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Review: LARRY GAYE: VÖLLIG ABGEHOBEN - Eine Bruchlandung

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Fakten:
Larry Gaye: Völlig abgehoben (Larry Gaye: Renegade Male Flight Attendant)
USA, 2015. Regie: Sam Friedlander. Buch: Mike Sikowitz. Mit: Mark Feuerstein, Rebecca Romijn, Danny Pudi, Marcia Gay Harden, Stanley Tucci, Henry Winkler, Patrick Warburton, Jessica Lowndes, Jayma Mays, Anthony Ruivivar, Jason Alexander, Taye Diggs, Molly Shannon, Adam Shapiro, Richard Riehle, Griffin Gluck u.a. Länge: 104 Minuten. FSK: freigegeben a 12 Jahren. Ab 24. November 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Wenn einer Passagieren in zehntausend Metern Flughöhe glücklich macht, dann ist es Larry Gaye. Der leidenschaftliche Flugbegleiter bietet den perfekten Service und wurde für seinen Einsatz bereits sechs Jahre in Folge mit der "Goldenen Thermoskanne" ausgezeichnet. Jetzt ruht die Hoffnung alller Stewardessen und Stewards auf ihrem preisgekrönten Kollegen. Will doch die Direktion menschliche Flugbegleiter durch äußerst sexy aussehende Roboter ersetzten, die kostengünstiger und mindestens ebenso leistungsstark wie ihre menschlichen Vorgänger sind. Aber bevor die endgültige Entscheidung fällt, soll es noch zu einem direktem Wettkampf zwischen Mensch und kurvenreicher Maschine kommen. Und wer wäre da ein besserer Gegner als der legendäre Larry Gaye...





Meinung:
„Larry Gaye: Völlig abgehoben“ bedient sich in erster Linie abgestandener Witze und altbekannten Klischees. Dass er dabei nicht sonderlich lustig ist überrascht wohl keinen, der es gewagt hat sich den Trailer anzusehen. Kontinuierlich versucht er Elemente von beliebten Komödien abzukupfern und erinnert nicht nur wegen des Schauplatzes an den Klassiker „Airplane!“. Immer wieder geben sich die Dialoge dabei dem puren Unsinn hin, statt eines Lachers ernten sie aber bestenfalls verwirrte Gesichter. Wen genau der Film ansprechen soll bleibt auch nach der Sichtung ein Rätsel, ebenso wie die Frage ob das alles absichtlich so trashig gefilmt wurde oder ob das Endprodukt einfach nur verdammt mies ausgefallen ist. Die Tendenz geht eher zu letzterem, denn abgesehen von einigen netten Gesichtern in den Nebenrollen (Stanley Tucci, Danny Pudi) hat der Film eigentlich nichts zu bieten. Die klischeebeladene Handlung präsentiert uns sichtlich unmotivierte Darsteller, die immer wieder dieselben unlustigen Gags aufsagen. Dass der Name des Protagonisten (Gaye) schon zu den besten Witzen des Films gehört ist dabei eigentlich schon aussagekräftig genug. Teilweise minutenlang versucht er seinen übertriebenen Humor an den Zuschauer zu bringen, was sich gerade bei zunehmender Laufzeit zu einer strapaziösen und fast schon ärgerlichen Angelegenheit entwickelt. Wenn ein Witz beim ersten Mal schon nicht funktioniert, dann stehen die Chancen nicht gerade gut, dass er nach fünf Wiederholungen auf einmal ein humoristisches Feuerwerk zündet. Wer sich davon selbst ein Bild machen will oder noch nicht genug abgeschreckt wurde sollte sich am besten ein paar Freunde und eine Kiste Bier schnappen, wenn man sich dann gemeinsam über den Film lustig machen kann schafft es „Larry Gaye: Völlig abgehoben“ wohl endlich auch zu einem Lacher.


