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Review: 3 DAYS TO KILL – Der Agent, sein Rad und die Familie

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Fakten:
3 Days to Kill
USA, Frankreich. 2014. Regie: McG. Buch: Adi Hasak, Luc Besson. Mit: Kevin Costner, Amber Heard, Hailee Steinfeld, Connie Nielsen, Raymond J. Barry, Richard Sammel, Tómas Lemarquis, Eriq Ebouaney, Philippe Reyno u.a. Länge: 117 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren.Ab 30. Oktober 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Familie? Für Ethan ist das im Grunde der Geheimdienst, für den er tätig ist. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Seine Tochter Zoe soll endlich einen echten Vater haben, doch der geplante Ruhestand muss warten, denn Ethan leidet an einer tödlichen Krankheit. Ein Gegenmittel gibt es, doch es hat zwei Nebenwirkungen: zum einen Halluzinationen, zum anderen dass er als Gegenleistung für seine Heilung einen heiklen Auftrag absolvieren muss, für den er genau drei tage Zeit hat.





Meinung:
Joseph McGinty Nichol – oder auch McG – genießt in der Filmwelt nicht gerade den Ruf, ein begnadeter Regisseur zu sein. Für „Terminator: Die Erlösung“ musste der US-Amerikaner nicht nur vom Feuilleton reichlich Schelte kassieren, die riesige Fan-Base des ikonisierten Cyborgs aus der Zukunft konnte ihren Missmut über McGs Umsetzung ebenfalls nicht hinter dem Berg halten. Auch seine Agenten-Komödie „Das gibt Ärger“, in der Tom Hardy und Chris Pine um die Zuneigung Reese Witherspoons buhlen, während sie es mit dem Oberschurken Til Schweiger zu tun bekommen, entwickelte sich zum reinrassigen Debakel. Aber auch schon zu Anfang des neuen Jahrhunderts konnte sich McG mit „3 Engel für Charlie“ und der Fortsetzung „Volle Power“ mit wenig Ruhm bekleckern. Die Bestimmung seiner Person liegt wohl als Produzent von Serie wie „Supernatural“ und Chuck“ begraben, allerdings, und das grenzt für viele an ein Wunder, hat McG es im Jahre 2014 wirklich auf die Reihe bekommen, einen durchaus akzeptablen Streifen abzuliefern.



Blond, attraktiv, mysteriös, bewaffnet? Das ist Costners Filmtochter
Die Rede ist von „3 Days to Kill“, einem Hybriden, der in seiner Konzeption so unfassbar schelmisch auftritt, das man sich zuweilen gerne mal die Augen reiben muss und jegliche Szenen auf ihre Intention gleich zweimal hinterfragt: Ist das jetzt wirklich euer Ernst? Als EuropoCorp-Produktion und nach einer Idee von Luc Besson, der schließlich auch das am Drehbuch mitschrieb, stellt sich „3 Days to Kill“ also in eine Reihe mit ansehnlichen Projekten à la „Kiss of the Dragon“, „The Transporter“ und „96 Hours“, muss sich aber auch die Nachbarschaft von desaströsen Bruchlandungen wie „Hitman – Jeder stirbt alleine“ oder „Malavita - The Family“ gefallen lassen. „3 Days to Kill“ ist nun so ein Film geworden, der sich nicht eindeutig kategorisieren lässt, den man eine gute Portion Wahnsinn attestieren möchte, ihm aber auch nicht seine auf der Metaebene gelingende Selbstironie aberkennen kann. Es ist vielmehr die alles entscheidende Frage, ob Besson und McG die Tonalität bestimmter Sequenzen mit einem solch findigen Augenzwinkern überhaupt geplant haben. Ein guter Ratschlag kann es an dieser Stelle nur sein, ihnen diese Intelligenz zu erlauben, alles andere nämlich würde in einem Fiasko enden.



