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Review: LOST RIVER – Viele, viele bunte Bilder

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Fakten:
Lost River
2015.
USA. Regie und Buch: Ryan Gosling. Mit: Christina Hendricks, Eva Mendes, Saoirse Ronan, Ben Mendelsohn, Iain De Caestecker, Matt Smith, Reda Kateb, Barbara Steele, Ben Mendelsohn u.a. Länge: 105 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 8. Oktober 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Billy und ihr Sohn Bones müssen sich in fremde Welten wagen, als ihnen der Bankrott droht. Sie bekommt einen Job in einem Nachtlokal, das vorsichtig ausgedrückt „andersartig“ ist und er versucht den Fluch zu brechen, der über der Familie und ihrem Wohnort zu Lasten scheint.





Meinung:
„A Ryan Gosling Film“ steht in großen Buchstaben auf der Leinwand. Dahinter zu sehen: ein loderndes Feuer. Das mag sicherlich nicht die bescheidenste Variante sein, um sein Regie-Debüt anzukündigen, aber auch nicht die schlechteste. Zumal macht es gleich zu Beginn deutlich, dass Gosling es ernst meint, dass er sich nicht nur die Zeit vertreiben will und vor allem ist sofort erkennbar, von wem Gosling seine Kenntnisse, seinen Stil und seine Vorlieben hat. Die harten Kontraste, das rote Licht, das von den Bildern eingesogen wird. Dann mal wieder das blaue Licht. Eine düstere Welt, die zwar kaputt und armselig, aber nicht ohne Werte zu existieren scheint. Sogar die Musik kommt einem bekannt vor. All das schreit förmlich nach Nicolas Winding Refn (der auch an zweiter Stelle der „Special Thanks“-Kategorie im Abspann steht). Thematisch geht Goslings Geschichte jedoch vornehmlich andere Wege.



Andere Wege, größere Wege, die leichter zu finden, leichter zu befahren sind und leichter zum Ziel bringen. Und so nutzt er die ersten paar Sekunden, um Kulisse nach Kulisse zu zeigen. Eben die einfachste Form, um dem Zuschauer das Setting zu verdeutlichen. Amerika. Detroit. Ruinen. Kapitalismus im Endstadium. Der amerikanische Traum ist zum Synonym für das Wunschdenken geworden. Und auch wenn die Figuren es nicht wahrhaben wollen, haben sie es wohl schon lange akzeptiert. Sie leben in einem Ort, an dem niemand mehr interessiert ist. Propaganda-Videos über die Vergangenheit der  Gegend versuchen aus einer Geschichte der rücksichtslosen Zerstörung, eine der Neufindung zu machen. Aber letztendlich ist auch daran niemand interessiert. Ein Ort, in der die einzige machtvolle Instanz ein Jugendlicher namens Bully ist, der selbst seine Freunde misshandelt und entstellt, bis sie aussehen, als würden sie direkt aus einem Albtraum kommen. Und das ist gar nicht mal so weit gefehlt. In den Werken von Refn kommen die surrealen Elemente in den Wesen der Figuren zum Vorschein. Hier sind sie ein fester Bestandteil der Handlung.



Während Bully „seine“ Stadt terrorisiert, versucht Billy Geld zu verdienen, damit sie ihr Haus weiterhin abbezahlen kann. Ihr Haus ist eines der letzten, das in diesem Ort noch bewohnt ist. In der Nachbarschaft wird eines nach dem anderen von Baggern dem Erdboden gleichgemacht. Auch Billys Haus wird als mangelhaft eingestuft und bekommt damit die Verurteilung zum Tode. Letztendlich ein Gnadenstoß. Ein Haus, das nichts mehr wert ist. Aber doch, das Haus hätte einen sentimentalen Wert, kontert Billy dann. Eine Aussage, über die in diesem Amerika nicht einmal mehr müde gelächelt wird. Sentimentaler Wert existiert nicht mehr. Nicht in diesem Ort, nicht in dieser Bevölkerungsschicht. Darauf hat Billy ganz einfach kein Recht. Sentimentalität ist genau so fehl am Platz wie Stolz, Hoffnung und Selbstrespekt. Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht die Erlösung, sondern das Höllenfeuer. Feuer ist auch nahezu omnipräsent im Film. Wie eingangs erwähnt, findet es seinen Platz im Vorspann und sogar im Abspann ist es zu sehen. Flammen und Funken, die die Nacht erleuchten und die Dunkelheit erhellen. Schlecht sieht das alles auch nicht aus. Manche Bilder könnte man sich so an die Wand hängen, wenn man denn wollte.