2 von 10 perfekten Roboterbrüsten


von Vitellone



Meinung:
Irgendwie wirkt es fast schon etwas mutig und tough, wie „Larry Gaye: Völlig abgehoben“ seine Figuren und seine Geschichte verkauft. Es ist ein Lustspiel mit dem Ziel so viele Gags wie möglich innerhalb kürzester Zeit an den Mann zu bringen. Es erinnert manchmal sogar an die gute, alte Zeit, als das Wort Parodie oder Spoff nicht gleichzusetzen war, mit phantasie- und lieblosen Furz-Gaga-Kacke-Filmen aus der Schmiede von Jason Friedberg und Aaron Seltzer. „Larry Gaye: Völlig abgehoben“ ist klassisches Nonsenskino mit Haltung, welches wirklich versucht eine Handlung zu erzählen. Alles gut soweit? Nicht, leider nicht. Denn genau diese Geschichte bricht dem Film das Genick. Wäre die Komödie fokussiert genug gewesen, sich nur auf den Moment einzulassen und keine wirkliche Narration bieten zu wollen, „Larry Gaye: Völlig abgehoben“ wäre sicherlich immer noch weit davon entfernt zu begeistern, doch immerhin würde er sich so nicht selber im Weg stehen. Irgendwann im weiteren Verlauf des Films, weiß man als Zuschauer selber nicht mehr so ganz ob das Ganze vielleicht doch ernst gemeinte Komik mit Aussage sein soll, die nur nicht sonderlich gut funktioniert, oder ob die Macher von „Larry Gaye: Völlig abgehoben“ sich schlich tun ergreifend mit dem Konzept ihres eigenen Werkes überhoben/übernommen haben. Immerhin, egal ob Blödelfilm oder Standard-Komödie, Hauptdarsteller Mark Feuerstein spielt mit Hingabe und Energie. Viel retten kann er damit aber leider auch nicht.


4 von 10 Namensverwandten


von stu

Review: MAGIC IN THE MOONLIGHT – Wer Liebe leben will, muss Magie akzeptieren

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Fakten:
Magic in the Moonlight
USA. UK. 2014. Regie und Buch: Woody Allen. Mit: Colin Firth, Emma Stone, Jacki Weaver, Hamish Linklater, Eileen Atkins, Simon McBurney, Marcia Gay Harden, Erica Leerhsen, Lionel Abelanski u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung. Ab 16. April auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die Côte d’Azur in den 1920er Jahren: Illusionist Stanley soll der vermeintlichen Wahrsagerin Sophie das Handwerk legen. Diese zieht den abergläubischen Reichen schon seit einiger Zeit das Geld mit ihren Wahrsagungen und Prophezeiungen aus der Tasche. Stanley schleicht sich in die High Society ein, verfällt dort aber nicht nur dem Leben im Luxus, sondern auch der hübschen Sophie.





Meinung:
Hat Woody Allen denn nun wirklich seinen Drive verloren? Ruht sich der Künstler, dem wir Meisterwerke wie „Manhattan“, „Innenleben“ und „Hannah und ihre Schwestern“ zu verdanken haben, inzwischen einzig auf seinem renommierten Ruf aus und agiert in seinem Spätwerk auf Autopilot? Möchte es sich der passionierte Neurotiker, der in Brooklyn aufgewachsene Intellektuelle, nicht einmal mehr selbst beweisen, dass er noch zu wahren cineastischen Sternstunden in der Lage ist? Die internationale Rezeption versucht uns nur zu gerne davon in den Glauben zu versetzen, dass sich Woody Allen doch endlich in den Ruhestand begeben soll, anstatt uns mit seinem touristischen Blick auf europäische Metropolen zu narkotisieren. Aber all der despektierliche Sermon ist natürlich Unsinn: Woody Allen ist nach wie vor ein großartige Regisseur und Drehbuchautor, ihn hat zwar größtenteils die Lust dahingehend verlassen, die Abgründe und Diskrepanzen innerhalb zwischenmenschlicher Geflechte freizuschaufeln, für schwereloses Sommerkino sorgt der Mann indes nach wie vor in unumstößlicher Verlässlichkeit.


Stanley misstraut Sophie noch
Ab und zu schleichen sich dann und wann noch etwas bedrückendere Stoffe wie etwa „Cassandras Traum“, „Match Point“ oder zuletzt „Blue Jasmine“ in das Schaffen, Woody Allens sonnengeflutete Städtetour aber steht vor allem unter einem entspannten, einem besonnenen Emblem. Und sein neustes Werk „Magic in the Moonlight“, vortrefflich in den Hauptrollen mit Colin Firth („Kingsman – The Secret Service“) und Emma Stone (Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) besetzt, stellt im Konnex zu „Vicky Cristina Barcelona“, „Midnight in Paris“ oder „To Rome With Love“ keine Ausnahme dar. Woody Allen ist indes auch freilich an dem Punkt angekommen, an dem er es sich mehr als nur erlauben darf, mit Selbstzitaten zu hantieren und charakteristische Topoi zu recyclen. In „Magic in the Moonlight“ schlüpft Colin Firth in die Rolle eines Illusionisten, der auf der Bühne als Wei Ling Soo ganze Elefanten verschwinden lässt, hinter der Bühne aber mit seiner Aversion gegenüber übersinnlichen Theorien geradezu hausieren geht.


