Die ersten
beiden Trailer zu „Sin City: A Dame to Kill For“ haben uns eher kalt gelassen,
sogar etwas abgeschreckt. Doch der dritte Werbefilm fürs Sequel weckt doch nun
endlich unsere Vorfreude. Sollte der fertige Film, der bei uns am 18. September
2014 startet, annähernd so atmosphärisch und cool wie der neue Trailer werden,
sollte der zweite Teil eine gelungene Fortsetzung abgeben. Neu dabei im Cast
sind Joseph Gordon-Levitt, Dennis Haysbert (der die Rolle des verstorbenen Michael
Clark Duncan übernimmt), Josh Brolin (der als Dwight Clive Owen ersetzt), Eva
Green, Ray Liotta, Stacy Keach, JunoTemple, Jeremy Piven, Lady Gaga und
Christopher Lloyd. Wieder zurück dürfen sich Mickey Rourke, Jessica Alba,
Rosario Dawson, Bruce Willis, Powers Boothe und Jaime King. Regie führen, wie
im Vorgänger auch, „Sin City“-Erfinder Frank Miller und Robert Rodriguez.
Fakten: Machete
Kills
USA. 2013. Regie: Robert Rodriguez. Buch: Kyle Ward. Mit: Danny Trejo, Amber
Heard, Michelle Rodriguez, Mel Gibson, Demian Bichir, Sofia Vergara, Lady Gaga,
Carlos Estevez, William Sadler, Cuba Gooding jr., Walt Goggins, Jessica Alba,
Antonio Banderas, Vanessa Hudgens, Marko Zaror, Julio Oscar Mechoso, Tom Savini,
Felix Sabates, Elon Musk, Alexa Vega, Samuel Davis, Billy Blair u.a. Länge: 107
Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 19. Dezember 2013 im Kino.
Story: Machete hat es nicht leicht: Gerade eben erst wurde seine Partnerin von
einer Bande maskierter Terroristen erschossen und dann wird der mexikanische Top
Agent auch noch verhaftet und von einem sadistischen Sheriff verhört. Davon
lässt sich Machete aber nicht beeindrucken, muss er auch nicht, denn der
Präsident der USA holt ihn aus den Händen des Sheriffs und beauftragt ihn mit
einem Fall von höchster Brisanz. Diesmal geht es nicht nur um Rache (natürlich
muss Vergeltung für die ermordete Kollegin sein), sondern um die Rettung der
Welt.
Meinung: Danny
Trejo ist eine coole Sau. Dem bulligen Mexikaner mit dem zerklüfteten Gesicht
und dem Schnurrbart, der einen unweigerlich an Pornodarsteller der 1970er Jahre
erinnert, ist es gelungen zu einem der Stars des aktuellen B-Films zu werden.
Ganz alleine hat er dies jedoch nicht geschafft. Es war Autor, Regisseur und
Tarantino-Dauerkumpel Robert Rodriguez, der Trejo immer wieder in seinen Filmen
unterbrachte und ihm zumeist Rollen auf den Leib schrieb, die zu dessen
ruppiger Präsenz passten. So war es natürlich auch kein Wunder, dass Trejo den
Fans der Rodriguez-Filmen in Erinnerung blieb. Mit „Machete“, dessen Entstehung
hier jetzt nicht noch einmal durchgenommen werden muss, gelang die Trejomania dann vor knapp drei Jahren an
ihren Höhenpunkt. Ein Höhepunkt, der nun mit „Machete Kills“ weitergeführt
wurde.
