Posts mit dem Label Selena Gomez werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Selena Gomez werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Review: GETAWAY - Ethan Hawke gibt Gas

Keine Kommentare:


Fakten:
Getaway
USA, Bulgarien. 2013. Regie: Courtney Solomon. Buch: Gregg Maxwell Parker, Sean Finegan. Mit: Ethan Hawke, Selena Gomez, Jon Voight, Bruce Payne, Rebecca Budig, Paul Freeman, Dimo Alexiev, Slavi Pavlov, Deyan Angelov u.a. Länge: 90 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 25. April 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Als der ehemalige Rennfahrer Brent nach Hause kommt, findet er die Wohnung verwüstet vor. Von einem mysteriösen Anrufer erfährt er, dass seine Frau Leanne entführt wurde. Um ihr Leben zu retten, muss sich Brent hinter das Lenkrad eines speziell ausgestatteten Sportwagens setzen und die Anweisungen des Entführers befolgen. Brent hat keine Wahl und tritt aufs Gaspedal.





Meinung:
Die Einfachheit, mit der „Getaway“ zu Werke geht ist - gäbe es zuletzt nicht weitere prominente Vertreter - fast beispiellos. Expositioniell gesehen ist der Actionfilm von Courtney Solomon („Der Fluch der Betsy Bell“) sogar noch eine Stufe unter „Dredd“, „Drive“ oder „The Raid“. Am ehesten ist er vielleicht mit „Crank“ vergleichbar, auch wenn dieser eine ganz andere filmische Mentalität inne hat und sich wesentlich mehr zutraut. Dafür verfrachtet Solomon und seine Autoren den Helden Brent Magna (Ethan Hawke) hinters Lenkrad eines gepanzerten Wagens und lässt ihn fast ausschließlich von dort agieren (gewiss ein Konzept, welches vom ähnlichen „Vehicle 19“ weitaus dominanter verfolgt wurde). Das Ergebnis ist schlicht, lässt sich gewiss einfach verschmähen, besitzt aber dennoch seinen Reiz.


Brent und seine unfreiwillige Beifahrerin geben Gas
Hier geht es einzig und alleine um die Aktion, die Bewegung. Eben Action ohne Zwischentöne oder sonstige Absichten. „Getaway“ ist frontal, schnell, kurz und weder an Logik, Figurenzeichnung oder anderen Schnickschnack interessiert. Ein drastischer Gegenentwurf zum Subtext überfüllten Genre-Kino eines Christopher Nolan (nur ein Beispiel von vielen). Dass Courtney Solomon Raser-Thriller seine nationale Veröffentlichung im November 2013 nur in wenigen deutschen Kinos erhielt ist passend. „Getaway“ kann mit seiner simplen Rasanz, bornierten Coolness und reduzierten Erzählung fast schon als konzeptionelles Kind der, mittlerweile auch im Feuilleton nicht nur ausschließlich verschmähten, B-Movies der 1980er und -90er Jahre, angesehen werden, für die viele Actionfans einst zur Videothek ihres Vertrauen pilgerten. Was früher ein „American Fighter“ war, könnte heute ein „Getaway“ sein. Klar formuliertes Genre-Kino für die heimische Couch. Action der Action willen. Ein überflüssiges aber funktional einwandfreies Spektakel im eher gering budgetierten Bereich, mit einer durchaus befriedigenden Wirkung, welches alleine schon dank seiner sehr sauberen Inszenierung weitaus besser unterhält als all die Steven Seagal- und Wesley Snipes-Filme der vergangen Jahre.


Trotz alledem ist es schwer „Getaway“ wirklich zu empfehlen. Am Ende passt dann doch so einiges nicht so zusammen wie gewünscht oder erhofft. Ethan Hawke („Before Midnight“) als Ex-Rennfahrer gibt dem gepanzerten Flitzer und seiner Mimik zwar ordentlich die Sporen, so richtig will er aber nicht hinein passen, in dieses automobile Setpiece. Seine unfreiwillige Beifahrerin Selene Gomez („Spring Breakers“) fällt da im direkten Vergleich nicht weiter auf, was genauso ein Vor- wie Nachteil ist. Dafür fängt Kameramann Yaron Levy die ganzen Unfälle und PS-starken Hetzjagden durch die nächtlichen Straßen der bulgarischen Hauptstadt Sofia konsequent ansprechend ein, da er trotz der ganzen Blechschäden niemals den Überblick verliert.


