Posts mit dem Label Robert Rodriguez werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Robert Rodriguez werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Review: SIN CITY: A DAME TO KILL FOR - Warten lohnt sich halt nicht immer

Keine Kommentare:


Fakten:
Sin City: A Dame to Kill For
USA. 2014.
Regie und Buch: Robert Rodriguez, Frank Miller (Vorlage). Mit: Josh Brolin, Eva Green, Mickey Rourke, Jessica Alba, Joseph Gordon-Levitt, Dennis Haysbert, Rosario Dawson, Jaime King, Christopher Meloni, Jeremy Piven, Powers Boothe, Lady Gaga, Marton Csokas, Bruce Willis, Stacy Keach, Juno Temple, Ray Liotta, Christopher Lloyd, Jaime Chung, Julia Garner u.a. Länge: 102 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 30. Januar 2015 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Basin City, genannt Sin City, ist ein Hort der Gewalt. Auch im zweiten Teil gibt es gleich mehrere Episoden rund um Gangster, Verräter, Perverse, Opfer und was sich sonst noch so in der Stadt herumtreibt. So muss Privatdetektiv Dwight den Avancen seiner alten Flamme Ava widerstehen und gerät in eine Intrige, aus der es keinen einfachen Ausweg gibt. Zocker und Glückskind Johnny will in Sin City groß abräumen und legt sich mit jemanden an, der es nicht gewohnt ist zu verlieren. Schläger Marv wacht ohne Erinnerung mitten auf der Straße auf, um ihn herum einige tote Männer und Tänzerin Nancy verfällt immer mehr dem Wahnsinn und versucht den Tod ihres Lebensretter, Cop Hartigan, zu rächen.





Meinung:
Neun Jahre. Neun Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Das 3D-Kino etablierte sich im Multiplex, neue Stars wie Jennifer Lawrence und Christoph Waltz kamen auf und Marvel erbaute sich ein filmisches Imperium. Comicfilme sind aktuell das Nonplusultra am Box Office. Eigentlich die perfekte Zeit das langersehnte Sequel zu „Sin City“ in die Lichtspielhäuser zu bringen. Immerhin war die Fortsetzung seit dem der erste Teil 2005 seinen blutigen Fußspuren in den Köpfen vieler Filmfans hinterließ einer der Filme, über den gefühlt jede Woche eine andere Neuigkeit publiziert wurde. Aber Gerüchte und Ideen (wie etwa Angelina Jolie mitwirken zu lassen) machen eben noch keinen fertigen Film. Und so mussten wir warten. Neun Jahre. Eine verdammt lange Zeit, in der das Projekt wohl immer wieder bearbeitet wurde, um es wieder in der Schublade verschwinden zu lassen (die enorme Anzahl der im Abspann genannten Produzenten lässt darauf schließen). Die Frage, die sich da stellt lautet: hat sich das Warten gelohnt?

 
Wie kann man dieser Frau nur nicht trauen?
„Sin City“-Godfather Frank Miller, der auch im zweiten Teil wieder einen Gastauftritt absolviert, und Regisseur Robert Rodriguez vereinten erneut ihre Kräfte und zerren zwei aus den Comics bekannte Geschichten, sowie einer neuen, vom Papier auf die Leinwand. Das graphische Konzept des Vorgängers wird dabei selbstverständlich beibehalten und nun via 3D „aufgehübscht“. Das Ergebnis ist ernüchternd. Die Virtuosität des Visuellen bleibt beharrlich auf der zweidimensionalen Ebene. Mehrwertig ist das 3D hier nicht. Überhaupt hätte der Look des Films keinerlei solcher technischer Schönheitskorrekturen nötig. Das Monochrome, das Düstere, das Schmutzige der Bilder braucht die Größe und Weite des Kinos, nicht deren Tiefe. Die verschiedenen Zeitlinien der Handlungen werden ebenfalls wie die Bilder weit ausgebreitet. Noch wilder und ungehemmter als im ersten Teil wird an den Zeitlinien gezogen und gezerrt. Bald ist daraus eine Peitsche geworden, die dem Publikum links und rechts um die Ohren gehauen wird. Was passierte vorm ersten Teil, was danach, was davor? Das ist alles zwar recht schnell zu begreifen, nur mag das Entwirren nicht wirklich zu reizen. Mehr noch wie sein Vorgänger, pocht das Herz des Sequels nur noch für das Visuelle, doch selbst da zieht „Sin City: A Dame to Kill For“ den Kürzeren.


