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Review: MAGGIE - Schwarzenegger macht ’n Ruhigen

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Fakten:
Maggie
USA. 2014. Regie: Henry Hobson.
Buch: John Scott III. Mit: Arnold Schwarzenegger, Abigail Breslin, Joely Richardson, Douglas M. Griffin, JD Evermore, Rachel Whitman, Jodie Moore, Bryce Romero, Raeden Greer, Aiden Flowers, ua. Länge: 95 Minuten. FSK: noch nicht bekannt. Ab dem 28. August 2015 auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Ausnahmsweise darf Arnie seine infizierte Tochter für ein paar Tage mit nach Hause nehmen, bis die Symptome schlimmer werden und sie sich in einen Zombie verwandelt. Dann muss er sie an die Behörden übergeben. Er will aber nicht.





Meinung:
Bevor „Maggie“ seinen Produktionsstart feiern konnte, stand das Drehbuch zum Film auf der „Blacklist“. Das ist eine Liste, die die jährlich besten, aber nicht produzierten Drehbücher nennt und man muss gestehen, dass die schriftliche Vorlage zum Film zu gut ist, um in den Untiefen der Hollywood-Keller zu verstauben. Für knappe fünf Millionen Dollar wurde der Film dann, mit Beihilfe von Mr. Universum, produziert und schafft es sogar, den Betrag voll und ganz auszuschöpfen, ohne je visuell qualitativ einzuknicken.



"... ist 'Terminator Genysis' guter Film... da schläft sie immer bei ein."
Das Zombie-Genre ist momentan überaus gefragt, im Fernsehen wie im Kino, und freut sich jährlich über immer mehr Vertreter von allerdings oft fragwürdiger Qualität. Wie in Filmen dieser Art üblich, findet auch „Maggie“ seinen Ausgangspunkt in einem Endzeitszenario am Abend der Menschheit. Die erste Einstellung zeigt eine untergehende Sonne, die den Himmel blutrot färbt. Dazu gesellt sich auf klanglicher Ebene ein entferntes Donnerrollen, das weich, leicht, aber von langer Dauer ist und auch quasi in jeder Szene des Filmes zu hören ist. Es ist das Herannahen der Kraft der Natur, die nicht aufgehalten werden kann und stärker als die Natur des Menschenverstandes ist. Anders als in den üblichen Zombiefilmen liegt hier in dem „Amerika danach“ keine eklatante Verschiebung der sozialen Werte vor. Und das ist wohl das Interessanteste am Film; Maggie wird nach ihrer Diagnose nicht einfach irgendwas präventiv in den Kopf gepflockt und dann verbrannt. Sie darf ausnahmsweise ein paar Tage bei ihrer Familie verbringen, da die Verwandlung zum untoten Geschöpf bis zu sechs Monate dauern kann. Sie bekommt eine Chance zum Abschied. Eine solche Menschlichkeit ist in diesem Genre selten; hier herrscht weder Anarchie noch eine Despotie.



Ha, da werden Erinnerungen an den Vorspann von "Commando" wach
Hier herrscht (noch) das Leben, wie es in gewissen Maßen auch vorher war, mit dem Unterschied, dass die Wirtschaft nicht mehr läuft und das Leben ein wenig eingeschränkter vonstatten geht. Aber ein „Fressen oder gefressen werden“ im Endstadium liegt hier nicht vor. Plündereien, Rumtreiberei und Diebstahl gibt es nicht. Arnie legt einen Dollar auf die Theke in einer verlassenen Tankstelle. Auch wird die Familie nicht von Fremden terrorisiert, die auf ihren Besitz aus ist. Das Motiv für einen Mord ist noch immer Rache und nicht der eigene existenzielle Vorteil. Nein nein, Liebe, Freiheit, Ruhe und Vernunft sind größtenteils noch intakt in diesem Land. Es geht diesem Film weniger um den Makro- und mehr um den Mikrokosmos. Es geht um Maggie selbst. Es geht darum, dass ihr die Zeit nach der Adoleszenz, die sie nicht einmal komplett durchleben darf, gestohlen wurde. Sie wird niemals erwachsen sein, niemals eine eigene Familie haben und ihren Kindern im Garten zuschauen. Wie wenig sie haben wird, wird ihr in einer Phase deutlich gemacht, in der nichts unmöglich scheint, Träume noch Träume sein dürfen und die Euphorie gerne mal überschwappt. Eine bittere Wahrheit, die Regisseur Hobson in einer sehr guten Szene einfängt:  Maggie schaukelt, scheint abzuheben, zu schweben und den Horror hinter sich zu lassen. Sie lächelt zum ersten und vorletzten Mal, bis das Schöne von plagenden Visionen mit einem Schlag verdrängt wird.