Noch genießt nur Sophie das Leben in Frankreich
Und da ist die erste Szene von „Magic in the Moonlight“ selbstverständlich selbstreflektorisch zu deuten: Wei Ling Soo zieht sich hinter die Kulissen eines Berliner Varieté zurück und aus ihm schält sich der stetig lamentierende Stanley – Eine Variation des Alter Ego Woody Allens. Von seinem Kollegen und langjährigen Kumpanen Howard (Simon McBurney) mit dem Auftrag gesattelt, im Frankreich der späten 1920er Jahre die (vermeidliche) Hochstaplerin Sophie zu entschleiern, macht sich Stanley auf den Weg an die Cote d'Azur. Woody Allen hat sich Zeit seines Künstlerdaseins immer mal wieder mit Illusionen, Hokuspokus, Paranormalität und in gewisser Weise auch Okkultismus beschäftigt; das Fazit, welches Allen in „Magic in the Moonlight“ letztlich zieht, fällt versöhnlicher denn je aus. Die von allen Seiten bejubelte Spiritisten Sophie vernimmt unentwegt mentale Schwingungen, Stanley, Zyniker durch und durch, straft das Ganze schnell als 'theatralischen Dünger' ab, ist als er sturer Rationalist doch freilich felsenfest von der an der Riviera aufgefahrenen Scharlatanerie überzeugt: „Dieses Verhaltet spottet jeder Vernunft“, wiederholt er immerzu.


Bis auch er eine Art Epiphanie spendiert bekommt und gar dazu gezwungen scheint, seine festgefahrene Weltanschauung noch einmal zu überdenken. Woody Allen wäre natürlich nicht Woody Allen, wenn nicht irgendwo doch noch ein Kurswechsel warten würde. Was ihm mit „Magic in the Moonlight“ aber wirklich wunderbar gelingt, ist die Verdeutlichung, dass die Liebe immer synonym für die Magie steht: Egal, wie sehr sich Stanley auch auf wissenschaftliche Belege erpicht, die Liebe selbst muss als Irrationalität angenommen werden, anstatt zwanghaft den Trick, den doppelten Boden, die gezinkten Karten dahinter zu suchen. „Magic in the Moonlight“ ist genau die erschwingliche, von idyllischen Postkartenmotiven gesäumte Fingerübung, wie sie dieser Tage in dieser schlafwandlerischer Souveränität wohl nur unter Allen'schen Banner vollbracht werden. Das mag alles nicht mehr die durchschlagende Klasse früherer Hochzeiten besitzen, ist aber immer noch so charmant und geistreich, dass es töricht wäre, Woody Allen nur noch als 'Schatten seiner selbst' zu denunzieren. Wenn verträumtes Kino, dann doch bitte so.


6,5 von 10 Unterschlüpfe im Observatorium


von souli

Review: FIFTY SHADES OF GREY - Manchmal haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern

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Fakten:
Fifty Shades of Grey
USA. 2015.
Regie: Sam Taylor-Wood. Buch: Kelly Marcel, E.L. James (Vorlage). Mit: Dakota Johnson, Jamie Dorman, Luke Grimes, Rita Ora, Victor Rsauk, Eloise Mumford, Callum Keith Rennie, Jennifer Ehle, Marcia Gay Harden, Max Martini, Dylan Neal u.a. Länge: 125 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 18. Juni auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Literaturstudentin Anastasia will für ihre Unizeitung den Selfmade-Milliardär Christian Grey interviewen. Bereits beim ersten treffen ist die junge Frau fasziniert von Grey, auch wenn sich dieser ihr gegenüber äußerst arrogant verhält. Als sie sich immer öfters über dem Weg laufen, kommen beide sich näher. Doch Christian hat ein Geheimnis: er scheint nur Lust zu empfinden durch sadomasochistische Liebespraktiken. Zunächst ist Anastasie angewidert und doch erliegt sie bald dem erotischen Reiz









