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Review: VACATION - WIR SIND DIE GRISWOLDS - Wären sie besser daheim geblieben

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Fakten:
Vacation – Wir sind die Griswolds (Vacation)
USA. 2015. Regie und Buch: Jonathan Goldstein und John Francis Daley. Mit: Ed Helms, Christina Applegate, Skyler Gisondo, Steele Stebbins, Leslie Mann, Chris Hemsworth, Chevy Chase, Beverly D’Angelo, Charlie Day, Ron Livingston, Regina Hall, Keegan-Michael Key, Michael Peña, Kaitlin Olson, Nick Kroll, Tim Heidecker, Elizabeth Gilles, Norman Reedus u.a. Länge: 99 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 7. Januar 2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich..


Story:
Rusty Griswold tritt in die Fußstapfen seines Vaters. Damit die Familie wieder mehr zusammenrückt, macht er mit seiner Frau Debbie und ihren beiden Söhnen eine Reise durch das Land zur "Walley World", Amerikas beliebtestem Familien-Erlebnispark.




Meinung:
In Mike Judges Zivilisationssatire „Idiocracy“ wird die Theorie aufgestellt, dass in knapp 500 Jahren der erfolgreichste Film aller Zeiten den Titel „Ass“, also Arsch, tragen wird. Auf der Leinwand zu sehen ist 90 Minuten lang ein blanker Po. Das ist übertrieben, weit hergeholt und sogar ziemlich absurd. Doch regelmäßig erscheinen immer wieder Filme, die diese Entwicklung – vor allem im Bereich des komödiantischen Films – wieder äußerst real und vor allem plausibel erscheinen lassen. Einer von ihnen ist „Vacation – Wir sind die Griswolds“, zeitgleich der erste Filme vom Autoren Duo Jonathan Goldstein und John Francis Daley („Kill the Boss“) und der allererste Versuch die Kultfamilie Griswolds wieder erfolgreich auf die Leinwand zu bringen.


Einer der Griswolds wird gleich ordentlich kotzen
In den 1980er Jahren war es noch Komiker Chevy Chase, der als ewiger Gutmensch und klassisches Familienoberhaupt Clark Griswold seine Lieben durch köstlich amüsante wie meist auch herrlich chaotische und kuriose Abenteuer manövrierte. Mit „Vacation – Wir sind die Griswolds“ versucht sich nun Ed Helms (bekannt aus der „Hangover“-Trilogie) als erwachsener Griswold-Spross Rusty (in einigen früheren Filmen von „The Big Bang Theory“-Star Johnny Galecki gespielt), in die Fuß- , bzw. Reigenspuren seines Vaters zu treten. Das Ergebnis ist eine R-Rated-Comedy, die brav eine Reisestation nach der anderen abhakt – ganz wie der allererste Film mit den Griswolds, auf den sich „Vacation – Wir sind die Griswolds“ bezieht. Bei jedem Zwischenstopp auf dem Weg zum Freizeitpark Whalley World stolpert die Familie von einem Malheur zum anderen. Das ist einfachste Genre-Mechanik und gewiss kein Grund warum die neue Generation der Griswolds in ihrem ersten (und hoffentlich auch letzten) Einsatz mit negativer Bravour scheitert.


Onkel Stone hat nicht bloß einen langen Gartenschlauch
Das Problem von „Vacation – Wir sind die Griswolds“ ist viel mehr seine spröde Kreativlosigkeit. Sein Unwillen humoristisch mehr zu bieten als spackige Sex-, Fäkal-, Kotz- und Gewaltwitze aufzufahren, deren Pointen teilweise so undynamisch und faul daher kommen, dass es schon etwas kompromittierendes hat, dass sich „Vacation – Wir sind die Griswolds“ wirklich als cineastischer Nachfahre einer insgesamt doch recht überzeugenden Komödienreihe (über den Las Vegas-Trip und etwaige Direct-to-DVD-Sequels schweigen wir uns einmal aus) versucht. Die Originalfilme besaßen dazu trotz dem ganzen Chaos und der schrillen Trotteligkeit von Familienvater Clark auch immer etwas Liebenswertes wie wärmendes. Davon ist bei „Vacation – Wir sind die Griswolds“ aber nichts mehr zu spüren. Es ist eine kalte, eine zutiefst konzeptionelle Komödie die blindlinks den gängigen, mittlerweile einfach ausgeschröpften Maßeinheiten der amerikanischen R-Rated-Comedys hinterherjagt und dabei niemals auch nur einen Moment der Einzigartigkeit zu generieren vermag. Außer müden Geschmacklosigkeiten  in Form von rabiaten wie wenig einfallsreichen Übertreibungen fährt das Regie-Debüt von Jonathan Goldstein und John Francis Daley nichts auf.


