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Review: 90210 - SHARK ATTACK IN BEVERLY HILLS & GEFESSELT- LIEBE.EHRE.GEHORSAM. – Im Fahrwasser von “Sharknado” und “Fifty Shades of Grey”

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Fakten:
90210 – Shark Attack in Beverly Hills
USA. 2014.
Regie: David DeCoteau. Buch: Charlie Meadows. Mit: Donna Wilkes, Jeffrey Decker, Braden Bacha, Jud Birza, Stephanie Shemanski, Nikki BreAnne Wells, u.a. Länge: 72 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Bei einem Schulausflug bleiben die Schüler mit einer Milf-Lehrerin in einem Haus und geben sich dem hin, was amerikanische Schüler anderswo anscheinend alles so treiben. Irgendwann wird aber deutlich, dass einer der Schüler verflucht ist und sich einen Hai-Kopf wachsen lassen kann.
Ohne Scheiß. 




Meinung:
Hai-Trash-Filme gibt es heutzutage in Hülle und Fülle und dennoch ist es hin und wieder überraschend, was für Kram den Weg in die deutschen DVD-Regale (bzw. in diesem Fall Grabbeltische) findet. Und natürlich finden sich auch bei „90210: Shark Attack in Beverly Hills“ die üblichen Trash-Billigfilm-Baustellen. Legendär schlechte Animationen, grotesk überzogene Kleinigkeiten, null Gespür für Timing, Bild, Ton, Humor oder Charakterentwicklung (was kein Fremdwort ist, auch wenn manche Filmemacher das wohl gerne so hätten). Von den Darstellern und ihren abgefahren nervigen Figuren muss man gar nicht erst anfangen. Aber abgesehen davon wie dumm, schlecht und kräftezehrend die Gaudi hier mit all den kleinen und riesigen Fehlern ist, lässt der Film dann doch relativ kalt. Zumindest solange, bis die titelgebenden Hai-Angriffe kommen. Die sind nämlich, das muss man dem Werk lassen, vollends überraschend. Aus dem ganz einfachen Grund, dass in diesem Film nicht eine Szene am Meer spielt und die ersten 45 von 70 Minuten kein Hai zu sehen ist. Nun mag man argumentiere, dass das in „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg auch nicht viel anders gewesen sei, aber da war wenigstens das Wasser omnipräsent! Hier nicht. Hier ist man nicht am Wasser. Die Haie werden aber auch nicht „Sharknado“-mäßig auf das Land geschossen. Stattdessen ist es eine Art Inside-Job. Das ist natürlich so bescheuert, dass man nicht wissen möchte, was für Substanzen während der Stoffentwicklung geraucht wurden, aber irgendwie schafft der Film es, Sympathien zu wecken. Und sei es nur Mitleid. Denn hin und wieder blitzen kleinste Ideen auf, die so etwas wie Substanz haben. Ideen, die durch ihre grottige Ausführung zwar zunichte gemacht werden, trotzdem aber Ideen bleiben. Und das kann ja nichts Schlechtes sein. Wer also wirklich zu viel Zeit hat und einen wirklich sehr schlechten Film sehen möchte, der einen auf den letzten Metern irgendwie zum Lachen bringt, der darf zugreifen.


2,5 von 10 Hai-Köpfen


von Smooli


Fakten:
Gefesselt – Liebe. Ehre. Gehorsam (Deadly Virtues: Love. Honour. Obey.)
UK, NL. 2014. Regie: Ate de Jong. Buch: Mark Rogers. Mit: Edward Akrout, Matt Barber, Megan Maczko, Helen Bradbury u.a. Länge: 87 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 3. September 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Das Ehepaar Tom und Alison hat gerade Sex, als Aaron in ihr Haus einbricht und die beiden attackiert. Alison kommt wieder zu sich, gefesselt und mit den Armen an die Küchendecke geknüpft. Tom wurde von Aaron im Bad gefesselt. Aaron beginnt ein langsames, aber fieses und immer gewalttätigeres Spiel mit den beiden. Im Lauf der Zeit wird deutlich, dass auch Alison und Tom dunkle Geheimnisse bewahren.