Brav, friedlich, bieder, brünett? Alles klar, eine Killerin
„3 Days to Kill“ wartet mit einem ganzen Arsenal an Klischees auf, die um ihre Vormachtstellung in größtmöglicher Staubschicht ringen: Da hätten wir den alternden Secret-Service-Agenten, der seinen riskanten Job an den Nagel hängen möchte, um sich endlich wieder mehr um die Familie zu kümmern, sich aufgrund einer schockierenden Diagnose allerdings dazu gezwungen sieht, für die zwielichtigen Vivi Delay zu arbeiten und den deutschen Waffenhändler „Der Wolf“ zu stoppen. Wow. Wo man im ersten Augenblick vielleicht noch annehmen wurde, in die nächsten Untiefen einer der unsäglichen Nicolas Cage Direct-to-DVD-Streiche gestolpert zu sein, lässt „3 Days to Kill“ schnell eine persiflierende Leseart zu - Ob intendiert oder nicht, sei mal dahingestellt. Immer wieder wird das Szenario stilistisch gebrochen, etwa wenn Hauptdarsteller Ethan Runner einen möglichen Verdächtigen in seinem Badezimmer foltert und schließlich von seinem Handy Icona Pops Charts-Schlager „I Don't Care“ repetitiv ertönt. Ja, das Drehbuch geht sogar soweit, Ethan Runner mit seinen „Opfern“ Familienangelegenheiten austauschen zu lassen und anschließend nach einem original-italienischen Bolognese-Rezept fragt. All das kann man nicht ernst nehmen, weil es – hoffentlich – auch nie ernst gemeint war. Vom missfälligen Zynismus eines „Malavita - The Family“ jedoch ist das ganz weit entfernt.


Eine Spitze gegen Frankreich, die sich postwendend auch komplett im Nirgendwo verrennt, erlaubt sich das Drehbuch mit den Mietnomaden, die sich in Ethans Wohnung gegen seinen Willen einnisten. Dort kommt es bei einer Geburt in den eigenen vier Wänden zu einer Szene, die in ihrem penetranten Pathos auf audiovisueller Ebene frei von jeder Seriosität sein muss. Natürlich gelingt es „3 Days to Kill“ nicht immer die tonale Balance zu halten, manches amüsiert nicht, sondern ruft eher die Kombination aus Irritation und Kopfschütteln hervor, etwa wenn „3 Days to Kill“ wirklich emotional in seiner Melodramatik zu sein versucht, sicher aber wohl nicht mehr im Klare darüber ist, dass all Figuren lose Stereotypen sind. Die Action allerdings ist in ihrer Kalibrierung angenehm Old-School und greifbar, während Kevin Costner („Jack Ryan: Shadow Recruit“, "Der mit dem Wolf tanzt") als drahtiger Kauz seit langer Zeit mal wieder in einer Hauptrolle gefallen darf, wohingegen Amber Heard als Lack-und-Leder-Mieze („Drive Angry“, "Machete Kills") das pure Comic Relief abliefert und ihren lasziven Auftritt zuweilen eine gar surreale Note verleiht. Eines aber steht fest: Wenn McG wirklich darstellen wollte, was ein James Bond-Verschnitt nach Feierabend so tut, dann sei ihm gesagt: Bestimmt NICHT mit einem lilanen Damenfahrrad durch die Gassen von Paris gurken.


5 von 10 Händen im Waffeleisen


von souli

Review: MACHETE KILLS - Machete do sequel

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Fakten:
Machete Kills
USA. 2013. Regie: Robert Rodriguez. Buch: Kyle Ward. Mit: Danny Trejo, Amber Heard, Michelle Rodriguez, Mel Gibson, Demian Bichir, Sofia Vergara, Lady Gaga, Carlos Estevez, William Sadler, Cuba Gooding jr., Walt Goggins, Jessica Alba, Antonio Banderas, Vanessa Hudgens, Marko Zaror, Julio Oscar Mechoso, Tom Savini, Felix Sabates, Elon Musk, Alexa Vega, Samuel Davis, Billy Blair u.a. Länge: 107 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 19. Dezember 2013 im Kino.


