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Review: BAD ASS 1-3 - Wenn Trash keine Entschuldigung mehr hat

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Fakten:
Bas Ass, Bad Asses, Bad Asses on the Bayou
2012-2015. USA. Regie und Buch: Craig Moss. Mit: Danny Trejo, Danny Glover, John Amos, Patrick Fabian, Ron Perlman, Joyful Drake, Charles S. Dutton, Andrew Divoff, Charlie Carver, Loni Love, Jimmy Bennett, ua. Länge: 85-90 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 oder 18 Jahren. Alle Teile ab dem 07.05.2015 auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Frank Vega wird zum Star der Popkultur, als er in einem Linienbus Nazis vermöbelt. Als „Bad Ass“ geht er nun auf Verbrecherjagd. Mit bösem Blick und Hüftbeutel.





Meinung:
Der erste Teil beruht auf wahren Begebenheiten, da im Jahr 2010 ein 67-jähriger Amerikaner einen Afro-Amerikaner verkloppt hat, nachdem er provoziert und angegriffen wurde. Wie ernst Craig Moss diese Verantwortung allerdings nimmt, merkt man schon an der Tatsache, dass aus dem Afro-Amerikaner im Film ein paar Skinheads wurden und aus dem Amerikaner, nun ja, Danny Trejo. Das macht zunächst ein wenig stutzig, ist aber noch irgendwie zu verkraften. Problematisch wird es dann später, wenn der Film das Material, das sich einwandfrei als Aufruf für Zivilcourage, Mut und Respekt benutzen lässt, mehr als fragwürdig behandelt. Verdrehung von Tatsachen, Überstilisierung und Verherrlichung von Gewalt eines Menschen, der als Held dargestellt hat und durch sein reines Auftreten nun einmal Potenzial zur Kultfigur hat. Eine fruchtbare Auseinandersetzung, und sei es nur ein Versuch, wird hier nicht geboten. Da kann dann auch keiner sagen „Ja, aber das ist ja ein Trash-Film“, denn auch solche Filme haben keinen Freifahrtsschein für Volksverdummung. Die hier und da vernehmbare Selbstironie gehört zu Filmen mit Danny Trejo ja mittlerweile genauso wie der versehentlichen Blicke direkt in die Kameralinse. Hier jedoch wird auch diese Ironie so ungelenk ausgeführt, dass sie schnell in Leichtfertigkeit umschlingt und den Film und die Figur schnell respektlos werden lässt. Und so wird Gewalt irgendwann nicht mehr zur Selbstverteidigung angewandt, sondern um „fetten Respect“ zu bekommen oder um an Informationen zu kommen oder einfach nur zum Spaß. Und damit ist er genau wie die Skinheads, über die er sich anfangs gestellt hat. Nur dass das dem Film nicht klar ist.
Hätte der Film diese Grundthematik richtig behandelt, dann wären mir wohl auch all die Tausend Kleinigkeiten, wie das Drehbuch, die Musik, die Kamera, die Schauspieler, die Regie, der Schnitt, usw, egal gewesen, die mit viel Liebe vielleicht noch als drittklassig bezeichnet werden können. Aber da beides nicht stimmt, kann man den Film nur als Vollgurke in allen Belangen bezeichnen. Als Trash, der sich nicht aus der Affäre ziehen kann, da er „nur Trash“ ist, weil er dafür zu leichtfertig die einfachsten Möglichkeiten versiebt.

