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Review: HAIL, CAESAR! - Spott und Anerkennung für Hollywood

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Fakten:
Hail, Caesar!
USA. 2016. Regie und Buch: Joel und Ethan Coen. Mit: Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Tilda Swinton, Scarlett Johansson, Max Baker, Channing Tatum, Heather Goldenhersh, Ian Blackman, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Fisher Stevens, David Krumholtz, Frances McDermand, Christopher Lambert, Jack Huston, Tom Musgrave, Veronica Osorio, Patrick Fischler, Clancy Brown, Michael Gambon u.a. Länge: 106 Minuten. FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung. Ab 18. Februar 2016 im Kino.


Story:
Im Mittelpunkt der Story steht ein sogenannter "Fixer", der sich im Hollywood der 1950er Jahre für Filmstudios um die Imageprobleme ihrer Stars kümmert. Er sorgt dafür, dass aufkeimende Skandale mit allen Mitteln vertuscht und ähnlich Probleme diskret gelöst werden.




Meinung:
Mit „Hail, Caesar!“ bringen uns die oscargekrönten Regiebrüder Joel und Ethan Coen zurück zu der goldenen Ära des Studiosystems von Hollywood, also die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als Schauspieler noch bei Studios unter Vertrag standen und von diesem System bis ins kleinste Detail, sei es bei der Entscheidung der Rollen oder die Auswahl eines Lebenspartners, gesteuert wurden. Es ist die Heimat von Eddie Mannix (wie immer ganz wundervoll: Josh Brolin), der sich für die fiktiven Capitol Films um seine Schäfchen kümmert. Das alles inszenieren die Coens als wunderbare Geschichte, die angetrieben wird von Bewunderung und Spott. Zum einen huldigen sie der damaligen Zeit, ihrer Professionalität, künstlerischen Akribie und Strebsamkeit, zum anderen lassen sie auch immer einen ironischen Ton walten. Das was „Hail, Caesar!“ dabei so überzeugend macht, ist  dass er diese beiden Elemente nicht voneinander trennt, sondern immer miteinander vermengt.


Kennt sich aus in Hollywood: Eddie Mannix
Doch „Hail, Caesar!“ reicht es nicht aus das System oberflächlich zu karikieren. Auch die gesellschaftliche und vor allem politische Dimension spielt eine entscheidende Rolle. Wenn George Clooney, der hier wie immer bei den Coen Brüdern sich eigenes Image mit Wonne und Esprit verballhornt, von einer Gruppe Kommunisten entführt wird, dann wird klar, dass „Hail, Caesar!“ sich auch vor allem darüber amüsiert, wie sehr sich Hollywood damals bemühte, in den Zeiten als ein dritter Weltkrieg unvermeidbar schien, sein Publikum in andere, perfekte Welten zu entführen und dies nicht bloß auf der Leinwand, sondern auch abseits davon. Etwa wenn man versucht die Stars als universelle Saubermänner darzustellen.  Das alleine bietet eine Menge komödiantisches Potenzial und natürlich betreiben die Coens dieses Spiel mit einer großen Dosis Absurdität, wie natürlich auch immer wieder ganz plötzlich in Erscheinung tritt und doch immer auch zum damaligen Weltbild passt. Seien es zwei Zwillingsschwestern, die als Boulevard-Kolumnistin versuchen wollen Götter des Kinos zu erschaffen, um sie dann wieder zu zerstören, oder aber Starlets, die ohne Trauschein schwanger sind und nun vom Studio dazu angehalten werden, ihr eigenes Kind zu adoptieren.


Ein Star und sein Chef bei der Aussprache
Der genutzte Humor pendelt dabei stets von offensiv zu subtil. „Hail, Caesar!“ mag nicht die Komödie sein, in der man im Minutentakt die großen Lacher serviert bekommt, aber die perfektionistische Kopie der goldenen Ära Hollywood ist dennoch stets amüsant, weil sie stets durchdrungen ist von einer Künstlichkeit, die längst die Realität verdrängt hat. Selbst die Bedrohungen von außerhalb wirken herrlich überzogen und teilweise schon äußerst clownesk. Und dennoch lädt „Hail, Caesar!“ mehr als nur einmal zum ehrfürchtigen Staunen ein. Wenn die Coen Brüder mit höchster Konzentration damalig beliebte Genre wie Tanz- oder Synchronschwimmfilme reproduzieren glänz die Leinwand. Mit erstaunlicher Liebe zum Detail und einer inszenatorischen Perfektion die Demut erzeugt, schubsen die ihr Publikum für drei, vier Minuten in diese Welt der Formen und Farben. Natürlich wird das alles kurze Zeit später wieder ironisch durchdrungen und hinterfragt, das ändert aber nichts daran, dass die Matrosentanzszene mit Channing Tatum oder Wasserballett mit Scarlett Johansson schlicht und ergreifend ganz großes Kinos ist.


