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Review: POLTERGEIST - Das Remake zu Spielbergs Klassiker

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Fakten:
Poltergeist
US. 2015. Regie: Gil Kenan. Buch: David Lindsay-Abaire. Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor (Vorlage). Mit: Sam Rockwell, Rosemarie DeWitt, Jared Harris, Jane Adams, Saxon Sharbino, Kyle Catlett, Kennedi Clements, Nicholas Braun, Susan Heyward u.a. Länge: 93 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 22. Oktober 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Familie Bowen muss umziehen und sucht sich ausgerechnet das Haus aus, das auf einem ehemaligen Friedhof errichtet wurde und seit jeher von den Geistern jener Einrichtung heimgesucht wird.





Meinung:
Einem Film wie diesem hier darf man nicht mit einer negativen Grundstimmung entgegen treten. Egal, wie toll das Original auch ist, egal, was man von der Remake-Reboot-Sequel-Prequel-Politik Hollywoods halten mag, dem Film sollte nicht der schwarze Peter aus Prinzip zugeschoben werden. Sonst läuft man möglicherweise Gefahr, einen soliden Film nicht schätzen zu können, weil man ihm von Anfang an die Existenz verweigern möchte. Es ist eine „Na, dann zeig mal was du so können willst“-Einstellung, auf die man sich so versteifen kann, dass man alles, was kein Meisterwerk ist, als schlecht verpönt. So scheinen auch viele Menschen dieses Remake schon schlecht zu finden, bevor sie es überhaupt gesehen haben.


Und wieder wird eine Familie Opfer eines nutzlosen Remakes
Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: Nein, bei „Poltergeist“ handelt es sich nicht um ein verkanntes Meisterwerk. Weit gefehlt, aber dennoch gibt es hier schlechte und auch gute Dinge, die man nicht einfach so unter den Tisch kehren sollte. Da wäre zum Beispiel der tolle Sam Rockwell. Immer wieder eine Freude, ihm bei der Arbeit zusehen zu können und auch hier ist er ganz weit über dem restlichen Cast, der aber generell zu überraschen vermag. Solide oder gar überzeugende Schauspielerleistungen gibt es zwar beinahe überall, aber nicht unbedingt im Horror-Genre. „Poltergeist“ jedoch kann damit durchaus angeben. Rockwell ist es, der als Identifikationsfigur dient und der in seinem Kampf um seine Familie dann auch den Zuschauer ein wenig mitreißen kann. Fast schon ein wenig unpassend wirkt sein Auftauchen da, ganz einfach, weil man Subtilitäten dieser Art in derartigen Kreisch-und-Rumms-Filmen nicht gewohnt ist. Subtilitäten sind es auch, die erst mit der Zeit ihre Signifikanz in der Filmwelt zugesprochen bekamen. Früher wurde darauf kein Wert gelegt, heute wirkt alles andere abgedroschen, übertrieben, befremdlich. Das ist nichts Neues und sorgt vor allem im Grusel-Genre dafür, dass so einige Haudrauf-Gurken produziert werden.


Selbst gruselige Puppen haben keinen Bock aufs Remake
Dieses Remake gehört leider dazu. Sam Raimi, seines Zeichens Produzent des Streifens und Schöpfer von aufmüpfigen Filmen wie „Drag me to Hell“, ist eben kein Roman Polanski, der den Einzug des Horrors in das Leben von Individuen wie sonst kein anderer zeigen kann. Sam Raimi ist aber durchaus ein fähiger Regisseur, der seinen lauten Stil wirkungsvoll und spannend in Szene setzen kann. Regisseur Gil Kenan kann das nicht. Und so verkommt der Anfang zu Szenen, in denen viel über egale Sachen geredet wird (immerhin mit Rockwell) und dann ab und zu ein paar versuchte „Schocks“ eingestreut werden, die genau so erschrecken wie Regen im Herbst. Alles hat man irgendwie schon gesehen (sicherlich auch kürzlich dank der Haunted-House-Filme von James Wan) und der Film wirkt teilweise so brav und hochnäsig oberflächlich, dass die Erwartungen einer wohlig-gruseligen Atmosphäre gnadenlos eingestampft werden müssen. Hier kommt der Grusel nicht langsam angeschlichen und hinter der eigenen Schulter hervor. Hier wird er derart offensiv in die Visages der Figuren und Zuschauer gezimmert, dass sich gar nicht gruseln kann, weil man einfach nur überrumpelt wird. Dieses überrumpelte Gefühl zieht sich dann durch den ganzen Film, ganz so, als würde man keinen Wert auf das Erlebnis des Zuschauers legen.


„Poltergeist“ ist, ganz losgelöst von dem Original von Tobe Hooper, kein guter Horrorfilm. Die Gruselszenen werden total mechanisch abgehakt, vom Fehlen jeglicher Atmosphäre soll mit Lärm abgelenkt werden, sodass man wenigstens denkt, dass irgendwas passieren würde. Tut es aber nicht. Abgesehen von überraschend natürlichen Schauspielern und einigen wirklich hübschen Nachtaufnahmen kann das Remake nichts verbuchen, was ihn auf oder über den Durchschnitt heben würde. So traurig es auch ist, hier wurde Potenzial, Geld und Zeit verschwendet mit Ideenarmut, Mutlosigkeit und vor allem einem ungekonnt aggressiven Inszenierungsstil, der jeglichen Grusel im Keim erstickt und stattdessen das Surround-System so richtig dröhnen lässt.