In Sin City gilt immer noch das Recht des Stärkeren
„Sin City: A Dame to Kill For“ sieht blendend aus, dennoch die exploitative Schönheit des ersten Teils erreicht er nie. Während sich die Szenen aus „Sin City“ ins Gedächtnis gebrannt haben, sind die Momentaufnahmen des Sequels schon vergessen, wenn das nächste Szenenbild projiziert wird. Es wird grafisch mit Platzpatronen geschossen. Waren die Bilder früher eine Selbstverständlichkeit, so wirken sie in „A Dame to Kill For“ zu marktschreierisch und zu redundant. Die daran gekoppelten Stories bleiben auch hinter den Erwartungen zurück. Die drei Geschichten sind narrativ behäbig und wenig galant positioniert. Als Gesamtwerk gesehen ist das Sequel zu zerfasert und unfokussiert. Die dargebotenen Welt aus Gewalt und Chauvinismus, sie hält dem Druck eines Sequels (dem Druck mehr vom Alten zu zeigen, gepaart mit erhofften wie erwünschten Neuerungen) nicht stand. Miller und Rodriguez liefern dass, was gefordert wurde, doch fehlt dem Ergebnis sichtbar die Schlagfertigkeit, die Inspiration und vor allem die Lust und der Spaß sich wieder nach Basin City zu begeben.


Johnny hat das Glück verlassen
Konnte man sich im ersten Teil komplett in diesem Destillat aus hartgekochten Film-Noir und stumpfer Exploitation verlieren, so wirkt „Sin City: A Dame to Kill For“ wie ein Trip mit dem Touristen-Shuttlebus. Aus dessen Fenster wird man dann Zeuge, wie Eva Green als klassische Femme Fatale 80% ihrer Auftritte oben ohne verbringt und die Geschichte rund um Cop Hartigan (Bruce Willis) und Tänzerin Nancy (Jessica Alba) auf ein ätzend espritlosen Showdown zusteuert. So wirklich überzeugen vermag eh keine der drei Geschichten. Was Rodriguez und Miller allerdings mit der finalen (Nancy-)Episoden machen, kratzt schon mit gigantischen Tigerpranken an der Schwelle zur unfreiwilligen Komik. Nicht unbedingt weil es stupider Fan-Service ist, sondern mehr weil die Geschichte charakterliche Entwicklungen beinhaltet, die jeder Beschreibung spotten. Die cineastische Wiedererweckung von Basin City, sie ist gescheitert.


Fügt man alle Qualitäten und Schwächen von „Sin City: A Dame to Kill For“ zusammen, hat sich die Frage, ob sich das Warten gelohnt hat, erübrigt. Die bessere Frage lautet wohl eher, ob die Fans einen zweiten Teil wollten? Die Antwort: Ja, sie wollten. Die noch viel bessere, weil wirklich richtige Frage ist aber dann doch, ob es wirklich ein Sequel gebraucht hätte? Nein, das hat es nicht. Ein dritter Teil? Nein, vielen Dank. Nach dem desaströsen Start in den US-Kinos wird dies aber wohl so oder so ein fixes Hirngespinst bleiben. Gut so.


4 von 10 gefühlsbetonten Tänzen

Trailerpark: Schnell, bevor er gelöscht wird – Der erste Teaser zu THE HATEFUL EIGHT

Keine Kommentare:



Vor „Sin City: A Dame to Kill For“ läuft der erste Teaser zu Tarantinos neustem Western „The Hateful Eight“. Da die Dreharbeiten noch nicht begonnen haben, zeigt der Teaser lediglich ein paar Grafiken, untermalt mit netter Italo-Westernmusik. Der neue Tarantino hat diesen Teaser eigentlich gar nicht nötig, aber Robert Rodrigeuz „Sin City“-Sequel wohl schon. Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Teaser (obwohl wir glauben, dass er so schnell aus dem Netz verschwindet, wie er gekommen ist). Laut der Weinstein Company, die wie gewohnt den neuen QT-Film produzieren, soll der Teaser ausschließlich in US-Kinos laufen und NICHT offiziell online gestellt werden.


