Ridley
Scott widmet sich mal wieder der Historie. Nun gut, „Exodus : Gods and Kings“
ist mehr Bibel-/Fantas- als Sandalen-, bzw. Historienfilm, aber die im ersten Trailer
gezeigten Bilder zeigen deutlich, dass Scott es einfach versteht große Bilder
zu inszenieren. In seinem neuesten Werk, welches sich sichtbar selbst als Epos
verstanden haben will, wird die alte, niemals aus der Mode kommende Geschichte von
Moses und Ramses erzählt, die hier von Christian Bale ("American Hustle") und Joel Edgerton ("Der große Gatsby")
gespielt werden. Endlich bekommt Edgerton also seine erste große
Hollywood-Hauptrolle. Wurde ja auch Zeit. Daneben werden
noch Aaron Paul ("Need for Speed"), Ben Kingsley (“Iron Man 3”), Sigourney Weaver
(„Alien“-Quadrilogy), Ben Mendelsohn („The Place beyond the Pines“), Indira
Varma („Game of Thrones“) und John Turturro (“Transformers”) zu sehen sein. Der Film startet bei uns am 25. Dezember
2014 und wenn man dem Trailer Glauben schenkt, kommt da zumindest optisch
großes auf uns zu, auch wenn wir ehrlich sind und mittlerweile dem Genre und
dem Regisseur etwas reserviert gegenüber stehen.
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Review: 1900 - Ein halbes Jahrhundert in fünf Stunden
Eingestellt von
JackoXL
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Fakten:
1900 (Novecento)
IT, FR, BRD, 1976. Regie: Bernardo Bertolucci. Buch: Franco Arcalli, Giuseppe Bertolucci, Bernardo Bertolucci. Mit: Robert De Niro, Gérard Depardieu, Donald Sutherland, Dominique Sanda, Stefania Sandrelli, Burt Lancaster, Werner Bruhns, Sterling Hayden, Romolo Valli, Paolo Pavesi, Roberto Maccanti u.a. Länge: 316 (162/154) Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
Im Jahr 1900 werden fast zeitgleich zwei Jungen geboren. Alfredo, der Enkel des wohlhabenden Landbesitzers Berlinghieri und Olmo, das Kind eines seiner untergebenen Bauern. Trotz ihres unterschiedlichem, gesellschaftlichem Status werden sie Freunde, ziehen später gemeinsam in den ersten Weltkrieg und erleben im Anschluss auf ganz unterschiedliche Weise das Aufkommen des Faschismus in Italien. Während Alfredo als Gutsherr sich eher passiv gegenüber dem eskalierenden Klassen- und Systemkampf verhält, befindet sich Olmo als bekennender Sozialist mittendrin.
1900 (Novecento)
IT, FR, BRD, 1976. Regie: Bernardo Bertolucci. Buch: Franco Arcalli, Giuseppe Bertolucci, Bernardo Bertolucci. Mit: Robert De Niro, Gérard Depardieu, Donald Sutherland, Dominique Sanda, Stefania Sandrelli, Burt Lancaster, Werner Bruhns, Sterling Hayden, Romolo Valli, Paolo Pavesi, Roberto Maccanti u.a. Länge: 316 (162/154) Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
Im Jahr 1900 werden fast zeitgleich zwei Jungen geboren. Alfredo, der Enkel des wohlhabenden Landbesitzers Berlinghieri und Olmo, das Kind eines seiner untergebenen Bauern. Trotz ihres unterschiedlichem, gesellschaftlichem Status werden sie Freunde, ziehen später gemeinsam in den ersten Weltkrieg und erleben im Anschluss auf ganz unterschiedliche Weise das Aufkommen des Faschismus in Italien. Während Alfredo als Gutsherr sich eher passiv gegenüber dem eskalierenden Klassen- und Systemkampf verhält, befindet sich Olmo als bekennender Sozialist mittendrin.
Meinung:
In über 5 Stunden erzählt Bertolucci die Geschichte Italiens der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 45 Jahre umfasst die epische Zeitspanne, schildert anhand dem Schicksal zweier Freunde das Klassensystem vor dem ersten Weltkrieg, das Aufkommen des Faschismus, der Machtübernahme des Terrorregimes und schlussendlich den Aufstand der Arbeiter und Sozialisten nach dessen Zusammenbruch. Bertolucci kleckert nicht, er klotzt. Sein fast größenwahnsinniges Projekt ist europäisches Kino auf allerhöchstem Niveau. Überlebensgross, ausschweifend, epochal. Ein gewaltiges Meisterwerk über eines der dunkelsten Kapitel der italienischen Geschichte, von den Wurzeln an vorgetragen.