4 von 10 Clownpuppen


von Smooli

Review: POLTERGEIST - "Geh ins Licht, Carol Anne"

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http://garbolaughs.files.wordpress.com/2010/12/poltergeist_poster.jpg


Fakten:
Poltergeist
USA, 1982. Regie: Tobe Hooper. Buch: Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor. Mit: Craig T. Nelson, JoBeth Williams, Beatrice Straight, Dominique Dunne, Heather O'Rourke, Oliver Robins, Zelda Rubinstein, Martin Casella, Richard Lawson, James Karen u.a. Länge: 113 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die fünfköpfige Familie Freeling lebt ein unbeschwertes Leben in einer Vorortsiedlung, die wenige Jahre zuvor von Daddy Firma errichtet wurde. Dann häufen sich merkwürdige Phänomene. Die jüngste Tochter Carol Anne schlafwandelt, Möbelstücke bewegen sich wie von Geisterhand. Schliesslich eskaliert die Lage und Carol Ann verschwindet. Eindeutig spukt es in dem Haus. Die Familie holt sich Spezialisten zur Hilfe, doch selbst die haben so etwas noch nicht erlebt. Ihre letzte Hoffnung ist das Medium Tangina.







Meinung:
Wo Steven Spielberg draufsteht, ist auch Steven Spielberg drin. Und wenn Tobe Hooper draufsteht, spielt das auch keine Rolle. So wie der eigentlich sehr bemitleidenswerte Hooper, der wohl nur auf dem Papier sich als Regisseur des Welterfolgs "Poltergeist" bezeichnen darf. Spielberg, Produzent und Co-Autor, drehte zu der Zeit offiziell nur "E.T.", Hooper war der Strohmann für diesen parallel gedrehten Film. Die Handschrift von Spielberg ist so unverkennbar, die vom Regisseur des "Texas Chainsaw Massacre" nicht mal im Ansatz. Nach Drehschluss war Hooper eh komplett raus, der Finalcut war selbstredend Chefsache. Na ja, dabei sein ist alles.


Moderne Kunst auf dem Küchentisch.
Mit einem Hooper als echten Steuermann und nicht nur ferngesteuerter Marionette wäre das zweifellos ein ganz anderer Film geworden. Von Beginn an stellt sich das typische Spielberg-Feeling ein. Eine Familie, bei der die Kinder nicht nur beiläufige Figuren sondern wichtige Eckpfeiler der Handlung bilden, ein unverkennbarer Score (diesmal nicht von John Williams, aber Jerry Goldsmith macht da wenig anders) und eigentlich lässt sich der Film schon jetzt kaum als klassischer Horrorfilm wahrnehmen. Auch wenn er letztendlich dem Genre zuzuordnen ist und dieses eindeutig für die Zukunft beeinflusst hat, das bleibt auch so. Obwohl vom Inhalt ein reiner Haunted-House-Film ist "Poltergeist" in vielen Punkten. Es wird nie düster, nie ernsthaft schockierend und der Tod ist kein allgegenwärtiger Begleiter. Jedem Zuschauer dürfte früh klar sein, er muss eigentlich nicht um das Leben der so sympathischen und zur Identifikation geschaffenen Figuren fürchten. Trotzdem kann und soll er mit ihnen mitfiebern und der Illusion erliegen, dass es ihnen doch irgendwie an den Kragen gehen könnte. Da ist "Poltergeist" vergleichbar mit einer Geisterbahn. Du gehst rein und weißt ganz genau, am Ende unbeschadet wieder das Tageslicht zu erblicken. Dennoch, wenn das gut gemacht ist, funktioniert der Spaß. So in etwa ist "Poltergeist". Eine echte Bedrohung scheint nahezu ausgeschlossen und vom Gruselfaktor ist es eher der noch verdauliche Kinderschreck. Als wenn Spielberg - pardon, Hooper natürlich - hier einen Horrorfilm für die machen wollte, die ihn nicht sehen dürfen. Und mal ehrlich, jedes Kind der 80er hat es trotzdem getan und sich wahrscheinlich die Buchse voll gemacht. Spielberg wollte oft eher die jungen Herzen erobern und bezaubern, die erwachsenen "nur" unterhalten. Genau das gelingt ihm hier auch.


Kinder und Fernsehen benötigt klare Regeln.
"Poltergeist" scheint somit eher Fantasy- statt Horrorfilm. Das Spiel mit kindlichen Schrecksymbolen (böse Puppen, unheimliche Bäume, Blitz und Donner) konzentriert sich eindeutig auf eben die Zielgruppe, die von dem Film eigentlich ausgeschlossen werden sollte (zumindest laut deutscher FSK). Erst zum (immer noch) spektakulären Finale wird es etwas morbider, ohne den Flair einer (sehr guten) Jahrmarktsattraktion zu verlieren. Kein Blut, kein Überlebenskampf, kein Furcht durch echte Bedrohung, eher die Freude am sauber gemachten Budenzauber. Und ja, das ist es, ohne Wenn und Aber. Die Effekte sind für den Entstehungszeitraum große Klasse und - wenn heute natürlich antiquiert - immer noch schön anzusehen. Mit etwas Humor und leichter (wenn auch nicht übermäßiger) Kritik am suburbanen Heileweltbild und der Rücksichtslosigkeit profitorientierter Unternehmen gewürzt ist "Poltergeist" eine selten, aber diesmal tatsächlich effektive Mischung aus Horrorfilm und dennoch nicht zu verstörender Unterhaltung für die breite Masse, dessen Stellenwert als Klassiker er durchaus verdient hat. 

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