5 von 10 stressigen Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt

Review: AFTERSHOCK - Eine Katastrophe kommt selten allein

Keine Kommentare:
                                                                  
Fakten:
Aftershock
USA, CL, 2012. Regie: Nicolás López. Buch: Guillermo Amoedo, Nicolás López, Eli Roth. Mit: Eli Roth, Andrea Osvárt, Ariel Levy, Natasha Yarovenko, Nicolás Martinez, Lorenza Izzo, Marcial Tagle, Ramón Llao, Matias López, Selena Gomez u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


 
Story:
Während ihres Trips durch Chile lernen drei Touristen ein paar junge, hübsche Damen kennen und stürzen sich mit ihnen ins nächtliche Partyleben. Als die schwelenden Konflikte in der Gruppe gerade drohen zu eskalieren, werden sie vor ein viel akuteres Problem gestellt: Ein mächtiges Erdbeben erschüttert die Stadt, sorgt für Chaos, Verwüstung und fordert zahlreiche Opfer. Die Truppe schlägt sich durch das Krisengebiet, das zu allem Überfluss nun auch zum Revier entflohener Sträflinge wird. Ein schonungsloser Überlebenskampf beginnt.



                                                                 
Meinung:
"Hostel"- Regisseur Eli Roth - als Hauptdarsteller, Produzent und Co-Autor in Personalunion - wirbt mit seinem bekannten Namen für einen Genre-Schund sondergleichen. Nur die Regie übernahm er nicht, was den Film jedoch kaum hätte retten können. Das erledigt Nicolás López, wohl kein Name, den man sich zwingend merken müsste. Zumindest mit "Aftershock" als Maßstab und Messlatte. Im Prinzip wird alles nur Erdenkliche in den Sand gesetzt. Am ehesten kann noch die Grundidee überzeugen, die als simpler Reißer durchaus Potenzial birgt. Die Umsetzung ist ein einziges Desaster, passt also immerhin in sein Genre.

 
Stadt kaputt, Hemd schmutzig, alles Mist.
Von kompakten 86 Minuten wird die erste halbe Stunde durch eine Nichtigkeit von Exposition vergeudet. Man darf drei unsympathischen Möchtegern-Aufreißern beim tingeln von einem Rave zum anderen zuschauen, wie sie unwichtiges Zeug quatschen und es unerklärlicher Weise tatsächlich schaffen, recht flotte Mädels mehr oder weniger erfolgreich abzuschleppen. Unsinnig und die pure Zeitverschwendung, da die Figuren, ihre Charakterzüge und das Gruppengefüge im weiteren Verlauf eh keine Rolle mehr spielen. Als man fast schon vergessen hat, wovon der Film gleich nochmal handeln sollte, geht es endlich los: Das große Beben setzt ein. Na ja, also der Club wackelt kurz, es gibt Risse in den Wänden und einige Trümmer sorgen für blutiges Ableben. Spektakulär ist das nicht und da stellt sich die berechtigte Frage, ob es mit so schmalen Mitteln wirklich eine gute Idee gewesen ist, einen Katastrophenfilm zu drehen. Mit aufgeblähten CGI- und Materialschlachten Marke Roland Emmerich und Konsorten kann das natürlich nicht mithalten und versucht es gar nicht erst. Immerhin auch keine armseliger Versuch wie bei den Kollegen von The Asylum, die trotzdem den Rechner anschmeißen und den Zuschauer mit grotesk-schlechten Effekten den nackten Arsch ins Gesicht halten. Nein, "Aftershock" ist handgemacht-billig, dadurch aber nicht ernsthaft besser. Das soll gar nicht das Hauptkriterium sein, denn das Erdbeben dient eigentlich nur als Auslöser für ein Panik- und Terrorszenario, in dem die blöden Asis und ihre Hühner sich durch ein anarchistisches Chaos schlagen müssen. Wenn das jetzt nur halbwegs vernünftig wäre...

