Lothar Matthäus in der Titelrolle. Schnell zu nächsten Frage… ich schäme mich gerade ein wenig (eigentlich ganz doll).

9. Wer ist für dich der/die Schauspieler_In des Jahres 2013 und wieso?
Jane Levy. Ja okay, „Evil Dead“ war nicht gerade ein Schauspielerfilm. Ich find‘ sie halt süß. Steinigt mich eben.

10. Auf welche neue TV-Serie freust du dich 2014?
Neue? Keine Ahnung. Ich hab noch so viel nachzuholen: Sons of Anarchy, Game of Thrones, Shameless, Treme, The Wire, Luther, Boardwalk Empire usw.


Hier unsere 10 neuen Fragen:


Welcher in deinem Blog veröffentlichte Text ist deiner Meinung nach dein Bester und welcher dein Schlechtester? Begründe deine Wahl.

Welchen Film würdest du einer Person schenken um ihr/ihm zu sagen, dass du sie zum kotzen findest?

Die sinnlichste Filmszene die du kennst ist…

Welchen Film würdest du gerne noch einmal zum aller ersten Mal sehen und warum?

Wenn wir auf einem uns unbekannten Planeten im Weltraum landen würdet, auf welche Außerirdische aus der Filmwelt wollt ihr am liebsten treffen?

Was soll der letzte Film deines Lebens sein?

Kreiere und pitche kurz einen Film, von dem du sicher bist, dass du ihn hassen wirst.

Du hast die Wahl: entweder ein Wochenende eingesperrt in einem geschlossenen Kino deiner Wahl (inkl. Filmvorführer und Verpflegung) oder zwei Monate lang ein Gratis-Abo bei einem VoD-Anbieter. Begründe deine Entscheidung.

Wenn du ein eigenes Kino hättest, wie hieße es und welches Programm würde laufen?

Welche der neun Fragen war für dich am schwerste zu beantworten und warum?