Das Problem ist allerdings, dass Herr Gosling es nicht schafft, mit diesen Bildern einen Rhythmus entstehen zu lassen, geschweige denn diese pulsierende Gestalt, die die Filme von Nicolas Winding annehmen und damit wie ein weiteres Wesen im Raum wirken. Nein, leider nicht. Dafür wird der Fluss des Films zu oft durch kleinere Ungenauigkeiten unterbrochen. Kleinere Ungenauigkeiten, die sich anstauen, zuweilen sogar größer werden und dann am Ende einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Der Film ist nicht mutig genug, um einen eigenen Pfad zu finden. Zusätzlich verwirrend ist die Tatsache, dass Gosling sich bei der Geschichte, die bestimmt irgendwo ein Stück weit autobiografisch zu verstehen ist, überhaupt nicht die Geduld nimmt, um Tiefergehendes zu erzählen. Der Film bleibt, anders als seine Charaktere, lediglich an der Oberfläche. Der Zuschauer wird relativ schnell in diese Welt katapultiert und dann von Gosling allein stehen gelassen. Und so beobachtet man dann halbergriffen das Treiben und zuckt letztendlich mit den Achseln, wenn bis zum Ende eigentlich nichts Bedeutendes passiert. Geplant, gelungen und vollendet wirkt das nicht.


Dass Ryan Gosling sich visuell und stilistisch an seinen Vorbildern bedient, ist durchaus legitim und auch passend. Aber wenn er es so deutlich tut, dann muss er sich auch Vergleiche gefallen lassen. Er zeigt, dass er die letzten Jahre nicht in der Nase gebohrt, sondern beim Filmemachen ein wenig aufgepasst hat. Dennoch vermag er es nicht, die relative inhaltsleere, bzw. Schlichtheit der Geschichte durch seine überstilisierte Bilder zu verdecken. Eine emotionale Bindung zu den Charakteren wird versucht mittels lauter Musik und Close-Ups aufzubauen. Spannung und Dramatik werden eher mit Lärm geltend gemacht. Und auch wenn die Geschichte einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss hat, bleibt am Ende eine gewisse Leere im Raum stehen. Ein Gefühl der Unvollständigkeit und der Bedeutungslosigkeit macht sich breit. Gosling mag das 1x1 des modernen Filmemachens kennen. Aber auch wenn man sich wünscht, dass man von ihm noch viel erhoffen darf, kommt man nicht über die schmerzende Wahrheit hinweg, dass sein Debüt enttäuschend war.


5 von 10 brennenden Fahrrädern


von Smooli

Review: DAS VERSPRECHEN EINES LEBENS - Das Verbrechen eines Filmes

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Fakten:
Das Versprechen eines Lebens (The Water Diviner)
AUS, TUR, USA. 2014. Regie: Russell Crowe. Buch: Andrew Anastatios, Andrew Knight. Mit: Russell Crowe, Olga Kurylenko, Dylan Georgiades, Yilmaz Erogan, Cem Yilmaz, Jai Courtney, Ryan Corr, Isabel Lucas, Daniel Wyllie, ua. Länge: 111 Minuten. FSK: ab 12 freigegeben. Ab 17. September 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Joshua Connor lebt irgendwo im Nirgendwo in Australien und begibt sich auf die Suche nach den Leichen seiner Söhne, die im Ersten Weltkrieg in der Schlacht von Gallipoli gefallen sind.





Meinung:
Nach der Sichtung des Trailers können einem mehrere Adjektive in den Sinn kommen. Ergreifend wäre eines davon. Schmalzig ein anderes. Ganz ehrlich, einen Film in einen zweieinhalb Minuten langen Trailer zu treten ist generell gewagt, wenn man dann allerdings auch noch jede Irrung und Wirrung zeigt, dann wurde irgendwas falsch gemacht. Und wenn die Vorschau versucht, einem das Achselzucken mit den Sätzen „Hope Begins. Where Hatred Ends“ zu vertreiben, dann geht das nicht nur daneben, es treibt einem auch ein wenig die Schamesröte in den Kopf.