"Okay, die Zigarre hätte ich besser mal nicht weggeworfen."
Abigail Breslin ist für ihre Arbeit an diesem Film absolut zu loben. Sie schafft es, einen sehr natürlichen Eindruck zu hinterlassen als Tochter, die mit etwas konfrontiert wird, das größer ist als alles, was sie bis jetzt erlebt hat und alles, was sie und ihre Familie je erleben werden. Sie schwankt zwischen Frust, Furcht und dem Bedürfnis, ihre Familie in ein paar verzweifelten Versuchen trotz der Umstände glücklich zu machen. Man leidet mit, in den vielen ruhigen Szenen, die Maggie gehören. Nicht, weil alles künstlich aufgeplustert und überdramatisiert wird, sondern weil die Leere in Breslins Augen so greifbar, nah und irgendwie bekannt ist. Ihr Leinwandkompagnon ist selbstverständlich mit offenen Armen zu empfangen und dafür zu loben, dass er sich von seinem Image entfernt und hier einen ruhigen, überlegten und liebenden Part verkörpert. Aber es war immer so und es wird wohl immer so bleiben: Sobald Arnie den Mund aufmacht, sind Hopfen und Malz verloren. Er spielt den Vater, der weiß, was mit seiner Tochter geschehen wird und es nicht über das Herz bringt, sie den Behörden zu übergeben. Nicht nur Vater, sondern auch bester Freund, der nicht viel zu machen scheint in der kurzen Laufzeit, und dennoch eine überaus tragende Rolle für seine Tochter spielt.


„Maggie“ ist ein überaus interessanter Film, der mittels Bild und Ton eine voll und ganz stimmige Atmosphäre aufzubauen und aufrecht zu erhalten weiß. Während grundlegend inhaltlich andere Wege gegangen werden, als für das Genre üblich, schleichen sich doch immer wieder einige Klischees und altbekannte Elemente ein, die bei ihrem Erscheinen einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Verlässt man die Oberfläche und untersucht die tiefergreifende Ebene des Filmes, so findet man vor allem zum Anfang einige Momente und Sätze, die den Kopf erst einmal nicht verlassen werden. Leider verringert sich der Mehrwert des Films nach einer guten halben Stunde und kommt zwischenzeitlich gar zu einem Stillstand. Seltsamerweise gelingt dem Film jedoch das Kunststück, ein ganz und gar fesselndes, wenn auch visuell altbekanntes Ergebnis auf die Beine zu stellen, das anfangs interessiert, mittelfristig unterhält und am Ende gar berührt.


6 von 10 Terminator-Zitaten


von Smooli

Review: ZOMBIBER - Auch Biber müssen auf ihre Ernährung achten

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Fakten:
Zombiber (Zombeavers)
USA. 2014. Regie: Jordan Rubin. Buch: Al Kaplan, Jon Kaplan, Jordan Rubin. Mit: Lexi Atkins, Chad Anderson, Rachel Melvin, Cortney Palm, Hutch Dano, Jake Weary u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 27. märz 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach der Trennung von ihrem Freund will Jenn ein Wochenende mit ihren besten Freundinnen verbringen – ganz ohne Männer. Sie fahren raus in die Natur, zu einer abgelegene Hütte. Zu Jenns Leidwesen taucht ihr Ex Sam aber mit zwei Kumpeln auf. Nicht das größte Problem an diesem Wochenende, denn durch eine toxische Substanz sind die Biber der Umgebung zu blutrünstigen, kleinen Monstern mutiert.





Meinung:
Auch wenn es reinrassiges Off-Topic sein sollte, aber wer sich zuletzt Ridley Scotts 140-Millionen-Dollar schweres Bibel-Epos „Exodus: Könige und Götter“ angesehen haben sollte, wird bei den wirklich brillant inszenierten Plagesequenzen, wenn dynamische Krokodilangriffe das Nilwasser rot färben und Massen von Insekten und Kröten das Festland stürmen, vielleicht ein wenig mit den Gedanken abgeschweift sein und mal wieder von einem zünftigem Tier-Horrorfilm geträumt haben. Dabei muss man sich mal wieder ins Gedächtnis rufen, welch Getier uns in den letzten Jahren schon das Fürchten lehren durfte: Krokodile, Schlangen, Piranhas oder auch Haie sind da immer die effektivsten Lösungen, um den Menschen um sein Leben bangen zu lassen. Allerdings bahnte sich mit dem schwarzhumorigen und ebenso schmierigen Neuseelandhit „Black Sheep“ ein neuer Trend an, der prinzipiell harmlose Viecher zu zähnefletschenden Bestien im Blutrauschmodus hochstilisiert. Und da setzt nun auch Jordan Rubin mit seinem Debüt „Zombiber“ an, der die pausbackigen Nagetiere in untoten Jägern verwandelt.