1 von 10 planlosen Darstellern




Meinung:
Das Gerüst, ja sogar das Lied im Vorspann und so mancher Dialog, ist exakt aus Teil 1 übernommen. Man könnte bestimmt die Zeit stoppen und die Punkte in der „Handlung“ vergleichen. Andererseits, und das ist beruhigend, fällt in Teil 2 der reale Hintergrund der Geschichte weg. Frank Vega ist nur noch ein Schatten seines Schattens, eine Parodie seiner selbst und wird genauso herzhaft von Trejo und Konsortien auf den Punkt in den Sand gesetzt. Craig Moss trägt sich und sein Lebenswerk, seine einzige Hoffnung auf irgendwas, selbst zu Grab und zeugt von seinem Leiden an einer Gehirnaktivitäts-Allergie, wenn er Frank Vega, den Ritter für Schwache missversteht und umkehrt in einen Selbstjustizler, der Marke Erst-Austeilen-Dann-Fragen. Warum nochmal ist Vega hier der Protagonist? Ach, weil er „Danke“ sagt, wenn er eine Auskunft ausgeprügelt hat. Vega ist einer, der sich mit seinen Gewalttaten brüstet, der stolz ist und prahlt und damit wird er zum Gegenteil des Helfers für alle Unterdrückten. „Badass“ sind Trejo und Glover nicht, verherrlichend, eskalierend und komplett blind dagegen schon. Während der erste Teil sich seiner Unkenntnis noch relativ unbewusst war und deshalb fast schon bemitleidenswert ist, versucht dieser Film hier stets mehr zu sein, als er ist. Was natürlich zum Scheitern verurteilt ist. Kläglichst. Und dann passiert etwas, was der Todesstoß für einen jeden Trash-Film ist: Es wird langweilig. Im Vergleich zum 1. Teil ist dieser hier wahrscheinlich das kleinere Übel, weil keine geschichtliche Tat  die Basis der Geschichte bildet und so auch nicht vom Film gepflegt ignoriert werden kann. Aber der Unterschied ist wiederum so minimal, dass man sich fragt, wer bei Filmen, die alles, wirklich alles versemmeln, schon auf die Kleinigkeiten achtet. 

2 von 10 vermiesten Zooms





Meinung:
Wer hätte es gedacht? Niemand. Aber sie haben es tatsächlich geschafft: Die technische  Umsetzung wurde tatsächlich noch schlechter. Das muss man wahrscheinlich auch erst einmal mit ein wenig Anerkennung erwähnen, wenn man weiß, wie die ersten beiden Filme aussehen. Das dritte Abenteuer mit dem Herren, der offensichtlich doch nicht zu alt für diesen Scheiß ist und seinem Kumpel, der nie zu alt für irgendeinen Scheiß sein wird, ist tatsächlich noch selbstherrlicher, verblendeter, peinlicher und erbärmlicher als die vorangegangenen Teile, aber immerhin auch kürzer. Die Handlung ist genau wie in Teil 2 komplett von irgendeinem realen Hintergrund der Popkultur gelöst und ist deshalb wenigstens nicht als verherrlichend oder Respektlosigkeit im Umgang mit Geschichte zu werten. Wenn man die Filme von Craig Moss kennt, möchte man an dieser Stelle fast schon ein wenig stolz sein, aber nein, es ist ja noch nicht Weihnachten. Denn auch wenn das erst einmal gut klingen mag, Teil 3 macht immer noch die gleichen Fehler wie seine Vorgänger und zeugt damit von einer beeindruckenden Ignoranz. Dennoch: Die Story entledigt sich von jeglichen Pflichten und zeigt nur noch zwei alte Säcke, die andere Leute aufmischen. Handelte es sich vorher hauptsächlich um Nazis und Mexikaner sind es hier Nazis und Hinterwäldler. Der Mix macht’s. Und doch, einen einzigen kleinen Lichtblick gab es in der Mitte des Tunnels. Der Charakter, der von John Amos grandios verkörpert wird (Spaß). Er deutet nämlich zunächst den Hauch von Differenziertheit und Moral an (kein Spaß). Aber dann vollzieht er einfach so eine vollkommene Kehrtwende und ist genau so ein Depp wie die anderen beiden. Manche wollen einfach nicht dazulernen. Was bleibt zu sagen? Das nächste Abenteuer geht nach Bangkok. Na dann.

2 von 10 jämmerlichen Schnitten


von Smooli

Review: DER EINZIGE ZEUGE – Integration auf Zeit

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Fakten:
Der einzige Zeuge (Witness)
USA. 1985. Regie: Peter Weir. Buch: William Kelley, Earl W. Wallace, Pamela Wallace. Mit: Harrison Ford, Lukas Haas, Kelly McGillis, Danny Glover, Viggo Mortensen, Alexander Godunov, Josef Sommer, Patti LuPone, Timothy Carhart u.a. Länge: 112 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der siebenjährige Samuel Lapp wird Zeuge eines Mordes. Der ermittelnde Polizist John Book beschließt ihn und seine Mutter zu verstecken. Doch der Mörder findet Book und die Lapps und verletzt den Polizisten schwer. Daraufhin fliehen die drei in eine Amisch-Gemeinde, in der Hoffnung, dass sie dort sicher sind.





