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Review: DOCTOR WHO - SIEBTER DOKTOR, VOLUME 2 - Der Doktor ist zurück und hat eine grandiose DVD-Box mitgebracht

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Fakten:
Doctor Who – Siebter Doktor, Volume 2
UK. 1989. Regie: Chris Clough, Andrew Morgan, Alan Wereing. Buch: Jane Baker, Pip Baker u.a. Mit: Sylvester McCoy, Kate O’Mara, Sophie Aldred, Mark Greenstreet, Bonnie Langford u.a. Länge: 350 Minuten.
FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Der Doktor ist wieder da! Diesmal bekommt er es nicht nur mit seinen Erzfeinden, den Dalek zu tun, sondern auch mit dem Cybermen, einem seltsamen Zirkus und einem Planeten, auf dem gute Laune Vorschrift ist. Zum Glück muss der gute Doktor diese Abenteuer nicht alleine überstehen. Die junge Ace begleitet ihn auf seinen seine Reisen durch Raum und Zeit.





Meinung:
Bereits mit Volume 1 des siebten Doctor Whos machte das Label Pandastorm allen Who-Fans eine große Freude. Mit Volume 2 ist dies nicht anders. Genauer gesagt wurde noch eine gute Schippe, na ja, eigentlich gleich zwei, nachgelegt. „Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 2“ kleckert nicht, nein diese DVD-Box klotzt und dass mit großer Liebe zum Detail und natürlich zur britischen Kultserie, die 1963 begann und, in unregelmäßigem Abstand ihre Darsteller (vor allem den des Doktors natürlich) austauscht und mit dieser DVD-Box nun endlich Staffel 25 nach Deutschland bringt. Die DVD-Box umfasst stolze 5 Silberlinge, ein hinreißendes Fan-Booklet, bei dem man die Fanliebe zwischen den Seiten knistern hört sowie eine wirklich große Anzahl von Special Features. Pandastorm hat in Sachen Extras hier durchaus etwas auf den Markt gebracht, was Referenzqualität besitzt. Dass das Bild dazu verbessert wurde und auch der Ton von Mono jetzt in Dolby zu hören ist, macht deutlich wie viel Hingabe in dieser Box steckt.



Wie sagt man ihm nur, dass seine Uniform bescheuert aussieht?
Doch jetzt mal genug von der Haptik. Wie schlägt sich der Doktor denn so? Nun, Sylvester McCoy, den die meisten aktuell wohl aus Peter Jacksons „Der  Hobbit“-Trilogie kennen, in der er als Waldzauberer Radagast der Braune mit Kaninchenschlitten und Vogelmistfrisur zu sehen ist, spielt den Doktor immer noch recht gewitzt, allerdings – im Vergleich zu „Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 1“ – ist nun deutlich eine Wandlung seines Charakters bemerkbar. Er wird taktischer und manipulativer, verliert dabei aber niemals seinen ganz eigenen Charme. Ein Stärke der Serie, immerhin hatte jeder Doktor-Darsteller seine ganz eigene Art der Personalisierung der Rolle. Bei McCoy ist es nicht anders. Die Abenteuer die der Doktor in „Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 2“ bestehen,  bzw. überleben muss, sind wieder nette bis wirklich gute Sci-Fi-Geschichten, die sich in ihrer ganz eigenen, liebenswürdigen Art angenehm vom Gros moderner High-Concept-Fantasy/Science-Fiction abheben. Es ist eine ganz eigene Welt, die hier präsentiert wird. Manchmal wirkt alles stimmig und homogen, dann wieder wie eine wild zusammengewürfelte Wundertüte verschiedenster Elemente. Manchmal ist das Ergebnis eher ernüchternd und zerfasert, dann wieder auch einfach nur fulminant und vereinnahmend. Doch eines bleibt gleich: es ist bunt, phantasievoll und liebenswert eigensinnig.


„Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 2“ ist nicht nur wegen der nochmals besseren Technik und den wunderbaren Special Features, ein weiterer Fortschritt zu Volume 1 (welches, bitte nicht falsch verstehen, ebenfalls schon eine wirklich großartige Veröffentlichung war), sondern auch in Sachen Storytelling, Inszenierung und Figuren hat sich Doktor Nummer 7 verbessert. Die Chemie zwischen ihm und seiner neuen Begleiterin Ace ist einfach nur stimmig, was dazu führt, dass hier nicht nur der humoristische Zusammenspiel eine höhere, bessere Ebene erreicht, sondern auch die Gefahren, denen der Doktor und Ace ausgesetzt werden, um einiges kraftvoller wirken. Alles in allem also eine wirklich überzeugende Angelegenheit. Da bleibt nur die Frage, wie Pandastorm dies bei „Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 3“ noch einmal toppen will?