Hobie Doyle, der heimliche Star des Films
„Hail, Caesar!“ selbst ist hingegen nicht wirklich großes Kinos. Dafür hat der Film hier und da schon ein paar Hänger zu viel und verliert sich gerne auch einmal in Nichtigkeiten. Dennoch weiß die Komödie zu überzeugen und dass nicht nur wegen ihrer formidablen Besetzung, bei der man allerdings erwähnen sollte, dass die meisten Superstars nur in kurzen Nebenrollen auftreten. Der wahre Star des Films ist sowieso Alden Ehrenreich als Cowboy-Darsteller Hobie Doyle. Eine Figur die schon ein wenig zu sehr als Comic Relief aufgebaut wird, die letztlich aber dann doch vielleicht die ehrlichste und aufrichtigste ist, die „Hail, Caesar!“ zu bieten hat. In ein paar Jahren wird man sich gewiss nur an manche Szenen des Films erinnern und es werden die mit Hobie Doyle sein, von denen man sagen wird, dass sie wohl das Beste am ganzen „Hail, Caesar!“ waren. Wobei die Coens – ganz nach ihrer Art – natürlich wieder Unmengen von kleinen Späßen eingebaut haben, die sich vermutlich erst nach einer weiteren Sichtung offenbaren.


Für alle die, die einen neuen „The Big Lebowski“ erwarten sei gesagt, dass sich „Hail, Caesar!“ nicht an diesem messen lassen kann. Es sind dafür einfach zu verschiedene Welten und Ansätze, die die Coens hier verfolgen. Aber selbstverständlich bietet auch dieser Film der legendären und kultig verehrten Regiebrüder durchdachte, vielschichtige und überaus gelungene Unterhaltung, die einen wunderbaren Schlusspunkt findet: Am Ende steht Eddie Mannix nämlich vor der Wahl was das richtige ist: Die Traumfabrik oder eine Todesmaschinerie zu unterstützen. Seine Entscheidung erweist dabei als wohl beste, ehrvollste aber auch durchdachteste Huldigung des Kinos seit langem.



7,5 von 10 Spaghetti-Lassos

Review: JAMES BOND 007 - SPECTRE - Das Ende von dem, was "Casino Royale" einst begann

1 Kommentar:



Fakten:
James Bond 007 – Spectre
USA, UK. 2015. Regie: Sam Mendes. Buch: Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth, John Logan. Mit: Daniel Craig. Léa Seydoux, Christoph Waltz, Ben Whishaw, Ralph Fiennes, Dave Bautista, Andrew Scott, Jesper Christensen, Monica Bellucci, Rory Kinnear, Stephanie Sigman, Alessandro Cremona, Tenoch Huerta, Adriana Paz u.a. Länge: 148 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.


Story:
Eine mysteriöse Nachricht aus Bonds Vergangenheit setzt ihn auf die Fährte einer zwielichtigen Organisation, die er aufzudecken versucht. Während M damit beschäftigt ist, politische Mächte zu bekämpfen, um den Secret Service am Leben zu erhalten, kann Bond eine Täuschung nach der anderen ans Licht bringen, um die schreckliche Wahrheit zu enthüllen, die sich hinter Spectre verbirgt.




Meinung:
Nach der erfrischenden Neuausrichtung, der radikalen Dekonstruktion und der charakterlichen Psychologisierung des Mythos "James Bond" wird mit "Spectre" nun gewissermaßen ein Kreis geschlossen. Geister der Vergangenheit spuken über dem Terror der Gegenwart, Bonds Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird auf sämtlichen Ebenen konfrontiert und der gesamte Sinn seines Daseins erneut in Frage gestellt. Ganz so problembeladen und mit finsterer Schwere versehen ist "Spectre" als Gesamtwerk aber ganz und gar nicht. Hier weht ein angenehm altmodischer Hauch durch die Setpieces, darf endlich wieder überzogene Action bewundert und Frauen verführt sowie Martinis geschlürft werden. Daniel Craig ist nun völlig auf Augenhöhe mit der Figur und bringt zu gleichen Teilen trockenen Humor, charismatischen Gentleman und harten Einzelkämpfer. Christoph Waltz, seit Jahren in der gleichen Rolle als er selbst zu sehen, funktioniert ebenfalls überraschend gut, wurde glücklicherweise an der Leine gehalten und trotz geringer Screentime als effektiv inszenierte Nemesis positioniert. Lediglich die entscheidende Motivation von Gegenspieler Franz Oberhauser passt nicht perfekt in das Gesamtbild und Léa Seydoux als Bond-Girl ist trotz Einführung als schlagfertige Instanz am Ende lediglich die typische Dame in Not. Ansonsten ist "Spectre" aber ein durch und durch gelungener Eintrag in das Franchise, der sowohl auf der Ebene des unterhaltsamen Eskapismus wie auch dem gegen Ende herbeigeführten Tiefgang hinsichtlich persönlicher Motive überzeugt. Und alleine die ersten zehn Minuten, mit der faszinierendsten und am besten inszenierte Pre-Title-Sequenz der Craig-Ära, muss man selbst gesehen haben.