Meinung:
"Freunde des Home Invasion Films konnten sich über Nachschub in den letzten Jahren kaum beschweren, um „Gefesselt – Liebe.Ehre.Gehorsam“ sollten sie jedoch einen ganz großen Bogen machen. Da funktioniert schon von Anfang an gar nichts. Während z.B. ein „Home Sweet Home“ sich viel Zeit ließ und dadurch ein unbequemes Bedrohungsszenario aufbaute, poltert hier der ungebetene Gast nach wenigen Sekunden in das Schlafzimmer des gerade zärtlich den Beischlaf vollziehenden Pärchens und das Elend nimmt seinen Lauf. Sie hängt bald mächtig in den Seilen, er geht in die Wanne und der lachhafte Psychopath droht auch noch an, sich das ganze Wochenende dort einnisten zu wollen. Na toll, selten hat man sich mehr auf einen Montag gefreut. Nicht etwa, weil die nun praktizierten Demütigungen und Qualen so intensiv wären, sie sind einem einfach scheißegal. Den Peiniger kann man kaum ernst nehmen, sein dusseliges „Motiv“ oder wie man das nennen kann erst recht nicht, aber der Oberhammer kommt ja noch. Der Film arbeitet auf eine Pointe hin, die dem Fass den Boden ausschlägt.


Wer „I Spit on your Grave“ oder jeden anderen Rape & Revenge Film frauenfeindlich oder moralisch bedenklich findet, der sollte sich mal den hier angucken. Diese Filme erfüllen halt ein erprobtes Muster, gestehen den Frauen zumindest am Ende Stärke und Selbstbewusstsein zu, was sich dieser Unfall rausnimmt geht auf keine Kuhhaut. Frauen sind so hilflos, dumm und bekommen alleine nichts auf die Kette, die müssen manchmal ein Wochenende zu ihrem Glück drangsaliert werden. Mensch, da war der alte Dildo-Schlecker und Schlüpfer-Schnüffler doch eigentlich ganz nett, ein kostenloser Paartherapeut…und er hat sogar Frühstück gemacht. Ob er wohl seine Nummer dagelassen hat…? Mal gucken, wem der nette Herr als nächstes hilft. Man fasst es einfach nicht…


1,5 von 10 abgeschnittenen Fingern


von JackoXL

Review: BACKCOUNTRY - GNADENLOSE WILDNIS - Fataler Männlichkeitsritus

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Fakten:
Backcountry – Gnadenlose Wildnis
Kanada. 2014. Regie und Buch: Adam MacDonald. Mit: Missy Peregrym, Jeff Roop, Eric Balfour, Nicholas Campbell u.a. Länge:  92 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Raus aus der Großstadt, rein in den Nationalpark, eine Wanderung ohne Landkarte und technische Hilfsmittel. Die junge Anwältin Jenn lässt ihr geliebtes Smartphone jedoch nur widerwillig zurück und auch der Park-Ranger warnt die beiden vor der gnadenlosen Wildnis. Nach drei Tagen Fußmarsch wird klar: Jenn und Alex haben sich hoffnungslos verlaufen, ihre Vorräte sind fast verbraucht. Die Situation wird immer unheimlicher. Haben die beiden ohne es zu wissen das Revier eines gefährlichen Schwarzbären betreten? Und was hat der merkwürdige Fremde in dem Waldgebiet verloren?





Meinung:
Wenn Mutter Natur sich von ihrer schlechten Seite zeigt, ist das immer wieder ein gefundenes Fressen für Filme. Einhergehend damit ist meist auch immer unsere eigene Machtlosigkeit verbunden, gekoppelt mit einer nicht minder gefährlichen, menschlichen Überheblichkeit. Genau dieser wird auch dem Pärchen in „Backcountry – Gnadenlose Wildnis“ zum Verhängnis und ihr als romantischer Wanderurlaub geplanter Abstecher in die kanadischen Wälder, verwandelt sich Stück für Stück zu einem Überlebenskampf.