Meinung:
Der in Sydney geborene Peter Weir ist ein echter Tausendsassa und fühlt sich in mehr Genres heimisch, als mancher Regisseur Zeit seines Lebens Filme veröffentlichen durfte: Angefangen mit seinem von einer ungemein suggestiven Mystik geschwängerten „Picknick am Valentinstag“, der den Filmmarkt aus Down Under zusammen mit Nicolas Roegs „Walkabout“ in den 1970er Jahren richtig ins Rollen brachte, hat der melancholische Romantiker Weir mit dem Jugend-Drama „Der Club der toten Dichter“, der Medien-Satire „Die Truman Show“ und den historischen Stoffen „Master & Commander – Bis ans Ende der Welt“ wie „The Way Back – Der lange Weg“ seine Wandelbarkeit ein ums andere Mal unter Beweis gestellt. Unter seinen Fans wie in  weitreichenden Cineastenzirkeln wird allerdings keiner dieser Filme als Weirs Opus magnum gehandelt. Vielmehr wird die Romanadaption „Mosquito Coast“ genannt, in der Harrison Ford 1986 einen Aussteiger mimte, der der Konsumgesellschaft ein für alle Mal den Rücken kehrte und nach Südamerika auswanderte. Als ebenso beliebt gilt auch der für 8 Oscars nominierte „Der einzige Zeuge“.


John Book unter Amisch
Wie in dem ein Jahr später erschienenen „Mosquito Coast“ verkörpert der sich in der Mitte der 1980er Jahre auf dem Höhepunkt seiner Karriere befindende Harrison Ford mit dem couragierten Großstadtpolizisten John Book erneut den Hauptdarsteller (übrigens die einzige Rolle, für die Ford jemals für einen Academy Award nominiert wurde). Dieser befragt den siebenjährigen Samuel, der einen vom korrupten Detective Lt. James McFee (Danny Glover) ausgeführten Mord auf der Bahnhoftoilette mitangesehen hat. Samuel gehört der Glaubensgemeinschaft der Amish People an, die den technischen Fortschritt großzügig ablehnen, keine Elektrizität benutzen und streng nach den Regeln der Bibel verkehren: Ein schlichtes Leben ist das höchste Gut der Amischen. Als McFee dann in einer Tiefgarage auf Book trifft und ihm eine Kugel in den Bauch verpasst, sieht dieser sich gezwungen unterzutauchen und versteckt sich in der Amischen-Gemeinschaft von Rachel (Samuels Mutter, gespielt von Kelly McGillis) und ihrem Sohn. Ein rigoroser Culture-Clash bahnt sich an!


Ist der kleine Samuel wirklich in Sicherheit?
Das Besondere an „Der einzige Zeuge“ ist, wie es Peter Weir und das Drehbuch tunlichst vermeiden, die Gepflogenheiten der Amish People der Lächerlichkeit preiszugeben, sondern primär die soziokulturellen Differenzen sensibel und wertfrei thematisieren: „Der einzige Zeuge“ denunziert nicht, aber er idealisiert auch nicht, was schon eine große Kunst für sich ist. Mit wunderbar-naturalistischen Bildern, deren malerische Kraft an das Kino eines Terrence Malick („In der Glut des Südens“) gemahnen, bäumt sich ein Scheunenbau in der Mitte des Films zu einem der schönsten, symbolistischen und memorabelsten Augenblicke auf. Auch wie „Der einzige Zeuge“ die scheuen, aber durchweg von gegenseitiger Begierde elektrisierten, Annäherungsversuche zwischen John Book und Rachel darstellt, zeugt von einem enormen Feingefühl. „Der einzige Zeuge“ ist in seinem Narrativ sorgfältig ausbalanciert und dabei sowohl klassischer Thriller, als auch aufrichtiges Sittengemälde, welches mit einem stilistisch sehr an einen Western erinnernden Finale aufwartet, um zwischen all diesen Aspekten noch eine leise, sensitive Liebesgeschichte einzuflechten.


Nicht umsonst gilt das Drehbuch als Referenzwerk an Filmhochschulen, haben William Kelley, Earl W. Und Pamela Wallace doch mit ihrem Skript zu „Der einzige Zeuge“ Famoses geleistet: Ohne sich zu verheddern, pejorativen Zwischentönen Auftrieb zu verleihen oder sich in grobschlächtigen Gesten zu vergessen, ist „Der einzige Zeuge“ subtiles, einfühlsames Kino, das sich nicht nur in seiner Milieu-Studie immer frei von Vorurteilen gibt, auch die Schauspieler und das Handwerk (vor allem der Schnitt!) lassen keine Tadel zu. Ein besonderer Film.