 
Die Axt in der Hand erspart lästige Diskussionen.
Schön wär's gewesen, jetzt geht "Aftershock" erst richtig unter. Der furchtbar langweilige Pseudo-Schocker weiß sich in seiner Unbeholfenheit nur durch plakative Gewaltdarstellung zu helfen, die dem reinen Selbstzweck dient, keine für die Handlung relevanten Emotionen erzeugt, sondern schlicht anwidert. Killen, quälen, vergewaltigen, als wenn einen die verzichtbaren Figuren in irgendeiner Form interessieren würden. Die Dramaturgie ist so billig, hingerotzt und platt wie die Inszenierung, die sich von einer Bluttat in die nächste flüchtet, da sonst ja nicht einmal etwas zum ärgern da wäre. Dazu amateurhaft gespielt, speziell Eli Roth sollte sich lieber als Regisseur betätigen, was ihm zumindest bei seinem Debüt "Cabin Fever" geglückt ist und als Genrehoffnung etabliert hat. Über "Hostel" kann prima gestritten werden, doch das Roth ein Mann mit Potenzial ist, dürfte außer Frage stehen. Als Schauspieler passt er sich dem schauderhaften Niveau dieser Produktion an. Übrigens: Einen kurzen Auftritt von Selena Gomez gibt es auch, falls es jemanden interessiert. Wohl eher nicht, aber es sei einfach mal erwähnt, gibt ja sonst nicht viel zu berichten.

 
Ach doch, einen UNGLAUBLICH dämlichen Haken zum Ende hin, der nicht mal grob Sinn macht oder nur für fünf Pfennig glaubhaft ist und den Film selbst für Blinde in ein verdient dämliches Licht rückt. Das setzt dem Rotz noch mal eine Krone auf, die er nicht mal mehr gebraucht hätte. Selten war die Bezeichnung Katastrophen-Film passender. Ekelhaft-schlechte Scheiße, die selbst Genreliebhaber in seiner Unfähigkeit abstoßen sollte. Ganz schrecklich und zum vergessen gemacht. Aber bitte schnell, dann kann man sich eventuell wieder auf "Green Inferno" freuen. Wieder mit dem Regisseur Roth, der muss jetzt aber abliefern. Sonst kann der mir gerne in Zukunft gestohlen bleiben.

 
2 von 10 filmischen Totalschäden

Review: SPRING BREAKERS – Gesellschaftlicher Abgesang im neonfarbenden Partymekka

Keine Kommentare:


Fakten:
Spring Breakers
USA. 2012. Regie und Buch: Harmony Korine. Mit: James Franco, Selena Gomez, Ashley Benson, Vanessa Hudgens, Rachel Korine, Heather Morris, Emma Holzer, Ash Lendzion, Gucci Mane u.a. Lauflänge: 94 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Ab 2. August im Verleih (DVD/BD). Ab 30. August im Verkauf (DVD/BD).


Story:
Faith, Candy, Brit und Cotty sind College-Studentinnen und blicken sehnlichst dem Spring Break entgegen. Doch das gesparte Geld reicht bei weitem nicht für den Trip nach Florida. Daraufhin rauben sie die Gäste des örtlichen Diners aus und flüchten aus der Stadt. Beim Spring Break treffen sie auf den Gangster-Rapper Alien, der sie in sein Reich aus Drogen, Gewalt und Überfluss einlädt.




Meinung:
Wenn die Frühlingsferien ihren befreienden Startschuss erhalten haben, reisen unzählige Heranwachsende nach Florida, um ihrem feierwütigen Mekka die gebührende Ehrung zu verleihen: Spring Break ist angesagt. Eine Veranstaltung, dessen Reputation unhaltbare Wellen ziehen. Was bedeutet das im Klartext? Wir haben einen Haufen jugendlicher Menschen, die sich exzessiv in den alkoholisierten Vollrausch stürzen, die sich die Kleider gegenseitig vom Leibe reißen, den Körper zur Selbstbedienung freistellen und ihn nicht selten als Ablagefläche für sämtliche Drogen benutzen. Wer hier überstehen möchte, der darf keine Hemmungen haben, denn die wackelnden Brüste hypnotisieren und der Partyritus wird zum Paradies von anonymer Promiskuität und pervertierter Laszivität. Hier wird den Teenagern genau der Spaß geboten, den sie ihrem eintönigen Alltag vermissen müssen, im konventionellen Korsett, mit nervigem Schulbesuch, Hausaufgaben und der Akklimatisierung an die pflichtbewussten Normen. Die Flucht in den Garten Eden, oder in diesem Fall, dem Garten Delirium, muss schnellstmöglich unternommen werden.