Noch scheint alles in bester Ordnung
Regisseur Adam MacDonald inszenierte mit „Backcountry – Gnadenlose Wildnis“ allerdings keinen stumpfen Survival-Thriller, sondern mehr eine spannende psychologische Abhandlung über menschliche Schwächen. Die Beziehung zwischen Jenn (Missy Peregrym, u.a. bekannt aus der kurzlebigen Fantasyserie „Reaper“) und Alex (Jeff Roop, der den Film mitproduziert hat) scheint intakt und harmonisch, doch während der Wandertrip zeigen sich Risse und Frakturen, die sich in der einsamen wie grenzenlos scheinenden Wildnis immer weiter ausbreiten und verfestigen. Gleichzeitig versucht sich Alex vor seiner Freundin als regelrechter Leitwolf profilieren zu wollen. Das Ergebnis dieses fatalen Männlichkeitsritus: das Paar verliert den eigentlichen Weg aus den Augen und verirrt sich. Regisseur MacDonald reflektiert mit „Backcountry – Gnadenlose Wildnis“ ein gängiges Männerbild und verrückt es mit durch und durch wahrhaftigen Mitteln. Das dabei herauskommende Ergebnis erweist sich als einfache aber höchst einprägsame Reflexion, die deutlich macht, dass es Kräfte gibt, die man nicht kontrollieren kann. Dadurch entsteht auch ein immenser Teil des recht klassischen Spannungsaufbaus: Verlorenen in der Wildnis, hilflos ausgesetzt den rabiaten wie gnadenlosen Kräften der Natur, die hier durch einen Schwarzbären vertreten wird. Er erweist sich als ein Stellvertreter, ein böses Omen, welches nach und nach zu einer unabdingbaren Bedrohung wird. Am Ende heißt es Mann gegen Biest. Das Ergebnis und der anschließende Epilog bietet zwar nicht mehr als gängigen Überlebenskampf, packend ist es dennoch inszeniert.


Nicht nur das. Durch seinen psychologischen Unterbau und die wunderschöne wie aber auch stets bedrohliche Naturkulisse bietet „Backcountry – Gnadenlose Wildnis“ eine unglaublich dichte Atmosphäre. Für solch einen eher kostengünstig entstanden Film durchaus eine Seltenheit. Wer also glaubt, der Film würde in die gleich oder ähnliche Kerbe schlagen wie „Red Machine“ von „Saw V“-Regisseur David Hackl, der irrt sich. Adam MacDonald bietet mit seinem Film mehr als den Schrecken der Natur in gefällige Horrorbilder zu verpacken. Sein filmischer Diskurs über den (Überlebens-) Kampf findet auf mehreren Ebenen statt und es ist vor allem die zwischen Jenn und Alex die überzeugt, weil dieses Gefecht oft wortlos ausgetragen wird. die Beziehung wird hier quasi zu einer eigenen Naturkulisse. Der Bär ist das fast schon zweitrangig.


7 von 10 hochhängenden Beuteln

Review: RAZORBACK - Schweine im Outback

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Fakten:
Razorback
AUS, 1984. Regie: Russell Mulcahy. Buch: Everett De Roche, Peter Brennan (Vorlage). Mit: Gregory Harrison, Arkie Whiteley, Bill Kerr, Chris Haywood, David Argue, Judy Morris, John Howard, John Ewart, Don Smith u.a. Länge: 91 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Die TV-Journalistin Beth Winters will in Australien über das Abschlachten von Kängurus berichten und verschwindet spurlos. Ihr Ehemann Carl reißt aus New York an, um ihr Schicksal aufzuklären. Die Spur führt natürlich zu den Wilderern, aber der alte Jäger Jake Cullen hat seine eigene Theorie: Vor zwei Jahren wurde er des Mordes an seinem Enkel angeklagt, aber nicht verurteilt. Laut ihm war ein gigantisches Wildschwein, ein Razorback, für dessen Tod verantwortlich. Seitdem jagt er die Bestie und nun scheint sie wieder aufgetaucht zu sein.





Meinung:
Das Subgenre des Tierhorrors genießt allgemein nicht den besten Ruf, schon vor der billigen CGI-Welle von der Asylum-Trümmertruppe, obgleich einige der besten Genrefilme überhaupt ihnen zuzuordnen sind (z.B. „Die Vögel“, „Der Weiße Hai“ und im weitesten Sinne auch „Phase IV“). Neben den Perlen existiert einfach zu viel Schrott, es wird oft zu wenig Herzblut investiert oder erst gar nicht versucht, diesen oft simplen Prämissen irgendwas abzugewinnen, was sich vom Einheitsbrei abhebt. Viel mehr mag man auf den ersten Blick auch nicht von „Razorback“ erwarten. Ein gigantisches Wildschwein wütet im australischen Hinterland. Was soll man da schon groß draus machen?