7,5 von 10 Verstecken im Mais


von souli

Specials: Sie sind zu alt für diesen Scheiß - LETHAL WEAPON-Retrospektive

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LETHAL WEAPON – ZWEI STAHLHARTE PROFIS (1987)
Zynische Legitimation von unzweckmäßiger Polizeigewalt? Ach so. Wenn man „Lethal Weapon“ wirklich so verkopft gegenübertreten möchte, dann bietet er sicher genug Angriffsfläche, um ihn kurzerhand durch jedwede Stigmatisierung zu verdammen. Nur würde man sich damit gleichwohl jede nötige (Sub-)Genre-Affinität aberkennen, mit der man problemlos erkennen würde, dass „Lethal Weapon“ ein prägendes Buddy-Movie wie aus dem Lehrbuch darstellt. Ganz Kind der goldenen 1980er Jahre und doch wird man irgendwie nie zu alt für diesen ebenso zeitlosen Scheiß. Die beiden Hauptprotagonisten (Großartig: Mel Gibson & Danny Glover) bewegen sich auf ein und demselben Level, niemand versucht dem anderen die Präsenz zu nehmen oder auszustechen. Riggs und Murtaugh sind Charaktere mit Ecken und Kanten, Menschen, keine Maschinen, vollkommen unterschiedlich in ihrer charakterlichen Disposition, aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und im besten Fall, wie hier, ergeben sie einen mehr als sympathischen Einklang, der den Zuschauer in Windeseile um den Finger zu wickeln versteht. Darüber hinaus glänzt „Lethal Weapon“ mit astreiner, dem Umständen entsprechend harter 80s-Action und treffsicheren Humor, der sich nie im Bereich unnötiger Albernheiten aufhält, sondern den zuweilen durchaus düsteren Charme aufrecht hält. Richard Donners großartiger Startschuss für eine der qualitativ konstantesten Reihen, die man einfach gern haben muss.


6 von 10 weit aufgerissenen Augen


von souli


LETHAL WEAPON 2 – BRENPUNKT L.A. (1989)
Auch in Teil 2 sind Mel Gibson und Danny Glover als ungleiches und doch so eng verbandeltes Buddy-Cop-Paar unterwegs. Wieder macht es verdammt viel Spaß, Murtaugh und Riggs zuzusehen, wenn sie sich gegenseitig aufziehen und die bösen Jungs durch die Straßen jagen. Aber halt, diesmal ist noch ein Dritter dabei. Joe Pesci begleitet als nerviger und gleichzeitig doch sympathischer Sidekick Leo Gertz die beiden Cops durch L.A. Oder halt, sie begleiten ihn, denn eigentlich sollen die ihn als Kronzeugen ja beschützen, aber stattdessen nehmen sie Gertz einfach überall mit hin. Das sorgt für viele irrwitzige Dialoge, die in ihrer Spritzigkeit schon fast an Wilders Screwball-Komödien erinnern. Die coole Action, ein paar Explosionen inklusive, ist teilweise knüppelhart und sorgt für einige Wow-Momente, aber auch für Politik rund um das damals brandaktuelle, schreckliche Apartheitsregime in Südafrika und einige große Gefühle ist Platz, wenn Riggs zum Beispiel über den Verlust seiner Ehefrau spricht. Trotzdem ist der Film nicht traurig, sondern verdammt unterhaltsam. Schuld daran ist natürlich der grandiose Humor, der nicht zu übertrieben daherkommt, aber dennoch radikal genug ist, um das Grinsen nie wirklich aus dem Gesicht zu bekommen. Seinem hervorragenden Vorgänger steht „Lethal Weapon 2 – Brennpunkt L.A.“ in nichts nach.