8 von 10 Fröhlichkeitsgesetzen

Review: FRANKENSTEINS SCHRECKEN - Altes neu erzählt

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http://wrongsideoftheart.com/wp-content/gallery/posters-h/horror_of_frankenstein_poster_01.jpg

Fakten:
Frankensteins Schrecken (The Horror of Frankenstein)
GB, 1970. Regie: Jimmy Sangster. Buch: Jeremy Burnham, Jimmy Sangster. Mit: Ralph Bates, Kate O'Mara, Veronica Carlson, Graham James, Dennis Price, Jon Finch, David Prowse, Stephen Turner, Bernard Archard, Joan Rice u.a. Länge: 92 Minuten. FSK: ab 16 Jahren feigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Der junge Victor Frankenstein entledigt sich durch einen "Unfall" seines dominanten Vaters, um anschliessend sein Studium in Wien zu beginnen. Jahre später kehrt er gemeinsam mit seinem Freund Wilhelm in seine Heimat zurück. Gemeinsam forschen sie an Victors geheimer Leidenschaft: Der Erschaffung neuen Lebens, dem Sieg gegen den Tod. Dabei geht Victor über Leichen, nicht nur über bereits verstorbene. Seine Kreatur, zusammengeflickt aus Leichenteilen, erwacht tatsächlich zum Leben, nur kontrollieren lässt sie sich nicht.


               



Meinung:
"Frankenstein Junior" made by Hammer, oder so ähnlich. Der sechste und vorletzte von insgesamt sieben Frankenstein-Filmen der Hammer-Studios beschritt mal ganz neue Wege, oder eher: Alte neu erzählt. Heute heisst so was Reboot. Frankenstein-Stamm-Darsteller Peter Cushing wurde durch Ralph Bates ersetzt und die Story in die Studienzeit des  Barons verlegt. Damit entfernte sich das Werk natürlich deutlich von sämtlichen Vorgängern, da hier nun eine "Vorgeschichte" erzählt wurde, die überhaupt nicht in die Reihe passt. Eigentlich müsste "The Horror of Frankenstein" daher isoliert von allen anderen Teilen betrachtet werden.


Der Doktor hat immer die richtige Medizin
Es erscheint im ersten Moment vollkommen unsinnig und eher aus der Not geboren. Keine Idee für eine Fortsetzung, also machen wir die Figur jünger und erzählen einen anderen  Start, der sich inhaltlich dennoch am Original-Film "The Curse of Frankenstein" orientiert. Tatsächlich hätte dieser Film absolut überflüssig sein können, doch Hammer-Dauer-Autor Jimmy Sangster versteht es bei seinem Regiedebüt, dem Ganzen durchaus interessante und neue Facetten abzugewinnen. Die sonst von Peter Cushing verkörperte Figur des Barons war immer recht ambivalent, weder gut, noch richtig böse. Ein Besessener, der ethische und moralische Grenzen überschritt, letztendlich aber nie wirklich etwas böses schaffen wollte, nur es im Endeffekt immer tat. Der junge Victor ist da ganz anders. Er schreckt nicht vor mehrfachem, kaltblütigem Mord zurück, ist ein durchtriebener, manipulativer Mistkerl. Auf der einen Seite durchaus charmant, hinter der Fassade aber nur ein widerliches Monster, ein unmoralischer Schürzenjäger, eiskalt, berechnend und zutiefst böse. Seine später erschaffene Kreatur wird zum Werkzeug, damit er sich selbst nicht mehr die Hände schmutzig machen muss. Niemand bedeutet ihm was, Moral ist ihm ein Fremdwort, wer im Weg steht, wird beseitigt, ohne mit der Wimper zu zucken. So durchtrieben, hinterhältig und dämonisch wurde Frankenstein noch nie gezeigt.

Hässlich wie die Nacht, dafür handwerklich begabt
Zudem setzt Sangster sogar auf Humor, allerdings mehr zynisch als klamaukig. Gerade weil seine Hauptfigur so hundsgemein und skrupellos ist, zuckt manchmal ein böses Schmunzeln über das Gesicht, was eindeutig auch so beabsichtigt ist. Hauptdarsteller Ralph Bates tritt ein schweres und undankbares Erbe an, schlägt sich dabei jedoch erstaunlich wacker. Er bringt das wirklich sehenswert rüber, auch wenn ein Peter Cushing natürlich unantastbar ist. Daran scheitert "The Horror of Frankenstein" aber keinesfalls. Trotzdem lässt sich kaum leugnen, Hammer wollte ihn schweren Zeiten mit dem Namen Frankenstein nochmal schnell die Kassen füllen. Den Eindruck kann dieser Film nicht abschütteln und wirklich notwendig war er aus anderen Gründen definitiv nicht, aber dafür wurde sich erstaunlich gut aus der Affaire gezogen. Über weite Strecken unterhaltsam, kurzweilig und ohne grosse Schwächen. Es gibt bessere Hammer-Filme, gleichzeitig auch deutlich schwächere. Damit erweisst sich die Frankenstein-Reihe von Hammer in der Kontinuität konstanter als die Dracula-Filme des Studios, da war schneller die Luft raus. Beim abschliessenden "Frankenstein and the Monster from Hell" war Cushing übrigens wieder mit an Bord, da konnte sich Hammer wirklich keine Experimente mehr erlauben, der Pleitegeier kreisste schon.

6 von 10 Früh-Reboots