7,5 von 10 lebende Tote


von Pat



Meinung:
 „Casino Royale“ war ein Versuch zu erklären und zu ergründen warum 007 so ist, wie wir ihn in über 20 Filmen kennen und schätzen gelernt haben. Ein Experiment welches geglückt ist – dank der Vorarbeit von Jason Bourne. Dementsprechend ist „Spectre“ ein konsequenter Schlusspunkt dieser Exposition-Ära. Doch wirklich schlüssig wird das letzte Puzzleteil nicht hinzugefügt. Mehr wird mit einem Hammer versucht das lose Stück irgendwie zu integrieren. Das raubt „Spectre“ einiges an erzählerischer Kraft und vor allem Raffinesse. Gut, Daniel Craig wirkt nun in seiner Bond-Rolle um einiges klassischer als noch bei „Skyfall“ und den beiden Vorgängern, aber wirklich rigoros wird diese charakterliche Wende dann doch nicht betrieben. Zitternd hechtet Craigs Bond zwischen seinen alten Stärken und die von vielen Fans vermissten Charakteristika eines Roger Moore umher. Doch Craig ist nun mal Craig und Moore war immer schon der Dandy-007 - eine Maskerade die dem Neo-Bond nicht sonderlich gut steht. Aber das ist nicht der größte Makel von „Spectre“. Da hätten wir noch einen Retorten-Bösewicht, dessen Motivation sich ebenfalls nicht wirklich stimmig in die Craig-Ära einpassen will, auch wenn vier Scriptwriter am Werke waren. Aber gut, auch das ist geschenkt. Es sind die Actionszenen, die nicht überzeugen wollen, wobei sie eigentlich voller Ideen und Zündstoff stecken - etwa wenn 007 mit einem Flugzeug in den alpinen Bergen Österreichs rodelt. Aber Sam Mendes ist kein Actionexperte und selbst Action-Director Alexander Witt (der schon bei „Casino Royale“ dabei war) gelingt es nicht die wuchtigen Szenen so einzufangen und zu montieren, dass sich aus diesen ein zünftiger Wow-Faktor ergibt. Natürlich, die Bilder die „Spectre“ auffährt sind toll (Kamera: Hoyte van Hoytema, einer der wohl aktuell besten Kameramänner), die Setting passend und gleich zu Beginn serviert der offiziell 25. Bondfilm einen eindrucksvollen wie stilistisch umwerfenden One-Shot. Aber das nutzt nicht viel. Wobei „Spectre“ kein Totalreinfall ist, aber eben auch nicht das große Epos was versprochen wurde. Mehr ist es ein seltsamer, filmischer Zwitter, der versucht neuen und klassischen Bond zu kombinieren und dabei weder einen richtigen wie stimmungsvollen Wechsel hinbekommt, noch klar macht, dass 007 mit Craig im modernen Actionfilm angekommen ist.


4,5 von 10 Unterwasser-Parkplätzen


von stu


Meinung:
Der Flugdrachen im Herzen eines tosenden Hurrikan, James Bond, im Zuge der Daniel-Craig-Ära zum Helden wider Willen herangereift, der sich weitreichend mit seiner Sterblichkeit auseinandersetzt hat und keinesfalls die sozial-inkompetente Killermaschine darstellt, wie es die Auswahlkriterien für den Doppelnull-Status eigentlich einfordern. Nein, James Bond ist aus Fleisch, Blut und Tränen – und damit in seiner Menschlichkeit mit all den Stärken und Schwächen behaftet, die diese nun mal mit sich bringt. Wurde in „James Bond 007 – Skyfall“ noch ausgehandelt, ob es in dieser, in unserer Welt überhaupt noch Platz für James Bond gibt, ist „James Bond 007 – Spectre“ nun die konsequente Fortsetzung dessen: James Bond fühlt, also geht es ihm beharrlich unter die Haut, direkt ins Herz, dort, wo nicht nur das Pochen det Schmerzen allen Boden zum Vibrieren bringt. Hier lässt sich auch der Urheber entdecken, der sich für die Marter in Bonds Inneren bekennt. Immer wieder werden alte Narben aufgebrochen, die Geister der Vergangenheit klopfen mit ihren Ketten gegen die Tore der gewissenhaften Instanz, bis sich das brüderliche Geflecht im Meteoritenkrater in einem aufbrausenden Gefühlswust entlädt: Zwei Kinder, die austragen, was losgetreten wurde, als ihnen die emotionale Intelligenz fehlte, Entscheidungen adäquat abzuwägen. Dieser in seiner Aufmachung, seinen Einfällen, seinen Locations, sehr klassische Bond, reiht nicht nur Referenzen und Motiven der sich über fünf Dekaden erstreckenden Franchisehistorie aneinander. „James Bond 007 – Spectre“ glaubt an Stille und Stillstand, die formidabel arrangierten Fotografien erfüllen die Funktion des Narrativkörpers, leiten, verweisen, offenbaren und transzendieren eine Story, über die man keinerlei Worte verlieren muss (der Film tut es manchmal leider dennoch). „James Bond 007 – Spectre“ liebt das Stillleben, hier wohnt die Imposanz inne, die austrägt, was die Lizenz zum Töten wirklich bedeutet: Nämlich die Möglichkeit, den Abzug nicht zu betätigen.