"Stop! Russell Crowes haben hier leider keinen Einlass."
Aber Russell Crowe, hier mit seinem Regiedebüt, ist ja nun nicht der erste Mensch, der einen Film dreht, den man, wenn man ganz böse ist, als Prestige-Film bezeichnen könnte. Nein, damit wandert er ja bloß auf den Pfaden, die zuletzt auch Angelina Jolie überaus erfolgreich betreten hatte. Ein bisschen zu viel Dramatik (mit den selbstverständlichen Moneyshots (die hier allerdings ziemlich ungelenk in den ersten Minuten verschossen werden)), ein paar unschuldige Blicke im Close-Up und ein bisschen knisternde Romantik mit Kerzenlicht und gehauchten Dialogen. Und dennoch wurde der Film bei den diesjährigen Australischen Film-Awards für sage und schreibe 9 von 14 möglichen Preisen nominiert. Behält Crowe also letztendlich Recht? Nein. Bevor der Abspann rollt und nachdem der Zuschauer noch einmal kräftig von debilen Gesichtsausdrücken geplagt wird, verkündet ein Schriftzug auf der Leinwand, dass der Film den „Familien und Hinterbliebenen“ gewidmet sei, die ebenfalls ein Familienmitglied im Kriege verloren und/oder nie wieder gefunden haben.


Hauptsache Russell Crowe hat seinen Spaß
Und das ist derart prätentiös, dass es schon fast eine Frechheit und verachtenswert ist. Nein, an den Schicksalen der Familien ist der Film tatsächlich zu keiner Zeit interessiert. Mehr noch, erscheint ihnen am Ende gar ins Gesicht zu spucken. Connors Söhne werden selbstverständlich in einem letzten heldenhaften Kraftakt von einer Rettungsaktion von den gesichts- und herzlosen Türken niedergemäht. Sie sind nicht verreckt, sondern in den Armen von geliebten Menschen gestorben. Ganz toll. Und wenn Crowe dann auf der letzten Gerade keine Anstalten macht, das eingetrocknete Schema F aufzubrechen und eben dies auch bis zum Ende nicht macht, dann muss man erstens gar nicht den Trailer gesehen haben, um zu wissen, wie es ausgeht. Und zweitens sieht man dann einen Film, der vorgibt für etwas einzutreten, von dem er letztendlich gar nichts weiß, geschweige denn für etwas, an dem er interessiert ist. Dass Crowe als Regisseur wenig kann, beweist er von den ersten Minuten an, wenn der Krieg tobt und Schicksalsschlag nach Schicksalsschlag kommt, am Zuschauer jedoch völlig vorbei geht, ob der absoluten Unfähigkeit Crowes, Stimmung aufzubauen. Und so führt eins zum anderen, man kann den Film stellenweise mitsprechen, ohne ihn je gesehen zu haben. Einfach, weil man alles schon gesehen hat.


So entstand eine absolut triefende Schmonzette mit teilweise fast schon B-Movie-Charakter, mit nicht so subtilem Foreshadowing und einer Handlung, die man als gut gemeint und unschuldig weil unwissend mit einem Schulterzucken abtun könnte. Bis, ja bis der Film die Dreistigkeit besitzt, zu behaupten, er wäre relevant und hilfreich. Er wäre Balsam für die Seele. Ab diesem Moment möchte man aufspringen und -schreien, denn ab diesem Moment kann man den Film nicht mehr gutherzig durchwinken. Da muss man ihn aufhalten und zeigen, was er wirklich ist. Nämlich ein Messer im Rücken der Betroffenen.


2 von 10 vorhersehbaren Wendungen


von Smooli

Trailerpark: Ein Depp im System - Erster Trailer zu TRANSCENDENCE

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Nach ein paar kryptischen Voice-Over-Teasern hier nun der erste richtige, offizielle Trailer zu „Transcendence“ dem Regiedebüt von Kameramann Wally Pfister (Oscar für „Inception“). So richtig begeistert sind wir vom Trailer noch nicht. Sieht alles ganz nett aus, mehr aber auch nicht und erinnert uns ein wenig an Filme wie „Shocker“ oder „Killer im System“. Wir glauben und hoffen aber, dass „Transcendence“ ein gelungener Einstand für Pfister als Regisseur wird. Mit Johnny Depp, Paul Bettany, Kate Mara, Cillian Murphy, Rebecca Hall und Gott a.k.a. Morgan Freeman hat er zumindest einen werbewirksamen und vielversprechenden Cast mit dabei. Ab dem 24. April dürfen wir dann im Kino erleben, wie Johnny Depps Geist ins Netzwerk gespeist wird. 