Story:
Machete hat es nicht leicht: Gerade eben erst wurde seine Partnerin von einer Bande maskierter Terroristen erschossen und dann wird der mexikanische Top Agent auch noch verhaftet und von einem sadistischen Sheriff verhört. Davon lässt sich Machete aber nicht beeindrucken, muss er auch nicht, denn der Präsident der USA holt ihn aus den Händen des Sheriffs und beauftragt ihn mit einem Fall von höchster Brisanz. Diesmal geht es nicht nur um Rache (natürlich muss Vergeltung für die ermordete Kollegin sein), sondern um die Rettung der Welt.




Meinung:
Danny Trejo ist eine coole Sau. Dem bulligen Mexikaner mit dem zerklüfteten Gesicht und dem Schnurrbart, der einen unweigerlich an Pornodarsteller der 1970er Jahre erinnert, ist es gelungen zu einem der Stars des aktuellen B-Films zu werden. Ganz alleine hat er dies jedoch nicht geschafft. Es war Autor, Regisseur und Tarantino-Dauerkumpel Robert Rodriguez, der Trejo immer wieder in seinen Filmen unterbrachte und ihm zumeist Rollen auf den Leib schrieb, die zu dessen ruppiger Präsenz passten. So war es natürlich auch kein Wunder, dass Trejo den Fans der Rodriguez-Filmen in Erinnerung blieb. Mit „Machete“, dessen Entstehung hier jetzt nicht noch einmal durchgenommen werden muss, gelang die Trejomania dann vor knapp drei Jahren an ihren Höhenpunkt. Ein Höhepunkt, der nun mit „Machete Kills“ weitergeführt wurde.


Ein Schläfchen muss sich auch ein Machete mal gönnen
Die Rezeptur, die Robert Rodriguez und sein Screenwriter Kyle Ward beim Sequel nutzen, ist – wenig überraschend - die gleiche wie beim Vorgänger. Erneut wird versucht, so gut es geht ein B-Movie aus der Taufe zu stemmen. Bereits bei „Machete“ sowie dessen Quellfilm „Grindhouse“ konnte nicht verschleiert werden, dass der Flair von verkratzten Bildern, schlampigen Schnitten und obskuren Handlungen auf einer synthetischen Basis beruht. Eine Basis, die aber wiederum mit viel Herzblut und Liebe zum Detail betrieben wurde. Bei „Machete Kills“ ist davon aber nur noch wenig zu spüren. Rodriguez erhöht zwar die Over-the-Top-Mentalität, doch was dabei herauskommt ist ohne jede Dynamik. Den Spaß am Bad Taste, in „Machete Kills“ wird daraus das angestrengte Abhaken von Erwartungen. Alles ist, wie von so vielen gescheiterten Sequels gewohnt, immer etwas größer und breiter, aber weitestgehend ohne Enthusiasmus und erschreckend müde in Szene gesetzt. Das Plündern der Trash-Mottenkiste wird diesmal dadurch erweitert, dass Rodriguez nun auch Szenen und Situationen aus seiner eigenen Filmographie kopiert. Dies beinhaltet durchaus nette Verweise zu „From Dusk Till Dawn“, aber auch einen unsäglich müden und platten Blueprint zu „Es war einmal in Mexiko“. Dass der Oneliner „Machete don’t text“ aus dem Vorgänger dazu in „Machete Kills“ quasi totgeritten wird, komplettiert den fahlen Gesamteindruck.