Meinung:
Bedrückende Zeiten bahnen sich für den geneigten Filmliebhaber an, muss er doch mitansehen, welche Werke sich momentan über den rigorosen Zuspruch an den Kinokassen erfreuen dürfen: Da hätten wir Clint Eastwoods rechtspopulistischen Ballermann „American Sniper“, der in den Vereinigten Staaten den Box-Office-Tacho wie bei einem neuen Superheldenfilm Purzelbäume schlagen lässt und „Fifty Shades of Grey“, um den es hier heute gehen soll, der erste Teil der langersehnten E.L. James-Adaption, die alle Rekorde in Sachen Kartenvorverkauf ohne Anstrengungen gebrochen hat und längst ein internationales Einspielergebnis von über 500 Millionen Dollar verzeichnen darf. Wie repräsentativ aber sind diese Werte? Muss man sich Sorgen um die Kognition der menschliche Spezies machen? Oder dürfen wir ganz locker durch die Hose atmen und es einfach bei einer doch schon recht enervierenden Form der Kunstfeindlichkeit belassen: Es sind eben „nur“ Filme und die sollen sich letzten Endes ja schließlich nur der Unterhaltung dienlich zeigen.


Fesselspiele mit einem Milliardär
Solche Aussagen wie diese sollten aber besser schnell der Vergessenheit anheimfallen, sollte man die erfreuliche Absicht hegen, sich ernsthaft mit dem Medium Film auseinanderzusetzen und dieses auch als horizonterweiternde Reflexionsmöglichkeit der eigenen Existenz zu verwenden. Dafür wäre es allerdings vonnöten, dass der jeweilige Film soweit von Regisseur und Autor konstruiert wurde, dass diese elementare reflektorische Ebene – verständlicherweise – irgendwo, im Sub- oder Primärtext, vorhanden ist. „Fifty Shades of Grey“ aber entbehrt sich dieser Logik, Sam Taylor-Johnson und Kelly Marcel haben hingegen einen Blockbuster ins Leben gerufen, der sich jedem inhaltlichen Kommentar überdrüssig vergegenwärtigt – Und weil er seinem prinzipiell interessanten Sujet nichts zu sagen hat, weil er die Oberflächenreize lobpreist, ist es ihm letztlich auch reichlich egal, ob der Zuschauer irgendwelche sinnstiftenden Erfahrungen aus dem Dargebotenen schöpfen darf. Überraschung: Er wird es nicht dürfen, jedenfalls Gesetz dem Fall, er ist der absoluten Weltfremdheit noch nicht in den lockenden Schoß gefallen.


Christian scheint zu wissen, wie man eine Frau behandelt
Was wurden vorab nicht für wahnwitzige Vermutungen gesponnen; ein '„Deep Throat“ der Multiplexe' hätte sich auf den von Skandalen umwitterten Weg gemacht, um den unwissenden, den bildungsbedürftigen Kinozuschauer über das moderne Ausmaß abgründiger Schlafzimmerpraktiken eindringlich in Kenntnis zu setzen: Der Erotikhammer des 21. Jahrhunderts und profitabler Segen für jede Baumarktkette: Ob der Vorrat an Kabelbindern und Panzertape überhaupt bis zum Frühlingsanfang ausreichen wird?! Irrsinn, anders kann man es nicht beschreiben. „Fifty Shades of Grey“ verbindet in seinem sexuellen Habitus nur zwei Sachen: Den kreuzbrav und altbackenen Geschmack. Das, was den heranwachsenden Mädchen und unausgeglichenen Hausmüttern hier überreicht wird, lockt wahrhaftig niemanden mehr hinter dem Ofen her, nicht einmal die älteren Semester dürfen sich schockiert gerieren, das bisschen Hinternversohlen und Auspeitschen, der deflorierende Blümchensex in Werbeclip-Ästhetik und der Eiswürfel im Bauchnabel – Ach Gottchen, und deswegen gleich die große Atemnot im Gebälk. Seine offenkundige Harmlosigkeit aber ist nicht das Problem von „Fifty Shades of Grey“.