Review: DON JON – Fap Me 2 Hell

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Fakten:
Don Jon
USA. 2013. Regie und Buch: Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore, Tony Danza, Brie Larson, Rob Brown, Glenne Headly u.a. Länge: 90 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 17. März 2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Jon ist Single und genießt augenscheinlich sein lockeres Sexleben. Doch eigentlich findet er sexuelle Erfüllung nur dann, wenn er selbst Hand an sich anlegt. Als er sich in Barbara verliebt, diese aber eine ganz andere Vorstellung von Liebe hat als Jon gerät sei Leben zusehends aus den Fugen.




Meinung:
Jon (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Jäger: Wenn das Blitzlicht aus der Stroboskoporgel durch den Club prescht und hämmernde House Music das Trommelfell langsam zum Platzen bringt, geht Jon auf Brautschau mit seinen zwei Kumpels und schnappt sich eine glücklich Auserwählte, die anschließend eine Nacht mit ihm in seinen penibel gepflegten Laken verbringen darf – Natürlich werden nur Damen mitgenommen, die - ganz den postmodernen Usus der stumpfen „How I Met Your Mother“-Generation entsprechend - einstimmig vom männlichen Trio mit einer 8 aufwärts bewertet wurden. Jon hat damit sein Ziel zwar erreicht, und dieses erreicht der attraktive junge Mann mit den italienischen Wurzeln ausnahmslos, doch geben ihm diese One Night Stands nicht die Befriedigung, die er sich ersehnt. Seine Quelle der Glückseligkeit nämlich befindet sich im World Wide Web, da, wo der Mensch als Objekt vermarktet wird und Frauen für jede Schweinerei zu haben sind: In den Weiten der Pornographie.


Selten: Jons Hände fassen jemand anderen an
Interessant ist das zentrale Thema von „Don Jon“ allemal, gerade weil die Sexualisierung unserer Zeit immer extreme Wellen zieht und eine Pornosucht inzwischen genauso der Normalität entspricht, wie der grausige Sturz in die Untiefen des Alkohols, wenngleich Letzteres in der Allgemeinheit viel präsenter scheint und daher auch ausgeprägter diskutiert wird. Joseph Gordon-Levitt, seines Zeichens auch verantwortlich für Drehbuch und Regie, hingegen schert sich wenig darum, seinen Film unter der Deklaration 'Problemfilm' konsequent zu verkaufen wie zu behandeln und dem Suchtverhalten des von ihm verkörperten Jon so auch bis in die schwarzen Winkel seiner Seele zu folgen. Es wird deutlich, dass Jon ein Problem hat, so zwanghaft er seinen Laptop aufklappt und die Pornolinks in die Tasten hämmert, um sich in den Clips und Bildern langsam fallen zu lassen. Nur wie tief ist dieser Zwang bereits verankert? Inwiefern ist Jon noch fähig, eine zwischenmenschliche Beziehung aufzubauen? Wie extrem erscheinen seine Bindungsängste?


Joseph Gordon-Levitt geht dem Ernst der Lage immer genau dann aus dem Weg, wenn es wirklich schwierig werden könnte und ein gewisses Fingerspitzengefühl nötig gewesen wäre, gerade aus psychologischer Sicht. Stattdessen setzt man Jon mit Barbara (Scarlett Johansson) eine Sexbombe vor die Nase, die sich aber gar nicht ihrem Aussehen entsprechend verhält, sondern die Sache langsam angehen lassen möchte, um herauszufinden, ob ihr und Jon eine Zukunft vergönnt ist. Jon willigt ein, aber nur, weil er sich den 'Sex seines Lebens' mit der kurvigen Blondine ausgemalt hat. Natürlich aber kommt es zur Enttäuschung und Jon zieht sich zurück zu seinen digitalen Ladies, die wissen, wie lange ein Blowjob dauern muss, die es nicht nur in Missionarsstellung wollen, sondern auch mal Doggystyle bevorzugen und den Mann letztendlich auch noch auf sich abspritzen lassen. In dieser Welt wird Jon verstanden und kann sich komplett gehen lassen. Und weiter? Denn genau an diesen Punkten bewegt sich „Don Jon“ nicht mehr weiter.