Ein Schläfchen muss sich auch ein Machete mal gönnen
Die Rezeptur, die Robert Rodriguez und sein Screenwriter Kyle Ward beim Sequel
nutzen, ist – wenig überraschend - die gleiche wie beim Vorgänger. Erneut wird
versucht, so gut es geht ein B-Movie aus der Taufe zu stemmen. Bereits bei
„Machete“ sowie dessen Quellfilm „Grindhouse“ konnte nicht verschleiert werden,
dass der Flair von verkratzten Bildern, schlampigen Schnitten und obskuren
Handlungen auf einer synthetischen Basis beruht. Eine Basis, die aber wiederum
mit viel Herzblut und Liebe zum Detail betrieben wurde. Bei „Machete Kills“ ist
davon aber nur noch wenig zu spüren. Rodriguez erhöht zwar die
Over-the-Top-Mentalität, doch was dabei herauskommt ist ohne jede Dynamik. Den
Spaß am Bad Taste, in „Machete Kills“
wird daraus das angestrengte Abhaken von Erwartungen. Alles ist, wie von so
vielen gescheiterten Sequels gewohnt, immer etwas größer und breiter, aber
weitestgehend ohne Enthusiasmus und erschreckend müde in Szene gesetzt. Das Plündern
der Trash-Mottenkiste wird diesmal dadurch erweitert, dass Rodriguez nun auch
Szenen und Situationen aus seiner eigenen Filmographie kopiert. Dies beinhaltet
durchaus nette Verweise zu „From Dusk Till Dawn“, aber auch einen unsäglich
müden und platten Blueprint zu „Es war einmal in Mexiko“. Dass der Oneliner
„Machete don’t text“ aus dem Vorgänger dazu in „Machete Kills“ quasi
totgeritten wird, komplettiert den fahlen Gesamteindruck.
Lady Gaga benimmt sich wenig ladylike und nur ein wenig gaga
Der Besetzungscoup des Vorgängers, in der nicht nur Kino- und TV-Legenden wie
Robert DeNiro und Don Johnson zu sehen waren, sondern auch Gossip-Opfer wie
Lindsay Lohan und Direct-to-DVD-Ikone Steven Seagal, wird ebenfalls versucht zu
plagiieren. Doch die Exotik des Darstellerensembles von „Machete Kills“ reicht
bei Weitem nicht an die des Vorgängers heran. Mag sein, dass Lady Gaga als Lady
Chameleon dem Film einen enormen Promibonus verleiht, wen wundert es, aber ihre
Rolle ist nicht mehr als die bloße, äußerst plumpe Übertragung ihrer
Bühnenpräsenz ins Kino und ein Versuch, mit schimmernder Pop-Exzentrik die raue
B-Movie-Exzentrik aufzuwerten. Das Ergebnis ist kaum spürbar und verpufft so
schnell wie es gekommen ist. Wenn „Machete Kills“ beim Cast punkten kann, dann
mit dem Antagonisten Luther Voz. Ein echter Schurke aus dem Lehrbuch, der dem
Film in der zweiten Hälfte endgültig die künstlich verdreckte Tonalität eines
Agentenfilms verleiht. Mel Gibson, dessen Filmauftritte nach seinen Skandalen
immer etwas Verruchtes und Verbotenes anhaften, scheint diese Rolle durchaus zu
genießen. Ähnlich wie seine Performance in „Get the Gringo“ steht ihm das
figurentechnische Korsett des Bad Guys
äußerst gut. Ein anderer Enfant Terrible, welchen Robert Rodriguez für das Sequel
gewinnen konnte, ist eine nicht minder populäre Skandalnudel: Charlie Sheen, im
Film unter seinen Geburtsnamen Carlos Estevez gelistet. Doch während Mel Gibson
zwar den Schurken spielen darf, sein Ruf in der Öffentlichkeit aber nicht
angetastet wird, verkommen Sheens Auftritte als Präsident der Vereinigten
Staaten zu einem äußerst elegischen Schaulaufen. Ein Schaulaufen, in dem alles,
womit Sheen in den letzten Jahren in der Presse aufgefallen ist, mit
kreativloser Parodistik durchgenommen wird.
Gibson lacht, er hat auch am wenigsten zu verlieren
Sheen ist jedoch nicht das einzige Opfer dieser schnell ermattenden Parodistik.
Auch die zelebrierten Actionszenen von „Machete Kills“ leiden darunter.