Süß, der kleine Racker
Binnen weniger Tage hatte der erste Trailer zu „Zombiber“ dazumal die ruhmreiche Millionenmarke auf Youtube geknackt und löste im World Wide Web postwendend einen kleinen Hype aus, der natürlich vor allem in Trash-Zirkeln Anklang fand: Niedliche Biber fressen sich durch das knackige Menschenangebot im provinziellen Nirgendwo – Das verspricht eine spaßige Sause der Infantilität. Es wäre in diesem Fall auch selbstverständlich der falsche Ansatz, „Zombiber“ einer wirklich ernsthaften Rezension zu unterziehen, ist sich Jordan Rubin (der auch am Drehbuch herumgewerkelt hat) doch vollends im Klaren darüber, in welch künstlerischen Regionen sein Low-Budget-Streifen residiert und welches Publikum dieser auch ansprechen möchte: Beifall aus dem elitären Cineasten-Sektor ist daher eher unwahrscheinlich, wer aber ein Herz für gepflegten, augenzwinkernden Tier-Horror besitzt, der sich seinem handfesten B-Movie-Appeal nicht verschließt, sondern ihn nach Lust und Laune auslebt, ohne dabei in die penetranten und ach so ulkigen Mockbuster-Untiefen der emsigen Asylum-Schmiede abzudriften, der darf sich mit „Zombiber“ gut bedient sehen.


Jenn (Lexi Atkins), Mary (Rachel Melvin) und Zoe (Cortney Palm) planen ein Wochenende in idyllischen Asheville, wo auf sie eine Hütte am See wartet und der Lärm der Metropole in ihren Köpfen für einige Tage verstummen darf. Wie es sich für derlei Stadtschnepfen geziemt, wird zur Begrüßung aber nicht mehr die Hand geschüttelt, sondern ein saloppes „What's up, Bitch?“ herausgekrächzt, um sich wenige Minuten später schon über das mangelhafte Netz zu echauffieren. Dass die Mädels nicht alleine bleiben, sondern von ihren an hormonell Überdruck leidenden Freunden besucht werden, lässt nicht nur die genreinhärente Promiskuität entflammen, sondern geriert sich auch als ordentliches Opfermaterial der (zum Glück!) handgemachten Nager. „Zombiber“ vermengt den referenziellen Survival/Tier-Horror mit obligatorischen Slasher-Elementen und ironisiert den Home-Invasion-Topos, in dem er den einzigen Rückzugsort der Clique als Holzhütte bereithält – Kein guter Schutz vor der gefräßigen Bedrohung. Definitiv ist „Zombiber“ ein netter Zeitvertreib, mit etwas mehr als 80 Minuten angenehm kurz bemessen und allein schon aufgrund seiner analogen Effekt liebenswert.


5 von 10 abgenagten Füßen


von souli

Review: THE LAST DAYS ON MARS – Zombies of Mars

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Fakten:
The Last Days on Mars
UK, Irland.
2013. Regie Ruairi Robinson. Buch: Clive Dawson, Sydney J. Bounds (Vorlage). Mit: Liev Schreiber, Olivia Williams, Elias Koteas, Johnny Harris, Romola Garai, Tom Cullen, Patrick Joseph Byrnes, Yusra Warsama u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren (Hauptfilm: FSK 12). Ab 14. August 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Eigentlich sind die Astronauten und forscher schon dabei ihre Mission auf dem Mars erfolgslos zu beenden, doch dann finden sie doch noch eine seltsame Höhle und darin versteinerte Bakterien. Die Suche nach Spuren vom Leben auf dem roten Planeten war also doch erfolgreich. Allerdings bürgt dieser Fund auch eine infektiöse Gefahr, die ihre Opfer fordert.