6,5 von 10 beschatteten Witwen


von souli

Review: ROTER DRACHE - Altes neu aufgetischt

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Fakten:
Roter Drache (Red Dragon)
USA, 2002. Regie: Brett Ratner. Buch: Ted Sally, Thomas Harris (Vorlage). Mit: Edward Norton, Anthony Hopkins, Ralph Fiennes, Harvey Keitel, Emily Watson, Mary-Louise Parker, Philip Seymour Hoffman, Anthony Heald, Ken Leung, Frankie Faison, Tyler Patrick Jones u.a. Länge: 120 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
FBI-Profiler Will Graham hat sich eigentlich zur Ruhe gesetzt, als ihn sein Vorgesetzter Crawford um die Mithilfe bei einem Fall bittet. Der Serienkiller „Die Zahnfee“ tötet bei Vollmond ganze Familien, die Ermittler haben keine heiße Spur. Widerwillig nimmt Graham an, steht aber bald selbst auf dem Schlauch. Da der nächste Vollmond naht, muss er einen Pakt mit dem Teufel eingehen: Er sucht die Unterstützung von Dr. Hannibal Lecter, dem kannibalischen Psychiater, den er zu Letzt hinter Gitter brachte und dabei fast sein Leben verlor.



Meinung:
Nach der von der Kritik zwar umstrittenen, kommerziell dafür sehr erfolgreichen Wiederbelebung des ikonischen, kultivierten Kannibalen Dr. Hannibal Lecter in „Hannibal“ wollte man sich die Chance auf einen weiteren Hit nicht entgehen lassen. Da ein Jahr später natürlich noch keine neue Geschichte von Autor Thomas Harris vorlag, ging man eben den Weg der Neuverwertung. Harris‘ erster Lecter-Roman wurde einfach nochmal verfilmt. Bereits 1986 entstand unter der Regie von Michael Mann mit „Manhunter“ eine filmische Adaption des Stoffs, ging seiner Zeit allerdings an den Kinokassen gnadenlos unter. Vielen Menschen war der Film gar kein Begriff, als 1991 mit der Umsetzung des Folgeromans „Das Schweigen der Lämmer“ ein Welthit geschaffen wurde, der fünf Oscars abräumte und Anthony Hopkins für seine unfassbare Interpretation des gebildeten, hochintelligenten und diabolisch-manipulativen Monsters hinter Plexiglas zum Superstar machte.


Back in the Game...
Der Neustart ist somit vom wirtschaftlichen Standpunkt bald logisch, birgt natürlich dennoch ein großes Risiko, aus unterschiedlichen Gründen. Mal unabhängig zu der teilweise zwar nachvollziehbaren, nichtsdestotrotz in der Radikalität zu massiven Unterschätzung von Michael Manns Film (dazu gleich), schon „Hannibal“ blieb weit hinter den Erwartungen zurück und musste sich einiges an herber Kritik gefallen lassen. Der Regisseurs des Film, Ridley Scott, trägt daran die geringste, um nicht zu sagen gar keine Schuld. Ganz im Gegenteil, gerade durch ihn und seine Leistung ist die Verfilmung von „Hannibal“ eigentlich mehr wert, als es die Grundlage hergibt. Der schwarze Peter zu dem deutlichen Qualitätsabsturz von „Das Schweigen der Lämmer“ zu „Hannibal“ liegt eindeutig bei Thomas Harris, der schlicht nicht das Niveau halten konnte. War „Das Schweigen der Lämmer“ in Buch und Film noch ein exzellenter Psychothriller, war „Hannibal“ bereits in der literarischen Version getrüffelter Pulp. Exploitativer Edel-Trash, den Scott bald irritierend elegant auf die Leinwand brachte und der Diskrepanz aus brutalem Blödsinn und berauschender Inszenierung eine ganz eigene Note verlieh, eigentlich doch den Geist des Buchs einfing, besser als es dieses wohl selbst geplant hatte. „Hannibal“ war extrem wüstes, teils absurdes Kino mit überkandidelten Figuren und Konstellationen, serviert als elitäres Dinner im klassischen Ambiente. Exakt damit traf Scott die merkwürdige Wechselwirkung des Hannibal Lecter auf den Punkt: Ein abscheuliches, perverses Monster, gleichzeitig der eloquente, gebildete und angepasste Weltbürger. Ein Wiederspruch in sich, was Scott damals grandios (und meistens verkannt) in Bilder verpacken konnte.