Lady Gaga benimmt sich wenig ladylike und nur ein wenig gaga
Der Besetzungscoup des Vorgängers, in der nicht nur Kino- und TV-Legenden wie Robert DeNiro und Don Johnson zu sehen waren, sondern auch Gossip-Opfer wie Lindsay Lohan und Direct-to-DVD-Ikone Steven Seagal, wird ebenfalls versucht zu plagiieren. Doch die Exotik des Darstellerensembles von „Machete Kills“ reicht bei Weitem nicht an die des Vorgängers heran. Mag sein, dass Lady Gaga als Lady Chameleon dem Film einen enormen Promibonus verleiht, wen wundert es, aber ihre Rolle ist nicht mehr als die bloße, äußerst plumpe Übertragung ihrer Bühnenpräsenz ins Kino und ein Versuch, mit schimmernder Pop-Exzentrik die raue B-Movie-Exzentrik aufzuwerten. Das Ergebnis ist kaum spürbar und verpufft so schnell wie es gekommen ist. Wenn „Machete Kills“ beim Cast punkten kann, dann mit dem Antagonisten Luther Voz. Ein echter Schurke aus dem Lehrbuch, der dem Film in der zweiten Hälfte endgültig die künstlich verdreckte Tonalität eines Agentenfilms verleiht. Mel Gibson, dessen Filmauftritte nach seinen Skandalen immer etwas Verruchtes und Verbotenes anhaften, scheint diese Rolle durchaus zu genießen. Ähnlich wie seine Performance in „Get the Gringo“ steht ihm das figurentechnische Korsett des Bad Guys äußerst gut. Ein anderer Enfant Terrible, welchen Robert Rodriguez für das Sequel gewinnen konnte, ist eine nicht minder populäre Skandalnudel: Charlie Sheen, im Film unter seinen Geburtsnamen Carlos Estevez gelistet. Doch während Mel Gibson zwar den Schurken spielen darf, sein Ruf in der Öffentlichkeit aber nicht angetastet wird, verkommen Sheens Auftritte als Präsident der Vereinigten Staaten zu einem äußerst elegischen Schaulaufen. Ein Schaulaufen, in dem alles, womit Sheen in den letzten Jahren in der Presse aufgefallen ist, mit kreativloser Parodistik durchgenommen wird.


Gibson lacht, er hat auch am wenigsten zu verlieren
Sheen ist jedoch nicht das einzige Opfer dieser schnell ermattenden Parodistik. Auch die zelebrierten Actionszenen von „Machete Kills“ leiden darunter. Natürlich muss Rodriguez übertreiben und überhöhen wo es nur geht, doch der Reiz geht hier zu schnell verloren. Wo im ersten Teil Gedärme zweckentfremdet wurden, Motorräder mit Maschinenpistolen und Nonnen mit großen Knarren noch gut positioniert waren, die eigentliche Geschichte aber noch einigermaßen dem authentischen Stil eines billigen Rachefilmchens aus den Geburtsjahren der Videotheken folgte, wirkt „Machete Kills“ wie ein stupider Fan-Service. Dabei werden wohl vor allem die Fans angesprochen, die glauben ein B-Movie würde sich einzig und alleine durch seine strikte Überzogenheit auszeichnen. Eine Fehleinschätzung, die dazu führt, dass „Machete Kills“ zu vollgestopft ist mit vertrashten Schauwerten und diese wie Statussymbole einsetzt. Durch diese Konzentration verfällt die Narration der Fortsetzung in eine Art Dösigkeit. „Machete Kills“ ist unglaublich zäh, anti-kurzweilig und präsentiert ein Klimax nach dem anderen, was der Progression durchgehend schadet. Dazu wird der Verlauf der Handlung mit Unmengen Nebenfiguren und –Plots künstlich aufgebläht. Die erste Hälfte erscheint rückblickend wie ein gezerrter Epilog, dem es gut getan hätte, wenn Rodriguez im Schneideraum die eine oder andere Szene gekürzt oder gar komplett herausgeschnitten hätte.


„Machete Kills“ ist kein erneuter Höhepunkt der Trejomania geworden. Ähnlich wie so viele andere Filme mit dem Mexikaner, die nach „Machete“ entstanden sind, bestärkt das Sequel die Vermutung, dass Trejo vielleicht ja doch nicht mehr ist als einer von vielen B-Movie-Darstellern - mit dem Unterschied, dass er das einflussreiche Spielkind Robert Rodriguez als Unterstützer an seiner Seite hat. Die durchaus filmische und fast schon liebenswerte Ausstrahlung einer alten, schweren Bulldogge besitzt Trejo, diese reicht aber nicht aus, um einen schlechten Film positiver erscheinen zu lassen. Vor allem dann nicht, wenn ihm wie „Machete Kills“ jedweder Individualismus fehlt.


