Review: DIE FRÖSCHE - Kermit ist sauer

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Fakten:
Die Frösche (Frogs)
USA, 1972. Regie: George McCowan. Buch: Robert Hutchison, Robert Blees. Mit: Sam Elliott, Ray Milland, Joan van Ark, Adam Roarke, Judy Pace, Lynn Borden, Mae Mercer, David Gilliam, Nicholas Cortland u.a. Länge: 87 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.

Story:
Der wohlhabende Familienpatriarch Jason Crockett lädt wie jedes Jahr seine Sippschaft zur Geburtstagsfeier auf seine Privatinsel. Zufällig ist diesmal auch Fotograf Smith unter den Gästen. Da die Froschplage dieses Jahr die Feierlichkeiten deutlich stört, lässt Crockett die chemische Keule wirken. Die Folgen sind jedoch eher kontraproduktiv... 
 



Meinung:
"Ein paar mal ordentlich gesprüht und wir haben das Viehzeug wieder unter Kontrolle".

70er Jahre Öko-Horror mit nicht nur dezent aufgetischter Botschaft. Lass den Dingen ihren freien Lauf, es wird schon geregelt. Greife gottesgleich ein und du wirst deine gerechte Strafe erhalten. Elitäres Familientreffen mit zufälligem Gast wird von der Natur gerichtet. Alles was kreucht und fleucht sammelt und "organisiert" sich, lässt "The ugly rich" verdientermaßen leiden und sterben.


Death by nature.
Regisseur George McCowan bewegt sich bei "Frogs" auf dem schmalen Grat zwischen Trash, Terror und, wenn auch nicht sonderlich, subtilem Horrorfilm. Du erntest, was du säst. Flora und Fauna wehrt sich gegen das Eingreifen des sich in seiner Nachtruhe gestörten Menschen (wobei jeder Gartenteichbesitzer auf das beruhigende Quaken nicht verzichten möchte). Nicht nur die titelgebenden Frösche, auch Schlangen, Spinnen, Blutegel, Krokodile, Pflanzen, eigentlich alles aus der so störenden Natur schlägt zurück. Das klingt für den neumodischen Filmfan eher ulkig, gerade weil das Tierhorrorgenre durch lieblose Gurken einen zweifelhaften Ruf hat. Wenn dann die Bedrohung durch im ersten Moment nicht wirklich furchteinflössende Tierchen entstehen soll, wird es eigentlich kritisch.


"Frogs" ist sicher kein Meilenstein des Genres, doch er gewinnt ungemein durch seinen Anspruch, nicht in erster Linie als liebloser Trash zu funktionieren. McCowan baut recht souverän Spannung auf, verschönt einige alberne Momente durch wiederum gekonnte Einstellungen, die die animalischen Killer als sehr bedrohlich erscheinen lassen. Nicht nur das, sie sind die eigentlichen Sympathieträger. Für den Großteil der überheblichen, selbstverliebten Menschen scheint der Tod die gerechte Strafe.


Manchmal nah oder direkt am Unsinn, manchmal ziemlich gut eingefangen, insgesamt interessant und über weite Strecken spannend und atmosphärisch. "Frogs" ist ein 70er B-Movie mit viel Charme, einigen guten Ansätzen, einem teilweise gutem Cast (Ray Milland & Sam Elliott), Zeitgeist und einem nicht zu leugnenden Trashfaktor. Wer so was mag, liegt hier gar nicht so falsch.

6 von 10 Froschschenkeln für reiche Übermenschen

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