„Vacation – Wir sind die Griswolds“ ist, wenn man ihn in einem Atemzug mit den klassischen Griswolds-Abenteuern wie „Die schrillen Vier auf Achse“ oder „Schöne Bescherung“ nennt, eine regelrechte Beleidigung den Originalfilmen gegenüber. Ein schamlos ideenarmes Vehikel für Sonderschulhumor und pubertärem Nervklamauk. Da helfen auch die diversen Cameos und Gastauftritte nicht mehr viel weiter.


1 von 10 Kannibalenkühen

Trailerpark: Die großen Chefbezwinger sind zurück - Erster Trailer zu HORRIBLE BOSSES 2

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Die Fortsetzung zu „Horrible Bosses“, hierzulande unter dem Titel „Kill the Boss“ bekannt, hat nun den ersten Trailer spendiert bekommen. Darin sind fast alle Stars des Vorgängers zu sehen. Nur Colin Farrell scheint beim Sequel nicht mehr mitzumischen. Dafür bekommen es Jason Sudeikis, Charlie Day und Jason Bateman diesmal mit Christoph Waltz („Inglorious Basterds“) zu tun. Waltz spielt einen fiesen Finanzhai, der dem Trio, welches eine eigene Firma aufbauen möchte, das Leben schwer macht. Ob es aber eine gute Idee ist, den Sohn (gespielt von Chris Pine) des miesen Raffzahns zu entführen, wird sich wohl zeigen müssen. Schade, dass davon im Trailer noch nichts zu sehen ist. Na ja, wird noch kommen, denn bis zum geplanten Kinostarts am 27. November in den USA, wird gewiss noch eine ganze Trailerlawine über uns her rollen. Regie führt diesmal übrigens Sean Anders, der auch am Script mitschrieb. Anders bisherige Filmographie liest sich leider alles andere als begeisternd. Vor allem seine Regie in „Der Chaos-Dad“ lässt wenig gutes für „Horrible Bosses 2“ hoffen. Nun gut, abwarten.


Review: KILL THE BOSS - Mausgrau statt pechschwarz

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Fakten:
Kill the Boss (Horrible Bosses)
USA, 2011. Regie: Seth Gordon. Buch: Michael Markowitz, John Francis Daley, Jonathan Goldstein. Mit: Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Kevin Spacey, Jennifer Aniston, Colin Farrell, Jamie Foxx, Julie Bowen, Donald Sutherland u.a. Länge: 94 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die drei Freunde Nick, Dale und Kurt haben zwar unterschiedliche Jobs, aber das gleiche Problem: Ihre tyrannischen Chefs machen ihnen das Arbeitsleben zur Hölle. Ein Arbeitsplatzwechsel kommt nicht in Frage, so kann es allerdings auch nicht weiter gehen. Sie schmieden einen drastischen Plan: Ihre Vorgesetzten müssen sterben. Doch wie begeht man drei Morde, wenn man nicht erwischt werden will und zudem nicht gerade der geborene Schwerverbrecher ist? Eine hektische Kettenreaktion kommt in Gang.



                                                                        



Meinung:
Wenn wir ganz ehrlich sind, haben viele von uns sich nicht schon mal gewünscht, unseren Chefs den Hals umzudrehen? Der Arbeitsplatz kann schon ein ziemlich stressiger Ort sein und wenn nach einem Tag voller Niederschläge oder sogar Demütigungen der ein oder andere aus einer Bierlaune heraus gefrustet diesen Wunsch äußert, gar nicht so abwegig. Dabei bleibt es dann in der Regel. Wenn dem nicht so ist, bietet das grundsätzlich den Stoff für eine bissige, rabenschwarze Komödie. Sollte die dann nur eine zahnloser, erschreckend unkreativer und im besten Fall zu einem müden Schmunzeln anregender Schnellschuss sein, ist man wohl bei „Kill the Boss“ gelandet.