Wer ist hier Boss?
Dabei ist es Levitt nicht einmal nachteilig anzurechnen, auch wenn es für das Konzept schon reichlich hinderlich erscheint, seinen Film unter der jugendfreien Flagge segeln zu lassen, dass er sich seinen Frivolitäten nicht konsequent stellt und in seinen Bild fortwährend furchtbar brav daherkommt. Viel schlimmer ist, dass „Don Jon“ sich nicht nur der amerikanischen Prüderie anbiedert, in dem er anfangs zwar eine Leichtigkeit im Umgang mit seiner Thematik vorgibt und auch vor religiösen wie familiären Bezugspunkten mit seinem legeren Augenzwinkern keinen Halt macht, sich am Ende aber doch genau der Bigotterie anpasst, die die Masturbation – selbst in einem 'geregelten' Rahmen - als Sünde darstellt und ganz dem Muster einer romantischen Komödie verteufelt. Jon muss von seinem Wichsfluch befreit werden, in dem er eine Frau kennenlernt, die im Leben nichts mehr zu verlieren hat und ihm zeigt, wie man auch mit geschlossenen Augen beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus bekommt.


Die Pornos werden schlagartig aus dem Fokus geräumt, als hätte Jon sich nie in diesem Kosmos bewegt und sich nicht bis zu 11 Mal am Tag vor sämtlichen Filmchen onaniert. „Don Jon“ ist eben doch ein weiteres Mainstreamprodukt, was sich unter einem anderen Deckmantel vermarkten möchte, durchzogen von schematisch geschrieben Charakteren, die sich aus dem spröden Dunstkreis der auferlegten Ideologie des Regisseurs nicht zu befreien wissen. Entwicklungen geschehen so sprunghaft, aber von echter Verzweiflung, von echter, introspektiver Tragik, wie sie bei einem echten Suchtverhalten, vollkommen egal welcher Art, nun mal ausnahmslos auftreten, ist in „Don Jon“ keine Spur. Natürlich, Levitt möchte unterhalten und eine ernste Angelegenheit mit komödiantischen Elementen auflockern, dafür vergreift er sich aber nicht nur einmal furchtbar im Ton und treibt hinaus so ins Nirgendwo, wo das Beten noch den mit Sperma verkrusteten Geist befreit und die Liebe als Erlösung vor den bösen, bösen Pornos wartet.


4 von 10 verklebten Hosen


von souli

Trailerpark: Böse Angelina Jolie - Erster Teaser Trailer DISNEYS MALEFICENT

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Hokus Pokus. Da ist er, der erste Teaser Trailer „Disneys Maleficent“ mit Angelina Jolie sowie Sharlto Copley, Elle Fanning, Sam Riley, Imelda Staunton und Juno Temple. Regie führt erstmals SFX-Artist und Production Designer Robert Stromberg, der für seine Arbeiten zu Tim Burtons „Alice im Wunderland“ sowie James Camerons „Avatar“ jeweils einen Oscar gewann. „Disneys Maleficent“ soll die weltbekannte Geschichte rund um Cinderella erzählen, diesmal aber aus der Perspektive der titelgebenden, bösen Hexe. Am 29. Mai 2014 wird sich zeigen, ob dieser Perspektivenwechsel geglückt ist. Der Teaser hinterlässt bei uns aber erst mal nur ein kaltes Schulterzucken. 


 

Trailerpark: Home Invasion Zombie Massacre - Trailer zum italienischen Independent-Horror BEAUTIFUL PEOPLE

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Gangster dringen ins Haus einer Familie ein und nehmen diese unter enormer Gewalteinwirkung als Geisel. Doof nur wenn die Familie keine typische Vorstadtsippschaft ist, sondern ein paar düstere Geheimnisse haben, die den Gangster ganz schnell gefährlich werden können. So kann man ungefähr den italienischen Independent-Horrorfilm „Beautiful People“ beschreiben, der nun seinen ersten Trailer bekommen hat. Sieht nach einer sehr blutigen und zeigefreudigen Kreuzung aus Home Invasion und Zombiesplatter aus und dürfte hierzulande wohl eher in den hinteren Videothekenregalen landen. Aber für nimmersatte Fans des blutigen Genres könnte der Film durchaus einen Blick wert sein, auch wenn noch keinerlei Release-Daten bekannt sind. Regie führt übrigens Brini Amerigo. Wer das ist? Keine Ahnung, aber „Beautiful People“ ist sein Regiedebüt. 