Traumhafte Sonnenuntergänge wecken albtraumhafte Kreaturen.
Wer mit dieser (durchaus verständlichen) Einstellung an das Spielfilmdebüt von Russell Mulcahy („Highlander“) herangeht, dürfte schon nach dem Opener positiv überrascht werden. Bereits hier gelingt ihm eine beeindruckende Sequenz, wenn die untergehende Sonne das Szenario blutrot färbt. Ein alter Mann bringt seinen Enkel ins Bett, nur Sekunden später rast ein lediglich schemenhaft zu erkennender Koloss wie ein Berserker durch das Farmhaus, der verzweifelte Mann rennt schreiend und flehend durch die Nacht, während hinter ihm sein Leben praktisch niederbrennt. Wow, was ein Einstieg und „Razorback“ macht genau da weiter. Natürlich erzählt der Film oberflächlich eine ganz schlichte Geschichte, in deren Mittelpunkt ein monströses Wildschwein steht, das wie die wilde Wutz im Outback wütet. Doch wie das Ganze geschieht, sowohl erzählerisch und insbesondere inszenatorisch, ist weit ab vom gängigen Tierhorror-Rhythmus. Mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass „Razorback“ die Verfilmung einer Romanvorlage ist, was in diesem Sujet eher selten ist. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt deutlicher auf den Figuren, nicht unbedingt auf der Action, was nicht immer ein Vorteil ist, bezogen auf die Effektivität in 90 Minuten. Um dann auch gleich einen Kritikpunkte abzuhandeln: Manchmal wirkt die Story sprunghaft, das Handeln der Charaktere nicht immer schlüssig, was eventuell der komprimierten Form zu Grunde liegt. Dem Tempo und dem Fluss der Handlung steht das gelegentlich im Wege, narrativ holpert es schon, keine Frage.


Nicht nur Schweinchen Babe kommt aus Australien...
Dem gegenüber stehen gleichzeitig auch daraus resultierende Vorzüge. Es wird zunächst der alte Jäger als vermeidlicher Protagonist eingeführt, kurz darauf die investigative Tierschützerin, die anschließend selbst auf die mutierten Hauer genommen wird. Erst jetzt kristallisiert sich deren Ehemann Carl als eigentlicher Held der Geschichte heraus, fast schon ein abgeschwächtes Schachspiel wie bei Hitchcocks „Psycho“, der seine Dame überraschend früh opferte. Das sind aber nur kleine Randnotizen, seine große Kraft entfesselt „Razorback“ ganz klar durch seine sagenhaften Bilder, seine gespenstische Atmosphäre, die das Outback als gottverlassenen Vorhof zu Hölle darstellen. Dies ist natürlich dem Auge von Regisseur Mulcahy zu verdanken (was er merkwürdigerweise in dieser Brillanz später nie mehr präsentierte), aber auch Skript-Autor Everett De Roche, einem großen Namen des australischen Genrefilms. Die Beiden verleihen der Schweinerei einen ungewöhnlich-surrealen Touch, der sich speziell in einer famosen Situation niederschlägt. Wenn Carl verlassen durch das bedrohlichen Nirgendwo taumelt, braucht der Killer-Keiler nur ganz kurz als Silhouette am dunklen Horizont dargestellt werden, um die Furcht, Hilflosigkeit und Verlorenheit darzustellen, begleitet von den Klängen der Natur, was schon an den Klassiker „Long Weekend“ erinnert, ebenfalls von De Roche geschrieben. Die grandiose Bildsprache und Stimmungsmache des Films ist hier auf einem Höhepunkt, wo andere Kollegen zwingend etwas Handfestes passieren lassen müssten, um das Publikum nicht zu verlieren.