3 von 10 Raketenritten

Review: DRIVE ANGRY - Nicolas Cage hat endlich sein Genre gefunden

2 Kommentare:
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Fakten:
Drive Angry
USA, 2011. Regie: Patrick Lussier. Buch: Todd Farmer, Patrick Lussier. Mit: Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner, Billy Burke, David Morde, Todd Farmer, Christa Campbell, Charlotte Ross, Tom Atkins, Jack McGee, Kathy Mixon, Wanetah Walmsley, Robin McGee u.a. Länge: 101 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray erhältlich.


Story:
Milton ist auf der Jagd nach dem satanischen Sektenguru Jonah King und dessen Gefolge. Sie haben seine Tochter abgeschlachtet und deren Baby entführt, um es bei einem Ritual zu opfern. Mehr oder weniger zufällig steht im die taffe Kellnerin Piper zur Seite. Der Jäger ist gleichzeitig auch Gejagter, denn "Der Buchhalter" hat mit Milton noch eine Rechnung offen.





Meinung:
Nicolas Cage, das ist schon ein Ding für sich. Bis Mitte der 90er ein recht talentierter, interessanter Darsteller. Dann kam der Oscar für "Leaving Las Vegas", es folgte ein kometenhafter Aufstieg zum Leading-Man, gleichzeitig wurden seine Auftritte immer grotesker, fast gruselig. Sicher, da waren noch bemerkenswerte Leistungen dabei ("Bringing Out The Dead", "Adaption", "Lord of War") und einige seiner Filme waren trotz (nicht wegen) seiner Beteiligung noch gut, nur in den letzten zehn Jahren ist wohl niemand so stellvertretend für den schmalen Grat zwischen Fremdscham, Abscheu, belustigendem Elendstourismus oder wie der berühmte Unfall auf der Autobahn...schrecklich, aber der Blick kann sich kaum verkniffen werden. "Drive Angry" scheint auf dem Papier kaum "besser" als der restliche Affenzirkus, durch den sich Nic The Sick seit Jahren grimassiert, der Lächerlichkeit preisgibt, sich praktisch prostituiert um seinen (angeblich) exorbitanten bis grössenwahnsinnigen Lebenstil zu finanzieren bzw. die Gläubiger ruhig stellen zu können. Tatsächlich ist es wohl genau das, auf das sich der Typ ohne eine funktionierende Gehirnzelle, fähige Agenten, dem letzten Rest von Stolz, einer halbwegs normalen Mimik und ausgelernten Friseuren konzentrieren sollte. Trash, ehrlichen, bewussten, Hyper-Mega-Super-Trash, ohne den geringsten Anflug von Ernsthaftigkeit oder Anspruch, genau deshalb total unterhaltsam und mit dem gehörigen Schuss cool-beknackter Ideen, die seinen sonstigen Verbrechen oft abgehen.


Wo Milton langläuft, wächst kein Gras mehr
Stichwort Friseur: Macht er das eigentlich absichtlich? Noch verwunderlicher als der Qualitätsmangel seiner Fliessbandarbeit und der bedenklich-entgleisenden Gesichtsmuskulatur ist wohl das Kuriositätenkabinett, was Nic seit Jahren auf er Birne trägt. Da war ja wirklich schon alles dabei, der Bad-Hair-Day zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Jahrtausend. Inzwischen so was wie ein Markenzeichen, daher MUSS das eigentlich kalkuliert sein. Egal, passt prima zum gesamten Film. "Drive Angry" macht ja mal gar keine Hehl daraus, wo man hier gelandet ist. 3D-Grindhouse-Kino, wüst überzogen, mit wilden CGI-Blut-Splatter, billigen Effekten zum Anfassen, einer bescheuerten, dadurch unterhaltsamen Story und einer drolligen Mischung aus Blödsinn, Coolness und echten Krachern. Erstaunlich, das sich gerade in so einer absichtlichen Freakshow der verrrückte Nic fast zurückhält, da ist er in ambitionierten, ernstgemeinteren Filmen schon deutlich sichtbarer und unpassender Amok gelaufen. Das wäre doch DIE Bühne, um das Rad komplett zum Glühen zu bringen, ausgerechnet jetzt reisst er sich (für seine Verhältnisse) sogar am Riemen. Warum auch immer, spricht nur für seine Unzurechnungsfähigkeit. Keine Angst, der Film drumherum regelt das schon.