Alien (J. Franco) und seine Chicks musizieren
Die Ausgangslage von „Spring Breakers“ ist relativ simpel und unsere vier Mädchen möchten einfach nur auf dem Spring Break mal so richtig die eingekerkerte Sau rauslassen. Die Befürchtungen, dass man es hier mal wieder mit einer Apotheose des Partyrausches im 21. Jahrhundert zu tun bekommt, liegt recht nahe, schließlich haben Filme wie „Hangover“ und „Project X“ ihren Teil dazu beitragen und den Rezipienten – mehr oder weniger – für derartige Grundthematiken abgeschreckt. Und auch die Aufblende von „Spring Breakers“ frönt das Verhalten der Jugendlichen während ihrer tagelangen Tour durch die Untiefen der kopflosen Alkoholisierung nach Strich und Faden: Die nackten Körper werden zelebriert, in Zeitlupe hüpfen junge Damen am Strand, im Meer, auf Balkonen auf und ab, lassen sich den Hochprozentigen mit begierigen Blicken  überkippen und vom fremden Stehgeilen von gegenüber abschlecken, um sich irgendwann im dreckigen Hinterzimmer mit den letzten Resten Hinterhofkoks an den betäubten Nasenflügen wiederzufinden. Dazu hämmert Skrillex Dubstepgleichnis „Scary Monsters And Nice Sprites“ unaufhaltsam aus allen Luken.


Die sorgenvolle Intuition, es hier mit einer Verherrlichung zu tun zu bekommen, wird dem Zuschauer also geradewegs und ohne Rücksicht genüsslich in die Visage geschmiert. Es wäre jedoch kein Harmony Korine Film, wenn sich hinter dem ganzen impulsiven Wahnsinn nicht noch etwas verbergen würde. Etwas, das den Zuschauer nicht nur mit grellen Farben, lauter Musik und nackter Haut berieseln möchte, sondern tatsächlich eine Botschaft besitzt. Man muss sich die erste Zeit im Verlauf von „Spring Breakers“ wie einen radikalen Sprint in Richtung Abgrund vorstellen. Das Fremdgehparadies soll den amerikanischen Traum beinhalten, nach dem sich unsere Protagonistinnen so sehr sehnen, irgendwo zwischen prallen Ärschen, die sich an Badehosen räkeln und niveaulosen Bitches, die ihre Gehirnzellen im Sekundentakt vernichten, wahlweise Finger oder Zungen zwischen ihren Schenkeln herauftauchen sehen und braungebrannten Typen, die sich nur gehörig die Kante geben wollen und mit dem anonymen Charakter im Rücken möglichst viele Mädchen durchknattern.


Die Mädels hoffen auf jede Menge Spaß
Eine Welt, die einzig und allein an oberflächlichen Dingen interessiert ist, die durch die Luftlöcher ihrer eigenen Regeln atmet, der jede moralische Instanz amputiert wurde, in der nur Alkohol, Drogen und Sex von Bedeutung ist und die in ihrer endlosen Phallussymbolik zu ersticken droht. Um im Ton des Filmes zu verbleiben: Die vier Mädchen wollen am großen Schwanz der Freiheit lutschen,  doch sie haben nicht mit den rigorosen Folgen gerechnet, die dieses Vorhaben nach sich ziehen können. Diese Umgebung, in der nur der infernale Exzess zählt, wird schnell zum Alptraum und wohingegen zwei der Mädchen es noch gerade rechtzeitig schaffen von Bord zu springen, steuern die zwei Überliebenden zusammen mit ihrem Pseudo-Gangster-Proleten Alien (Tony Montana 2.0: James Franco) direkt in die zerstörerische Eskalation. „Mit dem Spring Break kommt der Abschaum“, sagt James Franco einmal zu seinen zwei überbleibenden Lustobjekten, die er später noch ausgiebig im Swimmingpool von allen Seiten penetrieren darf, nachdem er für sie zwei Schalldämpfer ausgiebig mit dem Mund bearbeitet hat.  In Wahrheit jedoch ist der Abschaum schon längst da, jedoch nicht nur am Strand des Spring Breaks, nicht nur in den düsteren Hinterzimmern der schäbigen Hotels, dieser Abschaum ist von universeller Natur.