Von hinten schöner als von vorne...
Das nächste „Problem“ einer Neuverfilmung hat zwei Seiten: Obwohl „Manhunter“ damals ein Flop war, inszenatorisch ist er über jeden Zweifel erhaben. Michael Mann gelang ein betörender, beinah hypnotischer Großstadtthriller, dem er einen ganz eigenen, individuell-mutigen Stempel aufdrücken konnte. Von den Bild- und Tonarrangements mitten in seinem Entstehungszeitraum verankert und trotzdem sehr visionär, gewagt ging Mann zu Werke, tauchte die Handlung in einen aufsaugenden Strudel, dessen Klasse (flächendeckend) erst später entsprechend gewürdigt wurde. Künstlerisch ist der Film heute noch bemerkenswert, sein größtes Mängel – abgesehen von der Tatsache, dass er damals einfach eine B-Movie-Version einer noch nicht kultisch verehrten Romanvorlage war - ist aber weiterhin vorhanden. „Manhunter“ änderte speziell das letzte Drittel des Buchs extrem ab, beraubte sich selbst des ursprünglichen Finales. Mann orientierte sich am Werk von Harris, was aber nicht akribisch auf eine getreue Abhandlung fixiert. Um nun (endlich) zu diesem „Roter Drache“ zu kommen: Der ist ganz dicht am Buch, was ein klarer Vorteil ist. Denn qualitativ sind die Romane von „Roter Drache“ und „Das Schweigen der Lämmer“ nicht so weit voneinander entfernt, zumindest nicht so weit wie zu „Hannibal“. Der psychologische Schwerpunkt liegt klar bei „Das Schweigen der Lämmer“, allein durch das penible, sezierende Psycho-Duell zwischen Clarice Starling und Hannibal Lecter, von seiner durchdachten und spannungsfördernden Dynamik sind sie sich sehr ähnlich.


Maßnehmen fürs Glasauge.
„Roter Drache“ hat somit eigentlich alles, was es für einen erstklassigen Thriller braucht. Er hat eine tolle Geschichte, er hat die entsprechenden Mittel aus der Produktionskasse, einen grandiosen Cast und den Hype um Hannibal Lecter im Rücken, wo ist denn das Problem? Es klingt so schlicht, aber es ist entscheidend: Dieser „Roter Drache“ hat keine eigene Handschrift, nicht im Ansatz. Ihm fehlt es an dem brillanten Moment von Jonathan Demme sowie dem autarken Dasein von Michael Mann und Ridley Scott. Es ist eine sehr solide, brave und konforme Transformation des geschriebenen Wortes auf die große Leinwand mit (nun) viel Budget und Starpower. Der erlaubt sich keine Ausreißer, keine Fehler aber auch keine Experimente, verlässt sich rein auf seine Rahmenbedingungen und fährt damit mutlos-sicher. Brett Ratner ist dafür der ideale Mann, der hat nie und wird nie so was wie einen eigenen Stil entdecken, der macht halt. Man sieht alles, man hört alles, Text war okay, die Darsteller sind erprobt genug, super, fertig. „Roter Drache“ ist lupenreines und jederzeit spannendes Thriller-Kino, das leider zu konform und austauchbar daherkommt. Die einzigen Abänderungen sind auch nur berechnend, klar muss Anthony Hopkins als „Star“ (obwohl die besten Szenen einzig und allein Ralph Fiennes auf sich vereint) mehr Raum bekommen als in der Vorlage, selbst das ist eher ein Kritikpunkt. Erstmal ist Hopkins zu alt für die Rolle (als Prequel, also bitte, das sieht man) und „seine“ Szenen wirken bald schon dreist bei „Das Schweigen der Lämmer“ kopiert, da merkt man schon die Mutlosigkeit bzw. die Planungssicherheit, alles bloß „richtig“ zu machen.