De facto muss der „Razorback“ gar nicht zu oft in Erscheinung treten, die Rolle der Bedrohung und Gefahr wird bewusst auf mehrere Schultern verteilt. Die schäbigen Hinterwäldler-Brüder als menschliche Antagonisten sind nicht minder brutal und skrupellos. Die Gewalt wird verlagert, das eigentliche Ungetüm kann sich etwas zurücknehmen und nur gezielt in Erscheinung treten, dafür dann mit einer Wucht, die ganze Häuser auseinanderreißt. Generell wird die Bestie in erprobter „Der Weiße Hai“-Tradition nie in seiner vollen Pracht abgebildet, mit den gleichen Vorteilen. Das macht die Auftritte nicht nur interessanter und reizvoller, es lässt die handgemachte Attrappe niemals albern oder billig erscheinen. Wie ein böser Geist der Wildnis, ein unbesiegbarer Dämon kommt der „Razorback“ zur Geltung. So effizient er dadurch verwendet wird, etwas mehr hätte nicht geschadet, auch da die menschlichen Bad Guys etwas zu überzogen dargestellt werden und sich letztlich nur als asoziale Feiglinge entpuppen. Gerade das Finale, egal wie toll es in Szenen gesetzt ist, könnte ausgiebiger sein. Als actionorientierter Beitrag ist „Razorback“ sicher nicht die alle erste Wahl, aber macht das locker durch seine verblüffende, sogar künstlerisch wertvolle Inszenierung wett. Gepaart mit einem gewissen B-Movie-, Genre- und Australienbonus – auch im Vergleich mit der direkten Konkurrenz – ist dieser Film zwar objektiv aufgrund des verschleppten Drives immer noch klar zu kritisieren, dennoch eine sehr interessante Variation des oft einfallslosen Subgenres. Kein sauspannender, aber ein enorm ästhetischer Film.

6,5 von 10 wütenden Borstentieren

Review: ZOMBIBER - Auch Biber müssen auf ihre Ernährung achten

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Fakten:
Zombiber (Zombeavers)
USA. 2014. Regie: Jordan Rubin. Buch: Al Kaplan, Jon Kaplan, Jordan Rubin. Mit: Lexi Atkins, Chad Anderson, Rachel Melvin, Cortney Palm, Hutch Dano, Jake Weary u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 27. märz 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach der Trennung von ihrem Freund will Jenn ein Wochenende mit ihren besten Freundinnen verbringen – ganz ohne Männer. Sie fahren raus in die Natur, zu einer abgelegene Hütte. Zu Jenns Leidwesen taucht ihr Ex Sam aber mit zwei Kumpeln auf. Nicht das größte Problem an diesem Wochenende, denn durch eine toxische Substanz sind die Biber der Umgebung zu blutrünstigen, kleinen Monstern mutiert.





Meinung:
Auch wenn es reinrassiges Off-Topic sein sollte, aber wer sich zuletzt Ridley Scotts 140-Millionen-Dollar schweres Bibel-Epos „Exodus: Könige und Götter“ angesehen haben sollte, wird bei den wirklich brillant inszenierten Plagesequenzen, wenn dynamische Krokodilangriffe das Nilwasser rot färben und Massen von Insekten und Kröten das Festland stürmen, vielleicht ein wenig mit den Gedanken abgeschweift sein und mal wieder von einem zünftigem Tier-Horrorfilm geträumt haben. Dabei muss man sich mal wieder ins Gedächtnis rufen, welch Getier uns in den letzten Jahren schon das Fürchten lehren durfte: Krokodile, Schlangen, Piranhas oder auch Haie sind da immer die effektivsten Lösungen, um den Menschen um sein Leben bangen zu lassen. Allerdings bahnte sich mit dem schwarzhumorigen und ebenso schmierigen Neuseelandhit „Black Sheep“ ein neuer Trend an, der prinzipiell harmlose Viecher zu zähnefletschenden Bestien im Blutrauschmodus hochstilisiert. Und da setzt nun auch Jordan Rubin mit seinem Debüt „Zombiber“ an, der die pausbackigen Nagetiere in untoten Jägern verwandelt.