Meinung:
Würde man für jeden auf der Welt existierenden Zombie-Film nur einen Cent in das Sparschwein gesteckt bekommen, könnte man nicht nur mit ansehen, wie dieses blitzschnell aus alle Nähten platzt, sondern sich im Anschluss wohl auch endlich den Urlaub in der Karibik gönnen, von dem man doch schon solange träumt. Das Horror-Genre quillt seit frühster Filmgeschichte von schlurfenden Wiedergängern geradezu über und spätestens seit dem Abschluss (?) von George A. Romeros sechsteiliger „...of the Dead“-Reihe ist das Thema rund um die hungrigen Untoten doch irgendwie reichlich ausgeschöpft und reizlos geworden. Wer erlaubt es sich denn heute schon noch, den Zombie-Film in Relation mit einer gewissen Originalität zu stellen? Eben. Niemand. Das muss nun allerdings nicht automatisch bedeuten, dass es keine ansehnlichen Projekte mehr gibt, in denen Zombies eine nicht gerade unwichtige Rolle einnehmen. Ausgerechnet eine Direct-to-DVD-Produktion wie „The Last Days on Mars“ vom debütierenden Ruairi Robinson bestätigt dies nun wiederholt.


"Seltsam, ich bin mir sicher diesen Stein schon mal gesehen zu haben."
Die Synopsis von „The Last Days on Mars“ klingt wie ein einziges Residuum von dem, was die einstigen Klassiker noch so übrig gelassen haben: Eine Forscherexpedition (dazugehörig: Liev Schreiber, Elias Koteas, Olivia Williams und Romola Garai, Johnny Harris und Goran Kostic), die sich auf dem Mars auf die Suche nach Leben gemacht, ist eigentlich schon so gut wie auf dem Heimweg und wartet nach der enttäuschenden Mission auf die Ablösung, doch ausgerechnet am letzten Tag stößt man auf organische Substanzen auf der Marsoberfläche, die sich schnell als feindselige Bakterien zu erkennen geben und ein Crewmitglied infizieren. Das Bakterium transformiert die Menschen zu gewissenlosen Monstern, die einzig und allein darauf erpicht sind, die Personen in ihrem direkten Umfeld zu vernichten: Der Kampf um das Überleben beginnt! Unfassbar altbacken, oder? Ja, „The Last Days on Mars“ ist nicht originell und gleicht in seiner strukturellen Narration einem filmischen Eklektiker, der sich aus unzähligen Vorgängern das schnappt, was er für persönliche Zwecke recyclen kann.


So einen Raumstation ist leider ziemlich ungemütlich
Aber „The Last Days on Mars“ ist eben keine lieblose Genre-Kolportage, die sich nur für das temporäre Stopfen des hohlen Zahns zu interessieren scheint; kein überheblicher Kernschrott, der dem Zuschauer seine Intelligenz aufzuoktroyieren versucht. Ruairi Robinson bringt das handwerkliche Talent mit, sein abgestandenes Handlungsgeflecht atmosphärisch dicht auszufüllen und inhaltliche Stolpersteine (die physikalischen Gesetze werden kurzerhand egalisiert) zu neutralisieren, in dem er mit der vollen Schlagseite Feeling aufwartet. Die Panik, die innerhalb der Crew ausbricht, macht einen authentischen Eindruck, das hysterische Wirrwarr scheint nachvollziehbar und wenn sich die Rationalität mit dem eigentlich Unmöglichen konfrontiert sieht, zeigt „The Last Days on Mars“, wie effektiv er die Lauf-um-dein-Leben-Dramaturgie in ein klaustrophobisches Bedrohungsszenario übersetzen kann. Die engen Gänge, die dunklen Tunnel innerhalb des Raumschiffes, in denen oftmals nur das rare Licht einer Taschenlampe für Orientierung sorgt, die unwirtliche Umgebung des Mars, die Tristesse, von der eine ungemeine Einsamkeit ausgeht, sind packend fotografiert.


Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten, dafür ist die Formel von „The Last Days on Mars“ schon viel zu oft durchgerechnet worden. Ein überraschend stringenter und zeitweise wirklich spannender Sci-Fi-Horror-Streifen ist Regisseur Ruairi Robinson mit seinem Debüt jedoch in jedem Fall gelungen. Man darf also durchaus optimistisch in die Zukunft blicken und von Ruairi Robinson, der zuvor Kurzfilme gedreht hat, noch einiges an schönem Genre-Krempel erwarten.