Natürlich muss Rodriguez übertreiben und überhöhen wo es nur geht, doch der
Reiz geht hier zu schnell verloren. Wo im ersten Teil Gedärme zweckentfremdet
wurden, Motorräder mit Maschinenpistolen und Nonnen mit großen Knarren noch gut
positioniert waren, die eigentliche Geschichte aber noch einigermaßen dem
authentischen Stil eines billigen Rachefilmchens aus den Geburtsjahren der
Videotheken folgte, wirkt „Machete Kills“ wie ein stupider Fan-Service. Dabei
werden wohl vor allem die Fans angesprochen, die glauben ein B-Movie würde sich
einzig und alleine durch seine strikte Überzogenheit auszeichnen. Eine
Fehleinschätzung, die dazu führt, dass „Machete Kills“ zu vollgestopft ist mit vertrashten Schauwerten und diese wie
Statussymbole einsetzt. Durch diese Konzentration verfällt die Narration der
Fortsetzung in eine Art Dösigkeit. „Machete Kills“ ist unglaublich zäh, anti-kurzweilig
und präsentiert ein Klimax nach dem anderen, was der Progression durchgehend
schadet. Dazu wird der Verlauf der Handlung mit Unmengen Nebenfiguren und
–Plots künstlich aufgebläht. Die erste Hälfte erscheint rückblickend wie ein
gezerrter Epilog, dem es gut getan hätte, wenn Rodriguez im Schneideraum die
eine oder andere Szene gekürzt oder gar komplett herausgeschnitten hätte.
„Machete Kills“ ist kein erneuter Höhepunkt der Trejomania geworden. Ähnlich wie so viele andere Filme mit dem Mexikaner,
die nach „Machete“ entstanden sind, bestärkt das Sequel die Vermutung, dass
Trejo vielleicht ja doch nicht mehr ist als einer von vielen
B-Movie-Darstellern - mit dem Unterschied, dass er das einflussreiche Spielkind
Robert Rodriguez als Unterstützer an seiner Seite hat. Die durchaus filmische
und fast schon liebenswerte Ausstrahlung einer alten, schweren Bulldogge
besitzt Trejo, diese reicht aber nicht aus, um einen schlechten Film positiver
erscheinen zu lassen. Vor allem dann nicht, wenn ihm wie „Machete Kills“
jedweder Individualismus fehlt.
Danny Trejo tut als Super-Mexikaner zum zweiten Mal das,
war er am besten kann: töten. Deswegen halten wir den Titel zum Sequel
von „Machete“, „Machte Kills“, für überaus passend. Eigentlich sollte
der Film bereits im April starten, wurde dann aber verschoben. Nun soll
der bullige Mexikaner am 21. November für blutigen Spaß sorgen. Mit
dabei sind diesmal Zoe Saldana, Carlos Estevez (Charlie Sheen), Jessica
Alba, Sofia Vergara, Michelle Rodriguez, Amber Heard, Demian Bichir,
Lady Gaga, Antonio Banderas, Cuba Gooding Jr, Vanessa Hudgens und Mel
Gibson! Nach dem netten ersten Teaser, gibt es beim neuen Trailer ordentlich Action. Mal schauen ob noch ein Red Band Trailer kommt, denn bis jetzt wirkt das alles noch recht blutleer. Daür wissen wir aber bereits folgendes: "Machete don't tweet". Na dann.
Da isser
wieder. Danny Trejo tut als Super-Mexikaner zum zweiten Mal das, war er am
besten kann: töten. Deswegen halten wir den Titel zum Sequel von „Machete“, „Machte
Kills“, für überaus passend. Eigentlich sollte der Film bereits im April
starten, wurde dann aber verschoben. Nun soll der bullige Mexikaner am 21.
November für blutigen Spaß sorgen. Mit dabei sind diesmal Zoe Saldana, Carlos
Estevez (Charlie Sheen), Jessica Alba, Sofia Vergara, Michelle Rodriguez, Amber Heard, Demian
Bichir, Lady Gaga, Antonio Banderas, Cuba Gooding Jr, Vanessa Hudgens und Mel
Gibson! Wir hoffen dass auch „Machete Kills“ ähnlich bescheuert-unterhaltsam wird, wie sein Vorgänger. Die Story, in der Machete vom US-Präsidenten (Sheen)
angeheuert wird, um eine heikle Mission zu erfüllen, hat schon mal Trash-Potenzial, auch wenn – Sein wir ehrlich – „Machete“ schon kein echter
Trash war, sondern lediglich beabsichtigter Schwachsinn. Aber was soll’s? Hauptsache
es macht Spaß.