„Spring Breakers“ wird zum repetitiven Abgesang auf die Konsumgesellschaft und zerschlägt die popkulturellen Anleihen in einem von  Neonfarben, Rauschgiften, menschlicher Dummheit und materieller Geilheit bewichsten Rahmen. Die Mädels tauchen ab in einer Scheinwelt, die ihrer eigenen Ästhetik hilflos ausgeliefert ist. Jeder lechzt nach mehr, jede Freundschaft ist bedeutungslos und nur die Sehnsucht  eine Stufe höher in der Nahrungskette zu erklimmen, macht hier den Reiz ihres Handels aus. Und um dieses Ziel zu erreichen, wird alles gemacht, egal ob dafür reichlich Sperma geschluckt werden muss, oder die Schnellfeuerwaffe ihrem Zweck nachkommt. Aus einem wollüstigen Spektakel wird eine ohnmächtige Menage aus nachhallender Vergangenheit, elliptischer  Gegenwart und perspektivloser Zukunft. Monologe wiederholen sich in ihrem meditativ-spirituellen Anklang immer wieder, nur erscheinen sie bei jedem Wiederhall gewichtiger und das Herz der Partymeile ist nicht mehr sonnengeflutet, sondern versinkt langsam in der Schwärze der Nacht.


Die Lage spitzt sich zu - Spring Break Pussy Riot
Wer „Spring Breakers“ da noch als substanzlose Ausstellung vom individuellen Drang nach grenzenlosen Partys machen möchte, der nimmt sich Korines in jeder Hinsicht stimulierendem, kontraktreichem und satirischem Metalichtermeer mit den vollkommen falschen Absichten an. Denn Korine stellt diese Verhältnisse ohne Moral und ohne Skrupel nicht als sinnvoll oder profitabel dar, hier handelt nur der richtig, der sich frühzeitig verziehen kann und den Absprung schafft, ansonsten bleibt nur der Untergang oder die Flucht – Ohne Rückkehr in alte, geregelte Gewohnheiten. Da dienen selbst die eingespielten Chartstürmer nicht als stumpfe Ausstellungsstücke, sondern bringen die Geschichte tatsächlich weiter und unterstützen die formale Brillanz aus Montagen, Collagen und eindringlichen Sequenzen zunehmend. Nein, „Spring Breakers“ ist ein verdammt guter und richtiger Film, wenngleich ihm doch hin und wieder die richtige Bösartigkeit fehlt. Aber wieso meckern, wenn das Endprodukt stimmig ist und sich jede flackernde Fotografie im brodelnden Dschungel als purer, geblendeter Fake manifestiert.


7,5 von 10 Reisen ins Herz der Finsternis


von souli

Review: HOTEL TRANSSYLVANIEN - Johnny nervt

Keine Kommentare:

Fakten:
Hotel Transsylvanien (Hotel Transsylvania)
USA. 2012. Regie: Genndy Tartakovskys. Buch: Peter Baynham, Robert Smigel. Original Stimmen von Adam Sandler, Andy Samberg, Selena Gomez, Steve Buscemi, Kevin James, David Spade, Fran Drescher, Jon Lovitz, Cee Lo Green u.a. Deutsche Stimmen von Rick Kavanian, Elyas M’Barek, Josefine Preuß, Daniel Zillman, Tobias Lelle, Tobias Kluckert u.a. Länge: 91 Minuten. FSK: freigegeben 6 Jahren. Ab 7. März auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Graf Draculas größter Schatz ist seine Tochter Mavis, die er nach dem tragischen Tod seiner Geliebten alleine aufzieht. Um sie vor den Menschen zu schützen lässt er ein abgeschottetes Schloss bauen, welches er auch als Hotel für andere Kreaturen nutzt. Als Mavis 118 Jahre alt wird, ist sie als Vampirin volljährig und will endlich den sicheren Schoß des Vaters verlassen. Dies kann er aber mit Tricks verhindern. Doch das nächste Problem wartet schon! Ein junger Mensch hat sich ins Hotel verirrt.