„Roter Drache“ ist ein durchaus guter Film, aber er könnte so toll sein. Ihm fehlt nicht nur die Kirsche, sondern gleich die ganze Sahne auf dem Eis. Bei Demme hatte man alles, bei Mann und Scott fehlten entweder Kirsche, Sahne oder Eis, aber dafür gab es Gründe. Die Gründe hier sind eher schleierhaft bzw. eben nicht, da beruhend auf dem konventionellen Dasein: Guter Standard, für die Möglichkeiten schon zu wenig. 

6 von 10 brennenden Rollstühlen

Review: SPIDER – Im Schrebergarten des Schicksals

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Fakten:
Spider
UK, Kanada. 2002. Regie: David Cronenberg. Buch: Patrick McGrath (Vorlage). Mit: Ralph Fiennes, Miranda Richardson, Gabriel Byrne, John Neville, Lynn Redgrave u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der schizophrene Dennis Cleg, genannt Spider, wird aus der geschlossenen Psychiatrie entlassen und kommt in einem Wohnheim unter. Da sich Spider nur schwer mitteilen kann und unter Angstzuständen leidet, ist für ihn das Leben außerhalb der Klinik sehr schwer. Vor allem, dass sein Elternhaus gleich in der Nähe des Wohnheims liegt, macht Spider zu schaffen.





Meinung:
Mit einer analytischer Präzision hat sich David Cronenberg in einem diffizilen Themenkomplex, nämlich der Psychosomatik, festgefahren und die körperlichen wie seelischen Erfahrungen respektive Veränderungen in Relation gebracht. Allgemein wurde das als 'Body Horror' bezeichnet, den David Cronenberg schließlich auch revolutionierte, weil er seine blutrünstig-schmierigen Effekte nicht als reinen Mittel zum Zweck in Szene setzte, sondern mit intellektuellen Hintersinn situierte. David Cronenberg zählt zu den größten Humanisten des Kinos, er nimmt sich den fokussierten psychopathologischen wie medizinischen Phänomenen an, die seine Charaktere betreffen, er versucht sich ihre Situation einzuverleiben, sie zu verstehen, anstatt mit Vorurteilen und Engstirnigkeit vorsätzlich abzustrafen: Der Mensch hat oberste Priorität, wie sich an Meisterwerken wie „Dead Zone“, „Videodrome“, „Die Fliege“ und „Die Unzertrennlichen" immer wieder unschwer erkennen lässt, so restlos einfühlsam sich diese Geschichten unter der Ägide des Kanadiers entfalten dürfen.


Spider versucht seine Vergangenheit zu entwirren
Eine echte Randerscheinung im Schaffen des David Cronenberg musste seit jeher der im Jahre 2002 uraufgeführte „Spider“ fristen – Tragischerweise! Die Geschichte um den schizophrenen Dennis Cleg, „Spider“ genannt, der aus der Psychiatrie entfallen wurde, um sich einem Resozialisierungsprogramm in einem schäbigen Wohnheim im Osten Londons unterziehen zu können, beweist nachhaltig, wie sensibel David Cronenberg mit seinen Charakteren umgeht, wie aufmerksam er ihnen Gehör schenkt und den Teufel tut, sie freiheraus und ohne Rücksicht auf Verluste als 'Abnormal' zu titulieren. Wie viel Herzblut in diesem Projekt letztlich steckt, zeigt sich schon allein daran, dass sowohl Cronenberg als auch Hauptdarsteller Ralph Fiennes („James Bond – Skyfall“, „Brügge sehen... und sterben?“) auf ihre Gagen verzichteten, um diesen Film überhaupt in die Tat umzusetzen können. Und mit Ralph Fiennes sind wir auch schon an einem Punkt angekommen, der nicht unwesentlich dafür verantwortlich ist, dass „Spider“ schlussendlich auch wirklich funktioniert.


Alleine mit der Angst
Was in anderen Werken wohl schlichtweg als 'Overacting' verdammt worden wäre, ist hier der lebende, der akkurate Beweis der tiefen Zerrüttung Spiders, der Ralph Fiennes ein exzellentes Porträt ermöglicht. Allein die erste Szene zeigt, in welch schauspielerischen Dimensionen wir uns in den nächsten gut 90 Minuten bewegen werden: Spider steigt aus dem Zug, nach dem sich ein wilder Auflauf an Menschen verdünnisiert hat, mit seinem geknickten Gang und dem charakteristischen Murmeln schleicht er über den Bahnhof, verloren in einer Welt, die er nur kurze Zeit seines Lebens Heimat nennen durfte. „Spider“ allerdings möchte kein Mitleid für seinen Protagonisten erzielen, in dem er das Spiel auf der Klaviatur der Gefühle anstimmt und permanent herum klimpert. Es ist diese unschätzbare Aufrichtigkeit, mit der Cronenberg und Patrick McGrath, der auch den Roman schrieb, hier zur Tat geschritten sind, die einem Film, der schnell küchenpsychologische Formen hätte annehmen können, zum sensitiv gezeichneten Erlebnis machen.