In über 5 Stunden erzählt Bertolucci die Geschichte Italiens der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 45 Jahre umfasst die epische Zeitspanne, schildert anhand dem Schicksal zweier Freunde das Klassensystem vor dem ersten Weltkrieg, das Aufkommen des Faschismus, der Machtübernahme des Terrorregimes und schlussendlich den Aufstand der Arbeiter und Sozialisten nach dessen Zusammenbruch. Bertolucci kleckert nicht, er klotzt. Sein fast größenwahnsinniges Projekt ist europäisches Kino auf allerhöchstem Niveau. Überlebensgross, ausschweifend, epochal. Ein gewaltiges Meisterwerk über eines der dunkelsten Kapitel der italienischen Geschichte, von den Wurzeln an vorgetragen.
| Alfredo und Olmo teilen zunächst alles |
1 1/2 Stunden lang sind reiner Prolog, die eigentlichen
Hauptdarsteller Robert De Niro und Gérard Depardieu tretten bis jetzt
noch gar nicht in Erscheinung. In dieser Zeit erzählen andere Filme ihre
gesamtes Story, nicht so dieses Mammutwerk. Wir erleben die Situation
vor dem ersten Weltkrieg, die Welt der elitären Oberschicht und der
mittelosen Proletarier. Eine Zweiklassengesellschaft, die in
friedlicher, wenn auch ungleichen Co-Existenz neben- und miteinander
leben, beide aufeinander angewiesen. Unmutsäussserungen der Arbeiter
verlaufen weitesgehend friedlich, doch durch erste Streiks wird bereits
ersichtlich, dass Unfzufriedenheit herrscht. Mit Ende des ersten
Weltkriegs beginnt die Industrialisierung, moderne Maschinen drücken die
Löhne und machen menschliche Arbeitskraft weniger wichtig, die Schere
zwischen Arm und Reich geht noch weiter auseinander. Gleichzeitig
spaltet sich das Land auch politisch immer mehr. Die veramten Arbeiter
leben den sozialistischen Gedanken, während sich der Faschismus im Land
ausbreitet. Das friedliche Miteinander gerät ins Wanken, bis es
schliesslich zum brutalen Klassenkampf kommt und der schwarze Terror
alles überrollt.
| Attila versteht keinen Spaß |
Beeindruckend, wie Bertolucci dem Zuschauer diese Zeit
nahebringt, in aller Ausführlichkeit. Das erfordert natürlich Geduld,
Zeit und die Bereitschaft des Zuschauers, sich über 5 Stunden lang in
dieser Welt zu verlieren. Das Erstaunliche dabei: Es ist keine Minute zu
lang. Bei einer solchen Laufzeit scheinen Längen unvermeidlich, doch
wer sich voll auf dieses Werk einlässt, spürt davon gar nichts. Famos
ausgestattet, durchgehend mitreissend und meisterlich inszeniert ist
"1900" ein cineastisches Monstrum, bei dem sich alles im Bereich
superlativ abspielt. Alles wirkt authentisch, ist hochinteressant und in
seiner Opulenz wie eine gigantische Oper, zu der auch ein gewisser
Schuss Pathos gehört, der keinesfalls negativ ins Gewicht fällt.
Begleitet durch die wieder mal großartigen Klänge von Ennio Morricone
durchlaufen wir ein Stück Geschichte, erleben die Enstehung und das Ende
einer politisch-sozialen Hexenjagd, die ein Land spaltete und zwei
Freunde, ja fast Brüder, zu unfreiwilligen Gegnern machte. Robert De
Niro und Gérard Depardieu laufen zur Höchstform auf, am
eindrucksvollsten ist aber wohl Donald Sutherland als diabolischer
Hofverwalter Attila, das Gesicht des faschistischen Schreckens.
"Ich will nicht elegant, ich will stark sein. Das ist kein Hemd, es ist ein Symbol!"
"Ich will nicht elegant, ich will stark sein. Das ist kein Hemd, es ist ein Symbol!"
Sutherland liefert eine unfassbar-dämonische Vorstellung, seine Figur ist die Personifizierung des Grauens, des Hasses, der Gewalt. Das pure Böse, das gesamte, menschenverachtende Weltbild des Faschismus auf zwei Beinen. So intensiv und verabscheuenswürdig, die wohl beste Leistung seiner Karriere.
"1900" lässt sich wirklich schwer in Worte fassen, noch für jemanden beschreiben, der es nicht selbst erlebt hat. Das ist Kino in seiner mächtigsten Form, ein Erlebnis auf allen Ebenen. So was wird heute nicht mehr gemacht, so was kann auch nicht oft gemacht werden, aber solche Filme braucht das Kino ab und an.
9,5 von 10 Heugabeln
Review: METROPOLIS - Ein deutscher Meilenstein der Filmgeschichte
Eingestellt von
Kobbi
Keine Kommentare:
Fakten:
Metropolis
Metropolis
Deutschland.