6 von 10 Blutflecken an der Wand


von souli

Review: ZOMBIE CHEERLEADING CAMP – Zombie-Trash der billigsten Art

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Fakten:
Zombie Cheerleading Camp
USA. 2007. Regie und Buch: Jon Fabris. Mit: Chris White, Nicole Lewis, Jason Greene, Brandy Blackmon, Daniel Check, Terry Chandeline Nicole Westfall, Micah Shane Ballinger, u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: Ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Drei leidlich hübsche, leichtbekleidete Mädels fahren in ein Cheerleading-Camp. Während dort die üblichen Zickenkriege mit den anderen Teilnehmerinnen, der Lagerleiterin und ihrem schwulen Sohn herrschen, haben es nicht weit davon entfernt drei Typen, die eein Augen auf die Cheerleader geworfen haben, mit einem genmanipulierten Eichhörnchen zu tun. Durch den Biss dieses Eichhörnchens entwickelt sich einer von ihnen zum Zombie – und das Schicksal nimmt seinen unausweichlichen Lauf.





Meinung:
Habt ihr euch schon immer einmal gefragt, was die Schauspieler so machen, die nicht mal in B-, C- oder Trash-Filmen eine kleine Rolle ergattern können? Die vielleicht als halbnacktes Strandmädchen im 23. Teil von American Pie als Statist auftauchen? Die aber trotzdem nicht auf den Gedanken kommen, dass das mit der Schauspielerei vielleicht einfach nichts für sie ist? Sprich: Was machen die Big-Bang-Pennys dieser Welt? Richtig, sie nehmen Rollen von Z-Filmchen an, bei denen es Einstellungskriterium ist, ein Rad schlagen, blöd in der Gegend rumkucken und möglichst wenig Hirn aufwenden zu können. Für die Frauen sind auch Brüste nicht verkehrt, auch wenn letztlich nur eine einzige Darstellerin oben ohne rumlief. Dafür aber fast die ganze Zeit. Aber das wars dann schon, die heißersehnte Rolle ist da.


Hier scheint noch alles in Ordnung...
Kommt jetzt der große Durchbruch? Mit Sicherheit nicht. Das wissen auch die Beteiligten. Der Film ist schlecht. Einfach alles daran ist einfach nur schlecht. Da gibt es eine Szene, in der ein Typ gefühlt fünf Minuten mit einer Eichhörnchenpuppe kämpft. Oder eine Essensschlacht diverser Cheerleader. Überhaupt, der Film besteht aus einer Aneinanderreihung vieler Homevideoszenen, die mit ein bisschen Schminke auf Zombiefilm gemacht wurden. Und da selbst ein solcher Film eine Handlung braucht, ein kurzer Abriss: Ein paar doofe Mädels gehen in ein Cheerleader-Camp, aber durch ein süßes kleines Eichhörnchen wird plötzlich ein Erreger übertragen, das nach und nach alle zu Zombies verwandelt. Überlebenskampf inklusive.


Tja, nicht mehr lange...
Alles ist scheinbar mit einer viertklassigen Kamera gefilmt worden. Nachträgliche Bearbeitung oder sonstige Dinge wurden nicht angewendet. Alles, einfach alles sieht so verdammt billig aus, dass ein Trashfilm wie das reinste Hochglanzprodukt erscheinen muss. Der Musikeinsatz reiht sich ebenfalls gut ein. Immer, wenn eine Pointe oder aber etwas Bedeutungsschwangeres gesagt wurde, dann folgt ein einzelner Ton eines Orchesters. Damit auch ja jeder Zuschauer kapiert, dass hier jetzt etwas Wichtiges gesagt wurde. Naja, eigentlich ist es natürlich schlecht, aber, oh Wunder, irgendwann beginnt man, dieses Geräusch abzufeiern. Es bleibt einem auch nichts anderes übrig, will man nicht aufgrund wiederholender Zusammenführung von Tischplatte und Kopf draufgehen.


Achja, – man kann es kaum glauben, es gibt sogar etwas wirklich richtig Gutes. Die Eröffnungssequenz, ein Comicstrip, in dem die Vorgeschichte des Films erzählt wird, sieht hervorragend aus, ist witzig und kann tatsächlich komplett überzeugen. Ob ein Film komplett in diesem Stil funktionieren würde, das kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber für diese kurze Einleitung hat es super gepasst. Ich bin mir bewusst, dass ich den vielleicht schlechtesten und billigsten Film aller Zeiten gesehen habe. Schlechter als „Die Bettwurst“. Schlechter als alles, was Til Schweiger jemals machen wird. Schlechter als alle Asylum-Produktionen zusammen. Aber was soll ich sagen: Der Film ist so schlecht, so billig, so blöd, so hirnverbrannt, dass er zumindest phasenweise wieder richtig Spaß macht, wodurch auch die paar Punkte zu erklären sind. Ob das nun Selbstschutz vor der endgültigen Verblödung ist oder ob es wirklich schon um mich geschehen ist, das steht dabei auf einem anderen Blatt Papier.


3 von 10 springende Bananen