Immer EIN Auge für gute Rollen: Nicolas Cage
Da wird alles aufgefahren. Der schon angesprochene, zügellose Gorefaktor, dabei so over the top und extrem funny, da bekommt niemand Bauchschmerzen, total absurde Momente, in denen keine pysikalisch unmöglichen Explosionen oder ähnlicher Schwachfug ausgelassen wird. Herrlich, absichtlich wird aus vollen Rohren gefeuert und mit ordentlich Sprit im Tank Gas gegeben, der Käfig voller Narren wirkt fast normal, nur fast, aber für ihn ist das schonmal was. Viel irrer sind hier einige Einfälle (was für eine Sexszene, sogar schon geil, bevor es (ihr) zum Höhepunkt kommt), ein extrem überzogen-böser Bösewicht ("Ich werde dich töten. Und dann werde ich mich an deiner Leiche vergehen."), Amber Heard, die wie immer geil aussieht und sonst nicht viel, dafür so derbe austeilt, Suspensorium angemessen, und dann William Fichtner, wunderbar. Wie trocken er seinen Part (wohl der dankenswerteste des gesamten Skripts) rüberbringt, toll.

"Drive Angry" ist total hohl, strunzdumm, das ist gut so. Ohne jede Hemmungen, ohne falsch verstandenen Anliegen sind sich alle Beteiligten (bei Nic bin ich mir nicht sicher, aus gegebenen Anlass) sicher und einig, voll drauflos und weit drüber. Eine Spassgranate, eine Ansammlung von waghalsigem Bullshit, dabei teilweise so gekonnt umgesetzt, die goldene Mitte aus beschissenem Blödsinn und wunderbarem Quatsch, wahnsinnig sympathisch. Um den Kreis zu schliessen: Wenn Nicolas Cage sich nur noch auf so was speziallisieren würde, ich würde ihn mögen und er hätte endlich seinen Platz gefunden. In der A-Liga der Kasper, in so was nicht ansatzweise so bekloppt wie sein Spielplatz. 

6 von 10 Bier-Schädeln

Trailerpark: Action und Stars satt im neuen MACHETE KILLS-Trailer

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Danny Trejo tut als Super-Mexikaner zum zweiten Mal das, war er am besten kann: töten. Deswegen halten wir den Titel zum Sequel von „Machete“, „Machte Kills“, für überaus passend. Eigentlich sollte der Film bereits im April starten, wurde dann aber verschoben. Nun soll der bullige Mexikaner am 21. November für blutigen Spaß sorgen. Mit dabei sind diesmal Zoe Saldana, Carlos Estevez (Charlie Sheen), Jessica Alba, Sofia Vergara, Michelle Rodriguez, Amber Heard, Demian Bichir, Lady Gaga, Antonio Banderas, Cuba Gooding Jr, Vanessa Hudgens und Mel Gibson! Nach dem netten ersten Teaser, gibt es beim neuen Trailer ordentlich Action. Mal schauen ob noch ein Red Band Trailer kommt, denn bis jetzt wirkt das alles noch recht blutleer. Daür wissen wir aber bereits folgendes: "Machete don't tweet". Na dann.