8,5 von 10 Klobomben


von Kobbi


LETHAL WEAPON 3 – BRENPUNKT L.A. – DIE PROFIS SIND ZURÜCK (1992)
Nachdem sich die „Lethal Weapon“-Reihe im direkten Vorgänger noch konsequent gesteigert hatte, flacht Teil 3 ernüchternd ab. Nicht nur durch Quassel-Gnom Joe Pesci stieg im zweiten Teil der Humor deutlich an, dennoch verlor das erste Sequel die teils grimmige Härte des Originals nicht gänzlich aus den Augen. In „Lethal Weapon 3“ sieht das anders aus. Es wird noch mehr gefrotzelt und gekalauert, wirklich witzig ist es dabei leider selten. Der Gute-Laune-Faktor wirkt sehr gezwungen und beinahe gequält, nervt eher als es gefällt. Es scheint bald so, als hätte man gar keine echte Idee für ein weiteres Sequel gehabt und verlässt sich selbstsicher auf die Chemie seines Hauptdarstellerduos. Die ist nach wie vor vorhanden, kann allerdings nur sehr bedingt über die sehr maue Story hinwegtäuschen. Das Skript ist relativ schwach, klatscht Schießereien und Handgemenge holperig aneinander, von Logik wollen wir gar nicht erst anfangen. Zumindest ist die Action gewohnt handfest und souverän inszeniert, da gibt es wenig zu meckern. Das und die geschmeidigen Hauptdarsteller, die mit der nötigen Spielfreude agieren, heben ein an sich eher versemmeltes Sequel noch minimal über den Durchschnitt. Schwächster Teil der Reihe, die Jahre später doch noch rund abgeschlossen wurde (Stand heute, vielleicht sind sie doch noch nicht zu alt für diesen Scheiß).


5,5 von 10 Löchern in der schusssicheren Weste


von JackoXL


LETHAL WEAPON 4 – ZWEI PROFIS RÄUMEN AUF (1998)
In Anbetracht der 12jährigen Tradition der Reihe ist Teil 4 ein wirklich vitales Stück Actionkino mit Jet Li als Export-Schurke. Was Teil 4 letztlich so gut macht, sind nicht nur die Actionszenen, der Witz oder das Zusammenspiel der Akteure, welches sich seit dem ersten Teil routiniert weiterentwickelt hat und nicht erst seit diesem Teil sich homogen in Richard Donners Inszenierung einfügt, nein, wenn am Ende der Abspann läuft und die Bilder vom Filmteam über die Leinwand flackern, ist anzumerken, dass die Figuren über die Jahre einfach zu einer Familie geworden ist. Die Cosbys des Action-Genre (siehe Titelbild). Damit sind nicht nur Riggs und Murtaugh gemeint sondern auch die kleinen, punktuell immer wieder amüsanten bis herzlichen Auftritte wie etwa die von Rogers Frau, die Martin die Wäsche macht oder der Captain (Richard Donner Gefährte William Devane, der so gut wie in jedem Film des Regisseur mitwirkte), der die zwei Chaoten-Cops in Teil 4 auch noch befördern muss. Die „Lethal Weapon“ – Reihe hat es geschafft fast schon etwas Familiäres aufzubauen, genau dieses Attribut fehlt den neueren Buddy-Movies und deswegen wird „Lethal Weapon“ noch lange auf dem Thron sitzen bleiben. Mit diesem, sehr wahrscheinlich letzte Teil der Reih, schließt sich das Kapitel um die ungleichen Cops zufriedenstellend a. „Lethal Weapon“ ist einer der wenigen Filmreihen, die sich in keinem teil eine Blöße geben (auch wenn Kollege JackoXL dies anders sieht).


7 von 10 Lachgasfoltern


von stu

Review: TOKAREV - Nicolas Cage, die Karikatur

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Fakten:
Tokarev
USA. 2014. Regie: Paco Cabezas. Buch: Jim Agnew, Sean Keller. Mit: Nicolas Cage, Rachel Nichols, Michael McGrady, Max Ryan, Danny Glover, Aubrey Peeples, Elena Sanchez, Peter Stormare, Pasha D. Lychikoff u.a. 98 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 13. Mai auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Paul Maguire ist ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, doch dies war nicht immer so. Früher bewegte er sich in den Kreisen von Gangstern und brutalen Mördern. Genau diese Vergangenheit holt ihn ein, als seine Tochter entführt und ermordet wird. Die Tatwaffe: eine Tokarev, die Lieblingswaffe der Russenmafia. Für Paul ist klar, er muss sich seiner Vergangenheit stellen.