Blick zurück: Spider begegnet sich selbst
Gewiss kommt auch „Spider“, wie es für David Cronenberg eben üblich ist, nicht ohne doppelten Boden aus und die Frage, was nun wirklich Realität oder nur Einbildung Spiders ist, lässt sich auch über den Abspann hinaus nicht 100%ig dekodieren. „Spider“ nämlich beschränkt sich ohne falsche Ausflüchte auf die Perspektive seines titelgebenden Individuums, wir befinden uns im Kopf des zutiefst gestörten Mannes, dem ein in der Kindheit ausgelöstes Trauma jede Chance auf ein normales Dasein negiert hat. Spider aber ist noch so „klar“ bei Verstand, dass er seine zerrüttetes Inneres nicht einfach hinnehmen möchte, sondern sich immer weiter mit seiner Vergangenheit konfrontiert, um dem Ursprung seiner Qualen auf den Grund zu gehen. Die Irrgärten, die Spiders Erinnerungen dem Zuschauer offerieren, das Spinnennetz, das seine Maschen nach Belieben verengt und weitet, zieht einen (bewusst) verfälschenden Blick auf die Tatsachen nach sich, um den Zuschauer zu fordern, um ihn dahingehend zu animieren, sich eine eigene Meinung zu bilden: Hier gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, sondern vor allem jede Menge Grautöne.


Neben seiner freudianischen Komponente, die freilich nicht ohne den ödipalen Konflikt auskommt (und ihn auch auf den Kopf stellt), macht „Spider“ eigentlich genau das richtig, was David Cronenberg mit dem famos besetzten „Eine dunkle Begierde“, einem Film über die Psychoanalyse, aus dem Jahre 2011 wieder falsch gemacht hat. Anstatt oberflächliche Phrasen zu schichten, dringt „Spider“ tatsächlich tief in die Psyche seiner Hauptfigur und setzt sich mit der Komplexität dieser auseinander. Während die Außenwelt Spider ohne jeden Anflug von Empathie in Schubladen sperrt, versucht dieser sich durch eigene Kraft einen Weg in die Freiheit zu bahnen. Dass ihm jener verwehrt bleibt, ist kein Sadismus seitens der Verantwortlichen, sondern nur die folgerichtige und dramatische Konsequenz einer in sich zerfallenen Seele. Spider ist ein Mensch ohne Zukunft, weil ihn die Vergangenheit in jeder Minute, jeder Sekunde einholt, weil die spitzen Klippen der zerstörerischen Erfahrungen seiner Jugend einfach zu hoch sind, um sie irgendwie zu überqueren. Ein typisch-untypischer Cronenberg, doch der Kamera (dem Zuschauer) eine Handvoll Sperma ins Gesicht zu klatschen, lässt sich der Altmeister dennoch nicht nehmen.


7,5 von 10 verschmierten Tagebucheinträgen


von souli

Review: BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN – Eine schwarze Gangsterkomödie im beschissenen Brügge

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Fakten:
Brügge sehen… und sterben (In Bruges)
UK. 2008. Regie und Buch: Martin McDonagh. Mit: Brendan Gleeson, Colin Farrell, Ralph Fiennes, Clémence Poésy, Jérémie Renier, Eric Godon, Zeljko Ivanek, Thekla Reuten u.a. Länge: 107 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Nach einem verpatzten Auftrag müssen die beiden Auftragsmörder Ken (Brendan Gleeson) und Ray (Colin Farrell) auf Befehl ihres Chefs Harry (Ralph Fiennes) nach Brügge, um dort auf weitere Anweisungen zu warten. Beide wissen nicht, was sie hier tun sollen. Während Ken sich in der belgischen Stadt mit seinem mittelalterlichen Flair sehr wohl fühlt, findet Ray es zum sterbenslangweilig. Zudem wird er mit seinem letzten Auftrag nicht fertig, er leidet unter Depressionen und denkt an Selbstmord. Bis, ja bis sich plötzlich Harry bei den beiden meldet.




Meinung:
Ken und Ray sind Auftragskiller. Ja, sie teilen sich ein- und denselben Job. Dabei könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite der Alte, Ken. Für ihn zählen die leisen Töne, er ist ruhig, belesen und kultiviert. Er kann sich mit Brügge voll identifizieren, fühlt sich hier pudelwohl und versucht mit seiner positiven Art, den Aufenthalt in Brügge zu genießen. Auf der anderen Seite der Junge, Ray. Er ist impulsiv, hibbelig, laut und ziemlich durchgeknallt. Für ihn ist Brügge eine schreckliche Bestrafung, er hasst es hier, findet es stinklangweilig. Was für den einen der Himmel ist, ist für den anderen die Hölle. Für die beiden Rollen haben die Macher die idealen Darsteller gefunden. Brendan Gleeson ist Ken, Colin Farrell ist Ray. So verschieden die beiden aber auch sein mögen, Ken und Ray verbindet eine intensive Freundschaft. Eine Freundschaft, die nach einem verpatzten Job auf eine harte Probe gestellt wird.