Dagegen wirkt Stromberg seriös.
Mal ganz unabhängig davon, wie wenig nachvollziehbar es ist, dass sich drei völlig harmlose und eher als Waschlappen zu bezeichnende Dünnbrettbohrer ihr lapidar geäußertes Vorhaben tatsächlich umsetzen wollen. Ihre Sklaventreiber sind zwar in der Tat besonders hassenswerte Exemplare, nur wenn das jetzt reicht, würde die Zahl der Kapitalverbrechen und Stellenausschreibungen in Führungspositionen in exorbitante Höhen schießen. Darin liegt jedoch nicht das Hauptproblem, schließlich muss der Stein ja irgendwie ins Rollen gebracht werden und bei einer Komödie mag man da gerne ein Auge zudrücken, solange das Wesentliche überzeugt. Witzig sind die unbeholfenen Mordpläne der drei Biedermänner leider selten bis eher nie. Die üblichen Gags um Sex und Körperausscheidungen sind mindestens so deplatziert wie das Hauptdarstellertrio, welches durch die übermächtige Konkurrenz im Hintergrund nie auch nur eine Chance hat, den Film an sich zu reißen. Die wahren Stars sind natürlich die widerlichen Bosse, oder zumindest 2/3 von ihnen. Zumindest ist das Vorhaben, die bekannten Gesichter gegen ihr oft gezeigtes Image zu besetzen, ganz nett. Kevin Spacey ist als rücksichtloser Kotzbrocken zwar heillos unterfordert, spielt dennoch mühelos alles an die Wand. Colin Farrell zeigt mit Abstand die meiste Spielfreude als schlecht gekämmte Koksnase, darf diese leider nur recht kurz in die Kamera halten. Jennifer Aniston überzeugt dagegen überhaupt nicht als sexgeiles Luder, Wandlungsfähigkeit gehört nicht gerade zu ihren Stärken, wie sie eindrucksvoll untermauert.


Das die keinen Job mehr bekommen würden, verwundert kaum.
Selbst das wäre aber noch zu verkraften, wenn Jason Bateman (der noch am erträglichsten), Charlie Day und Jason Sudeikis nicht so schrecklich blass, uncharismatisch und unsympathisch wären. Gönnt man ihnen das gelingen ihres (eigentlich nicht vorhandenen) Plans? Eher nicht. Dafür tun sie auch nicht wirklich was, außer sich hektisch die Bälle zuzuwerfen, zu jammern und im Fall von Day nervtötend zu kreischen. Aufgelockert wird die gähnende Langeweile kurz mal durch Jamie Foxx als schwerkrimineller Videopirat „Motherfucker“ Jones. Dass sein eigentlich auch nicht so wirklich witziger Auftritt schon als Highlight angesehen werden muss, sagt praktisch alles. Statt fiesem Humor und böser Einfälle, was man bei der Prämisse erhoffen dürfte, gibt es nur müden Klamauk mit schlechtem Timing und ein enttäuschend unspektakuläres Finale, das nicht ansatzweise die Erwartungen erfüllen kann. Wenn schon direkt die ähnlich gelagerte Hitchcock-Hommage „Schmeiß die Mama aus dem Zug“ von Danny DeVito erwähnt wird, sollte man sich zumindest bewusst sein, wie so was funktionieren kann. Davon ist dieser harmlose, unreife und lahmarschige „Spaß“ meilenweit entfernt.


Ein einfallsloses Durcheinander, welches nur durch die namenhaften und zumindest bemühten Nebendarsteller einen Hauch von Glanz versprüht. Im Endeffekt sind die genauso verschenkt wie das restliche Potenzial. Lustlose Komödie nach Vorschrift, abgemahnt und kurz vor der fristlosen Kündigung.

