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Trailerpark: Luc Besson verpasst Scarlett Johansson Superkräfte - Erster Trailer zu LUCY

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Scarlett Johansson erhält als „Lucy“ eher unfreiwillig übermenschliche Superkräfte und macht damit Jagd auf böse Buben. Regie führt Luc Besson, der neben Johansson noch Morgan Freeman und Man-sik Choi, den originalen „Oldboy“, vor seine Kamera versammelt. Der erste Trailer verspricht Action satt und eine genre-typische Geschichte. Am  4. September startet „Lucy“ in den deutschen Kino.


Review: OLDBOY - Ein Epos über Rache, Gewalt und Selbsterkenntnis

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Fakten:
Oldboy (Oldeuboi)
Südkorea. 2003. Regie: Park Chan-wook. Buch: Park Chan-wook, Hwang Jo-yoon. Mit: Choi Min-sik, Yoo Ji-tae, Kang Hye-jeong, Lee Seung-Shin, Yuu Jin-seo, Kim Byeong-ok u.a. Länge: 120 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Oh Dae-su, ein durchschnittlicher Geschäftsmann und Familienvater, wird aus heiterem Himmel und ohne erkennbaren Grund entführt und in einen Raum ohne Fenster gesperrt. Lediglich den Fernseher hat er als Blick in die Welt hinaus. Nach genau 15 Jahren wird er freigelassen. Und für Oh Dae-su gibt es von da an nur zwei Gedanken: Rache für diese 15 Jahre Folter und die Fragen, von wem und vor allem warum ihm dieses grausame Schicksal angetan wurde. Und so fragt und kämpft er sich durch Korea, auf der Suche nach der Wahrheit.





Meinung:
„Rache ist für dich das beste Heilmittel. Aber was wird geschehen, nachdem du dich gerächt hast?“


Rache. Rache für 15 Jahre. Für 15 Jahre, in denen die Hauptfigur Oh Dae-su in einem kleinen Zimmer eingesperrt war. Für 15 Jahre, in denen er sich gefragt hat, warum er dort festgehalten wird. 15 Jahre, in denen er Hass auf diesen unbekannten Entführer aufgebaut hat. Und nun, als er nach 15 Jahren freigelassen wurde, da will er diesen aufgestauten Hass in einem gewaltigen Racheakt ausleben. Und ganz nebenbei will er eine Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet er ein solch qualvolles Schicksal erleiden musste.


Oh Dae-su und Mi-do auf einer gefährlichen Schnitzeljagd
Schockierend und fesselnd zugleich erzählt Regisseur Park Chan-wook die Suche von Oh Dae-su nach seinem Entführer und nach den Hintergründen. Park zeigt aber auch, zu welchen Handlungen, zu welchen abscheulichen Taten der Mensch fähig ist. Einerseits durch sein Gemüt selbst, andererseits durch die Umstände, durch Provokation, durch Hass, durch Rache, durch Verzweiflung. Der koreanische Regisseur schaut tief in die Abgründe der menschlichen Seele hinab. Und er fragt uns dabei auch: wie würde wir handeln. Wie reagieren wir, wenn wir den scheinbar grundlos entführten Oh Dae-su beobachten, wenn er seine Gegner abschlachtet. Sind wir für ihn, diesen Mörder? Oder doch gegen ihn. Würden wir ähnlich handeln? Oder das alles zumindest gutheißen? Verständnis aufbringen? Egal wie man diese Fragen beantwortet, Park schafft es, dass wir Zuschauer und mit uns selbst und mit unserer Position beschäftigen. Mit der Frage nach dem Richtig und Falsch. Und mit der Frage nach dem moralischen Richtig und Falsch.