Meinung:
Monster sind ja auch nur Menschen. Unzählige Male standen sie schon stellvertretend für menschliche Makel und Charakteristika und oft wurden wir Zuschauer am Ende eines Monsterfilms mit der Botschaft entlassen, dass die Menschen doch in Wirklichkeit die wahren Ungeheuer sind. Im Animationsfilm „Hotel Transsylvanien“ von Columbia Pictures ist dies nicht anders. Wobei hier von Beginn an das Verhältnis von Mensch und Monster umgekehrt wird. Hier schlagen sich die sonstigen Gruselgestalten allesamt mit äußerst menschlichen Problemen umher. Im Zentrum vom alle steht die Sorge eines Vaters (Graf Dracula), der verhindern möchte dass seine frisch erwachsen gewordene Tochter aus der väterlichen Obhut ausbricht, um die Welt zu erkunden, denn, so weiß Papa Blutsauger, da draußen lauern Menschen, die sind gefährlich.


Dracula und Nervensäge Johnny
Wie menschlich Dracula hier ist, zeigt sich vor allem durch sein geschäftliches Raffinesse. Aus seinem abgeriegelten Schloss hat er ein Hotel gemacht, in dem gestresste und verängstigte Monstertypen aus der ganzen Welt für ein paar Tage und Wochen ihre Alltagssorgen vergessen können. Die komödiantische Vermenschlichung des Ungeheuerlichen geschieht hier auf der Basis des cartoonhaften. Alles wird überspitzt, sei es die Pointen oder direkt das Äußerliche. So einen handzahmen Werwolf wie hier, sieht man selten und auch bucklige Hexen als Putzfrauen oder Zombies als Pagen sind durchaus humorvoll platziert. So amüsant dieses Aufhebeln und Dekonstruieren alter (Film-) Mythen und Legenden auch ist, im Gegensatz zu „Frankenweenie“ oder „Para-Norman“, die auch ein Herz für Gruseliges hatten, kommt bei „Hotel Transsylvanien“ niemals eine wirkliche Schauerstimmung auf. Das wohlige Flair von vernebelten Wäldern, knarzenden Türen und wandelnden Schatten fehlt hier völlig. Trotz allem versucht der Film dieses Setting immer wieder zu karikieren, was ins Leere läuft. Was nicht da ist, kann nicht reflektiert werden, auch wenn das eigentliche Anliegen durchaus ehrfürchtig ist.


Der Kern des Films ist aber kein komödiantisches Horror-Fest für die Klein und Groß, sondern behandelt seine recht klassische Thematik: Familienwerte. Papa Dracula muss seine kleine Tochter Mavis ziehen lassen. Dagegen hat er eine Trutzburg aus Unwahrheiten errichtet. Der Auslöser, der Draculas Lügengerüst zum einbrechen bringt ist schließlich ein Mensch. Ein Backpacker, der was von der Welt sehen will und weitaus mehr Monster ist, als alle anwesenden Figuren des Schreckens. Er, der rothaarige Johnny, erweist dabei nicht nur für den Grafen als Nervensäge. Anders als alle anderen Figuren fehlt ihm die liebenswerte Note. Es lässt sich nicht verstecken, dass sein Charakter den Film mit mehr Tempo füllt, aber damit geht auf nerviges Gequassel mit ein, welches Johnny recht bald zu einem, nicht nur handlungstechnischen, Fremdkörper im „Hotel Transsylvanien“ macht. Schade, dass gerade die Figur, die den Film eigentlich in Bewegung bringen soll, ihn durch unpassende wie schwer erträgliche Charakteristik zum Teil massiv blockiert. Ohne den coolen Johnny, oder zumindest ohne seine unpassende wie überakzentuierte Darstellung, hätte Genndy Tartakovskys Film durchaus das Potenzial gehabt, zu einem Highlight unter den letztjährigen Animationsfilmen zu gehören. So ist es ein charmanter Spaß, der mit erkennbarer Leidenschaft inszeniert wurde, wenn es dieser auch an Intensität fehlt und sie sich deutlich den Belangen einer familiengerechten wie kommerziellen Ausrichtung unterwirft.

6 von 10 unscharfen Vampireckzähnen