4 von 10 zweckentfremdeten Zahnbürsten

Review: PACIFIC RIM - Das Kind im Mann

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Fakten:
Pacific Rim
USA. 2013. Regie: Guillermo DelToro. Buch: Travis Beachem, Guillermo DelToro. Mit: Charlie Hunnam, Rinko Kikuchi, Idris Elba, Charlie Day, Diego Klattenhoff, Burn Gorman, Max Martini, Clifton Collins jr., Ron Perlman, Robert Kazinsky u.a. Länge: 131 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren.
Ab 17. 12. 2013 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D.



Story:
Aus den Tiefen des Pazifiks kamen sie empor, die Kaiju, gigantische Kreaturen, die gnadenlos alles zerstören was ihnen begegnet. Die Menschen haben bereits enorme Verluste hinnehmen müssen, doch dank des Jaeger-Programms, riesige Roboter, die von zwei Piloten mittels deren Geistes gesteuert werden, gibt es noch Hoffnung in der Schlacht Mensch gegen Monster.





Meinung:
Der Mexikaner Guillermo DelToro ist bekannt für seinen eigenwilligen, phantastischen Stil. Egal ob Monster-Horror („Mimik“), Vampir-Action („Blade 2“), schauriges Märchen („Pans Labyrinth“) oder höllischer Superheld („Hellboy“), allen seinen Filmen gab er eine ganz eigene, individuelle Handschrift, doch auch wenn er gerne und oft dem Spektakel frönte, das Gefühl einen Blockbuster aus der Traumfabrik zu sehen, stellte sich – gottseidank – nie wirklich ein. Doch nun mit „Pacific Rim“ darf sich DelToro nach dem Ausstieg aus dem Mammut-Projekt „The Hobbit“ auch einmal an großen CGI-Effekten, millionenteuren Chaos und großen Pathos versuchen und um eines bereits jetzt klar zu machen, „Pacific Rim“ ist großes, nicht sonderlich cleveres Popcorn-Kino, welches unter der Führung eines anderen Regisseur gewiss zum Scheitern verurteilt wäre, doch DelToro gelingt es spielend aus dem gigantomanischen Kampf Riesenroboter gegen Monsterkollos den bis jetzt besten Blockbuster des Jahres zu machen und das schönste daran, der Film trägt eine individuelle Handschrift. Die eines Kindes.


Fitness der Zukunft: Jaeger steuern
"Pacific Rim“ macht bereits von Beginn an klar, dass die Realität, die zuletzt vom bräsigen „Man of Steel“ verbittert als Aufhänger genutzt wurde, hier Pause hat. Hochhausgroße Kreaturen aus einem Dimensionsportal am Grunde des Ozeans? Ja, das ist unreifer Blödsinn und dieser wird ohne ironische Seitenhiebe genutzt. Fantasy ist Trumpf! DelToro vertraut zum einen auf die Einfachheit der Handlung und lässt diese den Film bestimmen, wobei die eigentliche Antriebskraft von „Pacific Rim“ der infantile Spaß am Spektakel ist. Es scheint fast so als ob hier die Imaginationen eines Kindes auf der Leinwand zu bestaunen sind. DelToro malt mit satten Farben und errichtet mit technisierten Bauklötzen ein Grundgerüst simpelster Prämisse, welches dafür eine Faszination inne hat, die sonst eben nur Kinder haben. Das kann man lächerlich, enttäuschend oder einfältig finden, aber eben auch mitreißend und anziehend. Wenn sich die massiven Maschinen den gnadenlosen Kaiju in den Weg stellen, dann entfacht DelToro einen krawalligen Zauber aus Zerstörung und Technik, Physis und Staunen. Dem gegenüber steht allerdings eine Dramaturgie die all zu leicht ins Schleudern kommt. Wenn die Jaeger-Mechs eine effektive Waffe erst dann einsetzen, wenn es gerade spannungstechnisch passt oder warum einige der Milliarden teuren Weltenretter Rettungskapseln haben und andere wieder nicht wirkt gewiss mehr als nur einmal seltsam und steif konzipiert, aber die Welt um diese Makel bleibt dennoch pulsierend, ein lebendiger Ort direkt aus der Phantasie eines Achtjährigen, der mit einem Lego-Baukasten sein eigenes Reich, sein eigenes Abenteuer entwirft und nachspielt. Dieser Achtjährige ist Guillermo DelToro. Die Frage die sich stellt ist, ob man bereit dafür ist sein eigenes, inneres Kind zu wecken. Einen Versuch sollte es aber wert sein.