Trailerpark: Na endlich! - Dritter Trailer zu SIN CITY- A DAME TO KILL FOR überzeugt uns

Keine Kommentare:



Die ersten beiden Trailer zu „Sin City: A Dame to Kill For“ haben uns eher kalt gelassen, sogar etwas abgeschreckt. Doch der dritte Werbefilm fürs Sequel weckt doch nun endlich unsere Vorfreude. Sollte der fertige Film, der bei uns am 18. September 2014 startet, annähernd so atmosphärisch und cool wie der neue Trailer werden, sollte der zweite Teil eine gelungene Fortsetzung abgeben. Neu dabei im Cast sind Joseph Gordon-Levitt, Dennis Haysbert (der die Rolle des verstorbenen Michael Clark Duncan übernimmt), Josh Brolin (der als Dwight Clive Owen ersetzt), Eva Green, Ray Liotta, Stacy Keach, JunoTemple, Jeremy Piven, Lady Gaga und Christopher Lloyd. Wieder zurück dürfen sich Mickey Rourke, Jessica Alba, Rosario Dawson, Bruce Willis, Powers Boothe und Jaime King. Regie führen, wie im Vorgänger auch, „Sin City“-Erfinder Frank Miller und Robert Rodriguez.


Review: PREDATORS – Hunde, wollt ihr ewig leben?

Keine Kommentare:


Fakten:
Predators

USA. 2010. Regie: Nimród Antal. Buch: Michael Finch, Alex Litvak. Mit: Adrien Brody, Alice Braa, Topher Grace, Laurence Fishburne, Oleg Taktarov, Walton Goggins, Mahershalalhashbaz Ali, Louis Ozawa, Carey Jones u.a. Länge: 106 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Es gibt schönere Arten aufzuwachen, als mitten im freien Fall. Ein Glück dass der Fallschirm sich öffnet. Doch ob es so ein Glück ist, zu leben, dass muss sich noch zeigen für den Söldner Royce, der sich nun mit sieben anderen Fremden durch einen Dschungel schlagen muss. Wie sie genau hier herkamen? Wer dafür antwortlich ist? Das weiß keiner. Doch eines wird schnell klar: jemand jagt die Gruppe und es ist kein Mensch.





Meinung:
Ein Klassiker, dessen immense Bedeutsamkeit gerade in den etwas ruppigeren Genre-Zirkeln wie in Stein gemeißelt steht: „Predator“ von 1987. John McTiernan war es einst, der uns nach einer Drehbuchvorlage von Jim und John Thomas zusammen mit Arnold Schwarzenegger in die Untiefen des zentralamerikanischen Dschungels führte und mit einem beinahe unbesiegbaren Feind konfrontierte: Unsichtbar, blitzschnell, mit Wärmewahrnehmung (Thermografie) und allerhand Waffen ausgestattet, die die Technologie des Menschen bei Weitem überschreitet. Der Predator wurde – wie auch der Film – über Nacht zur gefeierten Kultfigur und Arnold Schwarzenegger bezog selbstredend den Thron der maskulinen Action-Heroen. Natürlich musste auch aus „Predator“ anschließend ein Franchise gestrickt werden, doch wie schon bei „Stirb langsam“, der ebenfalls unter der Ägide von John McTiernan stand, ist die Faszination für das Sujet lange erloschen. Nach „Predator 2“ und dem doppelt gescheiterten Monster-Clash „Alien vs. Predator“ wie „Alien vs. Predator 2“ sollte das Thema eigentlich durch gewesen sein. Eigentlich.


