Review: FLYING SWORDS OF DRAGON GATE - Schwertkraft besiegt Schwerkraft


Fakten:
Flying Swords of Dragon Gate (Long men fei jia)
China. 2011. Regie und Buch: Tsui Hark. Mit: Jet Li, Zhou Xun, Fan Siu-wong, Chen Kun, Lunmei Kwai, Mavis Fan u.a. Länge: 122 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben. Ab 19. November 2012 auf DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray erhältlich.


Story:
China am Ende der Ming-Dynastie. Yu, ein eiskalter Beamter des Geheimdienstes, überzieht das Land zusammen mit seinen erbarmungslosen Männern mit Tod und Terror. Der Freiheitskämpfer Zhao scheint die einzige Hoffnung auf eine Beendigung der Unterdrückung zu sein. Nach einigen Reibereien kommt es im abgelegenen Gasthaus „Dragon Gate“ mitten in der Wüste zur entscheidenden Schlacht. Doch vorher gibt es noch einige Komplikationen.





Meinung:
Er wohl einer der bekanntesten und erfolgreichsten Regisseure aus China: Tsui Hark. Mit seiner „Chinese Ghost Story“ und seiner Tätigkeit als Produzent schrieb der Filmgeschichte, doch trotz allem ist ihm, im Gegensatz zu seinem Kollegen John Woo nie wirklich der richtige Durchbruch im Westen gelungen. Das hatte Hark auch gar nicht nötig, auch wenn er es mit bescheidenen Schnellschüssen wie „Knoff off“ oder „Double Team“ (beide mit Jean Claude Van Damme) durchaus versucht hatte. Mit „Flying Sword of Dragon Gate“ inszenierte Hark 2011 den ersten in 3D gedrehten Film aus China. Abseits von dieser technischen Komponente ist sein Eastern mit Jet Li in der Rolle des Freiheitskämpfers Zhao aber ein recht klassischer Wuxia-Film. Hier heißt es Schwertkraft besiegt Schwerkraft, die Erdanziehung lässt sich beliebig austricksen  und die wildesten und übertriebensten Aktionen sind für die meisten Protagonisten des Films ein Kinderspiel. Nebendrein gibt es dann auch noch altbewährte Heldenmodelle und fiese Schurken die man entweder an ihrer Androgynität oder Verunstaltungen wie etwa Narben erkennt. Ja, ein waschechter Wuxia.


Zhao (Jet Li) kämpft, egal ob in der Stadt, in der Wüste oder auf hoher See
Fans den Genres sollten hier sofort zugreifen. Das Setting passt, die Bilder sind oft genug gelungen um den Film als Augenweide in Erinnerung zu behalten und auch wenn die meisten Effekte sich fremdkörperartig ins Geschehen einfügen hinterlässt diese Schwachstelle keinen wirklichen bleibenden Eindruck. Doch „Flying Swords of Dragon Gate“ ist dennoch ein nur bedingt empfehlenswert für das Publikum, deren einziger Kontakt mit solch einer Art von Film die Big Player des modernen Kampfkunstfilms wie „Hero“ oder „Tiger & Dragon“ waren. Tsui Hark hat etwas nämlich ganz und gar nicht im festen Griff seiner Regie: die Erzählung. Sein Film serviert zu viele angeblich wichtige Figuren auf und würfelt zu viele nicht unbedingt miteinander harmonierende, Genre-Versatzstücke zusammen, dass „Flying Swords of Dragon Gate“ zu oft zu oft bleiern brach liegt. Abseits seiner nicht immer durchgängig fulminanten aber stets übertriebenen Kampfszenen, ist der Film wenig erquicklich. Vor allem im Mittelteil ist die Luft ziemlich raus und Hark nimmt sich zu viel Zeit um mangelhatem Witz und ausreichendem Drama zu integrieren, ohne das etwas davon einen brauchbaren Wirkungsgrad erreicht. So wird seine Geschichte, die letztlich eine recht zapplige Mischung aus historischer Agenten-Jagd und mythischer Schatzsuche ist, noch weiter, noch voluminöser, ohne dass es jedoch etwas bringt. Anzumerken ist es aber, dass es schon ein recht radikaler wie auch gelungener Stilbruch ist, denn während zu Beginn der Film in großem Pomp schwebt, verbringen die Charaktere und somit auch der Zuschauer nach gut einer Stunde das meiste der Zeit in einem klapprigen Wirtshaus.


„Flying Swords of Dragon Gate“ ist kein sonderlich eindrucksvoller Vertreter des Wuxia Genres. Liebhaber dieser Art von Film sollten aber gut bedient werden und auch diejenigen, die sich  Tsui Harks Eastern nur wegen den Actionsequenzen ansehen sollten zwar nicht sonderlich imposant, aber immerhin zufriedenstellend unterhalten werden. Wer etwas mehr will, etwa eine packende Geschichte mit interessanten Figuren, der wird hier wohl nicht fündig werden.

5 von 10

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