Dabei hilft aber auch das fantastische Schauspielensemble, denn nur so können wir uns in die aufgezeigten Abgründe und Zwiespalte einführen. Besonders Hauptdarsteller Choi Min-sik sticht hier heraus. Und, um nicht zu untertreiben, es ist eine der eindringlichsten Darstellungen, die man je in einem Film erleben konnte. Choi spielt alles mit einer solch großen Intensität, so glaubhaft. Egal ob er am Boden zerstört ist, triumphierend grinst oder mutig ist wie ein Panther. Seine Zerrissenheit ist genauso echt wie seine Liebe. Er kann cool wie ein Eisblock sein, im nächsten Moment aber schon wieder flehend, in sich versunken oder brutal. Grandios. Doch auch die Nebendarsteller bringen Kälte und Wärme gleichermaßen rüber. Yoo Ji-tae zum Beispiel, besonders in seiner letzten Szene im Film – fantastisch.


Mit einem Hammer schlägt er sich zur Wahrheit.
Der Film wird in perfekten Bildern gezeigt. Kameraeinstellungen, die den Darstellern oft zentral ins Gesicht blicken, in ihre Augen und oft noch viel weiter in ihr Inneres. Einsatz von Licht, von Schatten, von Effekten, die die Stimmung der jeweiligen Situation zu uns bringen. Ästhetik pur. Untermalt mit einer unglaublich vielfältigen Musik. Mal moderne, elektronische Klänge, dann wieder Streicher, manchmal modern und klassisch gemischt und dann kommen hin und wieder gar keine Instrumente zum Einsatz und die Geräusche können ihre Wirkung selbst entfalten. Dazu kommen fantastisch choreographierte Actionsequenzen, die einerseits übertrieben, andererseits von roher Gewalt, von absoluter Brutalität durchzogen sind. Überhaupt, der Film besteht aus einer Reihe von Szenen, die wohl unvergessen bleiben werden. Wenn Oh Dae-su einen lebenden Kalmar verspeist, seine wahnsinnige Verzweiflung gegen Ende, das Messer im Rücken – eine Szene denkwürdiger und ikonischer als die andere.


Oldboy ist ein Film, der beim Zuschauer Ekel und Hass, Abscheu und Mitleid, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Verständnis und Schockmomente hervorruft. Es ist ein Film, der dem Zuschauer nicht nur einen Tiefschlag versetzt. Ein Film, der den Zuschauer über sein eigenes Verhalten nachdenken lässt, der ihn normalerweise niemals kalt lassen kann, der ihn aufwühlt, beschäftigt. Ein Film, der ihn visuell, strukturell, erzählerisch und emotional orgasmiert. Oldboy ist ein Meisterwerk.


„Auch wenn ich schlimmer bin, viel schlimmer bin als jedes Tier, hab ich nicht wenigstens das Recht zu leben?“


10 von 10 mysteriöse Fotoalben

Review: NEW WORLD - ZWISCHEN DEN FRONTEN - Die Moral der falschen Seite

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Fakten:
New World – Zwischen den Fronten (Sinsegye)
Südkorea. 2013. Regie und Buch: Hoon-jung Parks. Mit: Lee ung-jae, Choi Min-sik, Hwang Jung-min, Song i-hyo, Park Sung-woong, Kim Yoon-seong, Jang Gwang, Na Kwang-hoon, Ju Jin-mo u.a. Länge: 134 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die südkoreanische Polizei versucht seit Jahren die kriminellen Machenschaften der Baufirma Goldmoon aufzudecken und zu zerschlagen, denn hinter der seriösen Fassade verbirgt sich die Mafia. Als der große Boss von Goldmoon bei einem Autounfall ums Leben kommt, sieht Chief Kang seine Chance gekommen. Er hat seit vielen Jahren einen Spitzel in der Organisation und versucht nun diesen im aufkeimenden Machtkampf um den Chefsessel gewinnbringend einzusetzen.





Meinung:
Als äußerst vielversprechendes Projekt sollte Hoon-jung Parks Syndikat-Studie „New World“ die heimischen Ufer in Richtung internationalem Vertrieb verlassen, schließlich war Park zuvor nicht nur am erdrückenden Koloss „I Saw the Devil“ als Autor beteiligt, auch die asiatische Schauspiellegende Min-sik Choi („Oldboy“) ist wieder mit von der Partie. Aber Vorsicht: Die astronomischen Erwartungen, die allein dadurch im Vorfeld unweigerlich entfacht werden, kann „New World“ unmöglich standhalten und Parks Spielfilmdebüt hat letzten Endes vor allem damit zu ringen, seine fast 130-minütige Laufzeit adäquat zu füllen ohne sich in dem zentralen moralischen Zwielicht im Ton zu vergreifen. Viel zu oft senkt sich nicht nur das Tempo der allgemein recht gemächlichen Narration, auch die Bedeutsamkeit der Dialoge und Handlungen innerhalb des Clans erschließt sich im verschachtelten Konstrukt nicht immer vollständig.