Review: NEW WORLD - ZWISCHEN DEN FRONTEN - Die Moral der falschen Seite

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Fakten:
New World – Zwischen den Fronten (Sinsegye)
Südkorea. 2013. Regie und Buch: Hoon-jung Parks. Mit: Lee ung-jae, Choi Min-sik, Hwang Jung-min, Song i-hyo, Park Sung-woong, Kim Yoon-seong, Jang Gwang, Na Kwang-hoon, Ju Jin-mo u.a. Länge: 134 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die südkoreanische Polizei versucht seit Jahren die kriminellen Machenschaften der Baufirma Goldmoon aufzudecken und zu zerschlagen, denn hinter der seriösen Fassade verbirgt sich die Mafia. Als der große Boss von Goldmoon bei einem Autounfall ums Leben kommt, sieht Chief Kang seine Chance gekommen. Er hat seit vielen Jahren einen Spitzel in der Organisation und versucht nun diesen im aufkeimenden Machtkampf um den Chefsessel gewinnbringend einzusetzen.





Meinung:
Als äußerst vielversprechendes Projekt sollte Hoon-jung Parks Syndikat-Studie „New World“ die heimischen Ufer in Richtung internationalem Vertrieb verlassen, schließlich war Park zuvor nicht nur am erdrückenden Koloss „I Saw the Devil“ als Autor beteiligt, auch die asiatische Schauspiellegende Min-sik Choi („Oldboy“) ist wieder mit von der Partie. Aber Vorsicht: Die astronomischen Erwartungen, die allein dadurch im Vorfeld unweigerlich entfacht werden, kann „New World“ unmöglich standhalten und Parks Spielfilmdebüt hat letzten Endes vor allem damit zu ringen, seine fast 130-minütige Laufzeit adäquat zu füllen ohne sich in dem zentralen moralischen Zwielicht im Ton zu vergreifen. Viel zu oft senkt sich nicht nur das Tempo der allgemein recht gemächlichen Narration, auch die Bedeutsamkeit der Dialoge und Handlungen innerhalb des Clans erschließt sich im verschachtelten Konstrukt nicht immer vollständig.

 
Das kommt davon, wenn man zu faul für die Treppe ist
Sanft angelehnt an den beliebten Spitzel-Thriller „Infernal Affairs“ (oder damit eben auch „Departed“ von Martin Scorsese), werden wir anhand eines Undercover-Cops durch das koreanischen Massenclan-Gefilde „Goldmoon“ eskortiert und verstehen nach und nach, dass die Mechanismen innerhalb der delinquenten Hierarchie analog wie symbolisch zu einem durchdachten Schachzug auf dem Spielbrett stehen. Wer klar denkt, seine kognitiven Fähigkeiten stabilisiert und seine Gegenspieler kennt, weiß strategisch in diesem Milieu zu punkten. Nur gibt es in dieser Welt ausnahmslos Antagonisten und der Thron des Verbrechens ist auch ein Sammelbecken für Neid und falsche Loyalität innerhalb der Member – Der Ehrenkodex muss zwangsläufig beschmutzt werden. „New World“ interessiert genau dafür, für die Moral auf der falschen Seite des Gesetzes und beißt sich fest in Gesprächen und Hintergrundinformationen.


Wenn es dann jedoch zu Gewaltausbrüchen kommt, und diese stehen immer im Kontext der Thematik, dann prescht diese so unverblümt und ohne jede Rücksicht auf den Zuschauer ein, dass die Erinnerungen direkt zur hervorragend inszenierten Hafen-Szene aus „The Yellow Sea“ schnellen. Aber auch auf diesem Niveau darf sich „New World“ nicht messen lassen, denn wo andere Vertreter des Sub-Genres ihre Laufzeit vollkommen nutzen und nie ins rotieren geraten, ist „New World“ nicht nur zu lang geraten, ihm fehlt zuweilen eben dieser elementare Ansatz, der den Film wirklich zu einer Besonderheit macht. Inszenatorisch wird das alles natürlich wie aus dem Asia-Jargon gewohnt mit exzellenten Hochglanzaufnahmen vollstreckt und für einen Erstling, gerade in Bezug auf den nationalen Usus, bezirzend desinteressiert am großen Tamtam. Beim nächsten Mal muss das Ganze allerdings gestrafft werden, dann darf sich auch dieser Park früher oder später in die Reihe der namhaften Regie-Helden Asiens stellen.


6 von 10 Fässern mit ominösem Inhalt


von souli