Gleich gibt's 'nen feuchten Schmatzer
Ärgerlich ist seine Weltfremdheit. Wir werden mal wieder in eine gesellschaftliche Bestandsaufnahme gezogen, die einzig in Kontrasten denkt. Christian Grey (Jamie Dornan) ist ein 27-jähriger Multimilliardär, ein Wirtschaftstycoon, mit Hubschrauber, Sportflieger und eine Garage voll mit automobilem Phallus-Ersatz. Ana (Dakota Johnson) hingegen ist Literaturstudentin, irgendwie naiv, zugeknöpft, im Duckmäusertum gefangen und von gepflegtem Anal- und Vaginalfisting so gar nicht angetan. Dass diese soziale Gegensätzlichkeit schon einmal die müdeste Gegenüberstellung eines zukünftigen Liebespaares bereithält, wissen wir bereits seit „Pretty Woman“. Wie „Fifty Shades Grey“ allerdings den BDSM-Aspekt in seiner Geschichte etabliert und auf welche psychologische Simplifizierung er zurückgreifen muss, erweckt die stechenden Kopfschmerzen zum Leben. Natürlich basieren die Dominance-and-Submission-Spielereien auf einem Kindheitstrauma und dass uns dabei Sia, Beyonce und Ellie Goulding um die Ohren gehauen werden, macht die Sache nicht gerade besser. Grey fordert derweil die vollkommene Kontrolle ein, eine patriarchale Vormundfunktion, um jeden Funken Autonomie in Anas Gebaren im Keim zu ersticken.


„Fifty Shades of Grey“ ist nicht mehr als ein konfektionierter Schmachtfetzen unter hollywood'schem Banner, mit dem Unterschied, dass er wirklich glaubt, das Thema Sadomasochismus zu behandeln, es in Wahrheit auf den kleinsten Nenner innerhalb des leidenschaftlichen Eros degradiert. Und da gehört wirklich einiges dazu, um einem solch durch und durch sterilen und in seinem beziehungstechnischem Hin und Her indes ungemein anstrengenden Schaumschläger auf den Leim zu gehen, gibt man sich hier doch von der felsenfesten Annahme, dass ein gehöriges Maß an Furcht nun mal in die Welt des BDSM dazugehört, anstatt von einer einvernehmlichen, lustdurchströmten Wechselwirkung zu sprechen. Aber warum aufregen? Hopfen und Malz sind ohnehin schon verloren, noch zweimal dürfen wir den verkniffenen Blick vom krankhaften und überhaupt nicht romantischen (Zwinker) Kontrollfreak Mr. Grey ertragen, den repetitiven Unterlippenbiss von Ana, bis vielleicht auch der Rest verstanden hat: Nicht die Angst im Kopf ist zunehmend die Hürde, sondern das Vakuum, welches sich 'Drehbuch' nennt.


2 von 10 roten Spielzimmern


von souli

Review: RENDEZVOUS MIT JOE BLACK – Schmalzige Begegnung mit dem Tod

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Fakten:
Rendezvous mit Joe Black (Meet Joe Black)
USA. 1998. Regie: Martin Brest. Buch: Bo Goldman, Ron Osborn, Jeff Reno, Kevin Wade, Alberto Casella (Vorlage). Mit: Brad Pitt, Anthony Hopkins, Claire Forlani, Marcia Gay Harden, Jeffrey Tambor, Jake Weber, June Squibb, Davis S. Howard u.a. Länge: 173 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Unternehmer William Parrish steht kurz vor seinem 65. Geburtstag, doch diesen soll er nicht mehr erleben, zumindest wenn es nach dem Tod geht. Der kommt eigentlich, um ihn zu holen. Doch da sich der Tod in Parrishs Tochter verliebt hat, gibt er William eine Frist und wird ein Gast der Familie Parrish.






Meinung:
Überall begegnet dem Menschen der Tod – Tag ein, Tag aus. Ob in den Nachrichten, wo Tränen geflutete Gesichter nach Naturkatastrophen und Attentaten ihren Liebsten hinterher trauern, im weiten Kreis der Bekanntschaft, in dem ein ehemaliger Schulkamerad seinem Krebsleiden nach langem Kampf endgültig erlegen ist oder im privaten Umfeld, in dem ein Familienglied nicht mehr aufgewacht ist, obwohl sie doch am Vortag noch quicklebendig am Tisch über das schlechte Wetter gepoltert hat. Schon in frühster Kindheit müssen wir lernen was Abschied bedeutet. Abschied von Menschen, von Haustieren, die wir ins Herz geschlossen haben, doch verstehen können wir nicht, warum sie uns von Jetzt auf Gleich für immer verlassen müssen. Die Angst vor dem Tag, an dem uns der Tod einholt, wächst; die Angst davor, dass es doch kein Leben danach geben könnte, brennt sich in unser Innerstes. Als Erwachsener erleuchtet uns die Präsenz des Todes trotz angeeigneter Reife auch nicht unbedingt, wir können höchsten versuchen, ihn zu akzeptieren und uns über lange Sicht mit unserem Schicksal irgendwie anfreunden.