 
Das kommt davon, wenn man zu faul für die Treppe ist
Sanft angelehnt an den beliebten Spitzel-Thriller „Infernal Affairs“ (oder damit eben auch „Departed“ von Martin Scorsese), werden wir anhand eines Undercover-Cops durch das koreanischen Massenclan-Gefilde „Goldmoon“ eskortiert und verstehen nach und nach, dass die Mechanismen innerhalb der delinquenten Hierarchie analog wie symbolisch zu einem durchdachten Schachzug auf dem Spielbrett stehen. Wer klar denkt, seine kognitiven Fähigkeiten stabilisiert und seine Gegenspieler kennt, weiß strategisch in diesem Milieu zu punkten. Nur gibt es in dieser Welt ausnahmslos Antagonisten und der Thron des Verbrechens ist auch ein Sammelbecken für Neid und falsche Loyalität innerhalb der Member – Der Ehrenkodex muss zwangsläufig beschmutzt werden. „New World“ interessiert genau dafür, für die Moral auf der falschen Seite des Gesetzes und beißt sich fest in Gesprächen und Hintergrundinformationen.


Wenn es dann jedoch zu Gewaltausbrüchen kommt, und diese stehen immer im Kontext der Thematik, dann prescht diese so unverblümt und ohne jede Rücksicht auf den Zuschauer ein, dass die Erinnerungen direkt zur hervorragend inszenierten Hafen-Szene aus „The Yellow Sea“ schnellen. Aber auch auf diesem Niveau darf sich „New World“ nicht messen lassen, denn wo andere Vertreter des Sub-Genres ihre Laufzeit vollkommen nutzen und nie ins rotieren geraten, ist „New World“ nicht nur zu lang geraten, ihm fehlt zuweilen eben dieser elementare Ansatz, der den Film wirklich zu einer Besonderheit macht. Inszenatorisch wird das alles natürlich wie aus dem Asia-Jargon gewohnt mit exzellenten Hochglanzaufnahmen vollstreckt und für einen Erstling, gerade in Bezug auf den nationalen Usus, bezirzend desinteressiert am großen Tamtam. Beim nächsten Mal muss das Ganze allerdings gestrafft werden, dann darf sich auch dieser Park früher oder später in die Reihe der namhaften Regie-Helden Asiens stellen.


6 von 10 Fässern mit ominösem Inhalt


von souli

Review: I SAW THE DEVIL - Leidensweg Rache

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Fakten:
I Saw The Devil (Akmareul boatda)
Südkorea, 2010. Regie: Kim Jee-woon. Buch: Park Hoon-jung. Mit: Lee Byung-hun, Choi Min-sik, Jeon Gook-hwan, Cheon Ho-jin, Oh San-ha, Kim Yoon-seo u.a. Länge: 137 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben (cut), uncut keine FSK Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die schwangere Verlobte von Agent Soo-hyun wird ermordet und zerstückelt aufgefunden. Auf eigen Faust macht er sich an die Ermittlungen und findet den Täter schnell: Kyung-chul, der schon etliche Frauen auf grausame Art getötet hat. Doch anstatt ihn dingfest zu machen oder ihn schlicht auszuschalten, wählt Soo-hyun einen ganz anderen Weg: Er will ihn leiden sehen. Er will, dass er seines Lebens nicht mehr froh wird. Bis zur totalen Selbstaufgabe stürzt er sich in die Rolle des Racheengels...oder eher Teufels.