Royce und Anhang kämpfen gegen einen unsichtbaren Feind
Filmgeek Robert Rodriguez („The Faculty“, „From Dusk Till Dawn“) aber wollte das Monster aus den unbekannten Weiten des Weltraums noch nicht fallen lassen und griff auf einen alten Drehbuchentwurf zurück, den Alex Litvak und Michael Finch bearbeiten und für die Leinwand gerecht aufbereiten sollten. Dass Rodriquez „Predators“ bei „Predators“ letzten Endes zwar nur als Produzent tätig sein wird, war von Anfang klar und stimmte etwas traurig, doch mit dem Ungar Nimrod Antal („Motel“) konnte man ebenfalls einen durchaus fähigen Filmemacher für das Projekt engagieren. Aber was nützen all die Ambitionen und all das Talent, wenn das Drehbuch schlichtweg für die Tonne ist und selbst simpelsten Fan-Service negiert? „Predators“ war zweifelsohne gut gemeint und konnte bei Verkündigung gleichwohl hohe Erwartungen schnüren, das Ergebnis muss sich aber als herbe Enttäuschung brandmarken lassen. Und das nicht nur aufgrund einzelner Ungereimtheiten, es ist die Masse an Defiziten, die das phantastische Abenteuer in die Knie zwingt.


Ein Predator der Klasse Fishburne. Bitte nicht füttern
„Predators“ führt ein reziprokes Verhältnis zum Original von 1987, wie bereits die Exposition offen festmacht: War es in den 1980er Jahren noch der Predator, der von einem Raumschiff auf die Erde geschmissen wurde, wachen in „Predators“ nun acht Menschen im freien Fall auf: Darunter der Söldner Royce (Adrien Brody, „King Kong“), der mexikanische Auftragskiller im Namen des kolumbianischen Drogenkartell Cuchillo (Danny Trejo, „Machete Kills“), der russische Speznas-Soldat Nikolai (Oleg Taktarov, „Das Vermächtnis der Tempelritter“), die israelische IDF-Scharfschützin Isabelle (Alice Braga, „Elysium“), der zum Tode verurteilte Schwerverbrecher Stans (Walton Goggins, „Django Unchained“), der Yakuza Hanzo (Louis Ozawa) und der Mediziner Edwin (Topher Grace, „Spider-Man 3“). Eine bunte Mischung möchte man meinen, die sich durch ihre ganz differenten (Kämpf-)Fertigkeiten auszeichnen und einiges an Charakter-Dynamik heraufbeschwören sollte. Aber Pustekuchen. Die Figuren sind Stereotypen, langweilig, nichtssagend und die meiste Zeit nur damit beschäftigt, müde One-Liner mit verschreckter Fratze auszurotzen.


Es tangiert den Zuschauer herzlich wenig, wer hier im abgedroschenen „10 Negerlein“-Prinzip nun ins Gras beißt, zieht die Topographie doch viel eher die Blicke auf sich und verweist darauf, in eine fremde Welt gestolpert zu sein. Eine grüne Hölle, die ihre fremdartige Flora und Fauna schnell zum Höhepunkt der Szenerie ernennt, weil weder Figuren, noch die eigentlichen Stars, die Predators, in irgendeiner Art und Weise für Spannung sorgen wollen. Da verwässern auch einige kreative Einfälle, schlägt man sich doch einzig durch einen höhepunktbefreites Töten-oder-getötet-werden-Actioner, der zwar auf Old-School macht, sich aber dann doch bereitwillig in billigen Effekten suhlt. Für Fans ist „Predators“ eine Beleidigung und Denkmalschändung bar jeder Moral (dieser Twist!!!), für alle anderen bleibt es ein lahmes und viel zu zahmes B-Movie, nach dem schon am nächsten Tag kein Hahn mehr krähen wird.


4 von 10 intergalaktischen Schoßhündchen


von souli

Review: THE FACULTY - TRAU' KEINEM LEHRER - „We don’t need no education“

Keine Kommentare:


Fakten:
The Faculty – Trau‘ keinem Lehrer
USA. 1998. Regie: Robert Rodriguez. Buch: Kevin Williamson. Mit: Josh Hartnett, Elijah Wood, Jordan Brewster, Laura Harris, Shawn Hatosy, Clea Du Vall, Robert Patrick, Famke Janssen, Piper Laurie, Salma Hayek, Bebe Neuwirth, Usher Raymond, Jon Stewart, Christopher McDonald, Daniel von Bargen, Danny Masterson, Harry Knowles, Luke Strotz, Louis Black u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
An der Herrington High School gilt das Gesetz des Stärkeren: Die Streber werden von den beliebten Sportlern drangsaliert und die verschlossenen Lehrer werden von ihren Kollegen wie Schülern nicht ernst genommen. Doch als eine außerirdische Spezies nach und nach Besitz von den Pädagogen und ihren Schützlingen übernimmt, muss sich eine Gruppe verschiedenster Schüler zusammenraufen, um die Invasoren aufzuhalten.