"Cloverfield" ist für Pussys
Zugegeben, dieses Kind spart nicht mit Pathos, dafür aber mit Patriotismus. „Pacific Rim“ sind Nationen genauso schnurz wie Realismus. Erfrischend. Genau wie das detailverliebte Design. Obwohl die Schlacht Mensch gegen Monster ein einziger CGI-Rausch aus den Hochleistungsrechnern der SFX-Firmen ist, wirkt es dennoch greifbar, auch wenn ein Jaeger mit einem Öltanker als Waffe einem Kaijun den Scheitel zieht. DelToro gelingt es nämlich die Größe und Masse der kämpfenden Kontrahenten jederzeit so herrlich übertrieben und dennoch verständlich darzustellen, das „Transformers“-Spezi Michael Bay von ihm lernen sollte. Wirken bei Bay die Scharmützel eher artifiziell und mickrig, trotz der Größe der kämpfenden Partein, protzt „Pacific Rim“ mit wahrem, herrlich übertriebener, technisierter Hypersomie, der sich auch in der Kampfgeschwindigkeit der Jaeger zeigt. Schnelle Aktionen und flinke Bewegungen gibt es hier nicht. Wenn eine Stahlfaust mit der Größe eines Tagebaubaggers auf die Panzerung eines Kaijun trifft, dann ist das langsam aber auch unglaublich wuchtig und gibt den Kämpfen sogar etwas, was bis jetzt im Blockbusterjahr 2013 deutlich zu kurz kam: Spannung und Intensität. Das Gefühl, dass es hier wirklich um etwas geht ist jederzeit spürbar.


Groß, größer "Pacific Rim"
Dem Gegenüber steht das Design. Trotz seines modernisierten, digitalen Kerns wirkt „Pacific Rim“, genau wie der Jaeger mit dem Held Raleigh (Charlie Hunnam, „Sons of Anarchy“, „Cold Blood“) unterwegs ist, eher analog. Guillermo DelToro setzt viel auf Feinheiten und es gelingt ihm sogar eine Art Cyperpunk-Ästhetik herzustellen. High-Tech-Uhren im Radiowecker-Look oder Anzüge die aussehen wie eine Mischung aus Astronaut und schwarzer Ritter mögen für den einen gewiss befremdlich wirken, es ist aber auch ein Zeichen für die Detailliebe und –Versessenheit des Produktion. Schade, dass dieser Aufwand nicht für den 3D-Effekt genutzt wurde. DelToro, der „Pacific Rim“ ursprünglich im klassischen 2D-Gewand präsentieren wollte, musste sich doch Warner Bros. beugen und so erstrahlt die infantile Robo-gegen-Ungeheuer-Welt in ödem, konvertierten wenig dreidimensionalen Bildern. Ähnlich wie bei „Star Trek Into Darkness“ wissen die ersten Minuten zu Gefallen, doch danach ist das Gimmick nicht mehr als kaltschnäuzige Geldmacherei. Ein krasses, kapitales Kontrastprogramm zur Leidenschaftlichkeit von „Pacific Rim“.


„Pacific Rim“ ist ein Film, der den geneigten Zuschauer wieder zum Kind werden lässt. Großes Spektakel in einer realitätsfremden Welt, voller krachender Action und Faszination aus Gigantomanie und Phantasie. Dumm? Ja, sehr sogar, aber eben auch mit einem ganz besonders Gefühl versehen. Ein Gefühl, dass hier kein Marketingstratege oder Erfolg-nach-Plan-Regisseur am Werk war, sondern ein gewisser Guillermo DelToro, der in diesem mauen Blockbuster-Sommer Hollywood etwas wunderschönes zurückbrachte: den Mut Träume auf die Leinwand zu bannen, auch wenn dieser Traum letztlich nur großer Krawall ist und aus dem Kopf des achtjährigen Jungen kommt, den DelToro in sich trägt. So gesehen ist „Pacific Rim“ eine Liebeserklärung an das Kind im Manne. Wunderschön.


8 von 10 Gramm Kaijun-Knochenpulver für die männliche Potenz