Meinung:
Für alle Zweifler und für die, denen das asiatische Kino immer noch irgendwie zu „eigen“ und zu „divergierend“ erscheint: Regisseur Jee-woon Kim ist ein Meister seiner Klasse. Ein verdammter Virtuose seines Fachs. Ein Genius, der in seiner stilvollen Ästhetik nie den eigentlichen Inhalt aus den Augen verliert und abgedroschenen Themen wie ganzen Genres neuen Glanz verleihen kann – Selbst wenn die Figuren vom Reißbrett stammen mögen. Dass kann dann mal herzlich überzogen und huldigend sein („The Good, the Bad, the Weird“), als brutale Unterweltpoesie verschachtelt werden („A Bittersweet Life“) oder auch als innerfamiliäres Horrorsinnbild („A Tale of Two Sisters“) dargeboten. Mit „I saw the Devil“ verfilmt Kim zwar in diesem Fall nicht sein eigenes Script, sondern nimmt sich der Vorlage von Hoon-jung Park an, schafft es aber erneut in bravourösem Ausmaß, einen Genrefilm vorzuführen, der in seiner unbarmherzigen Schonungslosigkeit genau die richtigen Töne anschlägt und seine zielorientierten Absichten weder als gewaltgeiles Exploitationkino vermarktet, noch den Zuschauer auf trügerischem Wege blenden möchte.


Wer würde nicht bei diesem Herren sofort einsteigen?
Dabei ist die Grundlage gewohnt simpel: Die Tochter eines angesehen Polizisten wird bestialisch ermordet und ihr Verlobter, ein Agent des südkoreanischen Geheimdienstes, schwört eiskalte Rache. Punkt. Schreit nach reaktionären Gewaltexzessen, in Wahrheit aber besitzt die Gewalt von „I saw the Devil“ einen symptomatischen Charakter und kehrt mit jeder neuen Eskalation das Innenleben seiner Figuren an die Oberfläche, ohne seinen (Anti-) Helden dabei als omnipotenten Messias zu promoten, dessen Handlungen für den Zuschauer in jeder Form legitim sind, nur weil der psychopathische Antagonist ein ekelhafter Wiederholungstäter ohne jeden moralischen Kompass ist. „I saw the Devil“ bemüht sich um charakterliche Ambiguität und zeigt in seinem thematisierten Rachemotiv genau den Weg in den seelischen Abgrund, den der affektierte Schwur nach Vergeltung auch in der Realität nach sich ziehen würde. Wieder einmal ist es von enormer Signifikanz für das Verständnis der Situation, dass der Wunsch nach Rache ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist – Nur mundet die Erfüllung dieses Vorhabens nie in der beruhigenden Satisfaktion.


Der Titel sagt es in aller Deutlichkeit: Unser Protagonist Soo-hyun muss dem Teufel in die Augen blicken, nur um festzustellen, dass er ab einem bestimmten Abschnitt seines Rachefeldzuges selber zum Teufel geworden ist. Die von zwischenmenschlichen Emotionen angetriebene Jagd auf den misogynen Serienkiller Kyung-chul wird zum Leidensweg des Soo-hyun und je öfter er auf den Mörder trifft, ihn in seiner grenzenlosen Wut den sadistischsten Qualen unterzieht, desto schneller versinkt er im Treibsand der verzweifelten (und selbstüberschätzten) Rachsucht. Dabei ist es vor allem wichtig, dass „I saw the Devil“ seine wirklich extreme Brutalität nie als voyeuristische Sensation darstellt und wenngleich er sich einer gewissen Lakonie in manchen Szenen nicht entzieht, sein Thema nie auf die leichte Schulter nimmt und doch etwas Spaß am wilden Treiben vortäuschen will. Kim setzt auf Authentizität, zeigt aber ohne Zeigefinger, dass der eingeschlagene Weg von Soo-hyun nie Erlösung gewähren wird, sondern in die selbstdestruktive Obsession führt und darauf in die vollkommene Leere des Seins. Einen Sieger gibt es hier nicht, denn letztlich scheitert jeder an sich selbst und die platten Trennlinien zwischen Gut und Böse verwischen gänzlich. Was für ein Brocken.


8 von 10 gratis Taxifahrern


von souli

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