Süß, der kleine Racker
Binnen weniger Tage hatte der erste Trailer zu „Zombiber“ dazumal die ruhmreiche Millionenmarke auf Youtube geknackt und löste im World Wide Web postwendend einen kleinen Hype aus, der natürlich vor allem in Trash-Zirkeln Anklang fand: Niedliche Biber fressen sich durch das knackige Menschenangebot im provinziellen Nirgendwo – Das verspricht eine spaßige Sause der Infantilität. Es wäre in diesem Fall auch selbstverständlich der falsche Ansatz, „Zombiber“ einer wirklich ernsthaften Rezension zu unterziehen, ist sich Jordan Rubin (der auch am Drehbuch herumgewerkelt hat) doch vollends im Klaren darüber, in welch künstlerischen Regionen sein Low-Budget-Streifen residiert und welches Publikum dieser auch ansprechen möchte: Beifall aus dem elitären Cineasten-Sektor ist daher eher unwahrscheinlich, wer aber ein Herz für gepflegten, augenzwinkernden Tier-Horror besitzt, der sich seinem handfesten B-Movie-Appeal nicht verschließt, sondern ihn nach Lust und Laune auslebt, ohne dabei in die penetranten und ach so ulkigen Mockbuster-Untiefen der emsigen Asylum-Schmiede abzudriften, der darf sich mit „Zombiber“ gut bedient sehen.


Jenn (Lexi Atkins), Mary (Rachel Melvin) und Zoe (Cortney Palm) planen ein Wochenende in idyllischen Asheville, wo auf sie eine Hütte am See wartet und der Lärm der Metropole in ihren Köpfen für einige Tage verstummen darf. Wie es sich für derlei Stadtschnepfen geziemt, wird zur Begrüßung aber nicht mehr die Hand geschüttelt, sondern ein saloppes „What's up, Bitch?“ herausgekrächzt, um sich wenige Minuten später schon über das mangelhafte Netz zu echauffieren. Dass die Mädels nicht alleine bleiben, sondern von ihren an hormonell Überdruck leidenden Freunden besucht werden, lässt nicht nur die genreinhärente Promiskuität entflammen, sondern geriert sich auch als ordentliches Opfermaterial der (zum Glück!) handgemachten Nager. „Zombiber“ vermengt den referenziellen Survival/Tier-Horror mit obligatorischen Slasher-Elementen und ironisiert den Home-Invasion-Topos, in dem er den einzigen Rückzugsort der Clique als Holzhütte bereithält – Kein guter Schutz vor der gefräßigen Bedrohung. Definitiv ist „Zombiber“ ein netter Zeitvertreib, mit etwas mehr als 80 Minuten angenehm kurz bemessen und allein schon aufgrund seiner analogen Effekt liebenswert.


5 von 10 abgenagten Füßen


von souli

Review: BIG ASS SPIDER! – Der Erbe King Kongs kommt auf acht Beinen

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Fakten:
Big Ass Spider!
USA. 2013. Regie: Mike Mendez. Buch: Gregory Gieras. Mit: Gren Grunberg, Lin Shaye, Patrick Bauchau, Ray Wise, Clare Kramer, Lombardo Boyar u.a. Länge: 80 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Kammerjäger Alex staunt nicht schlecht als er im Krankenhaus das Opfer eines seltsamen Spinnenbisses sieht. Das Opfer war ein Angestellter eines geheimen Biowaffenlabors und genau aus dem ist eine „Wunderwaffe“ ausgebüxt und sorgt nun für Trouble in der Stadt. Kann Alex das Unheil stoppen?





Meinung:
Jeder kennt die längst zum festen Bestandteil unserer Popkultur avancierte Illustration, in der sich King Kong, eine echte Legende der Kinematographie, der Riesenaffe, verschrien als achtes Weltwunder, das sich in Wahrheit doch nur noch einmal in den Augen der blonden Maid verlieren wollte, an der Außenfassade des Empire State Bulding entlanghangelt und sich gegen die herben Angriffe der attackierenden Flugzeuge zu schützen versucht. Das Poster von „Big Ass Spider!“ ziert ein ähnlich angelegtes Bild, auf dem die titelgebende, genmanipulierte Riesenarachne ein markantes Gebäude in Los Angeles erklimmt und von den ungläubigen Bewohner – wie auch dem Zuschauer – aus der Ferne mit großen Augen aufgesaugt wird. Es ist der größte, eindrucksvollste Augenblick in „Big Ass Spider!“, der sich vorher nicht hinter der Offensichtlichkeit seines geringen Budgets verstecken konnte und in dieser Szene den CGI-Status einer unsäglichen Asylum-Produktion locker überwindet.