Gestatten, der Tod
Und doch kann man sich nicht auf den entscheidenden Tag, den entscheidenden Moment, vorbereiten. Wie reagieren wir, wenn es wirklich soweit ist? Welche Worte wählen wir, welches Gefühl durchströmt unseren Körper, wenn uns der Tod gegenübertritt und uns die Gewissheit ereilt, Abschied von unserer Welt, unserem Leben, unserer Hülle und vielleicht auch von unserem Geist zu nehmen? „Rendezvous mit Joe Black“ nistet sich thematisch genau in diesen Augenblick der Gewissheit ein und lässt Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“, „Nixon“) als William Parrish in die blauen Augen des attraktiven Todes (Brad Pitt, „Sieben“, „World War Z“) blicken. Der Tod, aus der Not heraus von Parrish passend Joe Black getauft, verweilt auf der Erde und möchte das Leben kennelernen, bevor er sich wieder in seine ferne Sphäre zurückzieht. Wenn er allerdings geht, dann ist auch für den Großunternehmer Parrish die Zeit auf Erden abgelaufen, da sollte Parrish die amour fou zwischen Joe Black und seiner Tochter Claire Forlani („The Rock“, „Mystery Men“) gerade recht kommen, doch Parrish ist damit natürlich auch nicht zufrieden, weil er sich eben um sein liebes Töchterlein sorgt, denn eine Liaison mit dem Tod höchstpersönlich klingt ja nicht unbedingt gesund.


Gestatten, Anthony Hopkins
Was hätte „Rendezvous mit Joe Black“ für eine hochinteressante Reflexion über die Akzeptanz, über die Annahme der menschlichen Vergänglichkeit werden können, würde die Intention nicht so offensichtlich in eine ganz andere Richtung schielen. „Rendezvous mit Joe Black“ besitzt in seinen A-sätzen gewiss einen ansprechend parabolischen Charakter, verschiebt seine Handlungsachse im Laufe der Zeit aber immer penetranter auf die schmalzig ausbuchstabierte Liebelei zwischen Joe Black und Susan, die sich mit zusammenkniffenen Augen verkitschte Parolen ins Ohr wimmern und doch keinerlei echte Harmonie zueinander aufbauen. Das liegt zum Teil am schändlich eindimensionalen Drehbuch, welches seine für jeden Menschen elementare Thematik in geradezu lächerlicher Vehemenz vernachlässigt, wie auch an den Schauspielern, die hier zuweilen wirklich alles dafür geben, um unglaubwürdig in ihren Rollen zu versacken. Brad Pitt, eigentlich ein guter Mann, auch schon zu dieser Zeit, wird auf seinen Image als Frauenschwarm heruntergebrochen und stelzt sich mit seiner überfordert-affektierten Darbietung durch das verzogene Szenario, während sein weiblicher Gegenpart Claire Forlani, die schauspielerisch bekanntlich noch nie Bäume ausgerissen hat, immer nur mit verheulten Augen dreinblickt und unrunde Satzfetzen leise vor sich hin hauchen darf.


Die Lovestory zieht in ihrem Kitsch dicke Fäden und schaffte es sogar Kuschelrocker Bon Jovi zu neuen auditiven Foltermethoden zu inspirieren – Passt ja. Anthony Hopkins, sichtlich unterfordert, aber doch immer irgendwie charmant, kurbelt seine uninteressante Rolle lustlos herunter und sehnt sich, wie auch der Zuschauer nach spätestens der Hälfte des Films, dem Ende entgegen. In „Rendezvous mit Joe Black“ liegt so viel mehrwertiges Potenzial begraben, Martin Brest könnte soviel über das unabdingbare Schicksal und gesellschaftliche Sorgen erzählen, über die Existenz, das Sein und den Verlust dieser, vergisst sich dann doch nur im aufgesetzt-melodramatischen Schmalzgegockel. Bei manche Damen mit einem unfassbaren Empathievermögen wird das Ganze vielleicht für nasse Augen und der herausgeputzte Brad Pitt für feuchte Höschen sorgen, alle anderen rutschen schnell auf der Schleimspur aus und mühen sich krampfhaft, wieder auf die Beine zu kommen – Ohne Erfolg.


3 von 10 Löffeln mit Erdnussbutter


von souli