Review: AND SOON THE DARKNESS - Durchgekauter Touristen-Terror

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Fakten:
And Soon the Darkness
AR, FR, USA, 2010. Regie: Marcos Efron. Buch: Marcos Efron, Jennifer Derwingson. Mit: Amber Heard, Odette Annable, Karl Urban, Adriana Barraza, Cesar Vianco, Michel Noher, Luis Sabatini, Daniel Figuereido, Jorge Booth u.a. Länge: 91 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Stephanie und Ellie sind auf einem Fahrradtrip durch Argentinien. Dann verschwindet Ellie, offensichtlich entführt. Stephanie sucht verzweifelt nach ihrer Freundin, unterstützt durch Landsmann Michael, der ebenfalls nach verschwundenen Personen sucht.






                                                      
Meinung:
Schon wieder ein Remake, schon wieder dutzendfach gesehenes Touristen-in-der-Falle-Terror-Kino zwischen "Hostel" und "Turistas". Exotisch-reizvolle Kulisse mit  gesellschaftlichen Freiraum und Urlaubsflirt-Reiz wird zur Todesfalle für unbedarfte US-Twens durch böse-barbarische Einheimische. Anfangs durchaus halbwegs solide aufgebaut in seiner Spannung, verliert sich "And Soon the Darkness" recht flott im Einheitsbrei, kann mit nichts mehr richtig hinter dem Ofen vorlocken, ein bis zur Geschmacksneutralität durchgekautes Genre-Bubblegum.

Das nette Setting verliert schnell seinen Reiz, die hübschen Protagonistinnen, in erster Linie Genrebeauty Amber Heard (auch Produzentin) sehen zwar durchgehend knackig aus, sonst geht hier relativ schnell jeder Biss verloren. Wo die Reise hingehen wird, ist so offensichtlich, Spannung entsteht bei "And Soon the Darkness", wenn überhaupt, durch einige, solide Momente, im großen und ganzen retten die aber auch nur das Mindeste.

Don't cry for me argentina...
An und für sich wird nichts neues oder hochspannendes geboten, die gewohnten Pfade werden brav und uninsperiert abgeklappert, selbst bei der kurzen Laufzeit und dem eigentlich dicht geschnürten Handlungskorsett wird schon mal die ein oder andere Schleifspur sichtbar. Die ein oder andere ist sogar höflich, denn wer hier vor Spannung Flecken ins Höschen macht, sollte mal einen Arzt konsultieren. Maximal durchschnittlich geht es hier zur Sache, es sieht alles etwas besser aus, als es letztendlich ist. Alles in allem gibt es nur semi-bedrohliche, schick-aufgenommene Spannungssequenzen aus der Konserve, quasi Dosen-Ravioli mit frischen Basilikum. Perlen vor die Säue, schmeckt eher bescheiden. Wie Amber Heard allgemein. Schick, aber doof, satt wird davon keiner.


4 von 10 bösen Gauchos

Trailerpark: Hossa! Erster Teaser-Trailer zu MACHETE KILLS

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Da isser wieder. Danny Trejo tut als Super-Mexikaner zum zweiten Mal das, war er am besten kann: töten. Deswegen halten wir den Titel zum Sequel von „Machete“, „Machte Kills“, für überaus passend. Eigentlich sollte der Film bereits im April starten, wurde dann aber verschoben. Nun soll der bullige Mexikaner am 21. November für blutigen Spaß sorgen. Mit dabei sind diesmal Zoe Saldana, Carlos Estevez (Charlie Sheen), Jessica Alba, Sofia Vergara, Michelle Rodriguez, Amber Heard, Demian Bichir, Lady Gaga, Antonio Banderas, Cuba Gooding Jr, Vanessa Hudgens und Mel Gibson! Wir hoffen dass auch „Machete Kills“ ähnlich bescheuert-unterhaltsam wird, wie sein Vorgänger. Die Story, in der Machete vom US-Präsidenten (Sheen) angeheuert wird, um eine heikle Mission zu erfüllen, hat schon mal Trash-Potenzial, auch wenn – Sein wir ehrlich – „Machete“ schon kein echter Trash war, sondern lediglich beabsichtigter Schwachsinn. Aber was soll’s? Hauptsache es macht Spaß.