1927. Regie: Fritz Lang. Buch: Thea von Harbou. Mit: Brigitte Helm, Alfred
Abel, Gustav Fröhlich, Rudolf Klein-Rogge, Fritz Rasp, Theodor Loos, Erwin
Biswanger, Heinrich George, Olaf Storm u.a. Länge: 153 Minuten (1927). 145
Minuten (2010). FSK: Ab 6 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
Story:
In Metropolis, einer in allen Belangen gigantischen Stadt der Zukunft und in der die Oberschicht getrennt von der Arbeiterschaft lebt, verliebt sich Freder, der Sohn Fredersens, in Maria, eine junge Frau aus der Unterstadt und stellt fest, dass Maria eine fast schon priesterhafte Erscheinung ist, auf die die Arbeiter hören. Sie sagt, dass sich die jeweiligen Seiten nicht verstehen würden und es einen Mittler brauche, der die beiden Schichten zusammenführt. Freder zumindest ist von dieser Idee überzeugt. Joh Fredersen, der durch Maria aber seine Macht bedroht sieht, nötigt den Wissenschaftler Rotwang, dem Fredersen einst die Frau ausgespannt hat und die mittlerweile verstorben ist, dass der von Rotwang entwickelte Maschinen-Mensch die Gestalt von Maria erhalten solle, um die Arbeiter besser kontrollieren zu können. Doch Rotwang nutzt seinen Maschinen-Mensch dazu, sich an Fredersen zu rächen. Die Maschinen-Maria hetzt die Arbeiter noch mehr auf. Sie wollen nicht mehr als „Sklaven“ der Oberschicht arbeiten und planen den Aufstand. Es kommt zur Revolution und die Situation droht zu eskalieren. Und Freder und die echte Maria sind unterstützt von Sekretär Josaphat mittendrin.
Meinung:
Fritz Langs Stummfilm-Meisterwerk aus dem Jahr 1927 spielt in einer nicht genannten Zukunft. Die Stadt Metropolis ist zweigeteilt. Oben wohnen die wenigen Reichen in gigantischen Hochhäusern, idyllischen Gärten, riesigen und mehrstufigen Straßenschluchten. Beeindruckende Schönheit, Protz und Luxus. Sportplätze, Partys. Und als Höhepunkt dieser Oberstadt gilt wohl der „Neue Turm zu Babel“, in dem der Stadtgründer Joh Fredersen lebt und waltet. Ganz anders sieht es in der Unterstadt aus, in der die Arbeiter leben. Der Tag für sie hat nur 20 statt der 24 Stunden für die Oberschicht, wobei die einfachen Leute 10 Stunden in Reih und Glied an einer riesigen Maschine arbeiten müssen. Nach getaner Arbeit werden sie wieder hinunter in die Tiefe gefahren, um dort ihr schmutziges, monotones und armes Leben weiterzuleben.
Fritz Langs Stummfilm-Meisterwerk aus dem Jahr 1927 spielt in einer nicht genannten Zukunft. Die Stadt Metropolis ist zweigeteilt. Oben wohnen die wenigen Reichen in gigantischen Hochhäusern, idyllischen Gärten, riesigen und mehrstufigen Straßenschluchten. Beeindruckende Schönheit, Protz und Luxus. Sportplätze, Partys. Und als Höhepunkt dieser Oberstadt gilt wohl der „Neue Turm zu Babel“, in dem der Stadtgründer Joh Fredersen lebt und waltet. Ganz anders sieht es in der Unterstadt aus, in der die Arbeiter leben. Der Tag für sie hat nur 20 statt der 24 Stunden für die Oberschicht, wobei die einfachen Leute 10 Stunden in Reih und Glied an einer riesigen Maschine arbeiten müssen. Nach getaner Arbeit werden sie wieder hinunter in die Tiefe gefahren, um dort ihr schmutziges, monotones und armes Leben weiterzuleben.
| Gigantische Häuser- und Straßenschluchten |
| Die aufgebrachte Meute will nur eines: Vergeltung |
| Ist es Maria oder der Maschinen-Mensch? |
| Freder und Maria wollen eine Katastrophe verhindern |
Diese 145 Minuten der restaurierten und aktuellsten Version sind sicher nicht für jeden Filmfan geeignet. Ein Stummfilm, noch dazu mit dieser Länge und diesen für uns heute eigentümlichen Darstellungen setzt schon eine große Portion Offenheit voraus. Wer diese jedoch aufbringen kann, für den wird „Metropolis“ eine wahre Offenbarung. Ein fantastischer Film, der so vieles Anspricht, der zeitlos ist wie eh und jeh. Den man gesehen haben muss, um ihn auch nur annähernd nachvollziehen zu können. Der wahrscheinlich wichtigste deutsche Film aller Zeiten.
10 von 10 Molochs
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