Wer sich hier nicht ans Tempolimit hält wird eingesponnen
Und mit Asylum sind wir auch gleich bei einem guten Stichwort angelangt: Zeichnen sich die Werke dieser Mockbusterschmiede wie beispielsweise „Titanic 2 – Die Rückkehr“ oder „Sharknado“ noch durch ihre grauenvoll trashige Einfältigkeit aus, die nicht mal mit einem Träger Starkbier zu ertragen sind, macht „Big Ass Spider“ seinen klaren Trashfundus zum effizienten Prinzip. Soll heißen, während also die Werke à la Asylum es nahezu krampfhaft versuchen, wenigstens einen minimalen Unterhaltungswert aus ihrem bewussten Müll ziehen können, an ihrer aufgesetzten Erbärmlichkeit aber fortwährend ersticken, weiß  Regisseur Mike Mendez „Big Ass Spider!“ immer den nötigen Unterhaltungsfaktor einzuschenken, weil nicht nur der Regisseur, sondern auch alle Beteiligten sich über ihr Format im Klaren sind und es durch reichlich Selbstironie genüsslich auflockern zu wissen. Die Schlechtigkeit ist intentional, und die daraus entstehende Meta-Ebene der luftige Aufhänger des Gezeigten.


Jose und Alex kennen kein Erbarmen
Dabei steht „Big Ass Spider!“ nicht nur für sich als ungebundenes Unikum, ein solcher Film kommt im Regelfall nicht ohne Referenzen an Klassiker aus, die er dann in seiner kläglichen Eigenart nach Lust und Laune parodieren möchte. Die Rechnung geht in vielen gleichartigen Stücken nicht auf, weil die Verspottung zu albern und ohne jedweden Charme auskommen muss. „Big Ass Spider!“ besitzt allerdings genau den Charme und macht es dem Zuschauer nicht nur leicht, seine Charaktere zu mögen, sondern auch die Gags in ihrer eigentlichen Auffassung – und die ist durchweg gutgemeint – inständig zu honorieren. „Big Ass Spider!“ ist nicht nur ein vergnügliches, gewiss intendiertes Trashfest, Mendez und Gregory Gieras wissen ihren überdimensionalen Spinnenangriff zuweilen auch als schöne Hommage an die Creature Feature der goldenen Ära zu publizieren und das Geschehen in Sachen Sympathie so gekonnt auf ein neues Level zu hieven.


Ganz im Ernst: „Big Ass Spider!“ macht Spaß, hat mit dem Kammerjäger Alex (Greg Grunberg) und seinem Sidekick Jose (Lombardo Boyar) ein liebenswertes Hauptgespann und weiß die Jagd auf die mutierte Spinne größtenteils mit dem nötigen Tempo und mit Rücksicht auf das traditionelle Naturell des Monsterfilms zu inszenieren. Allein das Opening, in dem Hauptdarsteller Alex unter der Begleitung von „Where Is My Mind?“ in Zeitlupe durch das hinterlassene Schlachtfeld inmitten von Los Angeles Stadtkern streift, ist so herrlich pseudo-episch eingestellt, dass es eine reine Freude ist. Das Manko an „Big Ass Spider!“ ist nur, und damit war natürlich zu rechnen, dass Mendez es nicht schafft, die Dynamik, die der Film in seinen besten Momenten reichhaltig versprüht, durchweg aufrecht zu halten, was ihn etwas unrhythmisch erscheinen lässt und nicht vor Durchhängern bewahrt. Genau wie Jose, der zwar ein liebes Kerlchen ist und in seiner Naivität durchaus für Lacher sorgt, gelegentlich aber einfach übertreibt und als leichter Störfaktor gehandelt werden muss. Nichtsdestotrotz: „Big Ass Spider!“ sorgt ohne Wenn und Aber für gute Stimmung.


5 von 10 Angriffen im Park


von souli