Meinung souli:
Dass Robert Rodriquez auf dem Regiestuhl von „The Faculty“ Platz genommen hat, lässt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen, dafür fällt die sonst so markige Bildsprache in diesem Fall einfach zu beliebig aus. Dass „The Faculty“ aber zweifelsohne von einem gewandten Filmliebhaber umgesetzt worden sein muss, kristallisiert sich an den massig eingestreuten Referenzen und Querverweisen heraus. Die Herrington High School ist natürlich eine Sammelstelle archetypischer Gruppierungen: Da gibt es die Sportler, die Zicken, die Streber, die Rebellen und natürlich die Neue. Gestreckt wird die Klischeeisierung jener Schülertypen mit Rodriquez' Liebe für Body Snatcher-Movies älterer Dekaden. Wenn sich das Autoritätspersonal langsam verändert und einem echten H20-Rausch verfällt, lässt Rodriquez den Kampf die Invasion der die menschlichen Körper als Wirte instrumentalisierende Spezies beginnen und entwirft wirklich charmantes Unterhaltungskino. Ohne sich in charakterlichen Entwicklungsprozess festzubeißen, wählt „The Faculty“ immer den schnellsten Weg, um sein narratives Tempo aufrecht zuhalten. Wer in den Film dann noch als Metapher auf eine sich eigenständig verbummelnde Gesellschaft verstehen möchte, der kann das gerne tun, in erster Linie geht es „The Faculty“ aber darum, viel Spaß zu bereiten. Und das schafft er heute noch wunderbar.


6 von 10 lebensrettenden Koffeintabletten


Von links nachs rechts: Der Sportler, die Jungfrau, der Dealer, die Begehrte, die Rebellin und der Streber.

Meinung stu:
Nach Don Siegel, Philip Kaufman und Abel Ferrera entwerfen Robert Rodriguez und „Scream“-Schöpfer Kevin Williamson eine weitere "Body Snatcher"-Variante, die für das junge Publikum des Jahres 1998 maßgeschneidert wurde. Ein trashiges und recht vergnügliches Happening, welches den Subtext früherer Körperfresser-Filme vermissen lässt, dafür aber mit durchaus gut funktioniertem schwarzem Humor ausgestattet ist. Darüber hinaus schwelgt „The Faculty“ in schulischer Nostalgie und verfestigt das jugendlich-rebellische Credo, dass Lehrer Monster sind. Diese „We don’t need no education“-Attitüde ist, wie der gesamte Film, wenig elegant, dafür umso zielstrebiger umgesetzt. Nicht erst, wenn das gesamte Lehrerzimmer assimiliert wurde. Denn bereits davor nutzen Williamson und Rodriguez jede Gelegenheit, um die schulischen Autoritäten zu torpedieren. Die Erwachsenen sind entweder Despoten oder Waschlappen. „The Faculty“ ist eben einfachste Unterhaltung, auch wenn er Grusel erzeugt und die kriminalistische Spurensuche nach der Quelle des Bösen in Angriff nimmt. Das Whodunit ist dann auch leider das schwächste Glied in der narrativen Kette. Williamson, der nach „Scream“ nicht nur den Ruf eines Horrorexperten, sondern auch den eines Plottwisters innehatte, gelingt mit seinem Script viele schöne Verweise, der Kern seiner Geschichte ist aber wenig ergiebig und äußert lasch. Am Ende bleibt „The Faculty“ ein genre-affines Fingerzeigen auf seine cineastischen Vorbilder und Robert Rodriguez vermag es nicht daraus etwas zu entwickeln, was mehr sein kann als das. So ist dieser Teen-Horror wenig gut gealtert. Wenn im Abspann die britische Rockband Oasis „Stay Young“ toniert, trifft die Aussage des Songtitels nicht für den Film zu und hat fast schon eine ironische Note.


4,5 von 10 geopferten Mäusen