 






Review: ANANAS EXPRESS - Killer, Gras und Fruchtgummi

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Fakten:
Ananas Express (Pineapple Express)
USA, 2008. Regie: David Gordon Green. Buch: Seth Rogen, Evan Goldberg. Mit: Seth Rogen, James Franco, Gary Cole, Danny McBride, Rosie Perez, Kevin Corrigan, Craig Robinson, Amber Heard, Ed Begley Jr., Nora Dunn, Joe Lo Truglio, Cleo King, Arthur Napiontek u.a. Länge: 112 (Kinoversion)/117 (Superbreit Edition) Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Dale hat einen der meistgehasstesten Jobs der USA (Gerichtszusteller), eine scharfe Highschool-Freundin und eine extrem starke Neigung zu Marihuana. Sein Dealer Saul hat gerade absoluten Zauberstoff am Start: Ananas Express. So gut, dass er ihn nur an Dale vertickt. Das wird zum Problem: Schluffi Dale wird Zeuge eines Mordes und verliert bei der Flucht einen Joint. Der Täter ist ausgerechnet Sauls Quelle Ted, der das einzigartige Aroma sofort identifiziert. Dale und Saul müssen rasch das Weite suchen, denn die Killer sind schon auf dem Weg.



                                                                     

Meinung:

"Ist bald eine Schande sowas zu rauchen. Ist als ob man ein Einhorn tötet...mit einer Bombe!"

Es sind solche Oneliner und Dialoge, die "Ananas Express" durchaus sympathisch und sogar witzig machen, doch leider sind das nur Einzelerscheinungen in einer viel zu ausgiebigen Flut von stonigem Dauergeschwätz und einer, für eine Komödie, fast schon unendlich wirkenden Laufzeit von knapp zwei Stunden. Da macht sich, im negativen Sinn, die Beteiligung von Judd Apatow bemerkbar. Hier tritt er zwar nur als Produzent und Ideengeber in Erscheinung, aber "Ananas Express" hat ein ganz großes Problem: Er ist viiiiiiel zu lang. Das ist nicht der einzige Haken, dabei aber ein deutlicher: Warum zieht sich die Story auf so eine semi-epische Genrelänge? Da ist der Leerlauf ja fast unvermeidlich, außer es wird richtig aufgefahren und es gibt viel zu erzählen. Das ist hier eher nicht der Fall. Das Script hat reichlich Kaugummi/Käse-Elemente, die unglaublich lange Fäden ziehen und dadurch leider die durchaus witzigen Momente fast neutralisieren. Das Plus des Films ist ganz klar die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Seth Rogen und Wohlfühl-Schlabber-Hosen Kiffer James Franco, die harmonieren prächtig. Letztendlich ist "Ananas Express" wie ein klassischer Abend in berauschter Runde: Da wird ganz viel geschnattert, einiges ist richtig lustig, aber das Meiste ist pures Gesabbel. Das funktioniert im Kontext der Situation und Umstände, aber wenn das auf Tonband aufgenommen und am nächsten Tag abgespielt würde, wäre der Großteil eher langweilig und banal. 


Genug gechillt, jetzt wird's handfest
Die Lunte wird zwar gelegentlich neu befeuert ("Ich nehme eine Bong, das filtert das süchtigmachende Zeug raus, ist Tatsache!"), aber viel zu oft glimmt sie so vor sich hin und schmeckt nach kaltem Rauch. Charme hat das Flickwerk irgendwie schon, nur ermüdet es so schnell wie der Stoff, aus dem die Tüten sind. Das gelegentlich angezogene Tempo (was dann in der Regel daraus besteht, dass die Figuren sich wehtun) ist bitter nötig, um nicht langsam vor sich hin zu chillen. Sagen wir es mal so: Wenn die Ananas auf bequeme 90 Minuten runtergeschält wäre und nur der frische Saft gepresst würde, ein launiger Film. Aber so mit Schale, Haube und allem Drum und Dran serviert, will das doch keiner fressen...oder rauchen.


5,5 von 10 Tütenfrüchten