Ray erlebt in Brügge so manch skurrile Begegnung
Halt, Moment… Brügge? Ja, richtig gehört, diese mittelalterliche Stadt, die trotz seiner über 100.000 Einwohner so verschlafen wirkt wie eine Kleinstadt. In dieser belgischen Stadt Brügge, die der eine Killer so faszinierend, der andere so langweilig findet, sollen sie auf Befehl ihres Chefs warten. Warten auf weitere Anweisungen. Dieser Chef, das ist der durchgeknallte, irgendwie schräge Harry, herrlich übertrieben gespielt von Ralph Fiennes. Überhaupt, er und die beiden Hauptdarsteller Gleeson und Farrell zeigen hier ganz großes Schauspiel, so unterschiedlich sie auch spielen. Der eine (Gleeson) ruhig und zurückgenommen, der andere (Farrell) niederschmetternd und selbstzerstörerisch und der dritte (Fiennes) eben übertrieben. Aber alle drei wahnsinnig gut.


Harry ist mit dem letzen Auftrag nicht zufrieden
Brügge sehen… und sterben“ zeichnet sich durch eine wunderbare Balance aus. Wie auch die beiden Hauptdarsteller ein Gleichgewicht aus Heißsporn und Ruhepol herstellen, so halten sich Tragik und Komik die Waage. Die lustigen Elemente sind dabei aber so tiefschwarz, dass sie sicher nicht jeder lustig finden wird. Da ist nicht mehr viel von politischer Korrektheit übrig, wenn Ray die fetten Amis oder kleinwüchsige Schauspieler beleidigt. Wortwitz und groteske Situationskomik Hand in Hand. So schwarz, dass man freiwillig auf den Feldern Baumwolle pflücken will. Die tragischen Stellen werden dann wiederum von einer intensiven Melancholie begleitet, die nachdenklich und schwer daherkommt. Ein bisschen so wie das verdammte Brügge mit seinen riesigen, steinernen Gebäuden, den Pflasterstraßen, den Kanälen.


Wer ist schneller: Der Mörder oder der Selbstmörder?
Überhaupt ist Brügge ein weiterer Darsteller in diesem Film. Diese Kulissen, gepaart mit der melancholisch-schönen Musik von Carter Burwell, haben ihre eigene, fast schon magisch anziehende Atmosphäre, der man sich als Zuschauer nur noch schwer entziehen kann. Rückständig, alt, grau und man könnte meinen, dass die Zeit hier stehen geblieben ist. Aber dennoch ist es wunderschön, warum und auch einladend. Eine angenehme Ruhe und Gelassenheit bettet sich über den ganzen Film, nimmt zunächst Ken und irgendwann auch Ray, einfach jeden in seinen Arm und begleitet die beiden Killer auf ihrem Weg, um den verpatzten Job, der tiefe Risse in ihr Gemüt geschnitzt hat, zu verarbeiten. Für einen modernen Gangsterfilm ist das eigentlich ungewöhnlich, teilweise sehr nachdenklich und langsam. Aber es funktioniert, eben wegen dieser schwarzen und gewöhnungsbedürftigen Komik, die immer wieder dazwischen gestreut wird. Und um dann doch auch ein wenig die gängigen Gangsterkonventionen zu bedienen, spritzt auch das Blut nicht schlecht.


„Brügge sehen… und sterben“ wird, das ist sicher, extrem unterschiedlich aufgenommen. Für die einen ist er ein tieftragisches Drama, das in die Psyche seiner beiden Hauptfiguren abtaucht. Für die anderen kann er zum kultigen und schwarzen Gagfeuerwerk aufsteigen. Für Dritte könnte der Film sogar einfach nur langweilig sein. Vielleicht ist er sogar alles zusammen. Aber was man auf jeden Fall konstatieren kann ist, dass Martin McDonaghs Regiedebüt anders ist. Ein kleiner Film, der zwei völlig konträre Stimmungen einfängt, die von Ken und die von Ray. Und die er uns auf seine eigene Weise, die sicher nicht jedermanns Sache ist, näher bringen will. Sicher sagen, dass es funktioniert, kann man bei diesem Film nicht, weswegen man sich in besonderem Maße darauf einlassen muss, dann kann man viel Freude mit diesem Film haben.


8,5 von 10 Zwerge mit Drogenproblem