Meinung:
Oscar-Preisträger, gefeierter Darsteller in vielen hochgelobten Filmen und in den 1990ern ein echter Action-Heroe. Ja, die berufliche Vergangenheit des Nicolas Cage lässt nicht gerade den Schluss zu, dass er heutzutage gefühlt alle paar Wochen in einem neuen Quatschfilm für den Heimkinomarkt mitwirkt. Eigentlich hätte Cage das Zeug gehabt auch 30 Jahre nach seinem Karrierestart immer noch unter den Top-Akteuren Hollywoods zu sein, doch mittlerweile hat er sich vom ernsthaften Darsteller zu einer reinrassigen Parodie seiner Selbst gewandelt. So gesehen funktioniert „Tokarev“ zwar nicht als Rache-Thriller aber zumindest als Karikatur.


Cage grimassiert sich in Rage
„Tokarev“ will aber eben doch ein Thriller sein. Ein düsterer, hoffnungsloser, brutaler Rachefilm, über einen verzweifelten Vater/Ex-Gangster/Nicolas Cage der den Mord an seiner Tochter vergelten will und dafür seine guten Sitten vergisst und mit zwei Freunden alte Mafiamethoden wieder ausgräbt. Das hat Folter, Messerstiche, Prügel und Schusswechsel zur Folge, nur keinen konstanten Spannungsbogen. Dafür immense dramaturgische wie narrative Schwächen, etwa Zeitsprünge die so grobmotorisch verwendet werden, dass sie den erzählerischen Fluss zerfetzen. Bis es dazu kommt ist die Cage-Show aber schon im vollen Gange. Cage schreit, grimassiert sein Gesicht als wäre er Jim Carrey auf Speed, schaut wie eine ausgestopfte Eule in der Gegend rum und wedelt tollwütig mit seinem Gliedmaßen herum. Damit empfiehlt er sich als menschliches Äquivalent des Animals von den Muppets. Problem: wirklich unterhaltsam ist dieses Overacting nicht mehr, vor allem weil „Tokarev“ dieses Attribut nicht als integrierte Zirkusnummer nutzt, um den – nett ausgedrückt – gediegenen Plot aufzulockern, sondern wirklich versucht dem Publikum als ernsthafte charakterliche Auseinandersetzung zu verkaufen.


Cage hat kein Pokergesicht
Dramaturgisch und erzählerisch schwach, aber die Action ist dafür gelungen? Leider auch nicht. Zwar bietet Regisseur Paco Cabezas („Neon Flesh“) kurze Shoot-Outs, die ein wenig an „Dredd“ und seine SloMo-Ästhetik erinnert, abseits von diesen marginalen Ausreißern gibt es aber wenig zu sehen und zu entdecken. Cabezas und seine zwei Drehbuchautoren, die u.a. für Dario Argentos Flop „Giallo“ mitverantwortlich waren, sind gar nicht an Action der Marke „Ein Mann sieht rot“ oder „96 Hours“ interessiert. Es ist wirklich das menschliche Drama, was sie fokussieren. Dank bescheidener Dialoge, einer unmotivierten Geschichte und dem Clown namens Nicolas Cage sind diese Absichten aber allesamt zum Scheitern verurteilt. Ein Scheitern was dank eines gravierend tölpelhaften Endes einen kompromisslos lächerlichen Höhepunkt findet, welches versucht das menschliche Drama zu unterstreichen. Unterstriche wird aber dann doch nur, dass „Tokarev“ ziemlich zerfahrener Unsinn ist. Quasi eine traurige Geschichte, die wegen der Art und Weise der Erzählung zu einer peinlichen Klamotte verkommt.


Ach Nicolas Cage, was ist nur auf dir geworden. Ist der Geldmangel wirklich so schlimm, dass du in Filmen wie diesem mitwirkst? Diese Frage kann wohl nur Cage selbst beantworten, oder sein Steuerberater. So lange bleibt Hoffnung zurück, dass er aus dieser Direct-To-DVD-Tragödie eines Tages ausbrechen kann. Vielleicht ja mit dem Drama „Joe“ von „Prince Avalanche“-Regisseur David Gordon Green. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wenn sie stirbt, dann sollte sie vn Cage gespielt werden. Dieses Todesszene wird bestimmt wieder ein Highlight werden. Ob nun im negativen oder positiven Sinne, sei mal dahingestellt.


2 von 10 Gummigesichtern